Appenzeller Sennenhund

Appenzeller Sennenhund

FCI #46FCI-Anerkennung: 2003Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

2FCI 46

Größe

Mittel

Herkunftsland

CH

Höhe

50-56 cm

Gewicht

22-32 kg

Lebenserwartung

12-14 Jahre

Temperament

VerspieltIntelligentTreu

Überblick

Appenzeller Sennenhund, auch einfach als Appenzeller bekannt, ist eine außergewöhnliche Rasse von Hütehunden, die aus den malerischen Regionen der Schweizer Alpen stammt. Dieser mittelgroße Hund zeichnet sich durch sein charakteristisches dreifarbige Fell mit glänzendem Aussehen aus, das aus Schwarz, rötlich-braun und Weiß besteht und ein einzigartiges Muster bildet.

Diese Rasse ist bekannt für ihre unerschütterliche Loyalität gegenüber ihrer Familie sowie für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Arbeit mit Herden – über Jahrhunderte haben Appenzeller das Vieh vor Raubtieren geschützt und erfolgreich Tiere auf den Bergweiden getrieben. Ihr starker Wachinstinkt macht sie zu idealen Wächtern sowohl in traditionellen landwirtschaftlichen Betrieben als auch in modernen Familienhäusern.

Appenzeller Sennenhunde zeichnen sich durch aktives Temperament und hohe Intelligenz aus, was sie energiegeladen macht und sie benötigen regelmäßige geistige und körperliche Stimulation. Ohne die richtige Menge an Bewegung und geistigen Aufgaben können Verhaltensprobleme auftreten, wie übermäßiges Bellen oder das Zerstören von Gegenständen. Diese Rasse ist auch bekannt für ihre Leichtigkeit beim Lernen, erfordert jedoch einen konsequenten und selbstbewussten Besitzer, der eine angemessene Ausbildung von Welpenalter an gewährleistet.

Appenzeller lieben die Nähe ihrer Besitzer und nehmen gerne an Familienaktivitäten teil – sei es bei langen Bergwanderungen, Hundesport oder einfach beim täglichen Spielen. Ihr freundliches und lebhaftes Wesen sorgt dafür, dass sie sich gut mit Kindern verstehen, jedoch können sie dazu neigen, andere Hunde zu dominieren, weshalb frühe und gründliche Sozialisierung absolut notwendig ist.

Appenzeller erfreuen sich einer hohen Lebenserwartung – sie leben durchschnittlich 12 bis 14 Jahre. Sie sind relativ resistent gegen viele genetische Krankheiten, obwohl sie an Hüftgelenksdysplasie und fortschreitender Netzhautatrophie leiden können. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und eine angemessene Ernährung sind entscheidend für die Erhaltung ihrer Gesundheit über viele Jahre. In der Pflege benötigen sie regelmäßiges Bürsten, insbesondere während der Frühlings- und Herbstmauser, damit ihr dichtes Fell in einem ausgezeichneten Zustand bleibt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Appenzeller Sennenhund ein lebhafter und energiegeladener Hund ist, der einen aktiven Lebensstil, konsequente Ausbildung und eine große Menge an Liebe und Aufmerksamkeit benötigt, um ein großartiger, treuer Familienbegleiter zu werden. Wir laden Sie ein, die nächsten Abschnitte unseres umfassenden Leitfadens zu entdecken, in denen Sie detaillierte Informationen über Aussehen, Charakter, Gesundheit, Pflege, Bewegung, Training, Ernährung und die Geschichte dieser faszinierenden alpinen Rasse finden.

Appenzeller Sennenhund ist ein mittelgroßer Hund mit harmonischer und proportionaler Bauweise, deren Form quadratisch ist. Laut FCI-Standard beträgt die Schulterhöhe für Rüden 52 bis 56 cm und für Hündinnen 50 bis 54 cm, was diese Rasse ideal für die Arbeit in schwierigem Gebirgsterrain macht – groß genug, um effektiv zu sein, aber nicht so schwer, dass sie an Wendigkeit verlieren.

Das auffälligste Merkmal des Aussehens ist das drei-farbige Fell mit einer einzigartigen Anordnung:

  • Die Grundfarbe ist schwarz, die den Großteil des Körpers bedeckt
  • Rötlich-braune Abzeichen an den Wangen, über den Augen, auf der Brust und den Beinen
  • Weiße Abzeichen auf der Schnauze (Maske), Brust, Beinen und der Spitze des Schwanzes

Das Fell ist kurz, dicht und glänzend, mit einem sehr dichten Unterfell, das hervorragenden Schutz vor Kälte und Nässe in bergigen Bedingungen bietet. Das Deckhaar ist glänzend und eng am Körper anliegend, was dem Hund ein elegantes Aussehen verleiht.

Der Kopf ist proportional zum Rest des Körpers, mit leicht keilförmiger Form. Der Schädel ist fast flach, und der Gehirnschädel ist breit, was auf die Intelligenz der Rasse hinweist. Die Augen sind eher klein, mandelförmig, in der Farbe von dunkelbraun bis haselnussbraun – sie drücken Intelligenz und Wachsamkeit aus. Die charakteristischen drei-eckigen Ohren sind weit und hoch angesetzt, hängend, was in Kombination mit dem aufmerksamen Blick dem Hund einen sehr charakteristischen Ausdruck verleiht.

Der Rücken ist stark und gerade, und der Brustkorb ist breit und tief, was ihre muskulöse, sportliche Bauweise unterstreicht. Der Schwanz ist von mittlerer Länge, dicht behaart, und bewegt sich charakteristisch über dem Rücken in einen lockeren Ring – das ist eines der erkennbarsten Elemente der Silhouette des Appenzellers.

Appenzeller Sennenhunde bewegen sich mit außergewöhnlicher Wendigkeit und Leichtigkeit, trotz ihrer robusten Bauweise. Ihre Bewegungen sind lebhaft, elastisch und energiegeladen. Das gesamte Erscheinungsbild strahlt Selbstbewusstsein, Stärke und Einsatzbereitschaft aus – es ist ein Hund, der auf den ersten Blick sein Hirten-Erbe und seine Arbeitsfähigkeiten zeigt.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Toleriert kaltes Wetter
Leicht zu pflegen
Hochenergetische Rasse
Neigt zum Bellen
Benötigt viel Platz
Wenig sabbernd
Nicht anfällig für Fettleibigkeit
Nicht zum Beißen neigend
Starke Gesundheit

Vorteile

  • Außergewöhnliche Loyalität gegenüber der Familie
  • Ausgezeichneter Wachhund und aufmerksam
  • Hohe Intelligenz und Lernfähigkeit
  • Gesunde Rasse mit langer Lebensdauer
  • Hervorragend in Hundesportarten
  • Freundlich gegenüber Kindern bei entsprechender Sozialisierung.

Nachteile

  • Erfordert sehr viel intensive körperliche Aktivität
  • Kann andere Hunde dominieren
  • Neigung zu lautem Bellen
  • Benötigt einen konsequenten und erfahrenen Besitzer
  • Misstrauisch gegenüber Fremden ohne angemessene Sozialisierung.

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Appenzeller Sennenhunde haben eine lange und faszinierende Geschichte, die mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, obwohl die Wurzeln der Rasse wahrscheinlich viel älter sind und mit Hunden verbunden sind, die den römischen Legionen während ihrer Eroberungen in den Alpenregionen vor etwa 2000 Jahren begleiteten. Der Name der Rasse stammt aus dem Kanton Appenzell in Nordostschweiz, wo diese Hunde besonders bei Hirten und Landwirten beliebt waren.

Erste historische Erwähnung (1853)
Der Appenzeller Sennenhund wurde erstmals offiziell im Jahr 1853 in dem Buch Tierleben der Alpenwelt (Tierleben in den Alpen) des deutschen Zoologen beschrieben. Er wurde als laut bellender, mittelgroßer Hütehund mit kurzem Fell und mehrfarbigem Färbung, mit einem ziemlich gleichmäßigen spitzartigen Typ beschrieben. Diese Hunde wurden sowohl zum Bewachen von Höfen als auch zum Treiben von Vieh auf den Bergweiden eingesetzt.

Max Siber und die Rettung der Rasse (1895)
Im Jahr 1895, als die Rasse aufgrund fehlender systematischer Zucht vom Aussterben bedroht war, wandte sich Max Siber, ein Forstinspektor und großer Förderer der Rasse, an die SKG (Schweizerische Kynologische Gesellschaft) mit der Bitte, Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung der Appenzeller Sennenhunde zu ergreifen.

Im Jahr 1898 stellte die Exekutive des Kantons St. Gallen einen Betrag von 400 Schweizer Franken zur Unterstützung der Zucht von Appenzeller Sennenhunden zur Verfügung. Die SKG gründete daraufhin ein spezielles Komitee, das die charakteristischen Merkmale der Rasse festlegte. Auf der Messe in Altstätten wurden 9 Rüden und 7 Hündinnen präsentiert, die Preise zwischen 5 und 10 Franken erhielten. Infolgedessen wurden 8 Appenzeller Sennenhunde auf der ersten internationalen Hundeschau in Winterthur gezeigt und in die Zuchtbücher eingetragen.

Gründung des Rasseclubs (1906)
Im Jahr 1906 wurde der erste Club der Rasse Appenzeller Sennenhund gegründet, dessen Ziel es war, die Reinheit der Rasse zu bewahren und ihre natürlichen Arbeitsmerkmale zu fördern. Der Club entwickelte den ersten offiziellen Rassestandard, der mit kleinen Änderungen bis heute gültig ist. Der Standard wurde von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) akzeptiert und der Appenzeller wird derzeit in Gruppe 2, Sektion 3 (Schweizerische Hütehunde) klassifiziert.

Arbeitsfunktionen
Über die Jahrhunderte hinweg erfüllten Appenzeller Sennenhunde viele Funktionen in den Schweizer Alpen:

  • Viehtrieb – das Treiben von Kühen, Ziegen und Schafen auf die Bergweiden und zurück ins Tal
  • Schutz vor Raubtieren – Verteidigung der Herden vor Wölfen, Bären und anderen Bedrohungen
  • Bewachung von Höfen – Überwachung von Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden
  • Wagenziehen – Transport von Milch, Käse und anderen Produkten zu den Dörfern im Tal

Ihr lautes Bellen und ihr Selbstbewusstsein machten sie zu ausgezeichneten Alarmisten, die die Hirten über alle Unregelmäßigkeiten auf große Entfernungen informierten.

Gegenwart
Im Laufe der Zeit und mit der Mechanisierung der Landwirtschaft hat die Rolle der Appenzeller Sennenhunde als Arbeitshunde abgenommen, aber die Rasse hat an Beliebtheit als Familien- und Sporthunde gewonnen. Heute werden Appenzeller in vielen Ländern weltweit gezüchtet, darunter in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und europäischen Ländern außerhalb der Schweiz.

Trotz der wachsenden Beliebtheit bleibt die Zuchtbasis relativ eng, was verantwortungsvolle Zucht absolut entscheidend für die Erhaltung der genetischen Gesundheit und der einzigartigen Merkmale dieser Rasse macht. Züchter achten darauf, sowohl das charakteristische Aussehen als auch das Arbeitsverhalten des Appenzellers zu bewahren.

FCI-Standards
Der aktuelle FCI-Standard (Nr. 46) wurde am 25. März 2003 genehmigt und gilt bis heute. Der Standard betont, dass der Appenzeller Sennenhund ein vielseitiger Arbeits- und Familienhund ist, der seine natürlichen Hüteinstinkte bewahrt, aber auch hervorragend als Begleiter für aktive Familien geeignet ist.

Appenzeller Sennenhunde werden jetzt nicht nur für ihre historischen Fähigkeiten in der Herdenarbeit geschätzt, sondern auch als loyale, intelligente und energiegeladene Begleiter, die einen aktiven Lebensstil und engen Kontakt zu Menschen benötigen, um glückliche und erfüllte Hunde zu sein.