Raue Bretonische Hündin

Raue Bretonische Hündin

FCI #66FCI-Anerkennung: 2003Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

6FCI 66

Größe

Mittel

Herkunftsland

FR

Höhe

48-56 cm

Gewicht

N/A

Lebenserwartung

12-14 Jahre

Temperament

AktivAnhänglichMutig

Überblick

Der rauhaarige Bretonische Laufhund, auch bekannt als Griffon Fauve de Bretagne, ist eine außergewöhnliche Hunderasse mit einer faszinierenden Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich aus der malerischen Bretagne in Frankreich, gehört sie zu den ältesten französischen Rassen von Jagdhunden, die über die Jahrhunderte hinweg von Jägern geschätzt wurden.

Bereits im Mittelalter besaß der Adelige Huet des Ventes eine Herde dieser außergewöhnlichen Hunde, die bei der Jagd auf Wölfe und andere große Tiere wie Wildschweine, Rehe und Füchse eingesetzt wurden. Obwohl die Popularität der Rasse im 19. Jahrhundert dramatisch sank, als die Wölfe in der Bretagne ausstarben, gelang es dank der Entschlossenheit Marcels Pambrun und der Gründung des Club de Fauve de Bretagne im Jahr 1949, die Rasse vor dem Vergessen zu bewahren.

Heutzutage, unter der Leitung von Bernard Vallée und gemäß dem Motto des Clubs zuerst die Jagd, erlangt der rauhaarige Bretonische Laufhund erneut Anerkennung, nicht nur in Frankreich, sondern auch weltweit. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts festigte diese Rasse ihre Position unter den französischen Laufhunden und wurde sowohl für ihre außergewöhnlichen Jagdfähigkeiten als auch für ihren freundlichen Charakter geschätzt.

Dieser herausragende Jäger zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen Geruchssinn und ein charakteristisches, sich wiederholendes Bellen aus, das als choppy (kurze und wiederholte Töne) bezeichnet wird und beim Verfolgen von Wild verwendet wird. Sein starker, muskulöser Körperbau und außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegen schwierige Wetterbedingungen und Ermüdung machen ihn zum idealen Begleiter bei der Jagd in anspruchsvollem Gelände.

Der rauhaarige Bretonische Laufhund ist jedoch nicht nur ein mutiger und wendiger Jäger. Hunde dieser Rasse zeichnen sich durch ein sanftes Wesen aus, sind gesellig, an ihre Halter gebunden und voller Energie, was sie zu hervorragenden Familienbegleitern macht. Ihre Anpassungsfähigkeit, Entschlossenheit, Intelligenz und ein gewisses Maß an Unabhängigkeit machen sie zu außergewöhnlichen Arbeitshunden.

Das charakteristische Aussehen der Rasse umfasst einen langen, leicht abgeflachten Schädel mit einem mäßig ausgeprägten Stop, eine schwarze oder dunkelbraune Nase sowie dunkle Augen mit lebhaftem, intelligentem Ausdruck. Das Fell hat einen schönen Farbton von goldigem Weizen bis ziegelrot, mit der Möglichkeit von schwarzen Haaren, die über den Rücken und die Ohren verteilt sind.

Im weiteren Verlauf des Leitfadens präsentieren wir detaillierte Informationen zu Gesundheit, Pflege, körperlicher Aktivität, Ausbildung, Ernährung und der Geschichte dieser faszinierenden Rasse. Vor dem Kauf eines Hundes dieser Rasse ist es entscheidend, einen renommierten Züchter zu finden, der sich um die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Hunde kümmert, sowie eine angemessene Sozialisierung und Ausbildung zu gewährleisten, die es dem Griffon ermöglichen, sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Der Griffon Fauve de Bretagne ist ein Hund mit charakteristischem und markantem Aussehen, der sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Seine Silhouette ist knochig und muskulös, was auf Stärke, Ausdauer und hervorragende körperliche Verfassung hinweist, die über Jahrhunderte als Jagdhund durch Selektion entwickelt wurde.

Kopf und Schädel: Hunde dieser Rasse haben einen eher langen Schädel mit mäßig ausgeprägtem Stop. Die Nase ist immer schwarz oder dunkelbraun, perfekt angepasst für intensive Spürarbeit. Die Augen haben eine dunkle Farbe, die ihnen lebhaften und intelligenten Ausdruck verleiht, voller Wachsamkeit und Interesse an der Umgebung.

Ohren: Die Ohren des Griffons sind sanft anliegend und von mittlerer Länge, enden in einer charakteristischen, leicht abgerundeten Spitze. Sie sind auf Augenhöhe angesiedelt, was der Rasse ein erkennbares Aussehen verleiht.

Fell und Färbung: Das auffälligste Merkmal dieser Rasse ist das raue, dichte Fell, das einen natürlichen Schutz vor schwierigen Wetterbedingungen bietet. Das Fell ist kurz bis mittellang, sollte weder wollig noch lockig sein. Die Fellfarbe variiert von einem schönen goldenen Weizenton bis zu tiefem Ziegelrot (fauve), mit eventuell schwarzen Haaren, die über den Rücken, die Seiten und die Ohren verteilt sind, was der Rasse zusätzlichen Charme verleiht.

Maße: Laut FCI-Standard beträgt die Höhe erwachsener Tiere:

  • Widerristhöhe: 48-56 cm
  • Toleranz von bis zu 2 cm für besonders gute Tiere
  • Das Gewicht ist nicht genau festgelegt, sollte aber proportional zur Größe sein

Körperbau: Der Griffon Fauve de Bretagne strahlt Energie und Vitalität aus. Sein Körperbau ist kompakt, gut ausgewogen, mit starkem Rücken und tiefem Brustkorb. Die Gliedmaßen sind stark und muskulös, ideal für das Laufen im schwierigen Gelände. Der Schwanz ist von mittlerer Länge und wird in Form eines Säbels getragen.

Das gesamte Erscheinungsbild der Rasse spiegelt ihr jagdliches Erbe wider – es ist ein Hund, der für die Arbeit unter allen Bedingungen geschaffen wurde, robust, aktiv und äußerst funktional.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Toleriert kaltes Wetter
Toleriert heißes Wetter
Leicht zu pflegen
Neigt zum Bellen
Benötigt viel Platz
Wenig sabbernd
Nicht anfällig für Fettleibigkeit
Nicht zum Beißen neigend
Jagdhund
Starke Gesundheit

Vorteile

  • Wunderbarer Geruchssinn und Spürfähigkeiten
  • Ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen schwierige Wetterbedingungen und Ermüdung
  • Freundlicher und sanfter Charakter gegenüber Menschen
  • Gute Anpassungsfähigkeit
  • Gesunde und robuste Rasse
  • Geringer Pflegeaufwand.

Nachteile

  • Erfordert viel Bewegung und Aktivität (mindestens 2 Stunden täglich)
  • benötigt einen erfahrenen Betreuer
  • kann unabhängig und stur sein
  • hat einen starken Jagdinstinkt (Neigung
  • Tiere zu verfolgen)
  • ist ziemlich laut (charakteristisches Bellen).

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Die Geschichte des Griffon Fauve de Bretagne ist eine faszinierende Erzählung über Tradition, Niedergang und Wiedergeburt einer der ältesten französischen Jagdhunderassen. Die Wurzeln dieser Rasse reichen tief in die Vergangenheit zurück – mindestens bis ins 14. Jahrhundert, als zum ersten Mal die Existenz dieser außergewöhnlichen Jagdhunde dokumentiert wurde.

Mittelalterliche Anfänge: Bereits im Mittelalter besaß ein Adliger namens Huet des Ventes eine Herde von Griffons Fauve de Bretagne, die er bei seinen Jagden einsetzte. Diese Rasse entstand in der malerischen Region der Bretagne im Nordwesten Frankreichs, wo sie für ihre außergewöhnlichen Jagdfähigkeiten hoch geschätzt wurde.

Goldene Zeiten – Jagd auf Wölfe: Über viele Jahrhunderte, bis ins 19. Jahrhundert, wurden Griffons intensiv zur Jagd auf Wölfe und andere große Tiere wie Rehe, Füchse und Wildschweine eingesetzt. Ihr ausgezeichneter Geruchssinn, ihre Ausdauer und ihr Mut machten sie zu idealen Partnern der Jäger in den schwierigen Bedingungen der bretonischen Wälder und Heideflächen.

Zu jener Zeit erfreute sich die Rasse großer Beliebtheit unter der bretonischen Aristokratie und den Jägern, und Herden von Griffons waren ein wahres Vermögen für jeden erfahrenen Jäger.

Krise und beinahe Aussterben: Mit dem Aussterben der Wölfe in der Bretagne im 19. Jahrhundert begann die Hauptnutzung der Griffons zu schwinden. Die Rasse verlor allmählich an Popularität, und die Zahl der Züchter sank dramatisch. Angesichts des mangelnden Interesses und fehlender Schutzprogramme wurde der Griffon Fauve de Bretagne zu einer äußerst seltenen Rasse, die am Rande des völligen Verschwindens stand.

Wiedergeburt – Marcel Pambrun und Club de Fauve de Bretagne: Angesichts der Krise beschloss 1949 der Enthusiast und Züchter Marcel Pambrun, heroische Maßnahmen zu ergreifen, um diese historische Rasse zu retten. Er gründete den Club de Fauve de Bretagne, der zu einem entscheidenden Element beim Wiederaufbau und der Förderung der Griffons wurde. Dank seiner Bemühungen, seiner Entschlossenheit und der Arbeit vieler Enthusiasten begann man, die Rasse systematisch wiederherzustellen und dabei ihre authentischen Jagdfähigkeiten und Temperamente zu bewahren.

Die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts – Rückkehr in die Gunst: In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts gewann der Griffon Fauve de Bretagne (sowie die verwandte Rasse Basset Fauve de Bretagne) unter der Leitung von Bernard Vallée an Popularität und festigte seine Position unter den französischen Jagdhunden. Das Motto des Clubs zuerst die Jagd (hunting first) wurde zu einem Leitprinzip der Zucht, das sicherstellte, dass die Rasse ihre authentischen Arbeitsfähigkeiten bewahrt und nicht nur zu einem Ausstellungshund wird.

Gegenwart: Heute wird der Griffon Fauve de Bretagne als eine der wertvollsten und authentischsten Rassen von Jagdhunden angesehen, die nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen europäischen Ländern und weltweit geschätzt wird. Diese Rasse dient weiterhin Jägern als effektiver Jagdhund und gewinnt gleichzeitig als wunderbarer Familienbegleiter für aktive Besitzer an Anerkennung.

FCI-Standard: Die Rasse wurde offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt und gehört zur Gruppe 6 (Jagdhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.2 (mittelgroße Jagdhunde), mit Arbeitsprüfungen. Der aktuelle FCI-Standard wurde 2003 genehmigt.

Die Geschichte des Griffon Fauve de Bretagne ist ein Beispiel für die Entschlossenheit und das Engagement von Menschen, die nicht zuließen, dass Jahrhunderte der Jagdtradition unwiderruflich verschwinden. Dank ihrer Arbeit können moderne Hundefreunde die Gesellschaft dieser außergewöhnlichen, historischen Rasse genießen.