
Bullmastiff
FCI-Gruppe
2• FCI 157
Größe
Groß
Herkunftsland
GB
Höhe
61-69 cm
Gewicht
41-59 kg
Lebenserwartung
10-11 Jahre
Temperament
Überblick
Bullmastiff ist eine faszinierende Hunderasse, deren Wurzeln im 19. Jahrhundert in Großbritannien liegen. Sie entstand durch gezielte Kreuzung mächtiger englischer Mastiffs mit mutigen Bulldogs, was zu einem Hund mit außergewöhnlicher Stärke, Agilität und Entschlossenheit führte. Ursprünglich wurde der Bullmastiff von Wildhütern (gamekeeper) eingesetzt, um Landbesitz vor Wilderern zu schützen. Seine Aufgabe war es, Eindringlinge leise zu verfolgen und sie dann ohne Verletzungen zu Boden zu bringen – daher die Bezeichnung nächtlicher Wächter des Wildhüters.
Der moderne Bullmastiff ist ein Hund mit beeindruckendem, muskulösem Körperbau, der die Stärke der Mastiffs mit der Entschlossenheit der Bulldogs vereint. Er zeichnet sich durch massiven, quadratischen Kopf mit breitem Schädel und kurzer Schnauze aus, was ihm einen unverwechselbaren, edlen Ausdruck verleiht. Der Körper ist gut bemuskelt, mit starkem Rücken und tiefem Brustkorb. Das kurze, glatte Fell kommt in drei Grundfarben vor: fawn, gestromt und rot, immer mit einer charakteristischen schwarzen Maske im Gesicht. Es ist ein harmonischer und ausgeglichener Hund, der trotz seiner mächtigen Statur nicht ungeschickt wirkt.
Der Charakter des Bullmastiffs ist eines seiner größten Vorzüge. Trotz seiner beeindruckenden Größe ist er ein sanfter, geduldiger und äußerst treuer Hund seiner Familie gegenüber. Seine Loyalität zu seinen Besitzern kennt keine Grenzen – der Bullmastiff strebt natürlich danach, seine Lieben zu schützen, tut dies jedoch mit Bedacht und Intelligenz, ohne unnötige Aggression zu zeigen. Er ist wachsam und aufmerksam, kann Situationen schnell einschätzen und angemessen auf das Gefahrenniveau reagieren. Im Umgang mit Kindern zeigt er außergewöhnliche Zärtlichkeit und Geduld, was ihn zu einem hervorragenden Familienhund macht.
Bei der Entscheidung für einen Bullmastiff sollte man sich der spezifischen Anforderungen dieser Rasse bewusst sein. Er benötigt konsequente Erziehung von Welpenalter an sowie einen Besitzer, der bestimmt, aber gleichzeitig sanft im Umgang ist. Der Bullmastiff ist kein Hund für Anfänger – seine Stärke und sein unabhängiger Charakter erfordern Erfahrung im Umgang mit großen Hunden. Diese Rasse benötigt moderate körperliche Aktivität und Lebensraum, obwohl sie nicht so anspruchsvoll ist wie typische Arbeitshunderassen. Aufgrund gesundheitlicher Prädispositionen wie Hüftgelenksdysplasie oder Herzprobleme sind regelmäßige tierärztliche Kontrollen und eine ausgewogene Ernährung von entscheidender Bedeutung. Für diejenigen, die seine Natur und Bedürfnisse verstehen, wird der Bullmastiff ein wunderbarer, treuer Lebensbegleiter sein.
Bullmastiff ist ein Hund mit einer beeindruckenden, kraftvollen Statur, der Selbstbewusstsein und Noblesse ausstrahlt. Es handelt sich um eine Rasse großer Hunde mit massiver, gut proportionierter Bauweise. Laut FCI-Standard beträgt die Schulterhöhe 64-69 cm bei Rüden und 61-66 cm bei Hündinnen, mit einem Gewicht von jeweils 50-59 kg (Rüden) und 41-50 kg (Hündinnen). Ein charakteristisches Merkmal des Bullmastiffs ist seine mächtige, symmetrische Statur, die Kraft mit Harmonie verbindet – der Hund wirkt nicht unbeholfen oder schwerfällig, sondern ist agil und aktiv.
Der Kopf ist das Aushängeschild der Rasse – er ist groß, breit und quadratisch, mit einem ausgeprägten Stop und gut gefüllten Wangen. Die Schnauze ist breit, mit gut geöffneten Nasenlöchern, die eine hervorragende Belüftung ermöglichen. Die Schnauze ist kurz und breit, was etwa ein Drittel der Gesamtlänge des Kopfes (gemessen von der Nasenspitze bis zum Hinterkopf) ausmacht und dem Hund einen charakteristischen, harten Ausdruck verleiht. Die Lippen hängen nicht unterhalb der Unterkieferlinie. Die Augen sind von mittlerer Größe, dunkelbraun oder dunkel, weit auseinanderstehend und drücken Intelligenz und Wachsamkeit aus. Die Ohren in V-Form sind hoch und weit angesetzt, relativ klein und liegen an den Wangen an, was die quadratische Form des Schädels zusätzlich betont.
Der Körper des Bullmastiffs ist kompakt und muskulös. Der Hals ist stark bemuskelt, gewölbt und von mäßiger Länge, was die Kraft des Hundes unterstreicht. Der Rücken ist kurz und gerade und führt zu einer breiten und tiefen Brust, die eine hervorragende Kapazität für Lunge und Herz bietet. Die Schulterblätter sind gut zurückgesetzt, und die Vorderbeine sind gerade, mit einem starken Knochenbau. Die Hinterbeine sind stark und gut bemuskelt, mit deutlich ausgeprägten Gelenkwinkeln. Der Schwanz ist hoch angesetzt, dick an der Basis und verjüngt sich zur Spitze, wird gerade oder mit leichter Krümmung getragen und sollte niemals über die Rückenlinie gehoben werden.
Fell und Farbe: Der Bullmastiff hat ein kurzes, hartes und glatt anliegendes Fell, das einen natürlichen Schutz vor Witterungseinflüssen bietet. Es sind drei Grundfarben zulässig:
- Fawn – von hellem Beige bis zu tiefem Rehbraun
- Gestromt – dunkle Streifen auf fawn-farbenem Grund
- Rot – von hellem Rot bis zu tiefem Mahagoni-Ton
Unabhängig von der Farbe sollte der Bullmastiff immer eine charakteristische schwarze Maske auf der Schnauze haben, die sich um die Augen und die Nase zieht und dem Hund ein unverwechselbares, edles Aussehen verleiht. Die Brust kann kleine weiße Abzeichen aufweisen, diese sind jedoch in der Zuchtshow unerwünscht.
Temperament des Bullmastiffs ist eine harmonische Kombination aus Stärke, Mut und Sanftheit. Trotz seiner beeindruckenden Größe und Geschichte als Wachhund ist der moderne Bullmastiff ein ruhiger, ausgeglichener und äußerst treuer Familienbegleiter. Er zeichnet sich durch hohe Intelligenz und Wachsamkeit aus – er kann Situationen schnell einschätzen und angemessen auf das Gefahrenniveau reagieren. Sein Mut und seine Entschlossenheit zum Schutz der Familie sind legendär, aber gleichzeitig zeigt der Bullmastiff keine unnötige Aggressivität und handelt überlegt.
Im Kontakt mit der Familie ist der Bullmastiff äußerst sanft, geduldig und fürsorglich. Er bildet eine tiefe emotionale Bindung zu den Familienmitgliedern und strebt danach, ständig in ihrer Nähe zu sein. In der Beziehung zu Kindern zeigt er außergewöhnliche Geduld und Toleranz, was ihn zu einem ausgezeichneten Hund für Familien macht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Bullmastiff aufgrund seines Gewichts und seiner Stärke während des Spiels mit kleinen Kindern beaufsichtigt werden sollte, um sie nicht versehentlich umzuwerfen.
Gegenüber Fremden zeigt der Bullmastiff eine natürliche Zurückhaltung und Wachsamkeit, ist jedoch nicht unbegründet misstrauisch oder aggressiv. Seine bloße Anwesenheit wirkt bereits abschreckend auf potenzielle Eindringlinge – es ist ein Hund, der es vorzieht, durch sein beeindruckendes Aussehen und seine selbstbewusste Haltung abzuschrecken, anstatt durch Bellen oder aggressive Demonstrationen. Der Wachinstinkt ist bei ihm tief verwurzelt und funktioniert gewissermaßen automatisch – der Bullmastiff schützt auf natürliche Weise sein Territorium und seine Familie, ohne dass dafür spezielle Ausbildung erforderlich ist.
Sozialisation von Welpenalter an ist entscheidend für die richtige Verhaltensentwicklung. Junge Bullmastiffs sollten schrittweise mit verschiedenen Menschen, Tieren, Geräuschen und Situationen vertraut gemacht werden, damit sie lernen, angemessen zu reagieren. Ein gut sozialisierter Bullmastiff kann ruhig in verschiedenen Umgebungen leben und reagiert nicht übermäßig auf äußere Reize.
Beziehungen zu anderen Tieren: Bullmastiffs können mit anderen Hunden zusammenleben, vorausgesetzt, sie sind entsprechend sozialisiert. Rüden können Dominanz gegenüber anderen Rüden zeigen, weshalb eine frühe Gewöhnung an die Anwesenheit anderer Vierbeiner wichtig ist. Mit Katzen und anderen Haustieren kommt er in der Regel gut aus, insbesondere wenn er von Welpenalter an mit ihnen aufwächst.
Emotionale Anforderungen: Der Bullmastiff ist eine emotional sensible Rasse, die keine langanhaltende Einsamkeit oder Isolation toleriert. Er benötigt engen Kontakt zur Familie und kann unter Trennungsangst leiden, wenn er über längere Zeit allein gelassen wird. Aufgrund seiner Stärke und Masse benötigt er einen erfahrenen, durchsetzungsfähigen, aber gleichzeitig sanften und konsequenten Besitzer. Er ist kein Hund für Personen, die keine klaren Grenzen und Regeln setzen können.
Bullmastiff, trotz seiner beeindruckenden Statur und Stärke, ist eine Rasse, die anfällig für eine Reihe von Gesundheitsproblemen ist, die potenzielle Besitzer vor der Entscheidung zur Adoption kennen sollten. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 8-10 Jahre, was für große Hunderassen typisch ist. Der Schlüssel zur Gewährleistung von Gesundheit und Wohlbefinden ist Prävention, regelmäßige tierärztliche Kontrollen und die bewusste Wahl eines Züchters, der geeignete genetische Tests an seinen Zuchthunden durchführt.
Orthopädische Probleme: Aufgrund des hohen Körpergewichts und des schnellen Wachstums sind Bullmastiffs besonders anfällig für Erkrankungen des Bewegungsapparates:
- Hüftgelenkdysplasie (HD) – eine Entwicklungsstörung des Hüftgelenks, die zu Schmerzen, Lahmheit und Arthrose führt
- Ellbogendysplasie (ED) – eine Fehlentwicklung des Ellbogengelenks, die Lahmheit und Unbehagen verursacht
- Rupturen der Kreuzbänder – Riss des vorderen Kreuzbandes im Kniegelenk
- Osteochondrose (OCD) – Entwicklungsstörungen des Gelenkknorpels, insbesondere bei jungen, schnell wachsenden Individuen
Welpen und junge Hunde (bis zu 18-24 Monate alt) erfordern besondere Vorsicht – intensive Sprünge, Laufen auf harten Oberflächen und übermäßige Gelenkbelastungen sollten vermieden werden.
Kardiologische Probleme: Bullmastiffs sind anfällig für Herzerkrankungen, die die Lebensqualität und Lebensdauer erheblich beeinflussen können:
- Dilative Kardiomyopathie (DCM) – Schwächung des Herzmuskels, die zu Herzinsuffizienz führt
- Aortenklappenstenose – angeborene Herzfehler, die den Blutfluss erschweren
Regelmäßige kardiologische Untersuchungen, einschließlich Herzultraschall, werden empfohlen, insbesondere bei Zuchthunden und älteren Tieren.
Magen-Dilatation-Volvulus (GDV) – ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem der Magen mit Gas gefüllt wird und sich um die eigene Achse dreht, wodurch die Blutgefäße komprimiert werden. Bullmastiffs sind aufgrund ihrer tiefen Brustkorbgeometrie eine Hochrisiko-Rasse. Die Symptome umfassen: unruhiges Verhalten, erfolglose Versuche zu erbrechen, aufgeblächter Bauch, übermäßiger Speichelfluss. Es erfordert sofortige tierärztliche Intervention. Prävention: Fütterung in kleineren Portionen 2-3 Mal täglich, Vermeidung intensiver Anstrengung unmittelbar nach dem Essen.
Krebs: Bullmastiffs sind, wie andere große Rassen, anfällig für verschiedene Arten von Krebs:
- Osteosarkom (Knochenkrebs) – aggressiver Knochentumor, der am häufigsten die Gliedmaßen betrifft
- Mastzelltumor (Mastocytose) – Tumor der Hautmastzellen
- Lymphome – Tumoren des lymphatischen Systems
Augenprobleme:
- Entropium – das Einrollen des Augenlids nach innen, was zu Reizungen der Hornhaut führt
- Ektropium – das Ausrollen des Augenlids nach außen, was zu Trockenheit des Auges führt
- Fortschreitende Netzhautatrophie (PRA) – Degeneration der Netzhaut, die zur Erblindung führt
Nierenerkrankungen:
- Cystinurie – genetische Stoffwechselstörung, die zur Bildung von Nierensteinen aus Cystin führt
Dermatologische Probleme: Das kurze Fell und die Hautfalten (insbesondere im Gesicht) können zu bakteriellen und pilzlichen Infektionen führen. Regelmäßige Reinigung der Falten ist entscheidend.
Temperaturtoleranz: Bullmastiffs kommen mit extremen Wetterbedingungen schlecht zurecht. Bei Hitze sind sie aufgrund ihrer kurzen Schnauze (Brachyzephalie) anfällig für Überhitzung, was die effektive Kühlung des Körpers erschwert. Sie benötigen Zugang zu Schatten, frischem Wasser und klimatisierten Räumen. Im Winter, trotz des dichteren Fells, sollten sie einen warmen Platz zum Ausruhen innerhalb des Gebäudes haben.
Präventionsmaßnahmen:
- Auswahl von Welpen von verantwortungsbewussten Züchtern, die genetische Tests durchführen (HD, ED, kardiologische und augenärztliche Untersuchungen)
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen (alle 6-12 Monate)
- Angemessene, ausgewogene Ernährung, die auf Alter und Gesundheitszustand abgestimmt ist
- Überwachung des Körpergewichts – Vermeidung von Übergewicht, das Gelenke und Herz belastet
- Mäßige körperliche Aktivität, die auf Alter und Fitness abgestimmt ist
Die Pflege des Bullmastiffs ist relativ einfach und unkompliziert, was einen der Vorteile dieser Rasse für Besitzer darstellt, die Funktionalität schätzen. Das kurze, glatte Fell erfordert keine intensive Pflege, jedoch sind regelmäßige Pflegemaßnahmen unerlässlich, um die Gesundheit der Haut und das allgemeine Wohlbefinden des Hundes zu erhalten.
Fellbürsten: Aufgrund des kurzen, anliegenden Fells
Bäder: Bullmastiffs benötigen keine häufigen Bäder – ein Bad alle 2-3 Monate oder bei Bedarf (wenn der Hund schmutzig wird) reicht aus. Zu häufiges Waschen kann die natürliche Lipidabwehr der Haut beeinträchtigen und zu Trockenheit führen. Es sollten milde Shampoos verwendet werden, die für Hunde geeignet sind, wobei Produkte für Menschen vermieden werden sollten, da sie den pH-Wert der Hundehaut stören können.
Reinigung der Hautfalten: Die Falten im Gesicht und am Kopf erfordern regelmäßige Kontrolle und Reinigung, insbesondere nach den Mahlzeiten. Feuchtigkeit und Essensreste, die sich in den Falten ansammeln können, bieten ein ideales Umfeld für das Wachstum von Bakterien und Pilzen, was zu Infektionen und unangenehmen Gerüchen führen kann. Die Falten sollten vorsichtig mit feuchten Tüchern oder einem weichen, in Wasser getauchten Tuch gereinigt und anschließend gründlich getrocknet werden.
Augen- und Ohrenhygiene:
- Augen: Der Zustand der Augen sollte regelmäßig überprüft und jeglicher Ausfluss aus den Augenwinkeln mit einem weichen, feuchten Tuch entfernt werden. Bei übermäßigem Tränen, Rötung oder Schwellung – einen Tierarzt konsultieren.
- Ohren: Die V-förmigen, anliegenden Ohren müssen einmal pro Woche kontrolliert werden. Es sollte auf unangenehme Gerüche, Rötungen oder übermäßigen Ohrenschmalz geachtet werden. Die Reinigung erfolgt mit einem speziellen Ohrreiniger für Hunde, der auf ein Tuch aufgetragen wird (niemals Wattestäbchen in den Gehörgang einführen!).
Kratzen der Krallen: Die Krallen des Bullmastiffs wachsen relativ schnell und erfordern regelmäßiges Schneiden alle 3-4 Wochen. Zu lange Krallen können beim Gehen Unbehagen verursachen, die Art und Weise, wie die Pfoten aufgesetzt werden, verändern und zu orthopädischen Problemen führen. Wenn beim Gehen des Hundes ein Klopfen der Krallen auf dem Boden zu hören ist, bedeutet dies, dass sie zu lang sind. Es sollten robuste Krallenschneider oder Guillotinen verwendet werden, wobei darauf geachtet werden muss, die lebenden Teile (die Blutgefäße und Nerven enthalten) nicht abzuschneiden. Bei Zweifeln ist es besser, die Dienste eines Groomers oder Tierarztes in Anspruch zu nehmen.
Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen (am besten 2-3 Mal pro Woche, idealerweise täglich) verhindert die Bildung von Zahnstein, Zahnfleischerkrankungen und unangenehmen Mundgeruch. Es sollten Zahnpasten verwendet werden, die für Hunde geeignet sind, sowie spezielle Zahnbürsten. Zusätzlich können Zahnpflege-Kauartikel und Zahnreinigungs-Spielzeuge verwendet werden.
Speichelfluss: Bullmastiffs haben, wie andere Molosser-Rassen, die Tendenz zu mäßigem Speichelfluss, insbesondere nach dem Trinken von Wasser oder in stressigen Situationen. Es ist ratsam, ein Handtuch zum Abwischen des Mauls bereit zu halten und Möbel sowie Böden in den Bereichen zu schützen, in denen der Hund sich am häufigsten aufhält.
Hautkontrolle: Während des Bürstens und der Pflege sollte regelmäßig die Haut auf Folgendes überprüft werden:
- Knötchen, Wucherungen, Hautveränderungen
- Flöhe, Zecken und andere äußere Parasiten
- Reizungen, Ausschläge, Rötungen
- Ungewöhnliche Gerüche
Zusammenfassung: Obwohl der Bullmastiff keine intensive Pflege benötigt, sind regelmäßige Pflegemaßnahmen entscheidend für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden. Systematisches Bürsten, die Kontrolle von Ohren, Augen, Krallen sowie die Mundhygiene helfen, den Hund in hervorragendem Zustand zu halten und mögliche Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen.
Der Bewegungsbedarf des Bullmastiffs ist moderat, was angesichts seiner beeindruckenden Größe und Muskulatur überraschend sein kann. Es ist eine Rasse, die keine intensiven, stundenlangen Trainingseinheiten wie Hüte- oder Jagdhunde benötigt. Der Bullmastiff ist ein ruhiger Haushaltsbegleiter, der die Balance zwischen körperlicher Aktivität und Entspannung im Kreise der Familie schätzt.
Welpen und junge Hunde (0-18 Monate): Dies ist die wichtigste Phase, die besondere Aufmerksamkeit des Besitzers erfordert. Aufgrund des schnellen Wachstums und der intensiven Entwicklung des Skelettsystems sollten junge Bullmastiffs NICHT intensiven körperlichen Belastungen ausgesetzt werden. Übermäßige Belastungen können zu folgenden Problemen führen:
- Schäden an den Wachstumsfugen der Knochen
- Entwicklung von Hüft- und Ellenbogendysplasie
- Probleme mit Bändern und Sehnen
- Vorzeitiger Gelenkverschleiß
Empfehlungen für Welpen:
- Kurze Spaziergänge – 2-3 Mal täglich, jeweils 10-15 Minuten (Regel: 5 Minuten Spaziergang pro Lebensmonat, maximal 30 Minuten für einen 6 Monate alten Welpen)
- VERMEIDEN: Laufen auf harten Oberflächen (Asphalt, Beton), Sprünge, Treppensteigen, intensives Spielen mit erwachsenen Hunden
- Bevorzugen Sie weiche Untergründe: Gras, Sand, Waldwege
- Freies Spielen im Garten unter Aufsicht
- Sozialisierung mit anderen Hunden unter kontrollierten Bedingungen
Erwachsene Bullmastiffs (ab 18-24 Monaten): Nach Abschluss des intensiven Wachstums benötigt der erwachsene Bullmastiff regelmäßige, aber moderate Aktivität, um ein gesundes Körpergewicht, Muskelkondition und psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten.
Empfohlene Tagesroutine:
- Spaziergänge: 2 Spaziergänge täglich, jeweils 30-45 Minuten, im moderaten Tempo
- Spiel: 15-30 Minuten aktives Spielen (Apportieren, Suchen, Geruchsspiele)
- Geistiges Training: 10-15 Minuten Gehorsamkeitstraining oder geistige Übungen
Aktivitätsarten, die für Bullmastiffs geeignet sind:
- Freizeitsparziergänge – die grundlegende Form der Aktivität, idealerweise in verschiedenen Umgebungen (Park, Wald, Grünflächen)
- Wanderungen – längere Spaziergänge in natürlichen Gebieten (extreme Hitze vermeiden!)
- Schwimmen – eine hervorragende Bewegungsform, gelenkschonend, besonders empfohlen für Hunde mit orthopädischen Problemen
- Geruchsspiele – Leckerlis suchen, Geruchsspuren, Nose Work
- Apportieren – im moderaten Tempo, ohne intensive Sprünge
- Gehorsamkeitstraining – fordert den Geist und sorgt für mentale Stimulation
Nicht empfohlene Aktivitäten:
- Intensives Joggen oder Laufen neben dem Fahrrad über längere Zeit
- Sportarten, die Sprünge und plötzliche Wendungen erfordern (Agility in Standardform)
- Lange Läufe auf harten Oberflächen
- Aktivitäten bei extremen Temperaturen (Hitze über 25°C, Frost unter -10°C)
Mentale Stimulation: Genauso wichtig wie körperliche Aktivität! Der Bullmastiff ist ein intelligenter Hund, der geistige Herausforderungen benötigt:
- Gehorsamkeits- und Tricktraining
- Interaktive Spielzeuge und Puzzle für Hunde
- Geruchsspiele und Suchspiele
- Neuheit und Vielfalt bei den Spaziergängen
Wetterbedingungen:
- Hitze: Der Bullmastiff hat aufgrund seiner kurzen Schnauze (Brachyzephalie) eine eingeschränkte Fähigkeit, seinen Körper zu kühlen. An heißen Tagen sollten Spaziergänge früh am Morgen oder spät am Abend im Schatten mit Zugang zu Wasser stattfinden. Aktivitäten in der heißesten Sonne VERMEIDEN!
- Kälte: Er toleriert Kälte besser als Hitze, aber bei Frost sollten die Spaziergänge verkürzt und ein warmer Ruheplatz bereitgestellt werden.
Gewichtskontrolle: Aufgrund der Neigung zu Übergewicht ist regelmäßige Aktivität entscheidend. Fettleibigkeit belastet die Gelenke, das Herz und verkürzt die Lebensdauer. Der Besitzer sollte regelmäßig die Kondition des Hundes überprüfen und die Bewegungsmenge sowie die Futterportionen anpassen.
Individuelle Bedürfnisse: Jeder Bullmastiff ist anders – einige Tiere sind aktiver und energiegeladener, andere bevorzugen einen ruhigeren Lebensstil. Der Schlüssel liegt in der Beobachtung des Verhaltens des Hundes und der Anpassung des Aktivitätsniveaus an seine individuellen Bedürfnisse, sein Alter, seinen Gesundheitszustand und seine Vorlieben.
Die Ausbildung des Bullmastiffs ist ein Prozess, der Erfahrung, Konsequenz und Geduld erfordert. Es ist eine intelligente und aufmerksame Rasse, aber gleichzeitig unabhängig und manchmal stur, was eine Herausforderung für unerfahrene Besitzer darstellen kann. Ein Bullmastiff ist kein Golden Retriever – er wird nicht blindlings Befehle ausführen, nur um seinen Besitzer zufriedenzustellen. Er benötigt ein Verständnis für den Sinn des Befehls und Respekt für seine Intelligenz.
Wichtige Regeln für eine effektive Ausbildung:
- Früher Start – die Ausbildung sollte am ersten Tag des Welpen im Haus beginnen (ab der 8. Lebenswoche)
- Positive Verstärkung – Belohnungen (Leckerlis, Lob, Spiel) anstelle von Strafen und Zwang
- Konsequenz – klare, unveränderliche Regeln, die von allen Haushaltsmitgliedern angewendet werden
- Durchsetzungsvermögen ohne Aggression – eine bestimmte, aber sanfte Herangehensweise; Bullmastiffs respektieren einen selbstbewussten Anführer, tolerieren jedoch keine Brutalität
- Kurze Einheiten – 5-10 Minuten mehrmals täglich, um Langeweile zu vermeiden
- Geduld – Bullmastiffs lernen in ihrem eigenen Tempo, Zwang kann den gegenteiligen Effekt haben
Sozialisierung (0-16 Wochen – KRIITISCHER Zeitraum!):
Eine korrekte Sozialisierung ist die Grundlage für einen ausgeglichenen Charakter des erwachsenen Bullmastiffs. In diesem Zeitraum sollte der Welpe schrittweise und positiv mit folgenden Dingen vertraut gemacht werden:
- Verschiedenen Menschen (Kinder, ältere Personen, in verschiedenen Kleidungen, mit Kinderwagen, auf Fahrrädern)
- Anderen Hunden und Tieren
- Verschiedenen Umgebungen (Stadt, Park, Wald, Zoohandlungen)
- Geräuschen (Straßenverkehr, Donner, Feuerwerk, Haushaltsgeräusche)
- Verschiedenen Oberflächen (Gras, Asphalt, Metallgitter, Treppen)
- Auto, öffentliche Verkehrsmittel
ACHTUNG: Sozialisierung bedeutet NICHT, den Welpen Stress auszusetzen! Alle Erfahrungen sollten positiv und kontrolliert sein.
Grundkommandos (ab der 8.-10. Lebenswoche):
- Rückruf (Hier, Zu mir) – das wichtigste Kommando für die Sicherheit des Hundes
- Sitz – Grundlage der Gehorsamkeit und Kontrolle
- Platz – beruhigendes Kommando, nützlich in stressigen Situationen
- Bleib – lehrt Selbstkontrolle und Geduld
- Lass es / Nein – verhindert das Aufheben gefährlicher Gegenstände
- Lockere Leine gehen – entscheidend aufgrund der Stärke eines erwachsenen Bullmastiffs!
Leinenführung – PRIORITÄT:
Aufgrund des Gewichts und der Stärke eines erwachsenen Bullmastiffs (50-60 kg) ist das Lernen, an lockerer Leine zu gehen absolut entscheidend und sollte bereits im Welpenalter beginnen. Ein unerzogener, erwachsener Bullmastiff, der an der Leine zieht, kann gefährlich und unkontrollierbar sein. Methoden:
- Stoppen und Weitergehen – wenn der Hund zieht, anhalten; erst weitergehen, wenn die Leine locker ist
- Belohnung für das Gehen an der Seite
- Richtungswechsel, wenn der Hund anfängt zu ziehen
- Verwendung eines Anti-Zieh-Geschirrs zum Training (KEINE Würge- oder Stachelhalsbänder verwenden!)
Ressourcenkontrolle und dominantes Verhalten:
Der Bullmastiff kann Tendenzen zum Schutz von Ressourcen (Essen, Spielzeug, Platz) zeigen. Von klein auf sollte gelehrt werden:
- Ruhiges Abgeben von Spielzeug gegen eine Belohnung
- Akzeptanz der Anwesenheit von Menschen während des Fressens (regelmäßiges Nähern und Hinzufügen von Leckerlis zur Schüssel)
- Platz machen auf Aufforderung
Gehorsamkeitstraining – empfohlene professionelle Hilfe:
Aufgrund der Rassenspezifik wird die Teilnahme an professionellen Trainingskursen unter der Anleitung eines erfahrenen Trainers, der mit Molosser-Rassen vertraut ist, empfohlen. Bei der Auswahl einer Schule sollte auf Folgendes geachtet werden:
- Methoden, die auf positiver Verstärkung basieren (KEINE Dominanz und Zwang!)
- Erfahrung in der Arbeit mit großen Rassen
- Kleine Gruppen (max. 6-8 Hunde)
- Möglichkeit individueller Beratungen
Was man bei der Ausbildung eines Bullmastiffs VERMEIDEN sollte:
- Methoden, die auf Dominanz und Angst basieren – führen zu Sturheit, Misstrauen oder defensiver Aggression
- Brutalität, Schreien, körperliche Strafen – zerstören die Bindung und können Aggression hervorrufen
- Stachelhalsbänder, elektrische Halsbänder – grausam und ineffektiv
- Monotone, lange Einheiten – führen zu Langeweile und mangelndem Engagement
- Inkonsequenz – Bullmastiffs nutzen schnell Schwächen in den Regeln aus
Charakteristische Herausforderungen in der Ausbildung:
- Unabhängigkeit und Sturheit – Bullmastiffs können einen Befehl ignorieren, wenn sie keinen Sinn darin sehen; sie erfordern Kreativität und Motivation
- Verzögertes Erwachsenwerden – Bullmastiffs erreichen ihre volle emotionale Reife etwa im 2.-3. Lebensjahr; die Adoleszenz (6-18 Monate) ist eine Phase des Testens von Grenzen
- Stärke und Gewicht – Fehler in der Ausbildung des Welpen können zu ernsthaften Problemen mit dem erwachsenen Hund führen
Zusätzliche Aktivitäten:
Der Bullmastiff kann an verschiedenen Aktivitäten neben der Grundgehorsamkeit teilnehmen:
- Nasenarbeit – natürliche Nutzung der Spürfähigkeiten
- Rallye-Gehorsam – eine sanftere Form des sportlichen Gehorsams
- Therapiehund – einige Bullmastiffs eignen sich als Therapiehunde
Zusammenfassung: Der Bullmastiff ist eine Rasse für erfahrene Besitzer, die in der Lage sind, Führer zu sein, ohne auf Gewalt zurückzugreifen. Konsequenz, positive Verstärkung und frühe Sozialisierung sind die Schlüssel zum Erfolg. Ein richtig ausgebildeter Bullmastiff ist ein zuverlässiger, gehorsamer und ausgeglichener Begleiter, erfordert jedoch Zeit, Geduld und Engagement.
Die Bullmastiff-Diät spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit, das richtige Körpergewicht und die Kondition dieser mächtigen Rasse. Aufgrund der hohen Körpermasse, der Neigung zu orthopädischen und metabolischen Problemen sowie des schnellen Wachstums bei Welpen erfordert die Ernährung des Bullmastiffs besondere Aufmerksamkeit und Anpassung an die individuellen Bedürfnisse.
Welpen (8 Wochen – 18 Monate):
Die Wachstumsphase ist die wichtigste Ernährungsphase. Zu schnelles Wachstum und übermäßiges Körpergewicht können zu Gelenkdysplasie, Problemen mit dem Skelett und dauerhaften Schäden am Bewegungsapparat führen. Wichtige Grundsätze:
- Welpenfutter für große Rassen – spezielle Formel mit kontrollierter Menge an Calcium und Phosphor, um zu schnelles Wachstum zu verhindern
- KEINE Calciumpräparate füttern – kann zu Skelettproblemen führen! Hochwertiges Futter enthält alle notwendigen Nährstoffe
- Körpergewichtskontrolle – der Welpe sollte schlank sein, mit sichtbaren Rippen bei leichtem Berühren (aber nicht hervortretend!)
- Fütterungshäufigkeit:
- 8-12 Wochen: 4 Mahlzeiten täglich
- 3-6 Monate: 3 Mahlzeiten täglich
- 6-12 Monate: 2-3 Mahlzeiten täglich
- Über 12 Monate: 2 Mahlzeiten täglich
- Allmählicher Übergang zu Erwachsenenfutter – etwa im 12-18 Lebensmonat (Konsultation mit dem Tierarzt)
Erwachsene Hunde (ab 18 Monaten):
Ein erwachsener Bullmastiff benötigt eine hochwertige Ernährung, die reich an tierischem Protein, gesunden Fetten und einer moderaten Menge an Kohlenhydraten ist. Empfehlungen:
- Futter für große Rassen – angepasst an die Energie- und Stoffwechselbedürfnisse
- Protein – mindestens 22-26% (Quellen: Fleisch, Fisch, Geflügel)
- Fette – 12-16% (Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren für die Gesundheit von Gelenken und Fell)
- Gelenkunterstützende Zutaten – Glucosamin, Chondroitin, MSM (besonders wichtig für Rassen, die zu Dysplasie neigen)
- Antioxidantien – Vitamine E, C, Selen zur Unterstützung des Immunsystems
Portionen und Häufigkeit:
- 2 Mahlzeiten täglich – morgens und abends (KRIITISCH zur Vorbeugung von Magendrehung!)
- Menge: Abhängig von Körpergewicht, Alter und Aktivitätsniveau. Typischerweise 600-800g Trockenfutter täglich (auf 2 Mahlzeiten verteilt) für einen erwachsenen Hund mit einem Gewicht von 50-60 kg. IMMER gemäß den Empfehlungen des Herstellers verfahren und individuell anpassen.
- Körpergewichtskontrolle: Regelmäßiges Wiegen (einmal im Monat) und Bewertung der Kondition (Body Condition Score)
Prävention von Magendrehung (GDV) – KRIITISCH:
Der Bullmastiff gehört zu den Rassen mit hohem Risiko. Ernährungsrichtlinien zur Vorbeugung von Drehungen:
- 2-3 kleinere Mahlzeiten statt einer großen
- Futter auf Bodenniveau anbieten (NICHT auf einem Ständer!) – neueste Studien zeigen, dass erhöhte Näpfe das Risiko erhöhen können
- Intensive Anstrengung 1-2 Stunden vor und nach dem Füttern vermeiden
- Ruhe während des Essens gewährleisten – der Hund sollte nicht hastig fressen
- Menge an Wasser direkt nach dem Füttern begrenzen – Zugang zu Wasser, aber nicht große Mengen auf einmal
- Trockenfutter anfeuchten vor dem Servieren (optional)
- Futter vermeiden, das tierische Fette in den ersten vier Zutaten enthält
Fütterungsarten:
- Trockenfutter (Pellets) – praktisch, ernährungsphysiologisch vollständig, benötigt Zugang zu frischem Wasser
- Nassfutter (Dosen) – schmackhafter, leichter verdaulich, teurer
- Gemischte (trocken + nass) – kombiniert die Vorteile beider
- BARF-Diät (rohes Fleisch und Knochen) – erfordert ernährungswissenschaftliches Wissen, Konsultation mit einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt; Risiko von Mangelernährung und bakteriellen Infektionen
- Hausgemachte Diät (gekocht) – erfordert präzise Ausbalancierung der Nährstoffe mit Hilfe eines Ernährungstierarztes
Was in der Ernährung zu VERMEIDEN ist:
- Menschliche Nahrung: Gewürze, Salz, Zucker, fettes Fleisch, Reste vom Tisch
- Giftige Produkte: Schokolade, Trauben, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, Avocado, Xylit (Süßstoff), Alkohol, Koffein
- Gekochte Knochen – können brechen und Ersticken oder Darmperforationen verursachen
- Übermäßige Leckerlis – maximal 10% der täglichen Kalorienportion
- Plötzliche Ernährungsumstellungen – führen zu Magen-Darm-Problemen; Änderungen schrittweise über 7-10 Tage einführen
Ältere Hunde (7+ Jahre):
Mit dem Alter verlangsamt sich der Stoffwechsel, die Aktivität nimmt ab. Empfehlungen:
- Futter für Senioren großer Rassen – weniger Kalorien, mehr Ballaststoffe, Unterstützung der Gelenke
- Leicht verdauliches Protein – zur Unterstützung der alternden Nieren
- Supplementierung – Glucosamin, Chondroitin, Omega-3 für die Gelenke
- Portionsreduktion – Anpassung an geringere Aktivität
- Körpergewichtskontrolle – Vermeidung von Fettleibigkeit, die Herz und Gelenke belastet
Wasser:
- Ständiger Zugang zu frischem, sauberem Wasser – entscheidend für die Gesundheit der Nieren und die Thermoregulation
- Wasser zweimal täglich wechseln
- Schüsseln täglich reinigen
- Mehr Wasser bei Hitze – Bullmastiffs vertragen Hitze schlecht
Supplementierung (nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt!):
- Glucosamin und Chondroitin – Unterstützung der Gelenke (besonders für Hunde mit Dysplasie)
- Omega-3 (Fischöl) – entzündungshemmend, Unterstützung für Gelenke, Herz, Haut
- Probiotika – Unterstützung der Verdauung und der Darmmikroflora
- Vitamine und Mineralien – NUR wenn das Futter nicht ausreichend Mengen liefert
Körperzustandskontrolle (Body Condition Score):
Ein idealer Bullmastiff sollte:
- Spürbare Rippen bei leichtem Berühren haben (aber nicht mit bloßem Auge sichtbar)
- Eine deutliche Taille von oben sichtbar haben
- Eine Einsenkung des Bauches von der Seite sichtbar haben
Fettleibigkeit führt zu: Überlastung der Gelenke, Herzproblemen, Diabetes, verkürzter Lebensdauer.
Abschließende Empfehlungen:
- Auswahl von hochwertigem Futter mit Fleisch als erster Zutat
- Konsultation mit dem Tierarzt bei der Auswahl der Diät
- Regelmäßige Kontrollen des Körpergewichts und der Kondition
- Anpassung der Diät an Alter, Aktivität und Gesundheitszustand
- Prävention von Magendrehung durch richtige Ernährungspraktiken
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Ausgezeichneter Wachhund mit natürlichem Schutzinstinkt
- äußerst loyal und der Familie gegenüber hingebungsvoll
- sanft und geduldig im Umgang mit Kindern
- intelligent und aufmerksam
- moderate Bewegungsbedürfnisse
- kurzes Fell
- das keine intensive Pflege erfordert.
Nachteile
- Erfordert einen erfahrenen Besitzer aufgrund seiner Stärke und seines unabhängigen Charakters
- Neigung zu ernsthaften Gesundheitsproblemen (Dysplasie
- Herzkrankheiten
- Tumoren)
- kurze durchschnittliche Lebensdauer (8-10 Jahre)
- verträgt Hitze schlecht aufgrund der kurzen Schnauze
- Tendenz zum Speicheln
- benötigt Wohnraum und ist nicht für kleine Wohnungen geeignet
- hohe Kosten für tierärztliche Betreuung und Ernährung.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Die Geschichte des Bullmastiffs ist eine faszinierende Erzählung über die gezielte Züchtung einer Rasse, die perfekt auf spezifische Bedürfnisse abgestimmt ist – den Schutz von Ländereien vor Wilderern im 19. Jahrhundert in England. Im Gegensatz zu vielen alten Rassen, deren Herkunft im Dunkel der Geschichte verloren gegangen ist, hat der Bullmastiff eine relativ junge und gut dokumentierte Geschichte, die bis etwa 1860 zurückreicht.
Die Herkunft der Rasse – der Kampf gegen das Wildern:
Im 19. Jahrhundert war das Wildern ein ernstes Problem für britische Landbesitzer und ihre Wildhüter. Wilderer agierten unter dem Schutz der Nacht, oft bewaffnet und gefährlich, und die Durchsetzung der Jagdgesetze war schwierig und riskant. Die bestehenden Hunderassen erfüllten nicht alle Anforderungen – Mastiffs waren mächtig, aber zu langsam und unbeholfen, während Bulldogs mutig und wendig, aber zu klein waren, um einen erwachsenen Mann effektiv zu Boden zu bringen.
Die Wildhüter benötigten einen Hund, der Folgendes vereinte:
- Kraft und Masse des Mastiffs – um einen Eindringling zu Boden zu bringen
- Mut und Entschlossenheit des Bulldogs – für furchtlose Konfrontationen
- Geschwindigkeit und Wendigkeit – für leises Verfolgen und schnellen Angriff
- Dunkles Fell – zur Tarnung in der Nacht
- Kontrollierte Aggression – der Hund sollte den Wilderer aufhalten, nicht töten
Die Entstehung der Rasse – Kreuzung von Mastiff und Bulldog:
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, begannen englische Züchter systematisch, alte englische Mastiffs (Old English Mastiff) mit Bulldogs (Bulldog) im Verhältnis von etwa 60% Mastiff / 40% Bulldog zu kreuzen. Das Ergebnis war eine Rasse namens Gamekeeper's Night Dog (Nacht-Hund des Wildhüters) oder einfach Bullmastiff. Der Name spiegelt perfekt die Herkunft wider: bull (Bulldog) + mastiff (Mastiff).
Anfänglich wurde ein dunkles gestromtes Fell bevorzugt, das die Hunde während der nächtlichen Patrouillen am besten tarnte. Bullmastiffs verfolgten Wilderer in Stille, griffen auf Kommando an und brachten sie zu Boden, ohne ernsthafte Verletzungen zuzufügen, bis der Wildhüter eintraf. Diese Fähigkeit zur kontrollierten Aggression war entscheidend – der Hund sollte ein Werkzeug zur Durchsetzung des Gesetzes sein, nicht ein Mörder.
Entwicklung und Standardisierung (1860-1924):
Über Jahrzehnte hinweg wurden Bullmastiffs hauptsächlich nach Funktionalität und nicht nach Ausstellungsoptik gezüchtet. Doch als das Wildern mit der Entwicklung des Rechts und der Zivilisation abnahm, begann sich die Rolle des Hundes zu verändern. Bullmastiffs begannen, Funktionen als Wachhunde für Anwesen, Fabriken und Minen sowie als Familienbegleithunde zu übernehmen.
Im Jahr 1901 stellte der Züchter Mr. Burton von Thorneywood Kennels den ersten Bullmastiff auf einer Hundeshow vor. 1924 erkannte The Kennel Club (Vereinigtes Königreich) den Bullmastiff offiziell als eigene Rasse an und veröffentlichte den ersten Rassestandard. In derselben Zeit erkannte auch der American Kennel Club (AKC) die Rasse an (1933), was ihre Position in der Welt festigte.
Mossy und Farcroft Kennels – Ikonen der Rasse:
Einer der bekanntesten frühen Bullmastiffs war ein Hund namens Mossy, der Mr. Burton gehörte. Mossy wurde als ideales Beispiel der Rasse beschrieben – mächtig, mutig, aber sanft gegenüber der Familie. Die Zucht Farcroft Kennels, gegründet von Mr. Moseley, hatte einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Rasse und legte viele Merkmale fest, die den modernen Bullmastiff definieren.
Bullmastiff im Dienst:
Bullmastiffs dienten nicht nur als Privatpersonen, sondern auch:
- In der britischen Armee – während beider Weltkriege als Wach- und Spürhunde
- In der Polizei – in mehreren Ländern als Patrouillenhunde
- In der Sicherheit – zum Schutz von Fabriken, Lagerräumen, Anwesen
- In Südafrika – zum Schutz von Diamantenminen vor Diebstahl (De Beers Diamond Company)
Die Evolution des Charakters und Aussehens:
Im Laufe der Zeit begannen Züchter, mehr Wert auf einen sanfteren Temperament und einen familienfreundlicheren Charakter zu legen, während sie den Wachinstinkt beibehielten. Der moderne Bullmastiff ist ein deutlich ruhigerer und geselligerer Hund als seine Vorfahren, behält jedoch seinen Mut und seine Wachsamkeit.
Auch das Aussehen hat sich verändert – der moderne Bullmastiff hat einen etwas massiveren Kopf und eine quadratischere Silhouette als frühe Exemplare. Auch die akzeptierten Fellfarben wurden erweitert – neben gestromt sind nun auch fawn und rot zulässig, wobei die schwarze Maske weiterhin obligatorisch bleibt.
Bullmastiff heute:
Der moderne Bullmastiff ist ein geschätzter Familienhund und Begleiter, der seine Wurzeln als Wächter bewahrt hat. Die Rasse erfreut sich weltweit großer Beliebtheit, insbesondere in:
- Vereinigtes Königreich (Wiege der Rasse)
- Vereinigte Staaten
- Kanada
- Australien
- Kontinentaleuropa
Der Bullmastiff ist auch in der Popkultur aufgetaucht – der bekannteste Vertreter der Rasse war Butkus, der Bullmastiff von Sylvester Stallone, der im Film Rocky (1976) auftrat. Stallone selbst besaß in Wirklichkeit einen Bullmastiff und brachte ihn in den Film ein, was zur steigenden Beliebtheit der Rasse in den USA beitrug.
Vermächtnis:
Die Geschichte des Bullmastiffs ist ein hervorragendes Beispiel für gezielte funktionale Zucht, bei der Menschen eine Rasse geschaffen haben, die perfekt auf spezifische Aufgaben abgestimmt ist. Vom nächtlichen Verfolger von Wilderern über Militär- und Polizeihunde bis hin zum modernen Familienbegleiter hat der Bullmastiff eine faszinierende Evolution durchlaufen und dabei seine Essenz bewahrt: Mut, Loyalität und Zuverlässigkeit. Er ist ein lebendiges Zeugnis der britischen kynologischen Tradition und bleibt eine der edelsten und treuesten Rassen der Welt.



