
Berner Sennenhund
FCI-Gruppe
6• FCI 59
Größe
Mittel
Herkunftsland
CH
Höhe
47-59 cm
Gewicht
20-30 kg
Lebenserwartung
12-14 Jahre
Temperament
Überblick
Berner Laufhund (Schweizer Laufhund, Swiss Hound) ist eine der vier Varianten des Schweizer Laufhundes – eine Rasse mit alten Wurzeln, die bis in die römische Helvetien zurückreicht. Diese mittelgroße Jagdhunderasse stammt aus dem malerischen Schweiz, wo sie über Jahrhunderte als ausgezeichneter Spürhund für Hasen, Rehe, Füchse und manchmal auch Wildschweine bekannt wurde. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihr schönes, harmonisches Aussehen aus, sondern auch durch ihre außergewöhnliche Intelligenz und ihren überragenden Geruchssinn.
Charakteristische physische Merkmale des Berner Laufhundes sind:
- Schlanke, harmonisch gebaute Silhouette
- Gut bemuskelte Gliedmaßen, die Ausdauer gewährleisten
- Elastischer Rücken, der langanhaltendes Laufen ermöglicht
- Lang hängende Ohren, die ein elegantes Aussehen verleihen
- Kurzes, glattes Fell in charakteristischem Dreifarbenmuster (schwarz-weiß-braun)
Die vier Varianten des Schweizer Laufhundes zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Fähigkeit aus, Gerüche über mehrere Kilometer zu verfolgen, selbst unter schwierigen Bedingungen. Diese Hunde jagen selbstständig mit Stimme (giving tongue), was bedeutet, dass sie dem Jäger ihre Position und den Standort der Spur durch charakteristisches Bellen signalisieren. Dadurch haben sie den Ruf erlangt, eine der besten Jagdhunderassen der Welt zu sein. Im 15. Jahrhundert suchten italienische Züchter nach ihnen, und im 18. Jahrhundert schätzten französische Jäger ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten zur Hasenjagd.
Obwohl der Berner Laufhund nicht allgemein als Begleithund gewählt wird, machen sein wunderbares Wesen, seine Loyalität und sein sanfter Charakter ihn zu einem außergewöhnlichen Begleiter für aktive Menschen, die die Besonderheiten von Jagdhunden kennen. Er benötigt jedoch eine angemessene Ausbildung und frühe Sozialisierung, um sich gut in der Rolle als Familienhund zurechtzufinden. Er ist bekannt für seine Geduld mit Kindern, aber seine starken Jagdinstinkte erfordern ein bewusstes Management während der Spaziergänge.
Dieser Hund benötigt viel Bewegung und Aktivität – mindestens 60-90 Minuten intensiver Anstrengung pro Tag. Am wohlsten fühlt er sich in großen, offenen Räumen, wo er seine natürlichen Spürfähigkeiten nutzen kann. Regelmäßige Spaziergänge, Geländeläufe und Suchspiele sind der Schlüssel zu seinem Glück und psychischen sowie physischen Wohlbefinden. Trotz der Bewegungsanforderungen ist die Pflege des Berner Laufhundes relativ einfach – es genügt, das kurze Fell wöchentlich zu bürsten.
Der Berner Laufhund ist eine Rasse, die relativ resistent gegen Krankheiten ist. Seine Lebensdauer beträgt 12 bis 14 Jahre. Wie viele Jagdhunde kann er anfällig für Hüft- und Ellenbogendysplasie sowie Augenkrankheiten (Katarakt, fortschreitende Netzhautatrophie) sein. Mit angemessener tierärztlicher Betreuung, einer ausgewogenen, proteinreichen Ernährung und regelmäßigen Gesundheitskontrollen kann jedoch das Risiko dieser Erkrankungen minimiert werden, sodass man viele Jahre Freude an seiner Gesellschaft hat. Ein richtig erzogener und sozialisierter Berner Laufhund kann ein fröhliches, liebevolles Familienmitglied werden, das bereit ist, an unvergesslichen Abenteuern teilzunehmen.
Der Berner Sennenhund ist ein mittelgroßer Hund mit harmonischem, proportionalem Körperbau. Laut dem FCI-Standard Nr. 59 (Gruppe 6, Sektion 1.2) betragen seine Maße:
- Widerristhöhe Rüden: 49-59 cm
- Widerristhöhe Hündinnen: 47-57 cm
- Gewicht: angepasst an die Größe, unter Beibehaltung der Proportionen (ungefähr 20-30 kg)
Der Hund hat einen langen, kräftigen Rücken und gut bemuskelte, gerade Gliedmaßen, die ihm erlauben, lange zu rennen und unermüdlich in schwierigem Berggelände aktiv zu sein. Die skelettale und muskuläre Struktur wurde über Jahrhunderte der Zuchtselektion hinsichtlich Ausdauer und Jagdfähigkeit optimiert.
Kopfmerkmale:
- Lang, trocken und edel
- Schmale Schädelform mit gut ausgeprägtem Hinterhauptsbein
- Stop (Übergang vom Schädel zur Schnauze) mäßig ausgeprägt
- Schwarze, gut entwickelte Nase mit breiten Nasenlöchern
- Die Schnauze ist lang, leicht gebogen, niemals nach oben gebogen
Ohren und Augen: Die Ohren sind lang, hängend und an der Basis leicht schmal, unterhalb der Augenlinie angesetzt, was dem Hund ein elegantes, edles Aussehen verleiht, das für Jagdhunde charakteristisch ist. Die Augen sind braun oder dunkelbraun, mit einem sanften, freundlichen Ausdruck, leicht oval und von mittlerer Größe, mit gut anliegenden Augenlidern.
Fell und Färbung: Das Fell des Berner Sennenhundes ist kurz, glatt und dicht, gut am Körper anliegend, was die Pflege relativ einfach macht. Die Berner Variante tritt in der charakteristischen drei Farben auf: schwarz-weiß mit braunen (tan) Flecken über den Augen, auf den Wangen, der Innenseite der Ohren und an den Gliedmaßen. Die anderen Schweizer Varianten haben andere Färbungen: Jura (schwarz-lohfarben), Luzern (blau-gescheckt), Schwyz (weiß mit orange).
Insgesamt strahlt der Berner Sennenhund Kraft, Ausdauer und Edelsinn aus. Sein Erscheinungsbild ist harmonisch und proportional – es ist ein Hund, der für die Arbeit gebaut ist, aber gleichzeitig visuell ansprechend und voller Anmut in der Bewegung.
Der Berner Sennenhund ist ein Hund mit freundlichem, sanftem und ausgeglichenem Wesen. Hunde dieser Rasse sind sehr gesellig, tief mit ihren Besitzern verbunden und bereit zur Zusammenarbeit. Ihr Temperament zeichnet sich durch Ruhe und Besonnenheit im Alltag aus, weshalb sie gut in Familien mit Kindern zurechtkommen, wo sie oft große Geduld, Zärtlichkeit und Fürsorglichkeit zeigen.
Schlüsselmerkmale des Charakters:
- Sanftheit und Freundlichkeit – von Natur aus freundlich gegenüber Menschen
- Treue – starke Bindung zur Familie und zum Besitzer
- Intelligenz – lernt schnell, versteht Befehle
- Ausgeglichenheit – ruhig zu Hause, energisch bei der Arbeit
- Geselligkeit – arbeitet gut mit anderen Hunden bei der Jagd zusammen
Diese Rasse hat jedoch einen starken Jagdinstinkt, was bedeutet, dass die Hunde dazu neigen können, kleineren Tieren (Katzen, Kaninchen, Eichhörnchen) nachzujagen. Die Besitzer sollten sich dieses angeborenen Verhaltens bewusst sein und ihre Hunde während der Spaziergänge kontrollieren, insbesondere in Waldgebieten oder Parks mit wildlebenden Tieren. Eine Leine oder eine lange Trainingsleine sind unerlässlich in Bereichen, in denen es nicht sicher ist, den Hund frei laufen zu lassen.
Der Berner Sennenhund ist von Natur aus ein lauter Hund – er hat die Tendenz zu bellen, zu jaulen und zu heulen, was in der Jagdarbeit (Signalgebung der Spur) wünschenswert ist, aber in städtischen Umgebungen oder in dicht besiedelten Gebieten problematisch sein kann. Frühes Training zur Kontrolle der Stimme und Sozialisierung mit verschiedenen akustischen Reizen können helfen, dieses Problem zu mildern.
Obwohl der Berner Sennenhund kein typischer Wachhund ist, macht seine Wachsamkeit und die Bellbarriere ihn effektiv darin, die Anwesenheit von Fremden zu signalisieren. Er begrüßt neue Menschen freundlich, oft nach einem lauten Empfang, zeigt jedoch keine Aggression oder übermäßiges Misstrauen. Er ist ein offener, konfliktfreier Hund, der leicht Kontakt knüpft.
Hunde dieser Rasse sind ziemlich unabhängig im Denken, was aus ihrer Geschichte als selbstständige Spürhunde resultiert. Dies kann zu einer gewissen Sturheit während des Trainings führen – der Sennenhund führt nicht immer sofort den Befehl aus, wenn seine Nase eine interessante Spur entdeckt hat. Sie benötigen einen konsequenten, aber positiven Trainingsansatz, der auf Verstärkungen und Belohnungen basiert. Brutale Trainingsmethoden sind völlig ungeeignet und können die natürlichen Anlagen des Hundes zerstören.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Berner Sennenhund einen freundlichen, familiären Charakter mit starkem Jagdinstinkt verbindet. Mit dem richtigen Ansatz, früher Sozialisierung und der Bereitstellung von Aktivitäten, die seiner Natur entsprechen, kann er ein wunderbarer Begleiter für aktive Familien oder Jäger werden.
Der Berner Sennenhund ist allgemein eine gesunde, robuste Hunderasse mit guter genetischer Verfassung. Die durchschnittliche Lebenserwartung dieser Rasse beträgt 12 bis 14 Jahre, was für mittelgroße Hunde typisch ist. Jahrhunderte lange Zuchtselektion auf funktionale Jagdfähigkeiten hat zur Erhaltung der guten Gesundheit und Vitalität dieser Rasse beigetragen.
Wie viele Jagdhunde und Arbeitshunderassen hat der Berner Sennenhund jedoch die Tendenz, bestimmte genetische Erkrankungen zu entwickeln, auf die die Besitzer besonders achten sollten:
Orthopädische Erkrankungen:
- Hüftgelenksdysplasie (HD) – abnormale Entwicklung des Hüftgelenks, die zu Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit führt
- Ellbogendysplasie (ED) – ähnliche Erkrankung, die die Ellbogengelenke betrifft
- Symptome: Schwierigkeiten beim Aufstehen, Steifheit nach Ruhephasen, Unwilligkeit zu springen, Humpeln
- Prävention: HD/ED-Untersuchungen der Eltern vor der Zucht, Gewichtskontrolle, moderate Aktivität bei Welpen
Augenerkrankungen:
- Entropium und Ektropium – abnormale Lage der Augenlider (Einrollen nach innen oder Ausrollen nach außen)
- Katarakt – Trübung der Augenlinse, die zu Sehverlust führt
- Fortschreitende Netzhautatrophie (PRA) – genetische Erkrankung, die zur Erblindung führt
- Prävention: regelmäßige augenärztliche Untersuchungen, genetische Tests für PRA verfügbar
Ohrenkrankheiten: Aufgrund der langen, hängenden Ohren sind Hunde dieser Rasse anfällig für bakterielle und pilzliche Ohreninfektionen, insbesondere nach Spaziergängen in feuchtem Gelände oder beim Schwimmen. Symptome sind: unangenehmer Geruch, Ausfluss, Ohrenreiben, Kopfschütteln. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren (einmal pro Woche) sind zur Prävention unerlässlich.
Empfehlungen zur Erhaltung der Gesundheit:
- Regelmäßige Besuche beim Tierarzt (alle 6-12 Monate)
- Eine geeignete Ernährung, die dem Aktivitätsniveau angepasst ist
- Gewichtskontrolle – Übergewicht vermeiden, insbesondere bei älteren Hunden (belastet die Gelenke)
- Körperliche Aktivität, die dem Alter angemessen ist (moderat bei Welpen, intensiv bei Erwachsenen)
- Impfungen und Entwurmungen gemäß Kalender
- Prävention von externen Parasiten (Zecken, Flöhe) – besonders wichtig bei Hunden, die im Wald unterwegs sind
Eine angemessene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, systematische Pflege und Gesundheitskontrollen beim Tierarzt helfen, den Berner Sennenhund sein ganzes Leben lang in einem ausgezeichneten Gesundheitszustand zu halten. Die Wahl eines Welpen von einem verantwortungsbewussten Züchter, der genetische Tests der Eltern durchführt, verringert das Risiko von Erbkrankheiten erheblich.
Die Pflege des Berner Sennenhundes ist relativ einfach und unkompliziert, dank seines kurzen, glatten Fells. Dieser Hund benötigt keine speziellen Grooming-Behandlungen oder besonders zeitaufwendige Pflege, was ihn für aktive Besitzer bequem macht.
Fellbürsten: Regelmäßiges Bürsten wird einmal pro Woche empfohlen, um abgestorbene Haare, Staub und Schmutz zu entfernen. Eine Gummibürste oder ein Bürstenhandschuh reicht aus, um die Haut sanft zu massieren und lose Haare zu entfernen. In Zeiten des natürlichen Fellwechsels (Frühling, Herbst) sollte die Bürstfrequenz auf 2-3 Mal pro Woche erhöht werden, um den Prozess zu beschleunigen und die Sauberkeit im Haus zu gewährleisten.
Bäder: Aufgrund des aktiven Lebensstils und der Vorliebe für das Laufen im Freien kann der Berner Sennenhund manchmal mit Schlamm, Blättern oder anderen Verunreinigungen nach Hause kommen. In solchen Fällen kann ein Bad notwendig sein, jedoch sollte dies nicht zu häufig durchgeführt werden (maximal einmal alle 4-6 Wochen), um das Fell nicht von den natürlichen Ölen zu befreien, die die Haut schützen. Verwenden Sie milde, für Hunde mit empfindlicher Haut geeignete Shampoos.
Ohrenpflege (KRIITISCH): Die langen, herabhängenden Ohren des Berner Sennenhundes sind anfällig für Infektionen, insbesondere nach Spaziergängen im Wald, im Schlamm oder in Gewässern. Die eingeschränkte Luftzirkulation im Ohr begünstigt das Wachstum von Bakterien und Pilzen.
- Kontrollieren Sie die Ohren mindestens einmal pro Woche
- Reinigen Sie sie vorsichtig mit einem in Ohrenreinigungsflüssigkeit für Hunde getränkten Wattebausch
- Stecken Sie keine Wattestäbchen tief in den Gehörgang
- Achten Sie auf Anzeichen einer Infektion: unangenehmer Geruch, Ausfluss, Rötung, Kratzen der Ohren mit der Pfote
- Bei Zweifeln konsultieren Sie einen Tierarzt
Krallenpflege: Bei aktiven Hunden, die auf verschiedenen Untergründen laufen, nutzen sich die Krallen natürlich ab. Wenn Sie jedoch das Klappern der Krallen auf dem Boden hören, während der Hund geht, bedeutet dies, dass sie geschnitten werden müssen. Verwenden Sie eine scharfe Guillotine oder eine Krallenschleifmaschine und achten Sie auf die Blutgefäße (der rosa Teil des Nagels, der Blutgefäße enthält).
Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen (idealerweise 2-3 Mal pro Woche) verhindert die Bildung von Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen. Verwenden Sie eine Zahnbürste und Zahnpasta, die für Hunde geeignet ist. Zusätzlich können Sie zahnmedizinische Leckerlis und Spielzeuge verwenden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Berner Sennenhund eine Rasse mit geringen Pflegeanforderungen ist. Wöchentliches Bürsten, regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren, gelegentliche Bäder sowie grundlegende Hygiene sorgen dafür, dass der Hund gut aussieht und sich wohlfühlt.
Der Berner Sennenhund ist eine Hunderasse mit hohen Bedürfnissen in Bezug auf körperliche Aktivität. Als Jagdhund, der für stundenlanges Verfolgen von Wild in schwierigem Gebirgsgelände gezüchtet wurde, ist er an langanhaltende Anstrengung und unermüdliches Laufen gewöhnt. Die Besitzer müssen darauf vorbereitet sein, ihm die angemessene Menge an Bewegung und geistiger Stimulation zu bieten.
Minimale Anforderungen: Der Berner Sennenhund benötigt mindestens 60-90 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Tag, aufgeteilt in 2-3 Einheiten. Das sind keine ruhigen Spaziergänge auf dem Bürgersteig – dieser Hund benötigt intensive Anstrengung, wie zum Beispiel:
- Trailrunning im Wald oder Park
- Lange Wanderungen mit Spurenelementen
- Spiele mit Apportieren auf großen, offenen Flächen
- Nosework und Geruchsübungen (Mantrailing, Spurensuche)
- Joggen am Fahrrad (Canicross, Bikejoring)
- Spiele mit anderen Hunden im Hundezwinger
Ideale Umgebung: Der Berner Sennenhund fühlt sich am besten in einem Haus mit eingezäuntem, großem Garten oder in einer Umgebung mit einfachem Zugang zu Wäldern, Wiesen und Parks. Es ist ein Hund, der das Leben in einer kleinen Wohnung ohne regelmäßige Ausgänge in die Natur schlecht verträgt. Ein eingezäunter Garten (mind. 300-500 m²) ermöglicht es ihm, frei zu laufen und Gerüche zu erkunden, was entscheidend für sein psychisches Wohlbefinden ist.
Sicherheit beim Spazierengehen: Aufgrund seines starken Jagdinstinkts hat der Berner Sennenhund die Tendenz, kleinen Tieren (Hasen, Eichhörnchen, Katzen) nachzujagen. Bei Spaziergängen in Gebieten, wo er mit Wildtieren oder anderen Haustieren in Kontakt kommen könnte, sollte er an der Leine oder einer langen Trainingsleine (10-15 m) gehalten werden. Freilauf ist nur auf sicheren, eingezäunten Flächen möglich.
Geistige Stimulation: Neben körperlicher Aktivität benötigt der Berner Sennenhund auch geistige Herausforderungen. Seine Intelligenz und angeborenen Spürfähigkeiten erfordern regelmäßige Übungen, die den Geruchssinn und den Geist ansprechen:
- Spiele zum Suchen von Leckerlis, die im Haus oder Garten versteckt sind
- Gehorsamkeitstraining mit neuen Kommandos
- Agility-Übungen auf Freizeitniveau
- Mantrailing (menschliche Spurensuche)
- Interaktive Spielzeuge wie Puzzle-Futterspender
Folgen von Bewegungsmangel: Ein Mangel an angemessener Aktivität beim Berner Sennenhund führt zu:
- Destruktivem Verhalten (Möbelzerstörung, Kauen)
- Übermäßigem Bellen und Heulen
- Hyperaktivität und Schwierigkeiten beim Beruhigen
- Frustration und Verhaltensproblemen
- Übergewicht und damit verbundenen Erkrankungen
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass regelmäßige, intensive körperliche und geistige Aktivität absolut entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Berner Sennenhundes ist. Die Besitzer sollten darauf vorbereitet sein, täglich stundenlange Spaziergänge und verschiedene Formen der Aktivität zu bieten, um die Bedürfnisse dieses energiegeladenen, arbeitenden Hundes zu erfüllen. Dies ist keine Rasse für Menschen mit einem sitzenden Lebensstil oder solche, die die meiste Zeit bei der Arbeit verbringen.
Das Training des Berner Sennenhundes sollte auf positiven Verstärkungstechniken und einem konsequenten, aber geduldigen Ansatz basieren. Diese Rasse ist intelligent und lernt schnell neue Kommandos, benötigt jedoch einen erfahrenen Besitzer, der die Besonderheiten von Jagdhunden versteht und weiß, wie man mit ihrem starken Jagdinstinkt und ihrer natürlichen Unabhängigkeit im Denken umgeht.
Grundlegende Trainingsregeln:
- Positive Verstärkung – Belohnungen, Lob, Leckerlis für richtiges Verhalten
- Konsequenz – dieselben Regeln gelten immer, alle Haushaltsmitglieder handeln einheitlich
- Geduld – Jagdhunde sind intelligent, können aber stur sein; frustriere dich nicht, wenn der Hund das Kommando nicht sofort ausführt
- Kurze Einheiten – 5-10 Minuten Training mehrmals täglich sind besser als eine lange, ermüdende Einheit
- Vermeidung von Brutalität – brutale Methoden (zerren, schreien, körperliche Strafen) sind völlig unangemessen und zerstören die natürlichen Anlagen des Hundes
Frühe Sozialisierung (KRYTISCH): Entscheidend dafür, dass der Hund gut an das Leben in der Familie und der Gesellschaft angepasst ist. Im Alter von 8-16 Wochen sollte der Welpe systematisch mit:
- Verschiedenen Umgebungen (Stadt, Wald, Park, Tierhandlung)
- Verschiedenen Menschen (Kinder, Erwachsene, Personen unterschiedlichen Alters und Aussehens)
- Anderen Tieren (Hunde verschiedener Rassen, Katzen, Nutztiere)
- Verschiedenen Reizen (Autos, Fahrräder, laute Geräusche, Menschenmengen)
- Grundlegenden Pflegehandlungen (Ohren reinigen, Krallen schneiden, Tierarztbesuch)
Grundkommandos: Der Berner Sennenhund sollte in den ersten Lebensmonaten einen grundlegenden Satz von Kommandos beherrschen:
- Sitz – grundlegendes Kontrollkommando
- Platz – Beruhigung, Warten
- Bleib – an Ort und Stelle bleiben bis auf Widerruf
- Komm zu mir (Rückruf) – WICHTIGSTES Kommando aus Sicherheitsgründen
- Lass das – Interesse an einem Objekt/Tier aufgeben
- Ruhig – sich beruhigen, die Stimme kontrollieren
Herausforderungen im Training: Der Berner Sennenhund kann etwas stubborn und unabhängig sein, was aus seiner Geschichte als selbstständiger Fährtensucher resultiert. Wenn seine Nase eine interessante Spur entdeckt, kann er die Kommandos des Besitzers ignorieren. Daher:
- Trainiere das Kommando Komm zu mir unter kontrollierten Bedingungen mit einer langen Leine (10-15 m)
- Belohne JEDEN Rückruf mit hochwertigen Leckerlis (Hühnchen, Käse, Leber)
- Bestrafe niemals einen Hund, der auf den Rückruf gekommen ist (auch wenn es lange gedauert hat)
- Übe den Rückruf an Orten mit unterschiedlichem Ablenkungsgrad
Fortgeschrittenes Training und Sport: Der Berner Sennenhund benötigt Vielfalt und geistige Herausforderungen. Aktivitäten, die seine natürlichen Anlagen ideal nutzen:
- Nosework – Duftfährtenarbeit (ideal!)
- Mantrailing – Menschen anhand des Geruchs verfolgen
- Agility – Hindernisparcours (Freizeitebene)
- Rally Obedience – Gehorsamkeitstraining in sportlicher Form
- Canicross – Laufen mit dem Hund
- Prüfungen für Jagdhunde – Nutzung in der rassetypischen Arbeit
Stimmkontrolle: Der Berner Sennenhund ist von Natur aus ein lauter Hund. Es ist ratsam, ihm frühzeitig ein Kommando zur Kontrolle des Bellens beizubringen (z.B. Leise oder Genug). Versuche nicht, das Bellen vollständig zu eliminieren – es ist eine natürliche Kommunikationsweise dieser Rasse. Konzentriere dich darauf, dem Hund beizubringen, wann Bellen akzeptabel ist und wann er sich beruhigen sollte.
Zusammenfassend ist der Berner Sennenhund ein Hund, der konsequentes, geduldiges Training auf der Grundlage positiver Methoden erfordert. Mit dem richtigen Ansatz, früher Sozialisierung und ansprechenden Trainingsformen, die seine Instinkte nutzen, kann er ein wunderbarer Begleiter und gut erzogener Familienhund werden. Diese Rasse ist nicht für unerfahrene Besitzer geeignet, die mit den Besonderheiten von Jagdhunden nicht vertraut sind.
Die Ernährung des Berner Sennenhundes sollte an seinen sehr aktiven Lebensstil und hohe Energieanforderungen angepasst sein. Die Besitzer sollten hochwertige Futtermittel wählen, die die notwendigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralien und die Energie liefern, die für die täglichen, intensiven Aktivitäten benötigt werden. Eine angemessene Ernährung ist entscheidend für die Gesundheit, die Muskelkondition und die Vitalität des Hundes.
Grundlegende Ernährungsrichtlinien:
- Das Futter sollte auf das Alter abgestimmt sein (Welpe, Erwachsener, Senior)
- Berücksichtige das Aktivitätsniveau – Jagdhunde, die saisonal arbeiten, benötigen während der Jagdsaison möglicherweise mehr Kalorien
- Kontrolliere das Gewicht des Hundes – Untergewicht schwächt, Übergewicht belastet die Gelenke
- Füttere 2 Mal täglich (erwachsene Hunde) – morgens und abends
- Vermeide das Füttern direkt vor oder nach intensiver Anstrengung (Risiko einer Magendrehung)
Zusammensetzung der Ernährung: Der Berner Sennenhund, als aktiver Jagdhund, benötigt eine proteinreiche Ernährung von hoher Qualität, die seinen muskulösen Körperbau und seine allgemeine Kondition unterstützt:
- Protein: 25-30% der Futterzusammensetzung (Geflügel, Rind, Lamm, Fisch)
- Fette: 12-18% – Energiequelle, Gesundheit von Haut und Fell (Lachsöl, Geflügelöl)
- Kohlenhydrate: Reis, Hafer, Süßkartoffeln – Quelle für langfristige Energie
- Ballaststoffe: Gemüse (Karotten, Brokkoli, Kürbis) unterstützen die Verdauung
- Vitamine und Mineralien: Calcium, Phosphor (Knochengesundheit), Glucosamin, Chondroitin (Gelenke)
Fütterungsarten:
- Trockenfutter (Pellets) – praktisch, wirtschaftlich, reinigt die Zähne; wähle Premiumfutter für aktive Rassen
- Nassfutter (Dosen) – höherer Wassergehalt, schmackhafter; kann mit Trockenfutter gemischt werden
- B.A.R.F.-Diät (rohes Fleisch) – natürlich, erfordert jedoch Ernährungswissen; Konsultation mit einem Tierernährungsberater
- Hausgemachtes Futter – gekochtes Fleisch + Gemüse + Reis; erfordert die Ergänzung mit Vitaminen und Mineralien
Besondere Energiebedürfnisse: Der Berner Sennenhund, der intensiv jagdlich genutzt wird (Jagdzeit), kann ein höheres Kalorienbedarf haben – bis zu 30-50% mehr als in Zeiten geringerer Aktivität. In solchen Fällen:
- Erhöhe die Futterportionen um 20-30%
- Wähle Futter für aktive/arbeitende Hunde (höherer Gehalt an Protein und Fett)
- Erwäge Ergänzungen (Glucosamin für die Gelenke, Omega-3/6-Öle für die Regeneration)
- Sorge für Zugang zu Wasser vor, während und nach der Aktivität
Hydration (KRIITISCH): Die Besitzer müssen für ständigen Zugang zu frischem Wasser sorgen, insbesondere nach intensiven Aktivitäten. Jagdhunde, die im Gelände laufen, können schnell dehydrieren. Nimm eine Wasserflasche und eine faltbare Schüssel für längere Spaziergänge und Wanderungen mit.
Gewichtskontrolle: Regelmäßiges Wiegen (einmal im Monat) und die Beurteilung der Kondition sind wichtig, um sicherzustellen, dass der Hund keine Übergewicht hat, was zu Hüftdysplasie und anderen Gesundheitsproblemen führen kann. Ideal ist es, wenn die Rippen unter einer dünnen Fettschicht fühlbar sind, aber nicht visuell sichtbar. Eine deutlich ausgeprägte Taille, die von oben zu sehen ist, ist ein gutes Zeichen.
Was zu vermeiden ist:
- Rest vom Tisch (Gewürze, Salz, schädliche Fette)
- Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Rosinen (TÖDLICH!)
- Gekochte Knochen (Risiko von Bruch und Verletzung des Darms)
- Übermäßige Snacks (maximal 10% der täglichen Kalorienaufnahme)
- Häufige Futterwechsel (Magen-Darm-Probleme)
Zusammenfassend sollte die Ernährung des Berner Sennenhundes ausgewogen, reich an hochwertigem Protein und an seine sehr hohen Energiebedürfnisse angepasst sein. Eine angemessene Ernährung ist die Grundlage für die Erhaltung der Gesundheit, der Kondition und der körperlichen Fitness dieses äußerst aktiven Arbeitshundes.
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Außergewöhnlicher Geruchssinn und Spürfähigkeiten
- Sanftmütiger
- freundlicher Charakter
- ideal für Familien mit Kindern
- Einfache Pflege dank des kurzen Fells
- Gesunde
- robuste Rasse mit langer Lebensdauer
- Wundervoller Begleiter für aktive Menschen und Jäger.
Nachteile
- Er benötigt sehr viel Bewegung und Platz (mindestens 90 Minuten täglich)
- hat einen starken Jagdinstinkt
- neigt dazu
- kleinen Tieren nachzujagen
- ist von Natur aus laut – bellt
- jault und heult
- kann während des Trainings stur sein
- erfordert Erfahrung
- ist anfällig für Hüftdysplasie und Augenkrankheiten
- eignet sich nicht für das Wohnen in der Stadt oder für inaktive Besitzer.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Der Berner Sennenhund (Schweizer Laufhund, Swiss Hound) ist eine Rasse mit reicher und uralter Geschichte, die bis in die Zeiten der römischen Helvetier (antiker Name für die Schweiz) zurückreicht. Diese Hunde wurden bereits von römischen Jägern zur Jagd auf Wildtiere eingesetzt, und ihre außergewöhnlichen Fährtenfähigkeiten wurden in ganz Europa geschätzt. Ein Mosaik, das in Avenches (einer antiken römischen Stadt in der Schweiz) entdeckt wurde, zeigt eine Herde von Laufhunden, die in ihren Eigenschaften den modernen Schweizer Laufhunden entsprechen, was ihre Anwesenheit bereits in der Antike bestätigt.
Das Mittelalter und die Renaissance: Im 15. Jahrhundert suchten Züchter aus Italien nach Schweizer Laufhunden und schätzten deren Zuverlässigkeit und hervorragende Fährtenfähigkeiten, die effektive Jagden selbst in schwierigen alpinen Gebieten ermöglichten. Im 18. Jahrhundert begannen auch französische Jäger, sich massenhaft für diese Rasse zu interessieren, aufgrund ihrer außergewöhnlichen Eignung zur Jagd auf Hasen und andere kleine Wildtiere. Schweizer Laufhunde wurden nach Frankreich und Italien exportiert als wertvolle Jagdhunde, was zur Verbreitung ihrer Blutlinien beitrug.
Einflüsse fremder Rassen: Die einheimischen Linien der Schweizer Laufhunde wurden sicherlich durch französische Laufhunde bereichert, die von Söldnern, die aus Kriegen zurückkehrten, in die Schweiz gebracht wurden. Dieser Zustrom von französischem Hundeblut trug zur Festigung der Rassemerkmale und zur Verbesserung der Jagdfähigkeiten bei, aber die Schweizer Züchter sorgten stets dafür, die charakteristischen Merkmale der lokalen Varianten zu bewahren.
Rassestandards:
- 1882 – Der erste offizielle Standard für fünf Varianten des Schweizer Laufhundes (Bern, Jura, Luzern, Schwyz, Thurgau) wurde festgelegt.
- 1909 – Die Standards wurden überarbeitet; das vollständige Aussterben der Variante aus Thurgau wurde festgestellt.
- 22. Januar 1933 – Ein gemeinsamer Standard für die vier verbleibenden Varianten des Schweizer Laufhundes wurde festgelegt.
- In der Zwischenzeit verschwand auch die alte Jura-Variante vom Typ Saint Hubert (Verwandte des modernen Bloodhounds).
Gegenwart: Heute ist der Schweizer Laufhund (in vier Varianten: Berner, Jura, Luzern, Schwyz) eine von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannte Rasse unter der Standardnummer 59, die zur Gruppe 6 (Laufhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 (mittelgroße Laufhunde) gehört. Der geltende Standard wurde am 28. November 2001 veröffentlicht, mit der letzten Aktualisierung am 28. Juni 2002.
Der Berner Sennenhund wurde über Jahrhunderte hinweg von der europäischen Aristokratie geschätzt als zuverlässiger Begleiter bei der Jagd auf Hasen, Rehe, Füchse und manchmal sogar Wildschweine. Seine Fähigkeit, selbstständig mit Stimme zu jagen (giving tongue – das Signalisieren der Spur durch Bellen), machte ihn zum idealen Hund für Jäger, die in schwierigem, bergigem Gelände der Schweiz operierten. Heute, obwohl er selten als Begleithund gehalten wird, machen seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, seine Hingabe und sein freundlicher Charakter ihn nach wie vor beliebt bei Jägern und Liebhabern von Arbeitshunden in der Schweiz, Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern.
Diese Rasse stellt ein lebendiges kulturelles Erbe der Schweiz dar und ist ein Symbol für die jahrhundertealte Jagdtradition der Alpenregionen und ein Zeugnis des Könnens der Schweizer Hundezüchter.



