Berner Sennenhund

Berner Sennenhund

FCI #59FCI-Anerkennung: 2002Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

6FCI 59

Größe

Mittel

Herkunftsland

CH

Höhe

47-59 cm

Gewicht

20-30 kg

Lebenserwartung

12-14 Jahre

Temperament

VerspieltHoher JagdtriebAnhänglich

Überblick

Berner Laufhund (Schweizer Laufhund, Swiss Hound) ist eine der vier Varianten des Schweizer Laufhundes – eine Rasse mit alten Wurzeln, die bis in die römische Helvetien zurückreicht. Diese mittelgroße Jagdhunderasse stammt aus dem malerischen Schweiz, wo sie über Jahrhunderte als ausgezeichneter Spürhund für Hasen, Rehe, Füchse und manchmal auch Wildschweine bekannt wurde. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihr schönes, harmonisches Aussehen aus, sondern auch durch ihre außergewöhnliche Intelligenz und ihren überragenden Geruchssinn.

Charakteristische physische Merkmale des Berner Laufhundes sind:

  • Schlanke, harmonisch gebaute Silhouette
  • Gut bemuskelte Gliedmaßen, die Ausdauer gewährleisten
  • Elastischer Rücken, der langanhaltendes Laufen ermöglicht
  • Lang hängende Ohren, die ein elegantes Aussehen verleihen
  • Kurzes, glattes Fell in charakteristischem Dreifarbenmuster (schwarz-weiß-braun)

Die vier Varianten des Schweizer Laufhundes zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Fähigkeit aus, Gerüche über mehrere Kilometer zu verfolgen, selbst unter schwierigen Bedingungen. Diese Hunde jagen selbstständig mit Stimme (giving tongue), was bedeutet, dass sie dem Jäger ihre Position und den Standort der Spur durch charakteristisches Bellen signalisieren. Dadurch haben sie den Ruf erlangt, eine der besten Jagdhunderassen der Welt zu sein. Im 15. Jahrhundert suchten italienische Züchter nach ihnen, und im 18. Jahrhundert schätzten französische Jäger ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten zur Hasenjagd.

Obwohl der Berner Laufhund nicht allgemein als Begleithund gewählt wird, machen sein wunderbares Wesen, seine Loyalität und sein sanfter Charakter ihn zu einem außergewöhnlichen Begleiter für aktive Menschen, die die Besonderheiten von Jagdhunden kennen. Er benötigt jedoch eine angemessene Ausbildung und frühe Sozialisierung, um sich gut in der Rolle als Familienhund zurechtzufinden. Er ist bekannt für seine Geduld mit Kindern, aber seine starken Jagdinstinkte erfordern ein bewusstes Management während der Spaziergänge.

Dieser Hund benötigt viel Bewegung und Aktivität – mindestens 60-90 Minuten intensiver Anstrengung pro Tag. Am wohlsten fühlt er sich in großen, offenen Räumen, wo er seine natürlichen Spürfähigkeiten nutzen kann. Regelmäßige Spaziergänge, Geländeläufe und Suchspiele sind der Schlüssel zu seinem Glück und psychischen sowie physischen Wohlbefinden. Trotz der Bewegungsanforderungen ist die Pflege des Berner Laufhundes relativ einfach – es genügt, das kurze Fell wöchentlich zu bürsten.

Der Berner Laufhund ist eine Rasse, die relativ resistent gegen Krankheiten ist. Seine Lebensdauer beträgt 12 bis 14 Jahre. Wie viele Jagdhunde kann er anfällig für Hüft- und Ellenbogendysplasie sowie Augenkrankheiten (Katarakt, fortschreitende Netzhautatrophie) sein. Mit angemessener tierärztlicher Betreuung, einer ausgewogenen, proteinreichen Ernährung und regelmäßigen Gesundheitskontrollen kann jedoch das Risiko dieser Erkrankungen minimiert werden, sodass man viele Jahre Freude an seiner Gesellschaft hat. Ein richtig erzogener und sozialisierter Berner Laufhund kann ein fröhliches, liebevolles Familienmitglied werden, das bereit ist, an unvergesslichen Abenteuern teilzunehmen.

Der Berner Sennenhund ist ein mittelgroßer Hund mit harmonischem, proportionalem Körperbau. Laut dem FCI-Standard Nr. 59 (Gruppe 6, Sektion 1.2) betragen seine Maße:

  • Widerristhöhe Rüden: 49-59 cm
  • Widerristhöhe Hündinnen: 47-57 cm
  • Gewicht: angepasst an die Größe, unter Beibehaltung der Proportionen (ungefähr 20-30 kg)

Der Hund hat einen langen, kräftigen Rücken und gut bemuskelte, gerade Gliedmaßen, die ihm erlauben, lange zu rennen und unermüdlich in schwierigem Berggelände aktiv zu sein. Die skelettale und muskuläre Struktur wurde über Jahrhunderte der Zuchtselektion hinsichtlich Ausdauer und Jagdfähigkeit optimiert.

Kopfmerkmale:

  • Lang, trocken und edel
  • Schmale Schädelform mit gut ausgeprägtem Hinterhauptsbein
  • Stop (Übergang vom Schädel zur Schnauze) mäßig ausgeprägt
  • Schwarze, gut entwickelte Nase mit breiten Nasenlöchern
  • Die Schnauze ist lang, leicht gebogen, niemals nach oben gebogen

Ohren und Augen: Die Ohren sind lang, hängend und an der Basis leicht schmal, unterhalb der Augenlinie angesetzt, was dem Hund ein elegantes, edles Aussehen verleiht, das für Jagdhunde charakteristisch ist. Die Augen sind braun oder dunkelbraun, mit einem sanften, freundlichen Ausdruck, leicht oval und von mittlerer Größe, mit gut anliegenden Augenlidern.

Fell und Färbung: Das Fell des Berner Sennenhundes ist kurz, glatt und dicht, gut am Körper anliegend, was die Pflege relativ einfach macht. Die Berner Variante tritt in der charakteristischen drei Farben auf: schwarz-weiß mit braunen (tan) Flecken über den Augen, auf den Wangen, der Innenseite der Ohren und an den Gliedmaßen. Die anderen Schweizer Varianten haben andere Färbungen: Jura (schwarz-lohfarben), Luzern (blau-gescheckt), Schwyz (weiß mit orange).

Insgesamt strahlt der Berner Sennenhund Kraft, Ausdauer und Edelsinn aus. Sein Erscheinungsbild ist harmonisch und proportional – es ist ein Hund, der für die Arbeit gebaut ist, aber gleichzeitig visuell ansprechend und voller Anmut in der Bewegung.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Toleriert kaltes Wetter
Toleriert heißes Wetter
Leicht zu pflegen
Neigt zum Bellen
Benötigt viel Platz
Wenig sabbernd
Nicht anfällig für Fettleibigkeit
Nicht zum Beißen neigend
Jagdhund
Starke Gesundheit

Vorteile

  • Außergewöhnlicher Geruchssinn und Spürfähigkeiten
  • Sanftmütiger
  • freundlicher Charakter
  • ideal für Familien mit Kindern
  • Einfache Pflege dank des kurzen Fells
  • Gesunde
  • robuste Rasse mit langer Lebensdauer
  • Wundervoller Begleiter für aktive Menschen und Jäger.

Nachteile

  • Er benötigt sehr viel Bewegung und Platz (mindestens 90 Minuten täglich)
  • hat einen starken Jagdinstinkt
  • neigt dazu
  • kleinen Tieren nachzujagen
  • ist von Natur aus laut – bellt
  • jault und heult
  • kann während des Trainings stur sein
  • erfordert Erfahrung
  • ist anfällig für Hüftdysplasie und Augenkrankheiten
  • eignet sich nicht für das Wohnen in der Stadt oder für inaktive Besitzer.

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Der Berner Sennenhund (Schweizer Laufhund, Swiss Hound) ist eine Rasse mit reicher und uralter Geschichte, die bis in die Zeiten der römischen Helvetier (antiker Name für die Schweiz) zurückreicht. Diese Hunde wurden bereits von römischen Jägern zur Jagd auf Wildtiere eingesetzt, und ihre außergewöhnlichen Fährtenfähigkeiten wurden in ganz Europa geschätzt. Ein Mosaik, das in Avenches (einer antiken römischen Stadt in der Schweiz) entdeckt wurde, zeigt eine Herde von Laufhunden, die in ihren Eigenschaften den modernen Schweizer Laufhunden entsprechen, was ihre Anwesenheit bereits in der Antike bestätigt.

Das Mittelalter und die Renaissance: Im 15. Jahrhundert suchten Züchter aus Italien nach Schweizer Laufhunden und schätzten deren Zuverlässigkeit und hervorragende Fährtenfähigkeiten, die effektive Jagden selbst in schwierigen alpinen Gebieten ermöglichten. Im 18. Jahrhundert begannen auch französische Jäger, sich massenhaft für diese Rasse zu interessieren, aufgrund ihrer außergewöhnlichen Eignung zur Jagd auf Hasen und andere kleine Wildtiere. Schweizer Laufhunde wurden nach Frankreich und Italien exportiert als wertvolle Jagdhunde, was zur Verbreitung ihrer Blutlinien beitrug.

Einflüsse fremder Rassen: Die einheimischen Linien der Schweizer Laufhunde wurden sicherlich durch französische Laufhunde bereichert, die von Söldnern, die aus Kriegen zurückkehrten, in die Schweiz gebracht wurden. Dieser Zustrom von französischem Hundeblut trug zur Festigung der Rassemerkmale und zur Verbesserung der Jagdfähigkeiten bei, aber die Schweizer Züchter sorgten stets dafür, die charakteristischen Merkmale der lokalen Varianten zu bewahren.

Rassestandards:

  • 1882 – Der erste offizielle Standard für fünf Varianten des Schweizer Laufhundes (Bern, Jura, Luzern, Schwyz, Thurgau) wurde festgelegt.
  • 1909 – Die Standards wurden überarbeitet; das vollständige Aussterben der Variante aus Thurgau wurde festgestellt.
  • 22. Januar 1933 – Ein gemeinsamer Standard für die vier verbleibenden Varianten des Schweizer Laufhundes wurde festgelegt.
  • In der Zwischenzeit verschwand auch die alte Jura-Variante vom Typ Saint Hubert (Verwandte des modernen Bloodhounds).

Gegenwart: Heute ist der Schweizer Laufhund (in vier Varianten: Berner, Jura, Luzern, Schwyz) eine von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannte Rasse unter der Standardnummer 59, die zur Gruppe 6 (Laufhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 (mittelgroße Laufhunde) gehört. Der geltende Standard wurde am 28. November 2001 veröffentlicht, mit der letzten Aktualisierung am 28. Juni 2002.

Der Berner Sennenhund wurde über Jahrhunderte hinweg von der europäischen Aristokratie geschätzt als zuverlässiger Begleiter bei der Jagd auf Hasen, Rehe, Füchse und manchmal sogar Wildschweine. Seine Fähigkeit, selbstständig mit Stimme zu jagen (giving tongue – das Signalisieren der Spur durch Bellen), machte ihn zum idealen Hund für Jäger, die in schwierigem, bergigem Gelände der Schweiz operierten. Heute, obwohl er selten als Begleithund gehalten wird, machen seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, seine Hingabe und sein freundlicher Charakter ihn nach wie vor beliebt bei Jägern und Liebhabern von Arbeitshunden in der Schweiz, Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern.

Diese Rasse stellt ein lebendiges kulturelles Erbe der Schweiz dar und ist ein Symbol für die jahrhundertealte Jagdtradition der Alpenregionen und ein Zeugnis des Könnens der Schweizer Hundezüchter.