Lhasa Apso

Lhasa Apso

FCI #227FCI-Anerkennung: 2015Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

9FCI 227

Größe

Klein

Herkunftsland

XX

Höhe

25-30 cm

Gewicht

4-7 kg

Lebenserwartung

14-18 Jahre

Temperament

AnhänglichVerspieltRuhig

Überblick

Lhasa Apso ist ein kleiner Zierhund, der die Herzen vieler Hundefreunde durch seinen einzigartigen Charakter und seinen unwiderstehlichen Charme erobert hat. Seine Wurzeln reichen bis ins malerische Tibet, wo er als Wächter in buddhistischen Klöstern diente und die Mönche vor Gefahren schützte. Das lange, dichte und harte Fell, das ihn vor dem rauen Klima der Hochgebirgen schützte, ist eines seiner markantesten Merkmale geworden. Der Lhasa Apso zeichnet sich durch eine harmonische Körperstruktur und ein wunderschönes Fell in verschiedenen Farben aus – von goldig über sandfarben, honigfarben bis hin zu dunkelgrau, schieferfarben oder schwarz.

Mit einer Schulterhöhe von etwa 25 cm und einem Gewicht von 4 bis 7 kg ist der Lhasa Apso der ideale Begleiter für Stadtbewohner, insbesondere für diejenigen, die in Wohnungen leben. Sein fröhlicher und geselliger Charakter macht ihn zu einem perfekten Begleiter sowohl für Kinder als auch für ältere Menschen. Obwohl der Lhasa Apso äußerst gesellig ist, darf man seine wachsame Natur nicht vergessen. Er ist ein ausgeglichener Hund, aber misstrauisch gegenüber Fremden, was ihn zu einem ausgezeichneten kleinen Hauswächter macht.

Sein langes Haar auf dem Kopf fällt über die Augen und schützt sie vor Wind, Staub und blendendem Sonnenlicht – ein Merkmal, das sich über Jahrhunderte des Lebens unter den Hochgebirgsbedingungen Tibets entwickelt hat. Üppige Schnurrhaare und ein Bart verleihen ihm ein charakteristisches Aussehen, das mit keiner anderen Rasse verwechselt werden kann. Die Besitzer eines Lhasa Apso müssen daran denken, dass dieser Hund engen Kontakt zu Menschen benötigt und Konsequenz in der Erziehung erfordert. Seine starke Persönlichkeit kann eine Herausforderung darstellen, da er unabhängig und selbstständig ist, was bedeutet, dass er nicht immer auf die Befehle seines Besitzers wartet.

Trotz seiner geringen Größe zeichnet sich der Lhasa Apso durch Intelligenz und Sensibilität aus, was ihn zu einem loyalen und treuen Begleiter macht. Seine außergewöhnliche Persönlichkeit und sein einzigartiges Aussehen machen ihn zu einer Rasse, die für jeden von Interesse ist, der einen treuen Hund mit starkem Charakter sucht. Im weiteren Verlauf des Leitfadens finden Sie detaillierte Informationen zu Gesundheit, Pflege, körperlicher Aktivität, Training, Ernährung, Geschichte, Aussehen und Verhalten des Lhasa Apso, die Ihnen helfen werden, diesen besonderen Begleiter besser zu verstehen und zu betreuen.

Der Lhasa Apso ist ein Hund mit harmonischer und ausgewogener Körperstruktur, der durch sein langes und dichtes Fell Aufmerksamkeit erregt. Die Schulterhöhe beträgt etwa 25 cm, die ideale Höhe liegt bei etwa 25,4 cm für Rüden und etwas weniger für Hündinnen, mit einem Gewicht von 4 bis 7 kg. Sein Fell ist doppelt – es besteht aus einem langen, harten Deckhaar und einem dichten Unterfell, das in rauen klimatischen Bedingungen für thermische Isolation sorgt.

Die Fellfarbe kann äußerst vielfältig sein, von gold, sandfarben, honigfarben über dunkelgrau, schieferfarben bis hin zu schwarz, weiß oder parti-colour (zweifarbig). Alle Farbtöne sind jedoch nach den Rassestandards gleichermaßen begehrt. Der Kopf des Lhasa Apso ist mäßig schmal, verjüngt sich zu den Augen hin, mit einem deutlichen Bogen hinter dem Ohr, jedoch ohne flachen oder kuppelförmigen Schädel.

Seine Augen sind dunkel, oval und von mittlerer Größe, direkt an der Vorderseite des Schädels angesiedelt, was ihm einen wachsamen und intelligenten Ausdruck verleiht. Die Ohren sind hängend, stark behaart und reichlich mit langem Haar bedeckt. Der Schwanz ist hoch angesetzt und fröhlich über dem Rücken getragen, oft mit einer charakteristischen, eingerollten Spitze, die reichlich mit langem Fell bewachsen ist.

Der Lhasa Apso hat starke, gerade Vorderbeine mit gut entwickelten Schulterblättern und kräftigen Unterarmen, während die Hinterbeine gut bemuskelt sind und gute Gelenkwinkel aufweisen. Die Pfoten sind rund, katzenähnlich, mit harten Ballen und reichlich behaart zwischen den Zehen. Das lange Haar auf dem Kopf fällt über die Augen und bildet einen natürlichen Schutz, stört jedoch nicht die Sicht – es ermöglicht ihm, wachsam zu bleiben und bereit zu sein, mit seiner Umgebung zu interagieren. Die gesamte Silhouette strahlt Stärke, Eleganz und einen stolzen, selbstbewussten Charakter aus.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Gut mit Katzen
Wohnungstauglich
Für Erstbesitzer geeignet
Toleriert kaltes Wetter
Wenig sabbernd
Nicht zum Beißen neigend
Entweicht nicht

Vorteile

  • Fröhlicher und selbstbewusster Charakter
  • Kommt hervorragend mit Kindern zurecht
  • Ideal für das Wohnen in der Stadt
  • Loyaler und treuer Begleiter
  • Lange durchschnittliche Lebensdauer
  • Wachsam kleiner Hauswächter

Nachteile

  • Erfordert konsequente Erziehung
  • Kann misstrauisch gegenüber Fremden sein
  • Benötigt engen Kontakt zu Menschen
  • Erfordert tägliche Fellpflege
  • Kann während des Trainings stur sein.

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Die Geschichte des Lhasa Apso reicht bis in die Antike zurück und ist untrennbar mit Tibet verbunden, wo diese Rasse seit Hunderte, ja sogar Tausende von Jahren gezüchtet wurde. In Zeiten, als Tibet für Ausländer unzugänglich war, wurden Lhasa Apso ausschließlich in buddhistischen Klöstern und den Palästen der tibetischen Aristokratie als Wach- und Begleithunde gehalten.

Ihre Rolle in jener Zeit war nicht nur praktisch, sondern auch tief symbolisch und spirituell. Man betrachtete sie als Talismane, die Glück, Wohlstand und spirituellen Schutz bringen. Laut den buddhistischen Glaubensvorstellungen Tibets waren Lhasa Apso die Inkarnationen von Mönchen, die noch nicht das erforderliche spirituelle Niveau erreicht hatten, um ins Nirwana überzugehen. Daher wurden sie respektiert und mit großer Ehrfurcht behandelt, lebten in luxuriösen Verhältnissen neben ihren Besitzern.

Lhasa Apso erfüllten die Funktion kleiner innerer Wächter der Kloster- und Palasträume, während größere tibetische Mastiffs die äußeren Bereiche bewachten. Ihre Wachsamkeit und laute Alarmbereitschaft bei der Annäherung von Fremden machten sie zu ausgezeichneten Alarmhunden. Aufgrund ihrer Heiligkeit und Wertschätzung waren Lhasa Apso kein Handelsgut – sie konnten nur als wertvolle Geschenke für wichtige Persönlichkeiten, Diplomaten und ausländische Gäste angeboten werden, was als große Ehre galt.

In den 1920er Jahren wurden Lhasa Apso erstmals von britischen Kolonialbeamten und Reisenden nach Großbritannien gebracht, die sie als Geschenke von tibetischen Würdenträgern erhielten. Sie gewannen schnell an Beliebtheit bei der britischen Aristokratie und Hundefreunden. Zunächst wurden sie mit anderen orientalischen Langhaarrassen verwechselt und alle wurden als Lhasa Terrier bezeichnet. Erst später wurde eine Unterscheidung getroffen, insbesondere zwischen Lhasa Apso und dem Tibet Terrier, der größer ist und für andere Zwecke verwendet wurde.

Im Jahr 1933 wurde in Großbritannien der erste Rasseclub für Lhasa Apso gegründet, was sie formal als eigenständige Rasse anerkannte. Im Laufe der Jahre wurden Lhasa Apso zunehmend als hervorragende Begleithunde anerkannt und nicht nur als Wachhunde. 1935 wurde die Rasse offiziell vom American Kennel Club (AKC) anerkannt, zunächst als Terrierrasse klassifiziert und 1955 in die Gruppe der Zier- und Begleithunde umklassifiziert, was zu ihrer weiteren Popularität in Europa und Nordamerika beitrug.

Heute werden Lhasa Apso weltweit als treue, intelligente und charakteristische Begleithunde geschätzt, die ihre tibetischen Eigenschaften – Wachsamkeit, Unabhängigkeit und stolzes Wesen – bewahrt haben und sich gleichzeitig an das moderne Leben als geliebte Familienmitglieder angepasst haben.