
Harrier
FCI-Gruppe
6• FCI 295
Größe
Mittel
Herkunftsland
GB
Höhe
48-55 cm
Gewicht
20-30 kg
Lebenserwartung
10-15 Jahre
Temperament
Überblick
Der Harrier ist eine faszinierende Jagdhunderasse aus Großbritannien, die seit Jahrhunderten die Aufmerksamkeit von Liebhabern eines aktiven Lebensstils auf sich zieht. Dieser mittelgroße Jagdhund zeichnet sich durch seinen unglaublichen Spürsinn und außergewöhnliche Ausdauer im Gelände aus. Obwohl er physisch seinem größeren Verwandten – dem Foxhound – ähnelt, ist der Harrier eleganter, leichter und deutlich raffinierter in der Silhouette.
Der Körperbau des Harriers ist eine ideale Kombination aus Stärke und Leichtigkeit. Sein ausdrucksvoller Kopf mit der langen, edlen Schnauze und der gut entwickelten schwarzen Nase zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Die dunklen, ausdrucksvollen Augen mittlerer Größe und die charakteristischen V-förmigen Ohren, die leicht abgewinkelt und kurz sind, verleihen ihm einen äußerst intelligenten Gesichtsausdruck. Der gesamte Körper ist perfekt muskulös – der gerade Rücken, die leicht gewölbte Lendenlinie und die tiefe Brust zeigen seine athletische Kondition. Der hoch getragene Schwanz mit den charakteristischen längeren Haaren an der Spitze, die an Ähren erinnern, verleiht der Rasse zusätzlichen Charme.
Das Fell des Harriers ist kurz, glatt und typisch englisch – meist weiß mit auffälligen schwarzen oder orangefarbenen Flecken. Diese Farbgebung sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch praktische Bedeutung während der Jagd, da sie das Erkennen des Hundes im Gelände erleichtert.
Der Charakter des Harriers ist ebenso beeindruckend wie sein Aussehen. Es ist ein Hund mit starker Persönlichkeit, der regelmäßige körperliche Aktivität und geistige Stimulation benötigt, um psychisch im Gleichgewicht zu bleiben. Diese Rasse ist nicht für Menschen geeignet, die einen sitzenden Lebensstil führen – der Harrier braucht einen Besitzer, der ebenso aktiv und energiegeladen ist wie er selbst.
Wenn du in Erwägung ziehst, einen Harrier in deine Familie aufzunehmen, bereite dich auf einen Hund vor, der dein treuer Begleiter bei langen Wanderungen, beim Joggen oder anderen Aktivitäten im Freien sein wird. In diesem Leitfaden findest du detaillierte Informationen über Gesundheit, Pflege, Trainingsanforderungen, Ernährung und die reiche Geschichte dieser wunderbaren Rasse. Der Harrier ist nicht nur ein Hund – er ist ein Abenteuergefährte, der dein Leben mit Sicherheit verändern wird!
Der Harrier ist ein mittelgroßer Hund mit harmonischer, kräftiger, aber leichter Bauweise, die den Eindruck von Stärke in Kombination mit Eleganz vermittelt. Die Schulterhöhe variiert zwischen 48 und 55 cm, wobei eine Höhe von 48-50 cm am meisten gewünscht wird. Diese Rasse ist deutlich weniger massiv als der Foxhound, behält jedoch alle Vorteile eines Jagdhundes.
Der Kopf ist äußerst ausdrucksstark und mäßig groß. Der Schädel ist flach, mit leicht ausgeprägtem Hinterhauptswulst. Die Schnauze ist ziemlich lang, eher zur Spitze hin verjüngend als quadratisch, was dem Hund ein edles Aussehen verleiht. Die Nase ist schwarz, gut entwickelt und ideal zum Verfolgen. Die Lippen decken das Unterkiefer gut ab.
Die Augen sind immer dunkel, niemals hervorstehend, von mittlerer Größe und nicht zu rund – voller Intelligenz und Lebhaftigkeit. Die Ohren haben die Form eines V, sind fast flach, leicht gedreht, relativ kurz und eher hoch angesetzt.
Der Hals ist lang und frei, gut mit den Schultern verbunden, leicht bogenförmig im oberen Teil. Der Körper zeigt eine ausgezeichnete jagdliche Kondition: der Rücken ist gerade und muskulös, die Lenden sind stark und leicht gewölbt. Der Brustkorb ist eher in die Tiefe als in die Breite entwickelt, die Rippen sind eher flach als zu rund. Die Unterlinie und der Bauch dürfen weder zu hängend noch zu aufgezogen sein.
Der Schwanz ist von mittlerer Länge, mit etwas längerer und dickerem Fell am Ende, das an Ähren erinnert, stolz nach oben getragen.
Die Vorderbeine sind gerade und aufrecht, mit schrägen und gut bemuskelten Schultern. Die Vorderpfoten sind weder zu kompakt noch zu rund. Die Hinterbeine sind stark mit gut bemuskelten Oberschenkeln. Die Hinterpfoten sind gut kompakt.
Das Fell ist glatt, nicht zu kurz, vom englischen Typ. Die Fellfarbe basiert normalerweise auf Weiß mit schwarzen oder orangefarbenen Flecken, obwohl alle Farben, die für Jagdhunde typisch sind, zulässig sind.
Der Harrier ist ein Hund mit einem außergewöhnlich geselligen und freundlichen Wesen, der sich sowohl im Umgang mit Menschen als auch mit anderen Hunden wohlfühlt. Diese Eigenschaft resultiert aus seiner jahrhundertealten Geschichte als Jagdhund, der im Rudel arbeitet – die Zusammenarbeit mit anderen Hunden liegt ihm einfach im Blut.
Er zeichnet sich durch hohe Energie und Lebhaftigkeit aus, was ihn zum idealen Begleiter für aktive Familien macht. Er ist seinen Besitzern gegenüber loyal und nimmt gerne an allen Familienaktivitäten teil. Sein offener Charakter ermöglicht es ihm, sich leicht an verschiedene Lebenssituationen anzupassen, vom Leben auf dem Land bis hin zur Wohnung in der Stadt – vorausgesetzt, er bekommt ausreichend Bewegung.
Allerdings kann der starke Jagdinstinkt einige Herausforderungen mit sich bringen. Der Harrier hat eine natürliche Neigung, kleine Tiere zu verfolgen und zu jagen – ob er während eines Spaziergangs einen Hasen oder eine Katze sieht, sein Jagdinstinkt wird sofort aktiviert. Aus diesem Grund sind frühe Sozialisierung und konsequentes Training absolut notwendig.
Im Umgang mit Kindern sind Harrier in der Regel geduldig und sanft, was sie zu ausgezeichneten Familienhunden macht. Sie benötigen jedoch regelmäßige geistige Beschäftigung – Langeweile kann zu unerwünschtem Verhalten führen, wie übermäßigem Bellen oder destruktivem Kauen.
Harrier sind auch bekannt für ihre Unabhängigkeit – obwohl sie gehorsam sind, können sie manchmal einen gewissen Sturkopf zeigen, insbesondere wenn ihre Nase eine interessante Spur wittert. Dies erfordert von den Besitzern Geduld und Konsequenz in der Führung des Hundes.
Ein wichtiges Merkmal dieser Rasse ist auch die Lautstärke – Harrier haben ein charakteristisches, lautes Bellen und Heulen, das den Jägern in der Vergangenheit half, die Hunde während der Jagd zu lokalisieren. In häuslichen Verhältnissen sollte dies berücksichtigt werden, insbesondere wenn man in dicht besiedelten Gebieten lebt.
Der Harrier ist generell eine sehr gesunde und robuste Rasse, die die meiste Zeit ihres Lebens in guter Verfassung ist. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Harriers beträgt 10-12 Jahre. Durch jahrhundertelange natürliche Selektion und Arbeit unter schwierigen Bedingungen hat die Rasse einen starken Körper und ein gutes Immunsystem entwickelt.
Dennoch können Harrier, wie jede Rasse, anfällig für bestimmte Erkrankungen sein, die die Besitzer im Auge behalten sollten:
- Hüftgelenkdysplasie – eine Entwicklungsstörung des Hüftgelenks, die zu Lahmheit und Arthrose führen kann. Regelmäßige orthopädische Kontrollen, die Aufrechterhaltung eines angemessenen Gewichts und moderate körperliche Aktivität helfen, das Risiko zu minimieren.
- Ohrenkrankheiten – aufgrund der charakteristischen hängenden Ohren können Harrier anfällig für bakterielle und pilzliche Infektionen sein. Regelmäßige Reinigung und Überprüfung der Ohren sind entscheidend.
- Übergewicht – Hunde dieser Rasse lieben es zu essen, und bei unzureichender Aktivität können sie schnell an Gewicht zunehmen, was die Gelenke und das Herz-Kreislauf-System belastet.
- Verletzungen während der Aktivität – aufgrund ihrer Lebhaftigkeit und ihres Jagdinstinkts können Harrier beim Laufen im Gelände Verletzungen erleiden.
Gesundheitsprävention ist äußerst wichtig. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt (mindestens einmal im Jahr), aktuelle Impfungen, systematische Entwurmungen sowie die Anwendung von Mitteln gegen Flöhe und Zecken sind grundlegend. Es ist auch ratsam, regelmäßige Blutuntersuchungen durchzuführen, insbesondere bei älteren Hunden.
Die Ernährung und die angemessene Menge an Bewegung spielen eine Schlüsselrolle für die Gesundheit des Harriers. Regelmäßige, moderate körperliche Aktivität ist besser als gelegentliche, intensive Anstrengungen, die zu Verletzungen führen können.
Bei angemessener tierärztlicher Betreuung und Pflege der körperlichen Fitness kann der Harrier ein langes, gesundes und aktives Leben an der Seite seines Besitzers genießen.
Der Harrier ist eine Rasse, die keine komplizierte oder zeitaufwendige Pflege erfordert, was ein zusätzlicher Vorteil für beschäftigte Besitzer ist. Sein kurzes, glattes Fell ist leicht zu pflegen, jedoch sind regelmäßige Pflegemaßnahmen unerlässlich, um die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu gewährleisten.
Bürsten: Es reicht aus, den Harrier 1-2 Mal pro Woche mit einer Gummibürste oder Pflegehandschuh zu bürsten. Dies hilft, abgestorbene Haare zu entfernen, die Durchblutung der Haut zu fördern und dem Fell einen gesunden Glanz zu verleihen. In Zeiten des verstärkten Haarens (Frühling und Herbst) sollte die Bürstfrequenz auf 3-4 Mal pro Woche erhöht werden.
Bad: Harrier benötigen keine häufigen Bäder – in der Regel reicht es aus, sie alle 2-3 Monate zu baden oder bei Bedarf, wenn der Hund schmutzig wird. Zu häufiges Waschen kann die Haut austrocknen und dem Fell die natürlichen Schutzöle entziehen. Es sollten milde, für Hunde geeignete Shampoos verwendet werden.
Ohren: Dies ist der wichtigste Aspekt der Pflege des Harriers! Die hängenden Ohren sind anfällig für die Ansammlung von Feuchtigkeit, Schmutz und Bakterien, was zu Infektionen führen kann. Es ist notwendig, die Ohren mindestens einmal pro Woche zu überprüfen und sie mit einem sanften Mittel zu reinigen, das für die Ohrenreinigung von Hunden gedacht ist. Wenn Sie einen unangenehmen Geruch, Rötungen oder übermäßiges Reiben der Ohren durch den Hund bemerken – kontaktieren Sie einen Tierarzt.
Zähne: Regelmäßiges Zähneputzen (idealerweise 2-3 Mal pro Woche, mindestens einmal pro Woche) verhindert die Bildung von Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen. Verwenden Sie Zahnpasta für Hunde und eine weiche Zahnbürste.
Krallen: Diese sollten alle 3-4 Wochen oder nach Bedarf geschnitten werden. Wenn Sie beim Gehen des Hundes ein Klappern der Krallen auf dem Boden hören – bedeutet das, dass sie zu lang sind. Dies kann selbst mit einem Hundeklipper gemacht werden oder einem Groomer/Tierarzt anvertraut werden.
Hautkontrolle: Beim Bürsten ist es ratsam, die Haut auf Zecken, Flöhe, Wunden, Knoten oder andere Unregelmäßigkeiten zu überprüfen. Eine frühzeitige Erkennung von Problemen erleichtert die Behandlung.
Ein Vorteil der Pflege des Harriers ist auch die Möglichkeit, eine Bindung zu Ihrem Hund aufzubauen – regelmäßige Pflegesitzungen können zu einem angenehmen Ritual für Sie beide werden!
Der Harrier ist eine Rasse mit sehr hohen Bewegungsbedürfnissen, was sich aus seiner jahrhundertealten Geschichte als Jagdhund ergibt. Der Besitzer eines Harriers muss eine aktive Person sein, die in der Lage ist, dem Hund die entsprechende Menge an körperlicher Betätigung und geistiger Anregung zu bieten.
Minimale Anforderungen: Der Harrier benötigt mindestens 90-120 Minuten intensive Aktivität pro Tag. Das kann kein ruhiger Spaziergang im Park sein – es geht um echte Anstrengung: Laufen, Wandern im Gelände, Spielen mit anderen Hunden oder Trainingseinheiten.
Arten von Aktivitäten, die ideal für den Harrier sind:
- Laufen mit dem Besitzer – Der Harrier ist ein ausgezeichneter Begleiter für Läufer und kann problemlos 5-10 km zurücklegen;
- Bergwandern – sie lieben lange Ausflüge auf Wanderwegen, wo sie stöbern und erkunden können;
- Canicross – Laufen mit dem Hund im Geschirr ist eine großartige Möglichkeit für gemeinsames Training;
- Agility – der Hindernisparcours fordert sowohl Körper als auch Geist;
- Frisbee und Apportieren – dynamische Spiele mit dem Werfen von Frisbees oder Bällen;
- Spiele mit anderen Hunden – Harrier lieben die Gesellschaft anderer Vierbeiner und entladen ihre Energie oft am besten während gemeinsamer Spiele;
- Mantrailing – Suchübungen, die den natürlichen Jagdinstinkt nutzen.
Folgen von Bewegungsmangel: Eine unzureichende Menge an Aktivität kann zu ernsthaften Verhaltensproblemen führen, wie zum Beispiel:
- Übermäßiges Bellen und Heulen;
- Beschädigung von Möbeln und Kauen auf Gegenständen;
- Flucht und Streifzüge auf der Suche nach Abenteuern;
- Hyperaktivität und Konzentrationsschwierigkeiten;
- Depression und Apathie.
Wichtige Hinweise: Junge Welpen (bis zu 12 Monate alt) sollten aufgrund der sich entwickelnden Knochen und Gelenke nicht übermäßig belastet werden. Die Aktivität sollte dem Alter angepasst sein. Auch an heißen Tagen sollte intensive Anstrengung zur Mittagszeit vermieden werden – besser ist es, morgens oder abends zu trainieren.
Denke daran: Ein müder Harrier ist ein glücklicher Harrier! Wenn du dieser Rasse nicht die notwendige Menge an Bewegung bieten kannst, solltest du besser eine ruhigere Rasse in Betracht ziehen. Der Harrier benötigt einen Besitzer, der einen aktiven Lebensstil genauso liebt wie er.
Der Harrier ist ein intelligenter Hund, der neue Fähigkeiten leicht erlernt, jedoch kann sein unabhängiger Charakter und starker Jagdinstinkt eine Herausforderung während des Trainings darstellen. Erfolg im Training erfordert vom Besitzer Geduld, Konsequenz und Verständnis für die Besonderheiten der Jagdhundrasse.
Frühe Sozialisierung (ab der 8. Lebenswoche): Das ist absolut grundlegend! Harrier-Welpen sollten vielfältigen Reizen ausgesetzt werden – Geräuschen, Gerüchen, Menschen, Tieren, Umgebungen. Ein gut sozialisierter Harrier wird in verschiedenen Situationen selbstbewusst und ausgeglichen sein.
Positive Trainingsmethoden: Harrier reagieren am besten auf Training, das auf positiver Verstärkung basiert – Belohnung gewünschter Verhaltensweisen mit Leckerlis, verbaler Lob und Spiel. Strafen und aggressive Methoden sind ineffektiv und können die Bindung zum Hund zerstören sowie Angst hervorrufen.
Wichtige Kommandos zum Lernen:
- Rückruf – das wichtigste Kommando für einen Hund mit starkem Jagdinstinkt. Der Harrier muss lernen, auf Zuruf zurückzukommen, selbst wenn seine Nase eine interessante Spur wittert;
- Bleib – hilft, die Impulsivität des Hundes zu kontrollieren;
- Sitz und Platz – grundlegende Kommandos, die den Alltag erleichtern;
- Lass das – ein wichtiges Sicherheitskommando, das den Hund davor bewahren kann, etwas Gefährliches zu fressen.
Herausforderungen im Training des Harriers:
- Ablenkbarkeit – die Nase des Harriers kann ihn völlig absorbieren, sodass er die Kommandos des Besitzers ignoriert. Das Rückruftraining muss besonders intensiv sein;
- Unabhängigkeit – der Harrier ist ein Arbeitshund, der daran gewöhnt ist, selbstständig Entscheidungen beim Fährten zu treffen. Manchmal kann er Sturheit zeigen;
- Selektive Taubheit – wenn er eine Spur wittert, kann er die Kommandos komplett ignorieren. Dies erfordert systematisches Training und viel Geduld.
Empfohlene Trainingsformen:
- Mantrailing und Nosework – Nutzung der natürlichen Fährtenfähigkeiten auf kontrollierte Weise;
- Gehorsamkeitskurse – helfen beim Erlernen grundlegender Kommandos und Kontrolle;
- Agility – verbindet körperliche Anstrengung mit geistiger, lehrt Konzentration;
- Gruppenaktivitäten – eine großartige Gelegenheit zur Sozialisierung mit anderen Hunden.
Goldene Regeln für das Training des Harriers:
- Kurze, regelmäßige Einheiten (10-15 Minuten) sind besser als lange, ermüdende;
- Konsequenz – alle Haushaltsmitglieder müssen die gleichen Regeln befolgen;
- Geduld – der Harrier benötigt möglicherweise mehr Wiederholungen als andere Rassen;
- Vielfalt – Monotonie langweilt den Harrier, führe neue Übungen und Herausforderungen ein;
- Lass den Harrier niemals ohne Leine in ungesichertem Gelände, bis du dir zu 100 % sicher bist, dass er auf Zuruf zurückkommt.
Denk daran: Ein gut ausgebildeter Harrier ist Freude, aber das erfordert Zeit und Mühe. Lass dich nicht von anfänglichen Schwierigkeiten entmutigen – konsequentes Training wird Früchte tragen!
Die richtige Ernährung ist die Grundlage für die Gesundheit und Fitness des Harriers. Aufgrund des hohen Aktivitätsniveaus haben Hunde dieser Rasse einen erhöhten Energiebedarf, der angemessen ausgeglichen werden muss, um sowohl Unterernährung als auch Übergewicht zu vermeiden.
Grundsätze der Ernährung:
- Hochwertiges Futter – wähle Premium- oder Super-Premium-Futter mit einem hohen Fleischanteil (mindestens 60-70%). Fleisch sollte an erster Stelle der Zutatenliste stehen, nicht Getreide oder Füllstoffe;
- Eiweiß – ein erwachsener, aktiver Harrier benötigt Futter mit einem Eiweißgehalt von 25-30%. Eiweiß unterstützt das Wachstum und die Regeneration der Muskeln;
- Fette – eine Energiequelle für aktive Hunde. Der Fettgehalt sollte etwa 15-20% betragen;
- Kohlenhydrate – liefern Energie, sollten aber aus guten Quellen stammen (Süßkartoffeln, brauner Reis, Gemüse) und nicht aus Weizen oder Mais, die Allergien auslösen können.
Anzahl der Mahlzeiten und Portionen:
- Erwachsener Harrier (über 12 Monate alt): 2 Mahlzeiten täglich – morgens und abends. Die Aufteilung der täglichen Portion verringert das Risiko einer Magendrehung;
- Welpen (bis 6 Monate): 3-4 Mahlzeiten täglich;
- Jugendliche (6-12 Monate): 3 Mahlzeiten täglich.
Die genaue Futtermenge hängt vom Gewicht, Alter und Aktivitätsniveau des Hundes ab. Beispielsweise kann ein erwachsener Harrier mit einem Gewicht von 25 kg und hoher Aktivität etwa 400-500 Gramm Trockenfutter täglich benötigen, aufgeteilt in zwei Mahlzeiten. Überprüfe immer die Empfehlungen des Herstellers und konsultiere einen Tierarzt.
Gewichtskontrolle: Harriers lieben es zu essen und können sehr überzeugend sein, wenn es darum geht, zusätzliche Leckereien zu erbitten. Übergewicht ist ein ernstes Problem, das die Gelenke und das Herz-Kreislauf-System belastet. Du solltest die Rippen des Hundes unter einer dünnen Fettschicht fühlen können, und der Hund sollte eine sichtbare Taille haben, wenn man von oben schaut.
Snacks und Leckereien: Sie dürfen maximal 10% des täglichen Kalorienbedarfs ausmachen. Vermeide süße, salzige und fettige Leckereien. Am besten sind:
- Rohe Gemüse (Karotten, Paprika, Gurken);
- Stücke von Obst (Äpfel, Bananen – in kleinen Mengen);
- Trockenfleisch ohne Gewürze;
- Spezielle Trainingsleckereien mit niedrigem Kaloriengehalt.
Zugang zu Wasser: Der Harrier muss ständigen Zugang zu frischem, sauberem Wasser haben, insbesondere nach intensiver Anstrengung. Wechsle das Wasser im Napf regelmäßig (mindestens 2 Mal täglich).
BARF-Diät (rohe Ernährung): Einige Besitzer entscheiden sich dafür, ihren Harrier mit rohem Fleisch, Knochen und Gemüse zu füttern. Wenn du diese Option wählst, konsultiere einen Ernährungsspezialisten für Hunde oder einen Tierarzt, um sicherzustellen, dass die Ernährung angemessen ausgewogen ist.
Giftige Lebensmittel für Hunde (NIEMALS füttern!):
- Schokolade, Kakao;
- Zwiebeln, Knoblauch, Lauch;
- Trauben, Rosinen;
- Avocado;
- Xylit (Süßstoff);
- Alkohol, Kaffee, Tee.
Besondere diätetische Bedürfnisse: Ältere Harriers (über 8 Jahre) benötigen möglicherweise Seniorfutter mit geringerer Kalorienzahl und Zusatzstoffen zur Unterstützung der Gelenke (Glucosamin, Chondroitin). Hunde mit gesundheitlichen Problemen benötigen eine veterinärmedizinische Diät, die auf die Erkrankung abgestimmt ist.
Denke daran: was du deinen Harrier fütterst, hat direkten Einfluss auf seine Gesundheit, Fitness und Lebensdauer. Es lohnt sich, in hochwertiges Futter zu investieren!
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit
- Hervorragender Geruchssinn
- Freundlicher und geselliger Charakter
- Relativ pflegeleicht
- Gesunde und robuste Rasse
Nachteile
- Sehr hohe Bewegungsbedürfnisse
- Starker Jagdinstinkt
- Kann im Training stur sein
- Laut
- neigt zum Heulen und Bellen
- Nicht geeignet für Wohnungen ohne Zugang zum Garten.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Der Harrier ist eine der ältesten Jagdhunderassen auf den Britischen Inseln, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen. Die Geschichte dieser Rasse ist eine faszinierende Erzählung über Tradition, Jagdleidenschaft und aristokratische Jagden, die über Jahrhunderte überdauert hat.
Mittelalterliche Anfänge (13.-14. Jahrhundert): Die ersten Erwähnungen von Hunden, die dem modernen Harrier ähneln, stammen aus dem 13. Jahrhundert. Der Name Harrier leitet sich wahrscheinlich vom altenglischen Wort harier oder harrier ab, das einen Jagdhund bezeichnet, der zur Jagd auf Hasen (engl. hare) verwendet wurde. Im mittelalterlichen England wurde die Rasse von der englischen Aristokratie für die Jagd auf Hasen und Füchse genutzt.
Harrier jagten in Rudeln (Hundegruppen), verfolgten das Wild mit ihrer Nase und trieben es so lange, bis es vor Erschöpfung fiel oder von den Jägern gefangen wurde. Dies erforderte von den Hunden unglaubliche Ausdauer, Zusammenarbeit und Spurensuche – diese Eigenschaften sind bis heute in der Rasse vorhanden.
Unterschiede zwischen den sozialen Klassen: Harrier waren besonders beliebt bei der niederen Aristokratie und wohlhabenden Bürgertum, während die Aristokratie größere und schnellere Foxhounds für die Fuchsjagd bevorzugte. Die Jagd mit Harriern war wirtschaftlich zugänglicher und konnte zu Fuß durchgeführt werden, ohne dass Pferde benötigt wurden, was sie zu einem demokratischeren Sport machte.
Entwicklung der Rasse (16.-18. Jahrhundert): Im Renaissance- und Barockzeitalter war der Harrier bereits eine gut etablierte Rasse. Aufzeichnungen aus dieser Zeit erwähnen Sir Elias de Midhope, der bereits 1260 eine Harrier-Rudel hielt. Doch erst im 18. Jahrhundert begann man systematisch, Zuchtlinien zu dokumentieren.
Die Rasse entstand wahrscheinlich durch Kreuzungen verschiedener Typen von Jagdhunden, darunter altenglische Spürhunde, und möglicherweise auch Greyhounds (für die Schnelligkeit) und Foxhounds (für die Ausdauer). Ziel war es, einen mittelgroßen Hund mit ausgezeichnetem Geruchssinn zu schaffen, der in der Lage war, das Wild über viele Stunden zu verfolgen.
Viktorianisches Zeitalter (19. Jahrhundert): In dieser Zeit erreichte der Harrier seinen Höhepunkt der Beliebtheit. Es gab viele Rudel, die von lokalen Jagdvereinen und Landbesitzern gehalten wurden. Die Jagd mit Harriern war ein gesellschaftliches Ereignis, an dem Mitglieder der Gemeinschaft teilnahmen.
Offizielle Anerkennung (20. Jahrhundert): 1974 wurde die Rasse Harrier offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI), einer internationalen kynologischen Organisation, anerkannt. Der Rassestandard wurde veröffentlicht, was zur Standardisierung und Verbreitung außerhalb Großbritanniens beitrug.
Harrier in der modernen Zeit: Heute ist der Harrier eine relativ seltene Rasse, insbesondere im Vergleich zu seinem populären Verwandten – dem Beagle. In Großbritannien gibt es weiterhin Harrier-Rudel, die an traditionellen Pferdejagden teilnehmen (heute in der Regel mit künstlicher Fährte, aufgrund des im Jahr 2004 eingeführten Verbots der Fuchsjagd).
Außerhalb Großbritanniens hat der Harrier in den Vereinigten Staaten an gewisser Beliebtheit gewonnen, wo er als Familienhund und Begleiter für aktive Menschen geschätzt wird. Dennoch bleibt die Rasse relativ unbekannt und erfreut sich nicht massenhafter Popularität, was sie in gewissem Maße vor unkontrollierter Zucht und gesundheitlichen Problemen, die typischerweise bei modischen Rassen auftreten, schützt.
Erbe: Der Harrier ist ein lebendiges Erbe der britischen Jagdtradition. Es ist ein Hund, der über Jahrhunderte den Menschen in den herausforderndsten Bedingungen begleitet hat und außergewöhnliche Ausdauer, Intelligenz und Loyalität entwickelt hat. Der moderne Harrier hat all diese Eigenschaften bewahrt, was ihn zu einem großartigen Begleiter für Menschen macht, die einen aktiven Lebensstil und die Authentizität einer Rasse mit reicher Geschichte schätzen.



