Brüsseler Griffon

Brüsseler Griffon

FCI #80FCI-Anerkennung: 2003Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

9FCI 80

Größe

Klein

Herkunftsland

BE

Höhe

20-28 cm

Gewicht

3.5-6 kg

Lebenserwartung

12-14 Jahre

Temperament

AnhänglichVerspieltWachsam

Überblick

Brüsseler Griffon ist ein außergewöhnlich niedlicher kleiner Hund, der nicht nur durch sein charakteristisches Aussehen, sondern auch durch seine einzigartige, lebhafte und treue Persönlichkeit Aufmerksamkeit erregt. Diese belgische Rasse hat eine lange und faszinierende Geschichte als Begleit- und Wachhund, die viele Jahrhunderte zurückreicht.

Das charakteristische rauhaarige Fell und das ausdrucksstarke Gesicht mit fast menschlichem Ausdruck verleihen den Griffons ein einzigartiges Aussehen, das sie weltweit erkennbar macht. Ihre kleinen Größen machen sie zu idealen Begleitern sowohl in Wohnungen als auch in Häusern mit Garten. Sie leben im Durchschnitt 12 bis 14 Jahre, was für eine so kleine Rasse beeindruckend ist.

Der Brüsseler Griffon zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Bindung zu seinem Besitzer aus – seine Loyalität und Hingabe machen ihn zu einem untrennbaren Familienmitglied. Darüber hinaus machen ihre natürliche Wachsamkeit und Aktivität, trotz ihrer geringen Größe, sie zu hervorragenden Alarmhunden, die sofort auf besorgniserregende Geräusche oder die Anwesenheit von Fremden reagieren.

Im Laufe der Jahrhunderte gewann die Rasse durch königliches Interesse an Popularität – selbst Königin von Belgien Marie-Henriette war eine große Liebhaberin der Griffons, was erheblich zu ihrer Verbreitung in Europa beitrug. Ihr einzigartiges Aussehen und Temperament ziehen bis heute Hundeliebhaber aus der ganzen Welt an.

Die Intelligenz und natürliche Neugier der Brüsseler Griffons machen sie zu hervorragenden Spielgefährten, die jedoch angemessene geistige Stimulation und konsequentes Training benötigen. Sie sind auch emotional sensibel, was bedeutet, dass sie einen sanften, aber bestimmten Ansatz in der Ausbildung sowie warme Beziehungen zur Familie benötigen.

Ihre Geschichte ist voller faszinierender Ereignisse – von der ursprünglichen Rolle beim Schutz von Ställen vor Nagetieren über ihre Anwesenheit an königlichen Höfen bis hin zur modernen Popularität in der Medienkultur. Trotz ihrer kleinen Größe hat der Brüsseler Griffon ein großes Herz und eine ausgeprägte Persönlichkeit, die das Leben jedes bereichern wird, der sich für seine Adoption entscheidet. In den weiteren Teilen des Leitfadens finden Sie detaillierte Informationen über Gesundheit, Pflege, körperliche Aktivität, Training, Ernährung und die Geschichte dieser außergewöhnlichen Rasse.

Der Brüsseler Griffon ist ein kleiner Hund mit einem charakteristischen und einzigartigen Aussehen, der sofort die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Seine Silhouette ist proportional, kräftig und kompakt, mit einem nahezu quadratischen Körperbau, der ihm ein stabiles und ausgewogenes Erscheinungsbild verleiht.

Maße und Bau:

  • Schulterhöhe: normalerweise von 20 bis 28 cm
  • Gewicht: von 3,5 bis 6 kg
  • Bau: kompakt, kräftig, nahezu quadratisch
  • Bewegung: elegant und sicher trotz kleiner Größe

Fell und Farbe:
Das Fell des Griffons ist rau, hart und dicht, was ihm ein charakteristisches, etwas zerzaustes Aussehen verleiht. Die Farben können vielfältig sein:

  • Rot (von hell bis dunkel)
  • Rostfarben mit schwarzen Spitzen
  • Schwarz mit roten Abzeichen

Kopf und Gesicht:
Der Kopf ist ein großer und sehr markanter Teil des Körpers, der den Griffons fast einen menschlichen Ausdruck verleiht. Runde, dunkle Augen sind groß und glänzend, voller Intelligenz und Neugier. Die kurze Schnauze sorgt dafür, dass das Profil ausgeprägt und charakteristisch für die Rasse ist. Der Kiefer zeigt normalerweise einen leichten Überbiss, was für diese Rasse typisch ist.

Ohren und Schwanz:
Die Ohren sind klein und hoch am Kopf angesetzt. Sie können natürlich (stehend oder halbstehend) oder beschnitten sein, wobei heutzutage natürliche Ohren bevorzugt werden. Der Schwanz wird ziemlich hoch getragen, kann natürlicher Länge oder beschnitten sein, je nach den nationalen Vorschriften zum Schwanzkupieren.

Der Brüsseler Griffon ist ein Hund, der mit seinem außergewöhnlichen Aussehen, seiner charakteristischen, selbstbewussten Haltung und seinem ausdrucksvollen Gesichtsausdruck, der oft menschliche Emotionen widerspiegelt, Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Gut mit Katzen
Wohnungstauglich
Für Erstbesitzer geeignet
Toleriert kaltes Wetter
Toleriert heißes Wetter
Leicht zu pflegen
Wenig sabbernd
Nicht zum Beißen neigend
Entweicht nicht

Vorteile

  • Ideal für Wohnungen
  • Langlebig
  • Wachsam und aktiv
  • Intelligent und leicht zu trainieren
  • Hingebungsvoll gegenüber dem Besitzer
  • Ausgezeichneter Begleiter

Nachteile

  • Erfordert einen sensiblen Ansatz
  • Benötigt geistige Stimulation
  • Emotionale Sensibilität
  • Neigung zum Bellen
  • Kann stur sein
  • Empfindlich gegenüber hohen Temperaturen.

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Der Brüsseler Griffon hat eine reiche, faszinierende Geschichte, die viele Jahrhunderte zurückreicht. Diese Rasse stammt aus Belgien und ihre Wurzeln sind eng mit der Region Brüssel verbunden, wo sie über Jahrhunderte als Arbeits- und Begleithund den Menschen zur Seite stand.

Ursprüngliche Herkunft (vor dem 19. Jahrhundert):
Die Vorfahren der Griffons, bekannt als Smousje (oder Smoutshond), waren kleine, rauhaarige Hunde, die seit Jahrhunderten in der Umgebung von Brüssel verbreitet waren. Es handelte sich um Arbeitshunde, die praktische Funktionen erfüllten:

  • Stallbewachung – Bekämpfung von Nagetieren (Ratten und Mäusen)
  • Bewachung von Kutschen – Alarmierung der Kutscher bei sich nähernden Fremden
  • Begleitung städtischer Handwerker – als Gesellschaftshunde

Diese kleinen, energiegeladenen Hunde erfreuten sich aufgrund ihrer Jagdfähigkeiten und ihres wachsamen Temperaments großer Beliebtheit bei der Stadtbevölkerung.

Formung der modernen Rasse (19. Jahrhundert):
Im 19. Jahrhundert entstand durch gezielte Kreuzungen mit anderen Rassen ein neuer Hundetyp, der sich durch ein markanteres Aussehen und edleren Ursprung auszeichnete. Für die Kreuzungen wurden verwendet:

  • Ruby King Charles Spaniel – was der Rasse einen runden Kopf, große Augen und rote Farbtöne im Fell verlieh
  • Französische Bulldogge – was eine kürzere Schädelstruktur, eine flache Schnauze und schwarze Fellfarbe einbrachte
  • Möglicherweise Yorkshire Terrier – um die kleinen Maße und die rauhaarige Textur zu erhalten

Das Ergebnis dieser Kreuzungen war die Entstehung von drei Rassevarianten, die heute als eigenständig, aber eng verwandt anerkannt werden:

  • Brüsseler Griffon (Griffon Bruxellois) – rauhaarig, rotbraune Fellfarbe
  • Belgischer Griffon (Griffon Belge) – rauhaarig, schwarze oder schwarz-gebrannte Fellfarbe
  • Petit Brabançon – kurzhaarige Variante (glattes Fell)

Offizielle Anerkennung der Rasse (Ende des 19. Jahrhunderts):
Im Jahr 1883 wurden die ersten Brüsseler Griffons offiziell im St. Hubertus Zuchtbuch (L.O.S.H.) – dem belgischen kynologischen Verein – registriert. Die ersten registrierten Vertreter waren:

  • Topsy (L.O.S.H. Nr. 163)
  • Foxine (L.O.S.H. Nr. 164)

Dieses Ereignis leitete die formale Zucht der Rasse gemäß festgelegten Standards ein.

Königliche Patronage (Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts):
Um 1900 gewannen die Brüsseler Griffons durch das königliche Interesse von Königin Marie-Henriette von Belgien, die eine große Liebhaberin dieser Rasse war, enorm an Popularität. Ihre Leidenschaft trug maßgeblich zu:

  • Steigerung des Ansehens der Rasse in Europa
  • Export vieler Exemplare ins Ausland
  • Verbreitung der Rasse unter der Aristokratie und den oberen Schichten
  • Festlegung höherer Zuchtstandards

Dank der königlichen Patronage wurden die Griffons zu einem Symbol für Eleganz und guten Geschmack, was das Interesse von Züchtern auf dem gesamten Kontinent weckte.

Internationale Expansion (Anfang des 20. Jahrhunderts):
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Brüsseler Griffons nach:

  • England – wo sie in den 1890er Jahren eine Fangemeinde fanden
  • Frankreich – wo sie schnell zu Favoriten der Pariser Aristokratie wurden
  • Vereinigte Staaten – wo sie vom American Kennel Club (AKC) anerkannt wurden
  • Anderen europäischen Ländern – wo die Rasse unter Liebhabern von Begleithunden an Popularität gewann

Zeitalter der Weltkriege (20. Jahrhundert):
Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs sank die Population der Brüsseler Griffons dramatisch aufgrund von Kriegsnöten, Nahrungsmittelknappheit und Zerstörungen in Europa. Die Rasse überlebte dank der Bemühungen engagierter Züchter, die nach dem Ende der Kriege die Wiederherstellung der Population in Angriff nahmen.

Gegenwart (21. Jahrhundert):
Heute erfreuen sich die Brüsseler Griffons weltweit großer Beliebtheit als:

  • Begleithunde – ideal für Stadtbewohner
  • Ausstellungshunde – regelmäßig auf internationalen Ausstellungen präsentiert
  • Medienhunde – erscheinen oft in Filmen und Serien (z.B. im Film As Good as It Gets mit Jack Nicholson)

Die Rasse ist offiziell von allen wichtigen kynologischen Organisationen anerkannt, einschließlich der FCI (Fédération Cynologique Internationale), AKC (American Kennel Club) und Kennel Club (UK).

FCI-Standard:
Laut dem FCI-Standard gehören die Brüsseler Griffons zu:

  • Gruppe 9 – Zier- und Begleithunde
  • Sektion 3 – Kleine belgische Hunde
  • Ohne Arbeitsprüfung

Ihre Geschichte – von bescheidenen Anfängen als Stallhunde zur Bekämpfung von Nagetieren, über ihre Präsenz an königlichen Höfen bis hin zur modernen Popularität in der Medienkultur – macht den Brüsseler Griffon zu einer Rasse mit einem außergewöhnlich reichen kulturellen und historischen Erbe.