Französische Bulldogge

Französische Bulldogge

FCI #101FCI-Anerkennung: 2023Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

9FCI 101

Größe

Klein

Herkunftsland

FR

Höhe

24-35 cm

Gewicht

8-14 kg

Lebenserwartung

9-11 Jahre

Temperament

AnhänglichVerspieltGesellig

Überblick

Der französische Bulldogge ist ein kleiner Hund mit außergewöhnlichem Charme, der die Herzen von Millionen von Besitzern auf der ganzen Welt erobert hat. Diese Rasse zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Persönlichkeit und ein charakteristisches Aussehen aus, das es unmöglich macht, sie mit anderen Rassen zu verwechseln. Ursprünglich aus Frankreich stammend, hat der französische Bulldogge eine reiche Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, als er durch die Kreuzung von englischen Bulldoggen mit kleinen Terrierhunden entstand.

Sein Aussehen ist äußerst charakteristisch: kurzer, stämmiger Körperbau, große, flügelartige Ohren und ausdrucksvolles, breites Haupt mit kurzen Nasenlöchern machen ihn leicht erkennbar. Trotz seiner geringen Größe strahlt der französische Bulldogge Stärke und Selbstbewusstsein aus, was sein molossoides Erbe widerspiegelt.

Der französische Bulldogge ist ein Hund, der die Gesellschaft von Menschen liebt und äußerst starke emotionale Bindungen zu seinen Besitzern aufbaut. Seine Bindung zur Familie ist legendär – er wird oft als Schattenhund bezeichnet, der seinem Besitzer überallhin folgt. Trotz seiner kleinen Größe hat dieser mutige Hund einen starken Charakter und Selbstbewusstsein, was ihn zu einem ausgezeichneten Wachhund macht. Sein Temperament vereint Lebensfreude, Verspieltheit und eine gewisse Eifersucht auf die Aufmerksamkeit seines Besitzers, was das Leben mit einem französischen Bulldoggen voller Überraschungen und fröhlicher Momente macht.

Der französische Bulldogge ist ein äußerst flexibler und anpassungsfähiger Hund, der sich an verschiedene Lebensbedingungen anpasst. Er fühlt sich sowohl in einer kleinen Stadtwohnung als auch in einem geräumigen Haus mit Garten wohl. Er benötigt keine intensive körperliche Aktivität, was ihn zu einem idealen Begleiter für ältere Menschen, Singles und Familien mit Kindern macht. Es ist jedoch zu beachten, dass seine brachyzephale Schädelstruktur Atemprobleme verursachen kann, insbesondere bei extremen Wetterbedingungen.

Die Pflege des französischen Bulldoggen ist relativ einfach, erfordert jedoch Regelmäßigkeit. Das kurze Fell benötigt keine häufige Bürstung, aber es ist wichtig, besondere Aufmerksamkeit auf die charakteristischen Hautfalten zu richten, die Feuchtigkeit und Schmutz ansammeln können, was zu Reizungen führen kann. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist entscheidend, um Fettleibigkeit – ein häufiges Problem bei dieser Rasse – zu vermeiden. Insgesamt ist der französische Bulldogge ein Hund, der Charme, Loyalität und Lebensfreude vereint, was ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter für viele Arten von Besitzern macht.

Der Französische Bulldogge hat ein charakteristisches Aussehen, das ihn leicht erkennbar und einzigartig macht. Seine Silhouette ist stämmig, muskulös und kompakt, strahlt Stärke aus, trotz seiner geringen Größe.

Körperliche Parameter:

  • Schulterhöhe: 24-35 cm
  • Körpergewicht: 8-14 kg (je nach Geschlecht)
  • Statur: stämmig, muskulös, kräftig

Kopfmerkmale: Der Kopf des Französischen Bulldogs ist breit, massiv und stark, geschmückt mit ausgeprägten Hautfalten, die charakteristische Falten bilden. Die Augen sind groß, dunkel, rund und gut verteilt, was ihnen einen ausdrucksvollen, wachsamen Blick voller Intelligenz verleiht. Die Ohren – das wahre Markenzeichen der Rasse – sind groß, oben abgerundet, stehen wie Fledermausflügel (daher der Name „bat ears“), und sind hoch am Schädel angesetzt. Die Nase ist kurz, breit und leicht nach oben gebogen, was für brachycephale Rassen charakteristisch ist und die Atmung beeinflusst.

Fell und Färbung: Das Fell des Französischen Bulldogs ist kurz, glatt, glänzend und eng am Körper anliegend. Es kommt in verschiedenen Farben vor:

  • Fawn (von hell bis dunkel)
  • Gestromt (brindle)
  • Weiß
  • Kombinationen dieser Farben (pied – gescheckt)

Schwanz: Natürlich kurz, tief angesetzt, an der Basis dicker, sich zur Spitze verjüngend. Er kann gerade oder schraubenförmig sein, überschreitet jedoch niemals die Rückenlinie.

Insgesamt präsentiert sich der Französische Bulldogge mit einer kräftigen, kompakten und harmonischen Silhouette, die durch ihren einzigartigen Charme und Charakter Aufmerksamkeit erregt.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit Katzen
Wohnungstauglich
Für Erstbesitzer geeignet
Leicht zu pflegen
Wenig sabbernd
Nicht zum Beißen neigend
Entweicht nicht

Vorteile

  • Pflegeleicht
  • freundlich und gesellig
  • ausgezeichnet für Familien mit Kindern
  • benötigt nicht viel Bewegung
  • ideal für Wohnungen.

Nachteile

  • Atemprobleme
  • Neigung zur Fettleibigkeit
  • Benötigt regelmäßige Pflege der Hautfalten
  • Toleriert keine Einsamkeit
  • Empfindlich gegenüber hohen Temperaturen

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Der französische Bulldogge hat eine fascinierende und komplexe Geschichte, die bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückreicht und britische, französische sowie Beiträge von Handwerkern und Künstlern aus ganz Europa vereint.

Ursprünge in England (1800-1850): Die Geschichte des französischen Bulldogs beginnt in den industriellen Regionen Englands, insbesondere in der Nähe von Nottingham, wo lokale Züchter englische Bulldogs mit kleinen Terriern und Rattenfängern kreuzten. Ziel war es, eine kleinere Version des Bulldogs zu schaffen – einen Hund mit freundlichem Charakter, der als Begleiter für Handwerker dienen und gleichzeitig als wendiger Rattenfänger in Werkstätten und Fabriken fungieren konnte.

Migration nach Frankreich (1850-1860): Während der industriellen Revolution emigrierten viele englische Handwerker – insbesondere Spitzenklöppler aus Nottingham – nach Frankreich, um Arbeit zu suchen. Sie brachten ihre geliebten kleinen Bulldogs mit, die schnell bei französischen Arbeitern, Werkstattbesitzern sowie Pariser Metzgern und Kutschern beliebt wurden.

Entwicklung in Frankreich (1860-1880): In Paris eroberten kleine Bulldogs nicht nur die Herzen der Arbeiterklasse, sondern auch von Künstlern, Schriftstellern, Geliebten und Vertretern der Pariser Bohème. Ihr einzigartiges Aussehen, ihr lustiger Charakter und ihre gesellige Natur machten sie zum Symbol des Lebensstils der Belle Époque. Französische Züchter setzten die Arbeit an der Rasse fort und stabilisierten die charakteristischen Merkmale, einschließlich der berühmten Fledermausohren (bat ears).

Offizielle Anerkennung (1880-1898): Im Jahr 1880 wurde in Paris der erste Club für französische Bulldogs (Société du Bouledogue Français) gegründet, was auf die wachsende Beliebtheit und Organisation der Züchter hinweist. Die erste Registrierung eines Rassevertreters im Zuchtbuch fand 1885 statt. Im Jahr 1898 wurde der erste offizielle Rassestandard entwickelt, und die französische Société Centrale Canine erkannte den französischen Bulldogge als eigenständige Hunderasse an.

Kontroversen um die Ohren: Ein interessantes Element der Rassengeschichte war die Debatte über die Form der Ohren. In England wurden sogenannte Rosenohren (rose ears – gefaltet) bevorzugt, während französische Züchter und Liebhaber auf den stehenden Fledermausohren (bat ears) bestanden. Letztendlich wurden die Fledermausohren zum offiziellen Rassestandard und zum Markenzeichen der Rasse.

Internationale Expansion (1900-1950): Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichten französische Bulldogs die Vereinigten Staaten, Großbritannien und andere europäische Länder, wo sie schnell eine große Anhängerschaft unter der Aristokratie und der Oberschicht gewannen. Die Rasse wurde zum Symbol für Eleganz und Luxus und erschien auf Porträts von Königsfamilien, in den Häusern von Filmstars und auf Rassehundeshows.

Evolution des Standards (1931-2023): Der Rassestandard wurde mehrfach modifiziert:

  • 1931-1932 und 1948 – erste Modifikationen
  • 1986 – Reformulierung durch H.F. Reant und R. Triquet
  • 1994 – Aktualisierung durch Violette Guillon
  • 2012 – Überarbeitung durch den Französischen Bulldoggenclub
  • 2023 – neueste Version des FCI-Standards

Gegenwart (21. Jahrhundert): Heute ist der französische Bulldogge eine der beliebtesten Hunderassen der Welt und belegt Spitzenplätze in den Registrierungsrankings in den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und vielen anderen Ländern. Ihr Charme, ihre Persönlichkeit und ihre Anpassungsfähigkeit an das Stadtleben machen sie bei Prominenten, Familien und Alleinstehenden beliebt. Die Rasse hat sich von einem bescheidenen Begleiter der Handwerker zu einem globalen Symbol für Stil, Eleganz und Lebensfreude entwickelt.