
Berner Sennenhund
FCI-Gruppe
2• FCI 45
Größe
Groß
Herkunftsland
CH
Höhe
58-70 cm
Gewicht
40-60 kg
Lebenserwartung
8-10 Jahre
Temperament
Überblick
Der Berner Sennenhund, auch bekannt als Berner Bauernhund, ist eine majestätische Rasse aus dem Schweizer Kanton Bern. Er zeichnet sich durch sein auffälliges dreifarbige Fell aus - schwarz mit rostfarbenen Abzeichen und weißen Markierungen auf der Brust, den Pfoten und der Schwanzspitze. Es handelt sich um einen großen Hund, der eine Schulterhöhe von 58-70 cm und ein Gewicht von 40-60 kg erreicht, mit einem kräftigen, harmonischen Körperbau, der Stärke mit Agilität verbindet.
Die Geschichte der Rasse reicht bis zu den Zeiten zurück, als die Berner auf Schweizer Bauernhöfen als Zug-, Wach- und Hütehunde eingesetzt wurden. Ursprünglich als Dürrbächler bekannt - nach dem Namen des Dorfes Dürrbach bei Riggisberg - lebten diese Hunde besonders zahlreich in der Region Burgdorf. Im Jahr 1907 gründeten Züchter den Schweizer Dürrbachler Klub, um die charakteristischen Merkmale der Rasse zu bewahren. Bereits 1910 wurden auf einer Ausstellung in Burgdorf 107 Exemplare präsentiert.
Heutzutage ist der Berner Sennenhund vor allem ein ausgezeichneter Familienhund. Er zeichnet sich durch sein sanftes, freundliches Wesen und seine starke Bindung zu seinen Haltern aus. Er fühlt sich in der Gesellschaft von Kindern wohl, mit denen er geduldig und sanft umgeht. Seine Intelligenz und Kooperationsbereitschaft machen das Training relativ einfach, obwohl die emotionale Reife etwas später eintritt als bei anderen Rassen.
Die dunkelbraunen, mandelförmigen Augen drücken Intelligenz und Zärtlichkeit aus, und die mittelgroßen, dreieckigen Ohren verleihen ihm Würde. Das lange, dichte Fell erfordert regelmäßige Pflege - mindestens einmal pro Woche Bürsten, während des Fellwechsels sogar täglich. Der Berner benötigt moderate körperliche Aktivität - tägliche Spaziergänge und Spiele, jedoch ohne übermäßige Belastung, insbesondere während der Wachstumsphase.
Aufgrund seiner großen Größe eignet er sich am besten für Häuser mit Garten, wo er Platz zum Leben und zur Teilnahme an Familienaktivitäten hat. Er verträgt keine lange Einsamkeit und benötigt ständigen Kontakt zur Familie. Eine angemessene Sozialisierung von Welpenalter an sowie positive Trainingsmethoden ermöglichen es, einen ausgeglichenen, glücklichen Begleiter zu entwickeln, der 8-10 Jahre lang das Leben an der Seite seiner Lieben genießen wird.
Der Berner Sennenhund ist ein großer, harmonisch gebauter Hund mit einer Schulterhöhe von 58-70 cm und einem Gewicht von 40-60 kg. Die Silhouette vereint Stärke und Eleganz - der kräftige, gut bemuskelte Körper mit einer breiten Brust, die bis zu den Ellbogen reicht, vermittelt sowohl einen mächtigen als auch einen anmutigen Eindruck. Die Rückenlinie ist gerade und horizontal, und die Lenden sind stark und breit.
Der Kopf ist stark, proportional zum Rest des Körpers, mit einem leicht gewölbten Schädeldach und einer deutlich ausgeprägten Stirn. Die dunkelbraunen Augen haben eine mandelförmige Form und verleihen dem Blick einen Ausdruck von Zärtlichkeit und Intelligenz. Die Ohren sind mittelgroß, dreieckig und an den Spitzen leicht abgerundet, sie hängen an den Wangen und verleihen dem Hund einen sanften, freundlichen Ausdruck.
Ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist das schöne, lange und dichte Fell mit natürlichem Glanz. Das Farbmuster ist dreifarbig: schwarze Grundfarbe mit rötlichen Abzeichen an den Wangen, über den Augen, auf der Brust und den Gliedmaßen sowie symmetrischen weißen Abzeichen am Kopf, auf der Brust, an den Pfoten und an der Spitze des Schwanzes. Dieses charakteristische Muster macht den Berner zu einer der bekanntesten Rassen der Welt und zieht mit seiner majestätischen Schönheit und Eleganz die Aufmerksamkeit auf sich.
Der Berner Sennenhund zeichnet sich durch sein außergewöhnlich freundliches und sanftes Wesen aus, was ihn zu einem ausgezeichneten Familienhund macht. Sein Temperament kann als gemäßigt beschrieben werden - der Hund ist ruhig, aber gleichzeitig voller Energie und Spieltrieb. Er liebt die Gesellschaft von Menschen und fühlt sich unter Kindern wohl, gegenüber denen er Geduld und Zärtlichkeit zeigt.
Berner sind intelligent und leicht zu trainieren, obwohl ihre emotionale Reife etwas später eintritt als bei anderen Rassen - sie benötigen daher möglicherweise mehr Zeit, um bestimmte Kommandos zu lernen. Sie haben einen niedrigen Jagdinstinkt, was bedeutet, dass sie sich gut mit anderen Haustieren, einschließlich Katzen, verstehen. Ihre starke Bindung zur Familie und der natürliche Wachinstinkt sorgen dafür, dass sie ihr Territorium bewachen und vor Fremden warnen.
Trotz ihrer großen Größe und Stärke sind Berner nicht aggressiv. In Gefahrensituationen ziehen sie es vor, eine defensive Haltung einzunehmen, anstatt anzugreifen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Hunde schlecht mit Einsamkeit umgehen - wenn sie lange Zeit allein gelassen werden, können sie destruktiv werden. Regelmäßige Interaktion mit Familienmitgliedern, gemeinsame Zeit und die Teilnahme an täglichen Aktivitäten sind entscheidend für ihr Wohlbefinden. Sie sind der ideale Begleiter für Menschen, die die Nähe zu ihrem Haustier schätzen.
Der Berner Sennenhund ist im Allgemeinen eine gesunde Rasse, obwohl er wie die meisten großen Hunde anfällig für bestimmte Erkrankungen sein kann. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 8-10 Jahre. Zu den häufigsten Gesundheitsproblemen gehören Hüft- und Ellenbogendysplasie, Magendrehung (GDV), äußere Ohrentzündung sowie Ektropium, das zu Augenproblemen führen kann.
Besondere Aufmerksamkeit sollte auf das Gewicht des Hundes gelegt werden - Berner neigen zur Fettleibigkeit, die zu zusätzlichen Gesundheitsproblemen, insbesondere mit den Gelenken, führen kann. Eine angemessene Ernährung und regelmäßige, moderate körperliche Aktivität sind entscheidend für die Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts.
Das dichte Fell bietet einen guten Schutz vor niedrigen Temperaturen, jedoch sollten Hunde nicht ohne angemessene Aufsicht extremen Wetterbedingungen ausgesetzt werden. An heißen Tagen ist der Zugang zu frischem Wasser und ein schattiger Platz erforderlich, da das lange Fell das Risiko einer Überhitzung erhöht.
Regelmäßige Besuche beim Tierarzt und präventive Untersuchungen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung potenzieller Gesundheitsprobleme. Besonders wichtig sind die Untersuchungen der Hüft- und Ellenbogengelenke bei Welpen sowie die Überwachung des Zustands der Ohren. Eine angemessene tierärztliche Betreuung in Kombination mit einer richtigen Ernährung und körperlicher Aktivität trägt zu einem langen und gesunden Leben des Hundes bei.
Die Pflege des Berner Sennenhundes erfordert Regelmäßigkeit und Zeitaufwand. Das dichte, lange Fell benötigt mindestens einmal pro Woche eine Bürstung, um abgestorbene Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. In der Fellwechselzeit, die zweimal im Jahr - im Frühling und im Herbst - auftritt, wird tägliches Bürsten empfohlen, um den intensiven Haarausfall zu kontrollieren und das Fell in gutem Zustand zu halten.
Die Ohren benötigen besondere Aufmerksamkeit, da etwa 20% der Berner Sennenhunde unter einer äußeren Ohrenentzündung leiden. Die Ohren sollten regelmäßig überprüft und gereinigt werden, um die Ansammlung von Ohrenschmalz und Schmutz zu verhindern, die zu Infektionen führen können. Die Kontrolle sollte mindestens einmal pro Woche erfolgen.
Die Krallen sollten regelmäßig gekürzt werden, wenn sie sich nicht natürlich beim Spaziergang auf hartem Untergrund abnutzen. Zu lange Krallen können Gehprobleme und Unbehagen verursachen. Eine Kontrolle alle 2-3 Wochen hilft, die richtige Länge zu erhalten.
Ein Bad sollte nur bei Bedarf durchgeführt werden, um die natürliche Schutzschicht der Haut nicht zu beeinträchtigen. Die Verwendung geeigneter Shampoos für langhaarige Hunde hilft, die Hautgesundheit und den Glanz des Fells zu erhalten. Pflege ist nicht nur eine Frage der Ästhetik - regelmäßige Behandlungen ermöglichen es, mögliche Hautprobleme oder Parasiten frühzeitig zu erkennen.
Der Berner Sennenhund hat moderate Bewegungsbedürfnisse, benötigt jedoch tägliche körperliche Aktivität, um eine gute körperliche und geistige Verfassung zu erhalten. Obwohl er kein intensives Training wie Sporthunde benötigt, sind regelmäßige Spaziergänge und Spiele unerlässlich. Er eignet sich ideal für lange Spaziergänge und kann auch beim Joggen oder Radfahren begleiten, wobei eine schrittweise Gewöhnung an die Anstrengung berücksichtigt werden sollte.
Bei Spaziergängen ist es ratsam, dem Hund zu erlauben, die Umgebung zu erkunden - das stimuliert den Geist und befriedigt die natürliche Neugier. Berner lieben die Gesellschaft ihrer Besitzer, daher sind sie hervorragende Begleiter bei Familienausflügen in die Natur. Man kann sie in verschiedene Spiele einbeziehen, die Fähigkeiten entwickeln und Beschäftigung bieten - sie haben ein großes Lernpotenzial und nehmen gerne an Aktivitäten teil.
Es ist wichtig, übermäßige Belastung zu vermeiden, insbesondere bei Welpen und jungen Hunden in der Wachstumsphase - ihre Gelenke und Knochen befinden sich noch in der Entwicklungsphase und sind anfällig für Verletzungen. Intensive Übungen, Sprünge oder lange Läufe sollten schrittweise nach Erreichen der vollen körperlichen Reife, etwa im Alter von 18-24 Monaten, eingeführt werden.
Die Art und Intensität der Aktivität sollten an das Alter und die Kondition des Hundes angepasst werden. Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich nicht nur positiv auf die Gesundheit aus und hilft, ein gesundes Gewicht zu halten, sondern verbessert auch das Wohlbefinden und das Verhalten. Gemeinsame Zeit im Freien stärkt die Bindung zwischen Hund und Halter.
Die Ausbildung des Berner Sennenhundes erfordert Geduld und Konsequenz, kann aber bei der richtigen Herangehensweise sehr befriedigend sein. Diese intelligenten Hunde lernen schnell neue Kommandos, jedoch kommt ihre emotionale Reife später als bei vielen anderen Rassen - sie benötigen daher möglicherweise mehr Zeit, um bestimmte Fähigkeiten zu festigen. Die Erziehung sollte von klein auf beginnen, um eine angemessene Sozialisierung zu gewährleisten und gute Gewohnheiten zu entwickeln.
Der Schlüssel zum Erfolg ist positive Verstärkung - Berner sind sensibel und reagieren schlecht auf strenge Trainingsmethoden. Das Belohnen mit Leckerlis, Lob und Spielen während des Lernens neuer Kommandos beschleunigt den Lernprozess erheblich. Diese Hunde benötigen ständige geistige Stimulation, daher ist es sinnvoll, vielfältige Übungen und Spiele einzuführen, die die kognitiven Fähigkeiten fördern.
Besonders wichtig ist das Lernen an der Leine zu gehen. Aufgrund ihrer großen Größe ist es entscheidend, den Hund beizubringen, ohne Ziehen an der Seite zu gehen - dies gewährleistet Sicherheit und Komfort während gemeinsamer Spaziergänge. Es ist ratsam, Gehorsam in verschiedenen Orten und Situationen zu üben, damit der Hund lernt, auf Kommandos auch in Anwesenheit von Ablenkungen zu reagieren.
Denken Sie daran, dass das Training für beide Seiten Freude bereiten sollte - dies hilft, eine positive Beziehung auf Vertrauen aufzubauen. Kurze, regelmäßige Trainingseinheiten sind effektiver als lange, ermüdende Lektionen. Der richtige Ansatz in der Erziehung ermöglicht es, einen gehorsamen, ausgeglichenen Begleiter zu entwickeln, der eine Freude für die ganze Familie sein wird.
Die richtige Ernährung des Berner Sennenhundes ist entscheidend für seine Gesundheit und Langlebigkeit. Aufgrund des hohen Gewichts und der Neigung zur Fettleibigkeit ist es notwendig, die Futterration an das Alter, das Körpergewicht und das Aktivitätsniveau anzupassen. Es ist am besten, hochwertiges Futter zu wählen, das speziell für große Rassen entwickelt wurde und die richtigen Verhältnisse von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten enthält sowie die Gesundheit der Gelenke unterstützt.
Die Kontrolle der Futtermenge ist äußerst wichtig – Berner neigen dazu, zuzunehmen, was zu Gelenkproblemen und anderen Erkrankungen führen kann. Vermeiden Sie es, Snacks zwischen den Mahlzeiten zu geben, und wenn Sie den Hund während des Trainings belohnen, ziehen Sie diese Kalorien von der täglichen Ration ab. Es wird empfohlen, die tägliche Portion auf 2-3 kleinere Mahlzeiten aufzuteilen, was die Verdauung verbessert und das Risiko einer gefährlichen Magendrehung verringert.
Frisches Wasser sollte jederzeit verfügbar sein, insbesondere nach körperlicher Aktivität und an heißen Tagen. Aufgrund ihres dichten Fells sind Berner anfällig für Überhitzung, daher ist eine angemessene Hydration entscheidend.
Ältere Hunde oder solche mit Gelenkproblemen benötigen möglicherweise eine Ergänzung – Glucosamin und Chondroitin unterstützen die Gesundheit des Gelenkknorpels. Bevor Sie irgendwelche Ergänzungen einführen, ist es ratsam, sich mit einem Tierarzt zu beraten, der helfen kann, die optimale Ernährung und mögliche Ergänzungen an die individuellen Bedürfnisse des Hundes anzupassen.
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Kinderfreundlich
- Sanftmütig
- Leicht zu trainieren
- Familienorientiert
- Gut mit anderen Tieren
Nachteile
- Große Platzansprüche
- Benötigt tägliche Aktivität
- Intensives Haaren
- Kürzere Lebensdauer
- Neigung zur Fettleibigkeit
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Die Geschichte des Berner Sennenhundes reicht bis in die Antike zurück und ist eng mit der Region des Schweizer Kantons Bern verbunden. Die Rasse stammt von Hunden ab, die von Landwirten in den bergigen Voralpenregionen verwendet wurden, wo sie als Hütehunde, Wachhunde und Zugtiere dienten. Sie halfen bei der Weidewirtschaft, bewachten die Höhlen und transportierten Waren auf Wagen – ihre Kraft und Ausdauer waren im schwierigen alpinen Gelände von unschätzbarem Wert.
Ursprünglich war die Rasse als Dürrbächler bekannt – nach dem Namen des Dorfes und der Gaststätte Dürrbach in der Nähe von Riggisberg im Kanton Bern, wo diese langhaarigen, dreifarbigen Hunde besonders zahlreich waren. In den Jahren 1902, 1904 und 1907 wurden Exemplare dieser Rasse bereits auf Hundeshows präsentiert, und 1907 beschlossen Züchter aus der Region Burgdorf, sich zu organisieren, um die reine Zucht dieser Hunde zu fördern.
Sie gründeten den Schweizerischen Dürrbach-Klub und begannen mit der systematischen Arbeit zur Festigung der charakteristischen Merkmale der Rasse. Ein entscheidender Moment trat 1910 während einer Ausstellung in Burgdorf ein, wo Landwirte aus der gesamten Region insgesamt 107 Exemplare präsentierten. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Hund in Berner Sennenhund umbenannt und begann seinen Weg zur internationalen Anerkennung.
Im Laufe der Jahre gewann die Rasse nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland, Frankreich und anderen europäischen Ländern sowie später weltweit an Popularität. Heutzutage wird der Berner Sennenhund vor allem als ausgezeichneter Familienhund geschätzt, obwohl einige Exemplare weiterhin in traditionellen Rollen – als Zugtiere oder in der tiergestützten Therapie – eingesetzt werden. Sein außergewöhnliches Aussehen und sein sanftes Wesen haben eine Vielzahl von Liebhabern angezogen und ihn zu einer der bekanntesten und geschätztesten Rassen der Welt gemacht.



