
Neufundland
FCI-Gruppe
2• FCI 50
Größe
Groß
Herkunftsland
CA
Höhe
66-71 cm
Gewicht
54-68 kg
Lebenserwartung
10-12 Jahre
Temperament
Überblick
Neufundländer sind eine Hunderasse, die seit Jahrhunderten mit ihrer beeindruckenden Größe und äußerst sanften Temperament die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Diese majestätischen Hunde, auch bekannt als Newfies, stammen aus der kanadischen Provinz Neufundland und faszinieren die Menschen seit Jahrhunderten mit ihrem einzigartigen Wesen. Ihre Geschichte reicht bis in die Zeit der Wikinger zurück – etwa im 11. Jahrhundert brachten sie große schwarze Bärenhunde auf die Insel, die durch Kreuzungen mit einheimischen Rassen die modernen Neufundländer hervorbrachten.
Seit der Kolonisierung der Insel im Jahr 1610 hatten die Neufundländer bereits ihre charakteristische Morphologie und natürliche Verhaltensweisen. Ihre außergewöhnlichen Schwimmfähigkeiten und mächtige Körperbau ermöglichten es ihnen, das raue arktische Klima und die Gefahren des Meeres zu überstehen. An der Seite von Fischern retteten diese Hunde ertrinkende Menschen, zogen Netze aus dem eiskalten Wasser und transportierten schwere Lasten – und erwarben sich den Spitznamen Bernhardiner der Meere.
Neufundländer zeichnen sich durch außergewöhnliche Loyalität und Intelligenz aus, was sie zu idealen Begleitern sowohl für Kinder als auch für Erwachsene macht. Ihr ruhiges, ausgeglichenes Temperament fügt sich hervorragend in das Familienleben ein. Diese Hunde knüpfen schnell tiefe emotionale Bindungen zu den Familienmitgliedern dank ihrer freundlichen und beschützenden Natur. Sie lieben gemeinsames Spielen und Aktivitäten, was sie zu großartigen Gefährten für Kinder macht. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass junge Neufundländer lebhaft sein können, weshalb es entscheidend ist, ihnen die richtige Menge an Bewegung und geistiger Stimulation von Welpenalter an zu bieten.
Das auffälligste Merkmal der Neufundländer ist ihre natürliche Liebe zum Wasser und der angeborene Rettungsinstinkt. Diese Hunde sind bereit, ihr eigenes Leben zu riskieren, um einen ertrinkenden Menschen zu retten – dieses außergewöhnliche Merkmal macht sie zu einem der besten Rettungshunde der Welt. Ihr wasserdichtes, doppeltes Fell und die Schwimmhäute zwischen den Zehen machen sie zu hervorragenden Schwimmern. Obwohl sie Kälte gut vertragen, sind sie empfindlich gegenüber hohen Temperaturen und benötigen regelmäßige Pflege, insbesondere während intensiver Haarwechselzeiten.
Neufundländer sind wunderbare Familienhunde, die enorme Freude, Liebe und ein Gefühl von Sicherheit in das Leben ihrer Besitzer bringen können. Wenn du bereit bist, ihnen Zeit für regelmäßige Übungen, Pflege und Training mit positiven Methoden zu widmen, wirst du einen treuen Freund für viele Jahre gewinnen. In den folgenden Kapiteln dieses umfassenden Leitfadens wirst du alles über Gesundheit, Pflege, Bewegungsbedürfnisse, Training, Ernährung, die faszinierende Geschichte, das Aussehen und das Verhalten dieser außergewöhnlichen Rasse erfahren. Entdecke, warum Neufundländer von Familien auf der ganzen Welt so geliebt werden!
Neufundländer sind Hunde mit einer beeindruckenden, massiven Körperstruktur, die sich durch einen starken, perfekt bemuskelten und harmonisch koordinierten Körper auszeichnen. Die Länge ihres Körpers vom Schulterblatt bis zum Sitzbeinhöcker ist größer als die Höhe am Widerrist, was ihnen eine kompakte und mächtige Silhouette verleiht.
Maße und Proportionen: Erwachsene Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 71 cm, während die Hündinnen etwas kleiner und zarter sind – ihre Höhe beträgt etwa 66 cm. Das Körpergewicht variiert zwischen 54 und 68 kg, wobei Rüden in der Regel schwerer sind. Der Abstand vom Widerrist bis zur unteren Brust ist etwas größer als der Abstand von der Brust zum Boden, was auf eine tiefe Brust hinweist.
Fell und Färbung: Das Fell des Neufundländers ist mittel-lang, dicht und wasserabweisend – dieses besondere Merkmal ermöglicht es ihnen, effektiv in den kalten Gewässern des Nordatlantiks zu schwimmen. Das Unterfell ist weich und dicht, während das Deckhaar dick und gerade ist. Sie kommen in drei offiziell anerkannten Farbvariationen vor:
- Schwarz – die klassischste und bekannteste Färbung
- Braun – von schokoladenbraun bis hellbraun
- Schwarz-weiß (Landseer) – weiß mit schwarzen Flecken auf Kopf und Rücken
Kopf und Ausdruck: Der Kopf ist massiv und edel, mit einem breiten Schädel und deutlich ausgeprägtem Stopp. Die Augen sind relativ klein, tief gesetzt, dunkelbraun oder in einer mit der Fellfarbe harmonierenden Farbe – ihr Ausdruck ist äußerst sanft und intelligent. Die Ohren sind klein, dreieckig geformt, gut am Kopf anliegend und mit abgerundeten Spitzen.
Charakteristischer Schwanz: Der Schwanz des Neufundländers ist stark, an der Basis breit und hängt herab – er dient als hervorragendes Steuer beim Schwimmen. Wenn der Hund in Bewegung ist oder aufgeregt ist, wird der Schwanz leicht angehoben, aber niemals über den Rücken gewickelt.
Das allgemeine Erscheinungsbild des Neufundländers strahlt Stärke, Majestät und Würde aus – es ist eine der bekanntesten und respektiertesten Hunderassen der Welt.
Neufundländer sind Hunde mit einem außergewöhnlich freundlichen und ausgeglichenen Wesen, die sich durch ihre bemerkenswerte Sanftheit, Geduld und tiefe Bindung zu ihrer Familie auszeichnen. Ihr Temperament wurde über Jahrhunderte durch die Arbeit an der Seite von Menschen unter den schwierigsten arktischen Bedingungen geprägt.
Familiencharakter: Neufundländer sind äußerst gesellig und offen für neue Bekanntschaften – sowohl mit Menschen als auch mit anderen Tieren. Sie zeigen keine Aggression gegenüber Fremden, obwohl ihre beeindruckende Größe potenzielle Eindringlinge von selbst abschreckt. Ihr starker Schutzinstinkt macht sie zu ausgezeichneten Hunden für Familien mit Kindern. Neufundländer lieben es, Zeit mit den jüngsten Familienmitgliedern zu verbringen und zeigen dabei unendliche Geduld und Zärtlichkeit, trotz ihrer mächtigen Statur.
Intelligenz und Kooperationsbereitschaft: Diese Hunde sind äußerst intelligent und leicht zu trainieren, was sie zu hervorragenden Begleitern selbst für Menschen macht, die zum ersten Mal einen Hund haben. Aufgrund ihrer sensiblen Natur reagieren sie am besten auf Training, das auf positiver Verstärkung und sanftem Ansatz basiert. Harte Trainingsmethoden können den Neufundländer entmutigen und sein Vertrauen zum Halter beeinträchtigen.
Verhalten im Haus: In der häuslichen Umgebung sind Neufundländer ruhig, leise und haben keine Tendenz zur Zerstörung. Sie bellen selten ohne Grund, und wenn sie es tun, hat ihre tiefe Stimme einen warnenden Charakter. Sie sind keine hyperaktiven Hunde – sie ziehen es vor, ruhig in der Gesellschaft der Familie zu liegen, anstatt an lauten Aktivitäten teilzunehmen.
Bindung zur Familie: Ihre Treue zum Besitzer ist legendär – Neufundländer leiden unter langfristiger Einsamkeit und möchten immer in der Nähe ihrer Lieben sein. Die starke emotionale Bindung macht diesen Hund zu einem echten Familienmitglied, das bereit ist, sein Leben für seine Menschen zu geben.
Anpassungsfähigkeit: Neufundländer können sich hervorragend in verschiedenen Lebenssituationen zurechtfinden. Sie können sogar in einer Wohnung leben, vorausgesetzt, sie haben regelmäßigen Zugang zu frischer Luft, Spaziergängen und – was am wichtigsten ist – Zugang zu Wasser. Ihr Temperament macht sie zu idealen Begleitern sowohl für Kinder als auch für Senioren, und ihre natürliche Liebe zum Schwimmen macht sie besonders glücklich in der Nähe von Seen, Flüssen oder dem Meer.
Neufundländer sind eine Hunderasse mit einer relativ langen Lebensdauer für Riesenhunde – im Durchschnitt leben sie 8 bis 10 Jahre, obwohl sie bei entsprechender Pflege sogar bis zu 12 Jahre alt werden können. Obwohl sie im Allgemeinen gesund und robust sind, können sie wie jede große Rasse anfällig für spezifische Erkrankungen sein.
Häufigste Gesundheitsprobleme:
- Hüft- und Ellenbogendysplasie – häufig bei großen Rassen, kann zu Schmerzen, Lahmheit und eingeschränkter Beweglichkeit führen. Verantwortungsvolle Züchter führen Röntgenaufnahmen der Eltern vor der Zucht durch.
- Dilatatative Kardiomyopathie – eine Herzerkrankung, die typisch für große Rassen ist und zu Herzinsuffizienz führen kann.
- Aortenstenose – ein angeborener Herzfehler, der sich durch Schwäche, Ohnmachtsanfälle und plötzlichen Tod äußern kann.
- Magenverdrehung – eine lebensbedrohliche Erkrankung, für die Hunde mit tiefem Brustkorb anfällig sind. Erfordert sofortige tierärztliche Intervention.
- Adipositas – aufgrund des hohen Körpergewichts und des ruhigen Temperaments können Neufundländer leicht an Gewicht zunehmen, wenn sie nicht ausreichend bewegt und in ihrer Ernährung kontrolliert werden.
- Grauer Star und fortschreitende Netzhautdegeneration – Augenkrankheiten, die im Alter zur Erblindung führen können.
Empfindlichkeit gegenüber Temperaturen: Ihr dickes, doppeltes Fell isoliert hervorragend gegen arktische Kälte, macht sie jedoch deutlich weniger resistent gegen Hitze. An heißen Tagen sollte besonders auf ihren Komfort geachtet werden – Zugang zu Schatten, frischem Wasser und kühlen Räumen gewährleisten. Eine Überhitzung des Körpers kann zu einem Hitzschlag führen, der lebensbedrohlich ist.
Prävention: Neufundländerbesitzer sollten:
- Regelmäßig die Gesundheit beim Tierarzt kontrollieren – mindestens einmal im Halbjahr
- Kardiologische Untersuchungen durchführen, insbesondere bei Hunden über 5 Jahren
- Das Gewicht und die körperliche Verfassung des Hundes überwachen
- Eine ausgewogene Ernährung bieten, die auf Alter und Aktivitätsniveau abgestimmt ist
- Intensive Anstrengungen unmittelbar nach den Mahlzeiten vermeiden – um einer Magenverdrehung vorzubeugen
- Auf die Ohrenhygiene achten – insbesondere bei Hunden, die häufig schwimmen
Eine angemessene tierärztliche Betreuung, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige, moderate körperliche Aktivität helfen, den Neufundländer viele glückliche Jahre in hervorragender Verfassung zu halten.
Die Pflege des Neufundländers erfordert eine regelmäßige und systematische Herangehensweise aufgrund seines dichten, doppelten, wasserdichten Fells. Auch wenn es zeitaufwendig erscheinen mag, ist die richtige Pflege entscheidend für die Gesundheit der Haut und das allgemeine Wohlbefinden des Hundes.
Fellbürsten: Neufundländer benötigen eine Bürstung mindestens 3-4 Mal pro Woche, und während der Zeiten des intensiven Haarens – täglich. Das Haaren tritt zweimal im Jahr auf, im Frühling und im Herbst, wenn der Hund eine erhebliche Menge Unterwolle verliert. Regelmäßiges Bürsten:
- Entfernt totes Haar und verhindert, dass es sich im Haus ablagert
- Verhindert die Bildung von Verfilzungen und Knoten im Fell
- Stimuliert die Durchblutung der Haut
- Verteilt die natürlichen Öle über die gesamte Haarlänge
- Ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Hautveränderungen, Zecken oder anderen Problemen
Pflegewerkzeuge: Die Besitzer sollten sich mit professionellen Werkzeugen ausstatten:
- Bürste mit langen Metallzähnen – zum Durchkämmen der dichten Unterwolle
- Metallkamm – zum Erkennen und Durchkämmen von Verfilzungen
- Furminator oder Rake – Werkzeug zum Entfernen der Unterwolle während der Haarung
- Streichelbürste – für das endgültige Glätten des Fells
Bad: Neufundländer benötigen kein häufiges Baden – 4-6 Mal im Jahr oder nach Bedarf, wenn der Hund sehr schmutzig ist, reicht aus. Wichtig: Shampoos sollten nicht übermäßig verwendet werden, da sie die natürlichen Öle im Fell zerstören können, die dessen Wasserdichtigkeit gewährleisten. Nach jedem Bad in natürlichen Gewässern reicht es aus, mit klarem Wasser abzuspülen.
Trocken: Nach dem Baden oder Schwimmen ist eine gründliche Trocknung des Hundes entscheidend, insbesondere in den Bereichen der Ohren, Leisten und Hautfalten. Feuchtigkeit, die im dichten Fell zurückgehalten wird, kann zu Pilzinfektionen, Hautreizungen und unangenehmen Gerüchen führen. Man kann einen Fön auf niedriger Temperatur verwenden oder den Hund natürlich in einem warmen, gut belüfteten Raum trocknen lassen.
Ohrenpflege: Die Ohren des Neufundländers benötigen regelmäßige Kontrolle und Reinigung – besonders bei Hunden, die häufig schwimmen. Ihre anliegende Bauweise sorgt dafür, dass Feuchtigkeit leicht darin zurückgehalten wird, was ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze schafft. Man sollte den inneren Teil des Ohres vorsichtig mit einem sauberen, trockenen Tuch oder speziellen veterinärmedizinischen Tüchern abwischen.
Krallenpflege: Die Krallen sollten regelmäßig alle 4-6 Wochen geschnitten werden, wenn sie sich nicht natürlich beim Spazierengehen abnutzen. Zu lange Krallen können Unbehagen verursachen, die Gangart verändern und zu Gelenkproblemen führen.
Mundhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen (am besten 2-3 Mal pro Woche) verhindert die Bildung von Zahnstein, Zahnfleischerkrankungen und unangenehmen Mundgeruch.
Die richtige Pflege beeinflusst nicht nur das schöne Aussehen des Neufundländers, sondern vor allem seine Gesundheit, seinen Komfort und seine Lebensqualität. Es lohnt sich, Zeit dafür zu investieren – die Belohnung in Form eines gesunden, schönen und glücklichen Hundes ist unbezahlbar.
Neufundländer sind eine Hunderasse, die keine extrem intensive körperliche Anstrengung erfordert, aber regelmäßige, moderate Aktivitäten benötigt, die an ihren Körperbau und Temperament angepasst sind. Trotz ihres kraftvollen Aussehens sind sie Hunde mit einem relativ ruhigen Charakter, die lange, entspannte Spaziergänge intensiven Läufen vorziehen.
Tägliche Spaziergänge: Neufundländer benötigen mindestens 1-2 Stunden Bewegung pro Tag, aufgeteilt in mehrere Spaziergänge. Regelmäßige Aktivität ist entscheidend für:
- Die Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts und Muskeltonus
- Die Vorbeugung von Fettleibigkeit und Gelenkproblemen
- Die geistige Stimulation und die Vermeidung von Langeweile
- Die Sozialisierung mit anderen Hunden und Menschen
- Die Stärkung der Bindung zum Besitzer
Schwimmen – die ideale Aktivität: Die natürliche Liebe der Neufundländer zum Wasser macht Schwimmen zu einer hervorragenden Form der Bewegung. Diese Aktivität:
- Belastet die Gelenke und die Wirbelsäule nicht – ideal für große Hunde
- Beansprucht alle Muskelgruppen
- Bringt große Freude und Zufriedenheit
- Ermöglicht es, die natürlichen Fähigkeiten der Rasse zu nutzen
- Hilft, den Körper an warmen Tagen abzukühlen
Besitzer sollten ihren Neufundländern regelmäßigen Zugang zu sicheren Gewässern – Seen, Flüssen oder speziellen Hundepools – ermöglichen. Selbst im Winter, wenn die Wassertemperatur niedrig ist, schwimmt der Neufundländer gerne dank seines wasserabweisenden Fells.
Andere Formen der Aktivität: Neufundländer erfreuen sich an verschiedenen Spiel- und Arbeitsformen:
- Apportieren – eine großartige Möglichkeit, Spaß mit Gehorsamkeitstraining zu verbinden
- Ziehen – eine natürliche Aktivität für diese Rasse; sie können Schlitten, Wagen oder spezielle Trainingsgeräte ziehen
- Wasserrettungstraining – Nutzung der natürlichen Instinkte der Rasse
- Wandern – lange Spaziergänge im Wald oder in den Bergen (extreme Hitze vermeiden)
Wichtige Einschränkungen und Regeln:
- Welpen und junge Hunde – nicht überlasten mit zu intensiven Trainingseinheiten, insbesondere bis zum 18.-24. Lebensmonat, wenn ihre Gelenke und Knochen noch in der Entwicklungsphase sind
- Hitze – intensive Anstrengung an heißen Tagen vermeiden; Spaziergänge zu kühleren Tageszeiten, Zugang zu Schatten und Wasser
- Nach den Mahlzeiten – körperliche Aktivität direkt nach dem Füttern vermeiden – dies verhindert eine Magendrehung
- Allmähliche Steigerung – die Intensität und Dauer der Aktivität schrittweise erhöhen und die Reaktionen des Hundes beobachten
Eine angemessene Kombination aus regelmäßigen Spaziergängen, Schwimmen und anderen Aktivitätsformen hilft, den Neufundländer sein ganzes Leben lang in hervorragender körperlicher und geistiger Verfassung zu halten.
Die Ausbildung eines Neufundländers kann eine wahre Freude sein, da diese Hunde von Natur aus intelligent, kooperationsbereit und stark motiviert sind, ihren Halter zufriedenzustellen. Ihr angeborener Rettungsinstinkt und die jahrhundertealte Geschichte der Zusammenarbeit mit Menschen machen es ihnen relativ leicht, neue Fähigkeiten zu erlernen.
Positive Trainingsmethoden: Aufgrund ihrer empfindlichen und sanften Natur ist es entscheidend, Training auf positiver Verstärkung und nicht auf Strafen oder Zwang zu basieren. Diese Hunde reagieren am besten auf:
- Lob und verbale Ermutigung – ein warmer, fröhlicher Tonfall
- Leckerlis – als Belohnung für richtiges Verhalten
- Spiel – als Motivations- und Verstärkungsform
- Sanftheit und Geduld – harte Methoden können den Hund entmutigen und sein Vertrauen beeinträchtigen
Frühe Sozialisierung und Training: Es wird empfohlen, das Training bereits im Welpenalter zu beginnen – am besten zwischen der 8. und 16. Lebenswoche. Frühes Training hilft bei:
- Der Entwicklung von richtigem Verhalten und Gewohnheiten
- Der Vermeidung von Verhaltensproblemen
- Dem Aufbau von Selbstvertrauen und Vertrauen
- Der Sozialisierung mit verschiedenen Menschen, Hunden und Tieren
- Der Gewöhnung an verschiedene Geräusche, Gerüche und Situationen
Grundkommandos: Die Besitzer sollten sich darauf konzentrieren, die grundlegenden Gehorsamskommandos zu lehren:
- Sitz – das grundlegende Kontrollkommando
- Platz – Beruhigung und Kontrolle
- Bleib – Geduld und Selbstkontrolle lernen
- Zu mir – das wichtigste Sicherheitskommando
- Aus – Verhindern, dass gefährliche Gegenstände gefressen werden
- Fuß – lockeres Gehen an der Leine ohne Ziehen
Fortgeschrittenes Training: Neufundländer können aufgrund ihrer Intelligenz und Arbeitsbereitschaft fortgeschrittene Fähigkeiten erlernen:
- Wasserrettung – Nutzung der natürlichen Instinkte der Rasse; spezielle Schulungen sind in Rettungsvereinen verfügbar
- Therapie – ihr sanftes Temperament prädestiniert sie für die Arbeit als Therapiehunde
- Sportliches Gehorsam – Teilnahme an Gehorsamswettbewerben
- Ziehen – Draft-Work-Training mit Schlitten oder Wagen
Regeln für effektives Training:
- Kurze Sitzungen – 10-15 Minuten mehrmals täglich anstelle von langen, ermüdenden Sitzungen
- Konsequenz – alle Familienmitglieder sollten dieselben Kommandos und Regeln anwenden
- Positive Beendigung – das Training immer mit einem Erfolg und Lob beenden
- Spiel – das Training sollte angenehm und ansprechend für den Hund sein
- Regelmäßigkeit – tägliche kurze Sitzungen sind effektiver als sporadische lange Trainings
Herausforderungen im Training: Trotz der Leichtigkeit des Trainings können Neufundländer manchmal zeigen:
- Sturheit – unabhängiges Denken, das aus der Geschichte der Rasse als selbstständig arbeitende Hunde resultiert
- Empfindlichkeit – zu strenge Kommandos können sie entmutigen
- Reife – junge Hunde können abgelenkt und lebhaft sein
Mit dem Heranwachsen des Hundes ist die Fortsetzung des Trainings entscheidend, um sicherzustellen, dass der Neufundländer ein gut erzogener, gehorsamer und glücklicher Begleiter bleibt. Regelmäßiges Wiederholen der Kommandos und das Erlernen neuer Fähigkeiten hält den Hund geistig fit und stärkt die Bindung zum Halter.
Die Ernährung des Neufundländers ist entscheidend für seine Gesundheit, Fitness und ein langes Leben. Aufgrund ihres hohen Körpergewichts, ihrer spezifischen Struktur und gesundheitlichen Vorbelastungen muss die Ernährung sorgfältig ausgewogen und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein.
Ernährungsbedürfnisse: Neufundländer als Rasse von Riesenhunden benötigen hochwertiges Futter mit der richtigen Nährstoffverteilung:
- Eiweiß – 22-26% für erwachsene Hunde, 24-28% für Welpen; hochwertige Quellen: Huhn, Rindfleisch, Fisch, Lamm
- Fette – 12-16% für Erwachsene, 14-18% für Welpen; Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit von Haut und Fell
- Kohlenhydrate – Energiequellen; komplexe Kohlenhydrate bevorzugen: brauner Reis, Hafer, Süßkartoffeln
- Vitamine und Mineralien – besonders wichtig: Calcium und Phosphor für die Gesundheit von Knochen und Gelenken (Verhältnis Ca:P etwa 1,2:1)
- Glucosamin und Chondroitin – unterstützen die Gesundheit der Gelenke, besonders wichtig bei großen Rassen
Anpassung der Ernährung an das Alter:
- Welpen (2-18 Monate) – Futter für Welpen großer Rassen; kontrolliertes Wachstum verhindert Entwicklungsprobleme des Skeletts; geringerer Gehalt an Calcium und Phosphor als in Futtermitteln für kleinere Rassen
- Erwachsene Hunde (18 Monate - 6 Jahre) – Futter für große/gigantische erwachsene Hunde; Gewichtskontrolle; Zutaten zur Unterstützung der Gelenke
- Senioren (über 6-7 Jahre) – kalorienreduziertes Futter; erhöhter Gehalt an gelenk- und herzunterstützenden Zutaten; leicht verdauliches Eiweiß
Prävention von Fettleibigkeit: Neufundländer haben Tendenz zur Gewichtszunahme, insbesondere bei unzureichender Aktivität. Fettleibigkeit führt zu:
- Erhöhtem Druck auf Gelenke und Wirbelsäule
- Herz- und Kreislaufproblemen
- Verkürzung der Lebensdauer
- Verminderung der Lebensqualität und Aktivität
Ernährungsempfehlungen:
- Regelmäßige Mahlzeiten – 2-3 Mal täglich für erwachsene Hunde, 3-4 Mal für Welpen; feste Fütterungszeiten
- Portionskontrolle – angepasst an Gewicht, Alter und Aktivitätsniveau; den Empfehlungen des Futterherstellers folgen
- Begrenzung von Snacks – Leckereien sollten 10% des täglichen Kalorienbedarfs nicht überschreiten
- Vermeidung von Tischresten – können zu unausgewogener Ernährung und Fettleibigkeit führen
- Langsame Fütterung – Fressnäpfe verwenden, die das Essen verlangsamen oder Puzzle-Futterspender; verhindert das Schlucken von Luft und Magendrehung
Prävention von Magendrehung: Neufundländer sind anfällig für Magendrehung – eine lebensbedrohliche Erkrankung. Um das Risiko zu minimieren:
- 2-3 kleinere Mahlzeiten statt einer großen füttern
- Intensive Anstrengung 1-2 Stunden vor und nach der Mahlzeit vermeiden
- Langsame Fressnäpfe verwenden
- Vermeidung der Fütterung direkt nach stressigen Situationen
- Übermäßiges Trinken nach der Mahlzeit vermeiden
Wasser: Ständiger Zugang zu frischem, sauberem Wasser ist absolut entscheidend, insbesondere:
- Nach körperlicher Aktivität und Schwimmen
- An warmen Tagen – zur Vermeidung von Überhitzung
- Bei der Fütterung mit Trockenfutter
- Bei älteren Hunden – zur Vermeidung von Nierenproblemen
Fellgesundheit: Eine gute Ernährung hat direkten Einfluss auf die Qualität des dichten, wasserabweisenden Fells des Neufundländers:
- Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren – gesundes, glänzendes Fell
- Biotin und Zink – verhindern Haarausfall
- Hochwertiges Eiweiß – starke, elastische Haare
Eine gut ausgewogene Ernährung, die auf die individuellen Bedürfnisse des Neufundländers abgestimmt ist, ist eine Investition in sein langes, gesundes und glückliches Leben. Eine Beratung mit einem Tierarzt hilft, die optimale Ernährung für den jeweiligen Hund zu finden.
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Sanfter und geduldiger Temperament
- Ausgezeichnete Schwimmfähigkeiten und Rettungsinstinkt
- Freundliche Natur gegenüber Kindern und anderen Tieren
- Außergewöhnliche Loyalität gegenüber der Familie
- Intelligenz und Leichtigkeit beim Training.
Nachteile
- Benötigt viel Platz aufgrund der Größe
- Empfindlichkeit gegenüber hohen Temperaturen und Hitze
- Erfordert regelmäßige und zeitaufwändige Fellpflege
- Intensives Haaren zweimal im Jahr
- Anfälligkeit für Hüftdysplasie und kardiologische Probleme
- Kürzere Lebensdauer als kleinere Rassen.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Neufundländer haben eine reiche und faszinierende Geschichte, die mindestens mehrere Jahrhunderte zurückreicht und eng mit dem rauen Klima und den gefährlichen Gewässern der kanadischen Provinz Neufundland verbunden ist.
Uralte Wurzeln: Die Herkunft der Rasse ist nicht vollständig geklärt, aber höchstwahrscheinlich stammen die Neufundländer von den einheimischen Hunden der Stämme ab, die die Insel Neufundland bewohnten sowie von großen schwarzen Hunden, die den Bären ähnelten und von den Wikingern um das Jahr 1100 auf die Insel gebracht wurden. Die Kreuzung dieser Hunde mit lokalen Rassen führte zur Entstehung der frühen Vorfahren der modernen Neufundländer.
Ära der Kolonisierung (seit 1610): Als 1610 die formelle Kolonisierung der Insel durch Europäer begann, hatten die Neufundländer bereits ihre charakteristische Morphologie und einzigartige Verhaltensmerkmale. Der Zustrom europäischer Fischer brachte neue Hunderassen – Mastiffs, Hütehunde, Retriever – die durch Kreuzungen die Rasse weiter prägten und stärkten. Dennoch blieben die grundlegenden Merkmale unverändert: mächtiger Körperbau, wasserabweisendes Fell und natürliche Fähigkeiten zur Arbeit im Wasser.
Fischer- und Rettungshunde: Über Jahrhunderte waren Neufundländer unverzichtbare Partner der Fischer an den Küsten Neufundlands. Ihre Aufgaben umfassten:
- Das Herausziehen von Fischernetzen aus dem eiskalten Wasser
- Das Retten von Ertrinkenden – sowohl Menschen als auch Gegenständen, die über Bord fielen
- Den Transport schwerer Lasten an Land – das Ziehen von Schlitten und Wagen
- Begleitung in gefährlichen Situationen – Loyalität und Mut in extremen Situationen
Ihre angeborenen Schwimmfähigkeiten, die Schwimmhäute zwischen den Zehen und das wasserabweisende doppelte Fell ermöglichten es ihnen, in den eiskalten Gewässern des Nordatlantiks hervorragend zu gedeihen. Der legendäre Rettungsinstinkt rettete unzähligen Menschen das Leben – weshalb die Neufundländer den Spitznamen Bernhardiner der Meere erhielten.
Eroberung Europas (18.-19. Jahrhundert): Im 18. Jahrhundert erreichte die Rasse Europa, wo sie schnell große Beliebtheit erlangte, insbesondere in England. Die Briten, fasziniert von ihrem sanften Temperament, ihrer Intelligenz und ihren heldenhaften Rettungsaktionen, begannen mit gezielter Zucht. Neufundländer wurden zu Lieblingen der Aristokratie und wohlhabender Familien. Es gibt Berichte, dass Neufundländer Leben in der Themse und anderen europäischen Flüssen retteten.
Neufundländer in der Kultur: Diese Rasse erschien in Literatur und Kunst. Der berühmte englische Dichter Lord Byron schrieb in dem Epitaph seines geliebten Neufundländers: Er hatte alle Vorzüge des Menschen ohne seine Mängel. Dieser Hund wurde zum Symbol für Loyalität, Mut und selbstlose Liebe.
Offizielle Anerkennung: Im Jahr 1886 wurde die Rasse offiziell vom British Kennel Club anerkannt und später von anderen kynologischen Organisationen weltweit. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) klassifizierte den Neufundländer in Gruppe 2, Sektion 2.2 – Molosser vom Typ Gebirgshund.
Neufundländer heute: Heutzutage werden Neufundländer weiterhin im professionellen Wasserrettungsdienst in vielen europäischen Ländern eingesetzt. Ihr Rettungsinstinkt ist über die Jahrhunderte hinweg unverändert geblieben. Gleichzeitig sind sie zu wunderbaren Familienhunden geworden – ihre Sanftmut, Geduld mit Kindern und tiefe Bindung zur Familie machen sie zu idealen Lebensbegleitern.
Die Geschichte der Neufundländer ist die Erzählung einer Rasse, die über Jahrhunderte hinweg den Menschen in den schwierigsten Bedingungen diente, Leben rettete und die Legende von den treuesten und heldenhaftesten Hunden der Welt aufbaute.



