
Großer Schweizer Sennenhund
FCI-Gruppe
2• FCI 58
Größe
Groß
Herkunftsland
CH
Höhe
60-72 cm
Gewicht
45-64 kg
Lebenserwartung
9-11 Jahre
Temperament
Überblick
Großer Schweizer Sennenhund, auch bekannt als Grosser Schweizer Sennenhund, ist eine Rasse, die mit ihrer imposanten Statur und charakteristischen dreifarbigen Fellzeichnung fasziniert. Diese aus der Schweiz stammenden Hunde wurden ursprünglich als Wach- und Zugtiere eingesetzt, die auf alpinen Bauernhöfen arbeiteten. Ihre Geschichte reicht bis zu den römischen Eroberungen zurück, als sie beim Transport von Waren, der Hüte von Vieh und dem Schutz von Höfen halfen. Heute spielen sie nicht nur die Rolle treuer Begleiter, sondern auch wachsamer Beschützer und liebevoller Familienhunde.
Der Charakter der großen Schweizer Sennenhunde ist äußerst gelassen und ausgewogen, was sie zu idealen Begleitern für Familien, insbesondere mit Kindern, macht. Ihre Persönlichkeit sprüht vor Energie und Lebensfreude, und gleichzeitig sind sie ihren Besitzern und Familienmitgliedern äußerst treu. Sie benötigen engen Kontakt zu Menschen und eine aktive Teilnahme am Familienleben, was ihre emotionale Bindung zusätzlich stärkt. Darüber hinaus erleichtert ihre hohe Intelligenz den Trainingsprozess und das Erlernen neuer Kommandos erheblich, obwohl sie manchmal eine gewisse Unabhängigkeit im Charakter zeigen können, was eine angenehme Herausforderung für erfahrene Führer darstellt.
Große Schweizer Sennenhunde zeichnen sich durch starke Schutz- und Wachinstinkte aus, was sie zu hervorragenden Wachhunden und Familienbeschützern macht. Dennoch sind sie gegenüber Fremden freundlich, behalten jedoch eine gewisse natürliche Vorsicht und Distanz. Ihre massive, gut bemuskelte Körperstruktur sowie das proportionale Verhältnis von Körperlänge zu Schulterhöhe ziehen Blicke auf sich und erwecken Respekt. Diese Rasse tritt in drei klassischen Farben auf: Schwarz als Basisfarbe, Weiß für die charakteristischen Abzeichen und Braun-Rot (Tan), das Schönheit verleiht.
Dank ihrer körperlichen Ausdauer und natürlichen Beweglichkeit sind große Schweizer Sennenhunde in der Lage, an verschiedenen körperlichen Aktivitäten und Hundesportarten teilzunehmen. Ihre Lebenserwartung von durchschnittlich 10 bis 12 Jahren macht sie zu hervorragenden Begleitern für viele Jahre gemeinsamen Lebens. Es ist jedoch wichtig, auf angemessene Pflege zu achten, insbesondere während der intensiven Mauser im Frühling und Herbst, sowie auf regelmäßige körperliche Aktivität, um ihnen optimale körperliche und geistige Gesundheit sowie ein langes, glückliches Leben an der Seite der Familie zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der große Schweizer Sennenhund eine Rasse voller Energie, Liebe und Hingabe ist, die Engagement und einen aktiven Lebensstil erfordert, aber mit bedingungsloser Loyalität, zuverlässigem Schutz und tiefer Freundschaft für viele Jahre belohnt. Um mehr über ihre Gesundheit, spezifische Pflegebedürfnisse, Anforderungen an Bewegung, Trainingstechniken, optimale Ernährung und die faszinierende Geschichte der Rasse zu erfahren, laden wir Sie ein, unseren umfassenden Leitfaden weiterzulesen.
Großer Schweizer Sennenhund ist eine Hunderasse mit massiver und ausgezeichnet muskulöser Bauweise, die Stärke und Harmonie der Proportionen ausstrahlt. Sie zeichnet sich durch das klassische drei-farbige Fell der Schweizer Sennenhunde aus, mit dominierendem tiefem Schwarz als Grundfarbe, lebhaften braun-roten (tan) Abzeichen und markanten weißen Abzeichen, die ein symmetrisches Muster bilden.
Kopf und Gesicht:
- Der Kopf ist stark und proportional zum massiven Körper, mit flacher und breiter Schädeldecke und gut ausgeprägtem Stopp
- Die Schnauze ist stark und quadratisch, mit geradem Nasenrücken und einer schwarzen, gut entwickelten Nase
- Die Augen sind mandelförmig und von mittlerer Größe, in der Farbe von braun bis dunkelbraun, was dem Hund einen wachen, intelligenten und freundlichen Ausdruck verleiht
- Die Ohren sind dreieckig, von mittlerer Größe, hoch angesetzt und im Ruhezustand an den Wangen anliegend, nach vorne aufgerichtet bei Aufmerksamkeit
- Der Kiefer ist stark mit einem perfekten Scheren- oder Zangengebiss
Körperbau:
- Der Rumpf ist etwas länger als die Höhe im Widerrist (Verhältnis etwa 10:9), mit starkem, geradem Rücken und breiter, tiefer Brust, die bis zu den Ellenbogengelenken reicht
- Der Widerrist ist gut ausgeprägt und muskulös
- Die Lenden sind breit und muskulös, was eine solide Konstruktion des hinteren Körperteils gewährleistet
- Die Vorderbeine sind stark, gerade und parallel mit gut entwickelten Knochen und Muskeln
- Die Hinterbeine sind stark bemuskelt mit gut gewinkelten Knie- und Sprunggelenken
- Die Pfoten sind kompakt, rund und zeigen gerade nach vorne
Der Schwanz: Er ist harmonisch angesetzt als Verlängerung der Rückenlinie, reicht mindestens bis zum Sprunggelenk. Im Ruhezustand wird er locker nach unten oder mit leicht gebogenem Ende getragen, in Bewegung höher angehoben, aber niemals über die Rückenlinie, wodurch ein eleganter Bogen entsteht.
Fell: Das Fell ist doppelt und dicht, bestehend aus einem dicken, dichten Unterfell, das thermische Isolation bietet, und einem mittellangen (3-5 cm) eng anliegenden Deckhaar mit gerader oder leicht gewellter Struktur. Diese Fellkonstruktion macht diese Hunde ausgezeichnet widerstandsfähig gegen verschiedene Wetterbedingungen, einschließlich des alpinen Klimas mit kühlen Temperaturen.
Drei-farbige Färbung:
- Grundfarbe: Tiefes, glänzendes Schwarz, das den Großteil des Körpers bedeckt
- Braun-rotes (tan) Abzeichen: Über den Augen (Augenbrauen), an den Wangen, auf beiden Seiten der Schnauze, auf der Brust (zwei Flecken), an allen vier Beinen, unter dem Schwanz
- Weiße Abzeichen: Deutlicher weißer Fleck auf der Stirn (Blitz), weißer Streifen, der über den Nasenrücken und das Kinn verläuft, weiße Brust (Schweizer Kreuz), weiße Pfoten und Schwanzspitze
Die Silhouette des großen Schweizer Sennenhundes vereint die Stärke eines Arbeitshundes mit Eleganz und Harmonie der Proportionen und schafft ein beeindruckendes, majestätisches Erscheinungsbild, das zweifellos die Aufmerksamkeit auf sich zieht und Bewunderung weckt. Ihr massiver, muskulöser Körperbau macht sie nicht nur schön, sondern auch effektive Arbeiter auf Bauernhöfen, im Transport und als Wachhunde in alpinen Betrieben.
Der große Schweizer Sennenhund ist bekannt für sein ausgeglichenes Temperament und seinen freundlichen, loyalen Charakter, der ihn zu einem ausgezeichneten Familienhund macht. Es sind äußerst gesellige und menschenorientierte Hunde, die eine tiefe, starke emotionale Bindung zu den Familienmitgliedern aufbauen und ständigen Kontakt sowie Teilnahme am Familienleben wünschen.
Charakter gegenüber der Familie:
- Hingabe und Loyalität gegenüber den Besitzern sind unerschütterlich – diese Rasse betrachtet die Familie als ihr Rudel und ist bereit, sie zu beschützen
- Ausgezeichnet mit Kindern – zeigt natürliche Geduld, Sanftmut und Fürsorglichkeit gegenüber den jüngsten Familienmitgliedern
- Freundlich zu anderen Haustieren – bei entsprechender Sozialisierung kommt er gut mit anderen Hunden und Tieren aus
- Benötigt Nähe – es ist kein Hund, der lange Zeit allein gelassen werden kann, er braucht Gesellschaft und Aufmerksamkeit
- Fröhlich und verspielt – trotz seiner massiven Statur bewahrt er sich viele Jahre lang die welpenhafte Lebensfreude
Bewachungs- und Schutzverhalten: In alltäglichen Situationen sind sie wachsam und sensibel für die Umgebung, was sie zu ausgezeichneten Wach- und SchutzHunden macht. Trotz ihrer großen, imposanten Statur haben sie ein sanftes Wesen und sind freundlich zu Fremden, zeigen jedoch eine gewisse natürliche Vorsicht und Distanz gegenüber Unbekannten, bis sie die Situation beurteilen. Sie sind nicht ohne Grund aggressiv, reagieren jedoch im Falle einer Bedrohung der Familie entschieden und mutig, indem sie ihren starken Schutzinstinkt für ihr Territorium und ihre Angehörigen nutzen.
Intelligenz und Lernfähigkeit: Große Schweizer Sennenhunde sind intelligent und lernwillig, was sie relativ einfach zu trainieren macht, wenn positive Trainingsmethoden angewendet werden. Sie lernen neue Kommandos und Aufgaben schnell, benötigen jedoch eine konsequente, geduldige Herangehensweise. Aufgrund ihres natürlichen Wunsches, mit Menschen zusammenzuarbeiten und ihren Führer zufrieden zu stellen, sind sie bereit, Befehlen zu folgen. Sie können jedoch manchmal eine gewisse Unabhängigkeit und Sturheit zeigen, was für Arbeitshunderassen typisch ist, weshalb es wichtig ist, ihnen mit Liebe, Respekt und Verständnis zu begegnen.
Aktivitäts- und Energiebedarf: Aufgrund ihrer hohen Energie und ihres Arbeitsursprungs benötigen sie regelmäßige körperliche und geistige Aktivität, um glücklich, gesund und psychisch ausgeglichen zu bleiben. Ihr natürlicher Spiel- und Bewegungsdrang sowie die Interaktion mit Menschen machen sie zu ausgezeichneten Begleitern für aktive Familien, die einen dynamischen Lebensstil führen. Ohne die richtige Menge an Bewegung und geistiger Stimulation können sie gelangweilt werden und Verhaltensprobleme zeigen.
Sozialisierung und soziales Verhalten: Diese Rasse ist bekannt für ihr mäßiges Verhalten gegenüber anderen Hunden – sie sind in der Regel freundlich und tolerant, können jedoch eine gewisse Dominanz gegenüber Hunden desselben Geschlechts zeigen. Sie können auch eine gewisse Eifersucht gegenüber neuen Tieren zeigen, die in die Familie eingeführt werden, was eine angemessene, schrittweise Sozialisierung und Aufsicht erfordert. Eine frühe und intensive Sozialisierung von Welpen mit verschiedenen Menschen, Tieren, Orten und Situationen ist entscheidend, um einen selbstbewussten, gut angepassten Hund zu entwickeln.
Insgesamt ist der große Schweizer Sennenhund eine Rasse, die Stärke und Kraft mit Intelligenz und Zärtlichkeit verbindet und einen außergewöhnlichen Begleiter für jeden Hundeliebhaber darstellt, der dieser Rasse einen aktiven Lebensstil, konsequentes Training und viel Liebe bieten kann. Es ist ein Hund, der sich mit grenzenloser Loyalität und Hingabe für viele Jahre gemeinsamen Lebens bedankt.
Großer Schweizer Sennenhund, ähnlich wie viele große und riesige Hunderassen, ist anfällig für bestimmte charakteristische Gesundheitsprobleme, über die zukünftige Besitzer informiert sein sollten. Die durchschnittliche Lebensdauer dieser Rasse beträgt 10 bis 12 Jahre, was typisch und relativ gut für Hunde dieser massiven Größe und Statur ist.
Häufigste orthopädische Erkrankungen:
- Hüftgelenksdysplasie (HD) – angeborene Entwicklungsstörung des Hüftgelenks, die zu Schmerzen, Lahmheit und Arthrose führt. Verantwortungsvolle Züchter führen Röntgenuntersuchungen durch und wählen nur Hunde mit normalen Ergebnissen zur Zucht aus.
- Ellbogendysplasie (ED) – ähnliche Erkrankung, die die Ellbogengelenke der Vorderbeine betrifft
- Arthritis und Osteoarthrose – natürliche Folge des hohen Körpergewichts und der Belastung der Gelenke, insbesondere bei älteren Hunden
- Osteochondrose (OCD) – Entwicklungsstörung des Gelenkknorpels, am häufigsten bei schnell wachsenden Welpen
Augenprobleme:
- Grauer Star – allmähliche Trübung der Augenlinse, die zu Sehverlust führt
- Glaukom – erhöhter Augeninnendruck, der unbehandelt zur Erblindung führen kann
- Fortschreitende Netzhautatrophie (PRA) – erbliche Erkrankung, die zum Sehverlust führt
- Entropium und Ektropium – Lidfehlstellungen, bei denen sich die Augenlider nach innen oder außen winden
Weitere Erkrankungen:
- Epilepsie – neurologische Störungen, die zu Anfällen unterschiedlicher Intensität führen
- Magenverdrehung (GDV) – potenziell lebensbedrohlicher Notfall, typisch für Rassen mit tiefem Brustkorb. Erfordert sofortige tierärztliche Intervention.
- Herzprobleme – dilatative Kardiomyopathie und andere Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
- Hyperthermie – aufgrund des dichten, dunklen Fells und der massiven Statur ist die Rasse empfindlich gegenüber hohen Temperaturen
Gewichtskontrolle: Aufgrund ihrer massiven Statur können große Schweizer Sennenhunde anfällig für Fettleibigkeit sein, was zu zusätzlichen Belastungen der Gelenke, Gelenkproblemen und einer verkürzten Lebensdauer führt. Es ist wichtig, ihr Gewicht regelmäßig zu kontrollieren, eine ausgewogene, angemessen portionierte Ernährung zu verwenden und regelmäßige, moderate körperliche Aktivität zu gewährleisten. Besonders wichtig ist es, übermäßige Gewichtszunahme bei schnell wachsenden Welpen zu vermeiden – ihr Skelett und ihre Gelenke benötigen Zeit für eine gesunde Entwicklung.
Temperaturtoleranz: Es ist zu beachten, dass diese Rasse kühle Bedingungen hervorragend verträgt und das winterliche Klima dank ihres dichten, doppelten Fells, aber nicht an heißes Klima und hohe Temperaturen angepasst ist. Im Sommer sollte ihnen ausreichend Schatten, kühles Wasser und klimatisierte Räume zur Verfügung gestellt werden, intensiver körperlicher Anstrengung in den heißesten Stunden des Tages vermieden werden und sie niemals in einem geschlossenen, aufgeheizten Auto zurückgelassen werden.
Gesundheitsvorsorge: Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind entscheidend für die Erhaltung der allgemeinen Gesundheit des Hundes und die frühzeitige Erkennung von Problemen. Jährliche Kontrolluntersuchungen, Impfungen gemäß den Empfehlungen des Fachmanns, regelmäßige prophylaktische Maßnahmen gegen Parasiten (Entwurmung, Schutz vor Zecken und Flöhen) sowie die Überprüfung des Zustands der Gelenke, insbesondere bei älteren Hunden, werden empfohlen. Vor dem Kauf eines Welpen ist es ratsam, die Gesundheitsuntersuchungsergebnisse der Eltern (Röntgenuntersuchungen der Gelenke, augenärztliche Untersuchungen, genetische Tests) zu überprüfen, was die Chance auf einen gesunden Hund mit gutem Langlebigkeits-Potenzial erhöht.
Die Pflege des Großen Schweizer Sennenhundes ist relativ einfach und nicht sehr zeitaufwändig, was diese Rasse für viele Hundebesitzer attraktiv macht, die einen Hund mit mittleren Pflegeanforderungen suchen. Ihr doppeltes Fell besteht aus einem dichten, weichen Unterfell, das thermische Isolation bietet, und einem mittellangen (3-5 cm) eng anliegenden Deckhaar mit glatter oder leicht gewellter Struktur.
Bürsten und Fellpflege:
- Unter normalen Bedingungen (außer während der Mauser) reicht es aus, den Hund einmal pro Woche mit einer Bürste mit Metallstiften oder einem Kamm zu bürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen, Verfilzungen vorzubeugen und die natürlichen Hautöle im Fell zu verteilen.
- Während des Frühjahrs- und Herbsthaars (intensive Mauser) sollte die Bürstfrequenz auf täglich erhöht werden, indem ein Furminator oder eine spezielle Unterfellbürste verwendet wird, um dem Hund zu helfen, überschüssiges totes Fell loszuwerden und die Menge an Haaren im Haus zu minimieren.
- Große Schweizer Sennenhunde sind nicht besonders anfällig für übermäßigen Haarverlust außerhalb der beiden Perioden intensiver Mauser, was sie relativ pflegeleicht im Alltag macht.
- Überprüfen Sie regelmäßig den Bereich hinter den Ohren, am Hals und in den Leisten, wo das Fell verfilzen kann.
Bäder: Regelmäßige Bäder werden nur empfohlen, wenn der Hund besonders schmutzig ist, einen unangenehmen Geruch hat oder nach intensiver Aktivität im Schlamm. Zu häufige Bäder (häufiger als alle 6-8 Wochen) können die Haut des Hundes austrocknen und reizen sowie das natürliche Gleichgewicht der Hautöle stören. Verwenden Sie nur sanfte, für Hunde geeignete Shampoos mit neutralem pH-Wert, die auf den Felltyp abgestimmt sind.
Ohrenhygiene: Besondere Aufmerksamkeit sollte der regelmäßigen Reinigung und Kontrolle der Ohren geschenkt werden, da die Rasse hängende Ohren hat, die Feuchtigkeit speichern und das Wachstum von Bakterien begünstigen können. Überprüfen Sie die Ohren mindestens einmal pro Woche, reinigen Sie die Ohrmuscheln mit einer speziellen Ohrenpflegeflüssigkeit für Hunde mit einem Wattebausch oder einem Gazetuch. Achten Sie auf Anzeichen von Rötung, unangenehmem Geruch oder übermäßiger Sekretion, die auf eine Infektion hinweisen könnten, die eine tierärztliche Beratung erfordert.
Mund- und Zahnhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen (idealerweise täglich oder mindestens 2-3 Mal pro Woche) mit einer für Hunde geeigneten Zahnbürste und Zahnpasta ist entscheidend, um Zahnstein, Zahnfleischerkrankungen und schlechten Atem vorzubeugen. Zusätzlich können Zahnpflegekauknochen, Kauspielzeuge und spezielle Leckerlis zur Unterstützung der Mundhygiene verwendet werden.
Krallenpflege: Die Krallen sollten regelmäßig gekürzt werden (in der Regel alle 3-4 Wochen) mit speziellen Schneidern oder einer Guillotine für große Hunderassen, um übermäßiges Wachstum zu verhindern, das zu Unbehagen, Gehproblemen und Schmerzen führen kann. Wenn Sie ein Klackern der Krallen auf dem Boden hören, während der Hund geht, bedeutet dies, dass sie zu lang sind und gekürzt werden müssen. Achten Sie darauf, die Blutgefäße im Inneren der Kralle (das sogenannte „Leben“) nicht zu schneiden.
Haut- und Körperkontrolle: Bei jeder Pflegesitzung ist es ratsam, eine gründliche Inspektion der Haut, des Körpers und der Gliedmaßen des Hundes durchzuführen, um Folgendes zu überprüfen:
- Zecken, Flöhe oder andere äußere Parasiten
- Wunden, Kratzer, Beulen oder abnormale Hautveränderungen
- Reizungen, Ausschläge oder kahle Stellen
- Überprüfung der Pfoten und Pfotenballen auf Wunden oder Fremdkörper
Insgesamt hat die richtige und regelmäßige Pflege nicht nur einen positiven Einfluss auf das äußere Erscheinungsbild des Hundes, sondern auch auf sein Wohlbefinden, seinen Komfort und seine allgemeine Gesundheit. Darüber hinaus sind regelmäßige Pflegesitzungen eine hervorragende Gelegenheit, um die Bindung zwischen Hund und Besitzer zu stärken und potenzielle Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen, was eine schnelle Intervention und Behandlung ermöglicht.
Großer Schweizer Sennenhund ist eine aktive und energiegeladene Rasse, die regelmäßige, mäßige bis intensive körperliche Aktivität benötigt, um körperlich gesund, psychisch ausgeglichen und glücklich zu bleiben. Aufgrund ihrer Arbeitsherkunft und natürlichen Veranlagungen benötigen sie deutlich mehr Bewegung als ein typischer Begleithund.
Minimale Aktivitätsanforderungen: Tagsüber sollten sie mindestens 60-90 Minuten aktive Bewegung erhalten, die in mehrere Einheiten aufgeteilt werden kann. Dazu gehören:
- Spaziergänge – mindestens 2-3 Spaziergänge täglich (jeweils 20-30 Minuten), idealerweise in gemäßigtem bis schnellem Tempo
- Laufen – langsames Laufen in einem sicheren, eingezäunten Bereich, wo der Hund frei erkunden und rennen kann
- Apportierspiele – Werfen von Bällen, Frisbees oder anderen Spielzeugen
- Lange Wanderungen – Bergtouren, Waldwege, Trekking (besonders an kühleren Tagen)
- Schwimmen – ausgezeichnete, gelenkschonende Aktivität, besonders für Hunde mit Gelenkproblemen
Aktivitätsumgebung: Aufgrund ihrer Kraft, Größe und Energie sind dies Hunde, die sich am besten in offenem Gelände fühlen, wo sie frei rennen, erkunden und ihre natürliche Kondition nutzen können. Die ideale Umgebung ist:
- Ein Haus mit einem großen, sicher eingezäunten Garten oder Grundstück
- Die Nähe zu Spaziergebieten – Wälder, Parks, Wiesen, Freizeitwege
- Zugang zu verschiedenen Wanderwegen zur Abwechslung der Aktivitäten
Mentale Stimulation: Große Schweizer Sennenhunde sind sehr intelligent und benötigen nicht nur körperliche, sondern auch intensive mentale Stimulation, um glücklich zu bleiben und Langeweile zu vermeiden, die zu Verhaltensproblemen führen kann. Es ist sinnvoll, sie in folgende Aktivitäten einzubeziehen:
- Gehorsamkeitstraining – Erlernen neuer Kommandos und Tricks
- Suchspiele – Verstecken von Leckerlis, Fährtenarbeit
- Interaktive Spielzeuge – Puzzles, Kong gefüllt mit Leckerlis, Futterspender-Spielzeuge
- Hundesport – Agility, Gehorsam, Rallye-Gehorsam, Carting (Wagen ziehen), Gewichtziehen
- Aufgabentraining – Erlernen einfacher Hausarbeiten (Gegenstände bringen, Türen schließen)
Welpenaktivität – WICHTIGE EINSCHRÄNKUNGEN: Es ist wichtig, übermäßige Anstrengung bei Welpen großer Schweizer Sennenhunde zu vermeiden, da ihre Knochen, Gelenke und Bänder sich noch entwickeln und sehr anfällig für Verletzungen und dauerhafte Schäden sind. Die Regeln für die Aktivität von Welpen lauten:
- Begrenze intensive Anstrengung bis zum Alter von mindestens 12-18 Monaten (vollständige skelettale Reife)
- Verwende die 5-Minuten-Regel – 5 Minuten Spaziergang für jeden Lebensmonat, zweimal täglich (z.B. 3 Monate alter Welpe: 15 Minuten × 2 = 30 Minuten täglich)
- Vermeide Sprünge aus Höhen, Laufen auf harten Oberflächen, intensives Rennen hinter dem Fahrrad
- Lass den Welpen das Tempo selbst regulieren – zwinge ihn nicht zu weiterer Aktivität, wenn er müde ist
- Konzentriere dich auf Sozialisation und mentale Stimulation anstelle intensiver körperlicher Übungen
Anpassung an Alter und Fitness: Mit dem Heranwachsen des Hundes kann die Intensität, Dauer und Schwierigkeit des Trainings schrittweise erhöht werden, um ihm zu helfen, ein gesundes Körpergewicht, starke Muskulatur und psychisches Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Für ältere Hunde (über 7-8 Jahre) sollte die Aktivität an ihre Möglichkeiten angepasst werden, wobei der Schwerpunkt auf regelmäßigen, ruhigeren Spaziergängen anstelle intensiver Übungen liegt.
Vorsicht bei hohen Temperaturen: Aufgrund ihres dichten, dunklen Fells und massiven Körperbaus sind große Schweizer Sennenhunde empfindlich gegenüber hohen Temperaturen und dem Risiko einer Überhitzung. In den Sommermonaten:
- Plane intensive Aktivitäten auf frühen Morgen oder späten Abend, wenn die Temperaturen niedriger sind
- Vermeide Übungen in der prallen Sonne und während der heißesten Tageszeiten (11:00-16:00)
- Stelle immer Zugang zu frischem, kühlem Wasser sicher
- Beobachte Anzeichen von Überhitzung (starkes Hecheln, übermäßiger Speichelfluss, Schwäche)
- Ziehe Wasseraktivitäten (Schwimmen) als Alternative in Betracht
Diese Rasse hat eine natürliche Neigung, aktiv und glücklich zu sein, daher ist es absolut entscheidend, ihnen ein angemessenes Niveau an regelmäßiger körperlicher und mentaler Aktivität zu bieten, um ihre körperliche Gesundheit, psychische Balance und Lebenszufriedenheit zu gewährleisten. Ohne die richtige Menge an Bewegung und Stimulation können sie Verhaltensprobleme entwickeln, wie destruktives Verhalten, übermäßiges Bellen, Hyperaktivität oder Depression.
Die Ausbildung eines Großen Schweizer Sennenhundes kann relativ einfach und befriedigend sein, erfordert jedoch Geduld, Konsequenz und eine positive Einstellung. Diese Rasse ist intelligent, kooperationsbereit und lernt schnell, kann jedoch manchmal eine gewisse Unabhängigkeit zeigen, die für Arbeitshunde typisch ist, was den Lernprozess etwas erschweren kann.
Früher Beginn der Ausbildung: Es wird empfohlen, die Ausbildung so früh wie möglich zu beginnen, am besten im Welpenalter (ab 8-10 Wochen), um dem Welpen zu helfen, positive Gewohnheiten, angemessenes Verhalten und eine starke Bindung zum Halter zu entwickeln. Frühe Ausbildung umfasst:
- Grundkommandos – Sitz, Platz, Fuß, Bleib, Komm
- Sauberkeit im Haus – das Lernen, an bestimmten Orten sein Geschäft zu verrichten
- Leinenführigkeit – das ruhige Gehen ohne Ziehen zu lernen (besonders wichtig für eine so große und starke Rasse)
- Gewöhnung an Berührungen – das Berühren von Pfoten, Ohren, Schnauze, was die spätere Pflege und Tierarztbesuche erleichtert
Trainingsmethoden – positive Verstärkung: Die Besitzer sollten ausschließlich positive Trainingsmethoden verwenden, die auf Belohnungen für gutes Verhalten (Leckerlis, verbale Lob, Spielzeug, Streicheln) basieren, was hilft, eine starke, vertrauensvolle Bindung zwischen Hund und Besitzer aufzubauen. Vermeiden Sie körperliche Strafen und negative Trainingsmethoden, die die Beziehung schädigen und Angst oder Aggression hervorrufen können.
Charakteristika des Ausbildungsprozesses:
- Intelligenz und Lernbereitschaft – die Rasse nimmt neue Kommandos schnell auf, oft genügen ein paar Wiederholungen
- Natürliche Kooperationsbereitschaft – aufgrund ihrer Arbeitsherkunft und Menschennähe sind sie bereit, Befehlen zuzuhören und den Halter zufriedenzustellen
- Unabhängigkeit und Sturheit – sie können etwas stur sein und ihre eigene Meinung äußern, insbesondere wenn sie den Sinn eines Befehls nicht erkennen oder gelangweilt sind. Dies erfordert Konsequenz und Geduld seitens des Halters
- Emotionale Sensibilität – sie reagieren empfindlich auf den Tonfall und die Stimmung des Halters, daher ist eine positive Atmosphäre entscheidend
- Bedarf an Motivation – halte die Trainingseinheiten kurz (10-15 Minuten), dynamisch und abwechslungsreich, um ihr Interesse und ihre Motivation aufrechtzuerhalten
Sozialisation – ein entscheidendes Element der Ausbildung: Schulungen zur intensiven, frühen Sozialisation sollten ein integraler Bestandteil der Welpenentwicklung sein, um sicherzustellen, dass sie gut an das Leben in der Familie und in der Gesellschaft angepasst sind. Sozialisation umfasst:
- Verschiedene Menschen – Männer, Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Hüten, Brillen, Uniformen
- Andere Tiere – Hunde verschiedener Rassen und Größen, Katzen, Nutztiere
- Verschiedene Orte – Stadt, Land, Zoohandlungen, Parks, Wälder, öffentliche Verkehrsmittel
- Verschiedene Reize – Geräusche (Autos, Sirenen, Lärm), verschiedene Oberflächen (Metall, Holz, Plastik), Gegenstände (Regenschirme, Kinderwagen)
Eine angemessene Sozialisation hilft, Verhaltensprobleme wie Angst, defensive Aggression, übermäßige Schüchternheit oder Reaktivität gegenüber fremden Reizen zu verhindern.
Fortgeschrittene Ausbildung und Sport: Es ist sinnvoll, verschiedene Übungen und Herausforderungen einzuführen, um die natürliche Intelligenz und das Arbeitspotential der Rasse zu nutzen. Große Schweizer Sennenhunde eignen sich hervorragend für:
- Fortgeschrittenes Gehorsamstraining (Obedience, Rally Obedience)
- Carting – das Ziehen von Wagen oder Schlitten (traditionelle Arbeit dieser Rasse)
- Weight Pulling – das Ziehen von Gewichten (Kraftsport für Hunde)
- Agility – Hindernisparcours (bei entsprechender körperlicher Vorbereitung)
- Geruchsspurensuche – Mantrailing, Nosework
- Tiergestützte Therapie – Hundetherapie in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Schulen
Typische Trainingsherausforderungen:
- Leinenziehen – aufgrund ihrer Stärke und Masse erfordert es frühzeitiges und konsequentes Training des lockeren Gehens an der Leine
- Springen auf Menschen – Welpen können im Begrüßungsgebaren springen, was süß ist, aber bei einem 60-Kilogramm schweren erwachsenen Hund nicht akzeptabel ist
- Übermäßiger Schutz von Ressourcen – kann spezielles Training zum Teilen von Spielzeug und Futter erfordern
- Langweilen während der Wiederholungen – bringe Abwechslung ins Training
Prävention von Verhaltensproblemen: Eine angemessene, regelmäßige Ausbildung sowie die Bereitstellung ausreichender körperlicher Aktivität und mentaler Stimulation helfen, Verhaltensprobleme zu verhindern, die aus Langeweile, Frustration und fehlender Struktur resultieren können. Probleme wie destruktives Verhalten, übermäßiges Bellen, Hyperaktivität oder Sturheit sind oft das Ergebnis unzureichenden Engagements des Hundes.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Große Schweizer Sennenhund eine Rasse ist, die hervorragend auf positives, konsequentes Training reagiert, das mit Liebe, Respekt und Geduld durchgeführt wird. Mit dem richtigen Ansatz werden sie zu hervorragend ausgebildeten, gehorsamen und ausgeglichenen Hunden, die Freude und Stolz ihrer Besitzer sind.
Eine angemessene, ausgewogene Ernährung ist ein entscheidendes Element für die Gesundheit, Langlebigkeit und das Wohlbefinden des großen Schweizer Sennenhundes. Aufgrund ihres hohen Körpergewichts, ihrer hohen Energie und Aktivität ist es wichtig, dass ihre Ernährung sorgfältig ausgewählt und reich an hochwertigen Nährstoffen ist, die die Gesundheit von Muskeln, Gelenken, Fell und allgemeinem Wohlbefinden unterstützen.
Grundlegende Ernährungsanforderungen:
- Hochwertiges Protein (25-30% Trockenmasse) – aus Fleisch (Huhn, Rind, Lamm, Fisch), das das Wachstum und die Erhaltung der Muskelmasse sowie die Gesundheit von Gelenken und Bändern unterstützt
- Gesunde Fette (12-18% Trockenmasse) – Energiequelle und notwendig für die Gesundheit von Haut, Fell und Gehirnfunktionen. Besonders wichtig sind die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus Fischöl und Leinsamenöl
- Komplexe Kohlenhydrate – langfristige Energiequelle aus braunem Reis, Hafer, Süßkartoffeln, Gemüse
- Ballaststoffe – unterstützen die Gesundheit des Verdauungstraktes und die normale Peristaltik aus Gemüse, Obst, Vollkorngetreide
- Vitamine und Mineralien – umfassende Unterstützung für das Immunsystem, Knochen, Zähne, Sehkraft
Anpassung der Ernährung an Alter und Aktivität: Das Futter sollte an das Alter, das Körpergewicht und das Aktivitätsniveau des Hundes angepasst werden:
- Welpen (0-18 Monate) – Futter für Welpen großer oder riesiger Rassen, speziell formuliert, um kontrolliertes, schrittweises Wachstum und die gesunde Entwicklung des Skeletts ohne übermäßige Belastung der Gelenke zu unterstützen. WICHTIG: Vermeiden Sie Futter mit übermäßigem Calcium- und Proteingehalt, da dies das Wachstum beschleunigen und das Risiko von Dysplasie erhöhen kann
- Erwachsene Hunde (18 Monate – 7 Jahre) – Futter für erwachsene Hunde großer Rassen, mit angemessener Kalorienanzahl, die an das Aktivitätsniveau (aktiv vs. mäßig aktiv) angepasst ist
- Senioren (über 7 Jahre) – Seniorfutter mit reduzierter Kalorienanzahl, erhöhtem Gehalt an Glucosamin und Chondroitin zur Unterstützung der Gelenke, Antioxidantien
Körpergewicht und Portionen kontrollieren: Die Besitzer sollten besonderen Wert auf die Menge des gefütterten Futters legen, um übermäßige Gewichtszunahme zu vermeiden, die zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen kann:
- Fettleibigkeit erhöht die Belastung der Gelenke, was zu Arthrose, Dysplasie und Rückenproblemen führt
- Verkürzt die Lebensdauer um 1-2 Jahre
- Erhöht das Risiko für Diabetes, Herzkrankheiten, Atemprobleme
Ernährungsempfehlungen:
- Füttern Sie 2-3 Mal täglich – die tägliche Portion auf kleinere Mahlzeiten aufzuteilen, verringert das Risiko einer Magendrehung (GDV)
- Halten Sie sich an die Portionsempfehlungen des Futtermittelherstellers und passen Sie diese an den individuellen Stoffwechsel und das Aktivitätsniveau des Hundes an
- Kontrollieren Sie die Leckerlis – sie sollten nicht mehr als 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen
- Vermeiden Sie das Füttern direkt vor oder nach intensiver Anstrengung – verringert das Risiko einer Magendrehung
- Verwenden Sie erhöhte Näpfe für Futter und Wasser – reduziert die Belastung von Hals und Rücken
Wasser: Frisches, sauberes Wasser sollte immer unbegrenzt verfügbar sein, um eine angemessene Hydratation des Körpers zu gewährleisten, insbesondere nach körperlicher Aktivität und an warmen Tagen. Große Hunde trinken erhebliche Mengen Wasser – überprüfen und füllen Sie die Schüssel mehrmals täglich auf.
Supplementierung: Es ist ratsam, die Zugabe von gesundheitsfördernden Ergänzungen in Betracht zu ziehen, insbesondere für ältere oder aktive Hunde:
- Glucosamin und Chondroitin – unterstützen die Gesundheit von Gelenken und Knorpeln und verhindern Arthrose
- Omega-3-Fettsäuren (aus Fischöl) – fördern die Gesundheit von Gelenken, Haut, Fell, kognitiven Funktionen und dem Herz-Kreislauf-System
- Probiotika – unterstützen die Gesundheit des Verdauungstraktes und des Immunsystems
- Antioxidantien (Vitamine E, C) – unterstützen das Immunsystem und verlangsamen den Alterungsprozess
Vor der Einführung von Ergänzungen konsultieren Sie Ihren Tierarzt, um sicherzustellen, dass sie für die individuellen Bedürfnisse Ihres Hundes geeignet und sicher sind.
Futterarten:
- Trockenfutter – praktisch, wirtschaftlich, hilft bei der Mundhygiene durch mechanische Reinigung der Zähne
- Nassfutter – höhere Hydratation, schmackhafter, leichter verdaulich
- BARF-Diät/roh – erfordert ein genaues Verständnis der Ernährungsbedürfnisse und die Ausgewogenheit der Zutaten, Konsultation mit einem Tierernährungsberater
- Hausgemachte gekochte Diät – erfordert sorgfältige Planung und Supplementierung, um alle notwendigen Nährstoffe bereitzustellen
Unabhängig von der gewählten Futterart ist die Qualität der Zutaten oberstes Gebot – wählen Sie Premium- oder Super-Premium-Futter mit hohem Fleischanteil, ohne unnötige Füllstoffe, künstliche Farbstoffe und Konservierungsstoffe.
Überwachung und Anpassung: Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sowie Überwachung des Körpergewichts und des Zustands (Kontrolle der Rippen, Taille) helfen, die Ernährung an die individuellen Bedürfnisse des Hundes anzupassen und ihren allgemeinen Gesundheitszustand zu überwachen. Jeder Hund ist anders, daher kann das, was für einen funktioniert, für einen anderen Anpassungen erfordern.
Zusammenfassend ist eine ausgewogene, hochwertige Ernährung, die an Alter, Körpergewicht und Aktivitätsniveau angepasst ist, die Grundlage für ein langes, gesundes und glückliches Leben eines großen Schweizer Sennenhundes.
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Er eignet sich hervorragend als loyaler Familien- und Begleithund. Die hohe Intelligenz erleichtert das Training und das Erlernen von Kommandos erheblich. Der starke Schutz- und Wachinstinkt schützt die Familie und das Eigentum. Eine relativ lange Lebensdauer für eine große Rasse (10-12 Jahre). Ein ausgewogener
- ruhiger Temperament
- ideal für Familien mit Kindern. Vielseitigkeit – er bewährt sich in Hundesportarten und bei der Arbeit. Ein schöner
- charakteristischer dreifarbiger Look.
Nachteile
- Erfordert regelmäßige körperliche Aktivität und mentale Stimulation
- benötigt engen
- ständigen Kontakt zur Familie und kann Einsamkeit nicht ertragen
- kann während des Trainings eine gewisse Unabhängigkeit und Sturheit zeigen
- Anfälligkeit für Hüftdysplasie und andere orthopädische Probleme
- Empfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen und Risiko einer Überhitzung
- intensives Haaren während des Frühlings- und Herbstwechsels
- benötigt viel Lebensraum und Zugang zu einem eingezäunten Gelände.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Die Geschichte des großen Schweizer Sennenhundes reicht bis in die antike Zeit zurück und ist eng mit der Entwicklung der alpinen Zivilisation in der Schweiz verbunden. Diese faszinierende Rasse hat ihre Wurzeln in den Molossern – mächtigen Kampf- und Arbeitshunden, die vor etwa 2000 Jahren von den römischen Legionen während der Eroberung Europas in die Alpenregion gebracht wurden. Diese massiven Hunde wurden von den Römern als Kriegs-, Wach- und Lagerhunde eingesetzt.
Entwicklung in den Schweizer Alpen: Nach dem Fall des Römischen Reiches blieben die Nachkommen dieser Molosser in den alpinen Regionen der Schweiz, wo sie über Jahrhunderte mit einheimischen Hunden gekreuzt wurden, um sich an die rauen Bergbedingungen und die Bedürfnisse der einheimischen Landwirte anzupassen. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich zu multifunktionalen Arbeitshunden, die:
- Die Viehherden auf den alpinen Weiden bewachten
- Wagen und Schlitten mit Waren, Milch und Käse in die Städte und auf die Märkte zogen
- Farmen und Höfen vor wilden Tieren und ungebetenen Gästen schützten
- Den Metzgern beim Transport von Fleisch halfen (daher der andere Name: Metzgerhund)
Diese Hunde waren ein unverzichtbarer Bestandteil des Berglebens und genossen großen Respekt unter den alpinen Landwirten und Hirten für ihre Stärke, Ausdauer, Loyalität und Vielseitigkeit.
Der Rückgang und die Wiederentdeckung der Rasse: Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, mit der Industrialisierung und Mechanisierung des Transports, nahm die traditionelle Rolle der Zugtiere erheblich ab. Autos, Traktoren und Seilbahnen ersetzten die Hundeschlitten, was zu einem drastischen Rückgang der Population und fast vollständigen Aussterben der großen Schweizer Sennenhunde führte. Die Rasse stand am Rande des Aussterbens, während die meiste Aufmerksamkeit auf kleinere und modischere Schweizer Sennenhunde wie den Berner Sennenhund gerichtet war.
Professor Albert Heim – der Vater der Rasse: Im Jahr 1908, während der Jubiläums-Hundeschau in Langenthal anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft (Schweizerische Kynologische Gesellschaft – SKG), wurden zwei große, kurzhaarige Hunde mit dreifarbiger Fellzeichnung Professor Albert Heim – einem herausragenden Geologen, Alpinisten und großen Förderer der Schweizer Sennenhunde – präsentiert.
Professor Heim, bekannt für sein tiefes Wissen und seine Leidenschaft für einheimische Hunderassen, erkannte sofort in ihnen Vertreter einer alten, vom Aussterben bedrohten Variante großer Berg- oder Metzgerhunde, deren Vorfahren in der Vergangenheit weit verbreitet in ganz Europa als Wach-, Zug- und Treibhunde waren. Heim war überzeugt, dass diese Hunde eine authentische, ursprüngliche Form der Schweizer Sennenhunde repräsentieren und beschloss, die Rasse zu retten und wiederherzustellen.
Anerkennung und Wiedergeburt der Rasse:
- 1909 – Die Hunde wurden offiziell von der SKG als eigenständige Rasse anerkannt unter dem Namen Großer Schweizer Sennenhund und im Band 12 des Schweizer Zuchtbuchs (Swiss Stud Book) registriert
- 1912 – Der Verein der Großen Schweizer Sennenhunde (Klub für Grosse Schweizer Sennenhunde) wurde gegründet, um die Rasse zu fördern, vor dem Aussterben zu schützen und rein zu züchten
- 5. Februar 1939 – Die Internationale Kynologische Föderation (FCI) veröffentlichte den ersten offiziellen Rassestandard, was der Rasse internationale Anerkennung verlieh
Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert: In den folgenden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bauten Züchter allmählich die Population der Rasse wieder auf, wobei sie sich auf die Erhaltung der traditionellen Arbeitsmerkmale, des charakteristischen Aussehens und des ausgewogenen Temperaments konzentrierten. In den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Rasse nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen europäischen Ländern, insbesondere in Deutschland, Österreich und Frankreich, an Beliebtheit zu gewinnen.
Seit den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts erreichten große Schweizer Sennenhunde Nordamerika, wo sie als hervorragende Familien-, Begleit- und Arbeitshunde Anerkennung fanden. Im Jahr 1995 wurde die Rasse offiziell vom American Kennel Club (AKC) anerkannt.
Moderne Rolle: Heute werden große Schweizer Sennenhunde in vielen Ländern der Welt vor allem als Familien-, Begleit- und Wachhunde geschätzt. Obwohl ihre traditionelle Rolle als Zugtiere weitgehend der Vergangenheit angehört, trainieren einige Enthusiasten sie weiterhin in Sportarten wie Carting (Wagenziehen) und Weight Pulling (Gewichtziehen), um ihr Arbeitsvermächtnis und ihre natürlichen Fähigkeiten zu bewahren.
Dank ihres ausgeglichenen Temperaments, ihrer zuverlässigen Loyalität und Vielseitigkeit werden große Schweizer Sennenhunde besonders als Familienhunde für aktive Familien geschätzt, die ihnen die nötige Bewegung, Beschäftigung und Liebe bieten können. Diese Rasse ist ein lebendiges Zeugnis der reichen Geschichte der Schweizer Alpen und der traditionellen, symbiotischen Beziehung zwischen Mensch und Hund.
Ihre Geschichte ist eine faszinierende Erzählung von Überleben, Entschlossenheit und Wiedergeburt – von den antiken römischen Molossern über Jahrhunderte der Arbeit in alpinen Höfen, dem nahezu vollständigen Aussterben bis hin zur modernen Anerkennung als eine der charakteristischsten und geschätztesten Schweizer Rassen. Professor Albert Heim hat mit seiner Vision und Entschlossenheit diese wunderbare Rasse vor dem Vergessen gerettet und ihr einen Platz im Herzen der Hundefreunde auf der ganzen Welt für kommende Generationen gesichert.



