
Österreichischer Bracke
FCI-Gruppe
6• FCI 63
Größe
Mittel
Herkunftsland
AT
Höhe
48-56 cm
Gewicht
15-22 kg
Lebenserwartung
12-14 Jahre
Temperament
Überblick
Österreichischer Bracke, auch bekannt als Brandlbracke oder Vieräugl (was auf Deutsch 'vieräugig' bedeutet), ist ein außergewöhnlicher Jagdhund von mittlerer Größe, der sowohl die Aufmerksamkeit von Jägern als auch von Hundefreunden auf sich ziehen wird. Ursprünglich aus Österreich stammend, hat dieser Hund eine reiche Geschichte, die bis in die keltische Zeit zurückreicht, als er zur Jagd auf großes Wild in den bergigen Gebieten der Alpen eingesetzt wurde. Seine außergewöhnliche Ausdauer, Schnelligkeit und hervorragende Nase machen ihn zu einem unentbehrlichen Helfer für Jäger, aber auch zu einem idealen Begleiter für aktive Familien und Liebhaber von langen Wanderungen in den Bergen.
Was macht den Österreichischen Bracke so besonders? Vor allem seine charakteristischen, hellen tan-braunen Abzeichen über den Augen, die wie ein zusätzliches Augenpaar aussehen – daher der Name 'Vieräugl'. Dieses einzigartige Merkmal seines Aussehens, kombiniert mit dem schwarzen Fell, verleiht ihm ein distinguiertes und elegantes Aussehen. Diese Rasse wird von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt und in Gruppe 6, Sektion 1.2 – mittelgroße Bracken klassifiziert.
Der Österreichische Bracke zeichnet sich durch einen starken, langen und flexiblen Körperbau aus, der ihm die Arbeit unter den schwierigsten Bedingungen ermöglicht – von steilen Bergpfaden bis hin zu dichten Wäldern und Feuchtgebieten. Sein kurzes, glattes und glänzendes Fell in Schwarz mit hellbraunen tan-Abzeichen verleiht ihm nicht nur Eleganz, sondern ist auch praktisch – schmutzabweisend und pflegeleicht. Mit einer Schulterhöhe von 48 bis 56 cm gehört er zur Kategorie der mittelgroßen Hunde, obwohl seine Statur sehr kräftig und gut bemuskelt ist.
Es ist ein äußerst intelligenter und arbeitsamer Hund, was ihn relativ leicht zu trainieren macht – vorausgesetzt, der Trainer hat Erfahrung im Umgang mit Jagdhunden. Seine Unabhängigkeit und sein starker Jagdinstinkt erfordern einen konsequenten Ansatz sowie ausreichend Bewegung und geistige Anregung. Der Österreichische Bracke ist kein Hund für Menschen mit einem sitzenden Lebensstil – er benötigt einen aktiven Besitzer, der ihm tägliche lange Spaziergänge, Nasenarbeit oder Jagden bietet.
Der Temperament des Österreichischen Bracke ist freundlich, ausgeglichen und loyal. In der Familie ist er zärtlich und anhänglich, versteht sich hervorragend mit Kindern und anderen Hunden. Er kann jedoch etwas misstrauisch gegenüber Fremden sein, was ihn zu einem ausgezeichneten Wachhund macht – immer wachsam, aber nicht aggressiv. Seine starken Jagdinstinkte können das Zusammenleben mit kleinen Haustieren wie Katzen, Kaninchen oder Nagetieren etwas komplizieren, weshalb er sich besser in Gesellschaft anderer Hunde mit ähnlichem Temperament fühlt.
Der Österreichische Bracke findet am besten in aktiven Familien seinen Platz, die viel Zeit im Freien verbringen – insbesondere in bergigen Gegenden, Wäldern und ländlichen Gebieten. Dies ist ein Hund für jemanden, der Wandern, Laufen, Radfahren oder Jagen liebt. Wenn Sie einen Begleiter für gemeinsame Abenteuer im Freien suchen, wird der Österreichische Bracke die ideale Wahl sein. Wir laden Sie ein, diesen faszinierenden Hund in unserem Leitfaden weiter zu entdecken, in dem wir detailliert auf seine Gesundheit, Pflege, Trainingsbedürfnisse, Ernährung sowie historische und verhaltensbezogene Aspekte eingehen.
Der österreichische Bracke ist ein mittelgroßer Hund mit charakteristischer Silhouette, die Stärke, Ausdauer und Eleganz vereint. Laut FCI-Standard beträgt die Schulterhöhe zwischen 48 und 56 cm, wobei Hündinnen etwas kleiner sind als Rüden. Das Gewicht liegt zwischen 15 und 22 kg, abhängig von Geschlecht und Körperbau. Sein Körper ist kräftig, lang und sehr flexibel, was ihm ermöglicht, sich unter den schwierigsten Bedingungen – von Bergpfaden bis zu dichten Gebüschen – frei zu bewegen.
Kopf- und Gesichtsbau:
- Kopf – proportional zum Körper, mit breiter Schädeldecke und kaum ausgeprägtem Hinterhauptsbein
- Maul – stark, mit geradem Nasenrücken, gut entwickelten Lippen, die eng an den Kiefern anliegen
- Nase – schwarz, mit breiten Nasenlöchern (typisch für Jagdhunde)
- Augen – dunkelbraun, rund, drücken Intelligenz, Wachsamkeit und Lebhaftigkeit des Charakters aus
- Ohren – lang, hängend, leicht abgerundet an den Enden, hoch angesetzt, mit feinem Fell bedeckt
- Zähne – vollständiges Set von 42 Zähnen, Scherengebiss (FCI-Standard erlaubt das Fehlen von maximal zwei PM1 oder PM2)
Charakteristische Merkmale des Fells:
Das Fell des österreichischen Brackes ist kurz, glatt, dicht, glänzend und eng am Körper anliegend. Die Fellfarbe ist ausschließlich schwarz mit hellbraunen Abzeichen, die an charakteristischen Stellen auftreten:
- Zwei deutliche tan-braune Abzeichen über den Augen (sog. 'Vieräugl' – vier Augen), die das Markenzeichen der Rasse sind
- Tan-Abzeichen an den Seiten des Mauls, um die Nase, an den Lippen
- Tan-Abzeichen an der Innenseite der Ohren
- Zwei Tan-Abzeichen auf der Brust (charakteristisch für die Rasse)
- Tan-Abzeichen an der Innenseite der Gliedmaßen, unter dem Schwanz und um den After
Körper- und Gliedmaßenbau:
- Hals – stark, mittellang, leicht gewölbt, ohne Doppelkinn
- Rücken – lang, gerade, stark, gut bemuskelt
- Lenden – kurz, breit, sehr muskulös
- Brustkorb – tief, gut entwickelt, bis zu den Ellenbogen reichend, mit ovalem Querschnitt
- Schwanz – lang, an der Basis dick, sich zur Spitze verjüngend, leicht gebogen, im Ruhezustand nach unten hängend, während der Arbeit auf Rückenhöhe gehalten
- Vordere und hintere Gliedmaßen – stark, gut bemuskelt, mit kräftigem Skelett, die Pfoten sind kompakt, rund, mit dunklen Krallen
Der österreichische Bracke ist somit nicht nur ein schöner Hund mit distinguiertem Aussehen, sondern auch ein hervorragend gebauter Arbeiter, dessen Anatomie perfekt an die Arbeit im schwierigen Gelände angepasst ist. Seine elegante Silhouette in Kombination mit dem charakteristischen schwarz-tan Farbton macht ihn leicht erkennbar und zieht sowohl auf Ausstellungen als auch im Wald während der Jagd Aufmerksamkeit auf sich.
Der österreichische Bracke ist ein Hund mit ausgeglichenem, freundlichem und loyalem Temperament, der die typischen Eigenschaften von Jagdhunden mit hervorragenden Voraussetzungen für das Familienleben verbindet. Sein Wesen sorgt dafür, dass er gut mit Kindern und anderen Hunden auskommt, vorausgesetzt, er wurde von klein auf sozialisiert. Es ist ein Hund mit starkem Jagdinstinkt, was bedeutet, dass sein Verhalten in der Nähe von kleinen Tieren wie Katzen, Kaninchen, Hühnern oder Nagetieren unberechenbar sein kann.
Wesentliche Charaktereigenschaften:
- Intelligent und fleißig – lernt schnell neue Kommandos, hat ein ausgezeichnetes Gedächtnis
- Loial und treu – sehr an den Besitzer und die Familie gebunden
- Wachsam und aufmerksam – hervorragender Wachhund, reagiert auf ungewöhnliche Geräusche
- Empfindsam und empathisch – spürt die Stimmung des Halters, leidet unter Einsamkeit
- Energiegeladen und lebhaft – benötigt körperliche Aktivität und geistige Anregung
- Unabhängig und selbstständig – kann während der Jagd Entscheidungen treffen
Verhalten in der Familie:
Im Familienkreis ist der österreichische Bracke sanft, geduldig und gesellig. Er kommt gut mit Kindern zurecht, mit denen er gerne spielt, obwohl er aufgrund seiner Energie und Stärke Aufsicht im Umgang mit kleinen Kindern benötigt. Es ist ein Hund, der Teil der Familie sein möchte und an allen Aktivitäten teilnehmen will – von Spaziergängen über Wanderungen bis hin zum gemeinsamen Entspannen auf der Couch nach einem anstrengenden Tag. Er ist kein Hund, der im Zwinger oder an der Leine gehalten werden kann – er benötigt engen Kontakt zur Familie.
Verhalten gegenüber Fremden:
Der österreichische Bracke ist normalerweise nicht sehr ängstlich, kann jedoch etwas misstrauisch und vorsichtig gegenüber Fremden sein, was ihn zu einem guten Wachhund macht. Er ist nicht aggressiv, bellt aber laut, wenn er jemanden Fremden auf dem Grundstück bemerkt. Nach der richtigen Sozialisierung akzeptiert er Gäste, kann jedoch eine gewisse Distanz wahren. Dies ist eine wünschenswerte Eigenschaft bei Jagdhunden, die wachsam sein müssen, aber nicht übermäßig nervös.
Jagdinstinkt und Verhalten im Gelände:
Dies ist ein Aspekt, den jeder zukünftige Besitzer gut verstehen muss. Der österreichische Bracke hat einen sehr starken Jagd- und Geruchssinn, was bedeutet, dass:
- Er während Spaziergängen einer Spur folgen und das Rufen ignorieren kann
- Er wilde Tiere, Vögel und Katzen verfolgen kann
- Er beim Verfolgen einer Spur sehr konzentriert und ausdauernd ist
- Er selbstständig arbeiten kann, ohne ständige Anleitung durch den Jäger
- Er dazu neigt, laut zu bellen und zu jaulen, während er einer Spur folgt (sogenanntes 'Jagen mit Stimme')
Beziehungen zu anderen Tieren:
Der österreichische Bracke kommt hervorragend mit anderen Hunden zurecht, insbesondere mit solchen, die ein ähnliches Temperament und Energie haben. Er ist gesellig und spielt gerne gemeinsam. Allerdings komplizieren seine Jagdinstinkte das Leben mit kleinen Tieren – Katzen, Kaninchen, Hühner oder Nagetiere können als Beute betrachtet werden. Daher ist er nicht die beste Wahl für Haushalte mit solchen Tieren, es sei denn, der Hund wurde von Welpenalter an mit ihnen aufgezogen und zur Akzeptanz erzogen.
Aktivitätsniveau und geistige Stimulation:
Der österreichische Bracke ist ein Hund mit hohem Energieniveau, der mindestens 2-3 Stunden Aktivität pro Tag benötigt. Bei unzureichender Bewegung und geistiger Stimulation kann er destruktiv werden, unerwünschte Verhaltensweisen zeigen (Möbel kauen, Löcher graben, übermäßiges Bellen) oder unglücklich und apathisch werden. Er benötigt:
- Lange Spaziergänge und Wanderungen (mindestens 1-2 Stunden täglich)
- Suchspiele und Spurensuche (Leckerlis verstecken, Geruchsspuren)
- Geho obedience-Training und Tricks
- Jagden oder Jagdtraining (ideal)
- Spiele mit anderen Hunden
Empfehlungen für Besitzer:
Der österreichische Bracke fühlt sich am besten in aktiven Familien, die:
- In einem Haus mit Garten wohnen (nicht in einer Wohnung)
- Viel Zeit im Freien verbringen (Berge, Wälder, ländliche Gebiete)
- Erfahrung im Umgang mit Jagdhunden oder Hunden mit starken Instinkten haben
- Bereit sind, Zeit für regelmäßiges Training und lange Spaziergänge aufzuwenden
- Geduldig und konsequent in der Ausbildung sind
Dies ist kein Hund für unerfahrene Besitzer oder für Menschen mit einem sitzenden Lebensstil. Der österreichische Bracke ist ein wunderbarer Begleiter für aktive Menschen, die seine Energie, Intelligenz und Loyalität schätzen werden.
Der Österreichische Bracke ist in der Regel eine gesunde und robuste Rasse, was das Ergebnis jahrhundertelanger Selektion auf Funktionalität und Ausdauer ist. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 12 bis 14 Jahre, obwohl viele Individuen bei entsprechender Pflege und guten Genen sogar 15-16 Jahre alt werden können. Wie alle Hunderassen kann auch der Österreichische Bracke anfällig für bestimmte Erkrankungen sein, über die zukünftige Besitzer informiert sein sollten.
Häufigste Gesundheitsprobleme:
1. Hüft- und Ellenbogendysplasie (HD und ED)
Dies sind die häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparates, die bei mittelgroßen und großen Hunden auftreten. Dysplasie bedeutet eine fehlerhafte Formung des Gelenks, was zu Schmerzen, Steifheit und letztendlich zu Arthritis führt. Bei Österreichischen Bracken ist das Risiko moderat, aber es wird empfohlen:
- Röntgenuntersuchungen bei Zuchthunden (vor der Zuchtzulassung)
- Gesundes Körpergewicht halten (Übergewicht verschlechtert den Zustand der Gelenke)
- Übermäßige Sprünge und intensive Trainingseinheiten bei Welpen unter 12 Monaten vermeiden
- Glucosamin- und Chondroitinsupplementierung bei älteren Hunden
2. Ohrenentzündungen (Otitis externa)
Aufgrund der langen, herabhängenden Ohren, die die Belüftung des Gehörgangs einschränken, ist der Österreichische Bracke anfällig für Ohrenentzündungen. Feuchtigkeit, Schmutz, Ohrenschmalz und Pflanzenreste (nach Wanderungen im Wald) können zu Entzündungen führen. Symptome sind:
- Häufiges Kratzen und Schütteln der Ohren
- Unangenehmer Geruch aus den Ohren
- Rötung und Schwellung des inneren Teils des Ohrs
- Ausfluss (braun, gelb oder grün)
Prävention: Regelmäßige Ohrenkontrollen (2-3 Mal pro Woche), Reinigung mit speziellen Ohrlösungen, gründliches Trocknen nach dem Baden und Spaziergängen im Regen.
3. Demodikose (Demodex-Mangelerkrankung – Hautentzündung verursacht durch Demodex-Milben)
Demodikose ist eine Hauterkrankung, die durch eine übermäßige Vermehrung der Milbe Demodex canis verursacht wird, die normalerweise in geringen Mengen auf der Haut von Hunden lebt. Bei Österreichischen Bracken kann eine juvenile Form (bei Welpen) oder eine adulte Form (verbunden mit einem geschwächten Immunsystem) auftreten. Symptome sind:
- Haarausfall um die Augen, Schnauze und an den Gliedmaßen
- Rötung und Schuppung der Haut
- Juckreiz (in komplizierten Formen mit bakterieller Infektion)
Behandlung: Erfordert veterinärmedizinische Intervention – topische Medikamente, therapeutische Shampoos, manchmal Antibiotika.
4. Übermäßiger Speichelfluss und Überhitzung
Obwohl der Österreichische Bracke ein kurzes Fell hat, kann er während intensiver Anstrengung (besonders an warmen Tagen) zur Übermäßigen Speichelbildung und Überhitzung neigen. Dies ist typisch für Arbeitshunde. Es ist wichtig:
- Zugang zu frischem Wasser während Spaziergängen und Jagden zu gewährleisten
- Training in der prallen Sonne an heißen Tagen zu vermeiden (morgens oder abends)
- Symptome einer Überhitzung zu beobachten: schweres Atmen, übermäßiger Speichelfluss, Apathie, Erbrechen
- Bei Bedarf den Hund im Schatten abzukühlen, Wasser zu geben, das Fell zu befeuchten (aber nicht mit eiskaltem Wasser!)
5. Verletzungen bei der Arbeit im Gelände
Aufgrund der Arbeit in schwierigem Gelände (Wälder, Gebüsche, Bergpfade) kann der Österreichische Bracke mechanischen Verletzungen ausgesetzt sein, wie zum Beispiel:
- Schnittwunden an den Pfoten (Glas, scharfe Steine, Dornen)
- Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen (beim Laufen auf unebenem Gelände)
- Zeckenbisse, Grassamen in Ohren, Augen, zwischen den Zehen
- Bisse von Wildtieren (Wildschweine, Füchse)
Prävention: Nach jedem Spaziergang gründliche Kontrolle der Pfoten, Ohren, des Körpers; Entfernen von Zecken, Reinigen von Wunden, Impfungen gegen Tollwut und regelmäßige Entwurmung.
Prävention und Gesundheitsfürsorge:
Damit der Österreichische Bracke sein ganzes Leben lang gesund bleibt, sollten die Besitzer:
- Regelmäßige Tierarztbesuche – mindestens einmal jährlich Kontrolluntersuchungen, Impfungen, Entwurmungen
- Gesunde Ernährung – hochwertiges Futter, das auf Alter, Aktivität und Gesundheitszustand abgestimmt ist
- Gesundes Gewicht halten – Fettleibigkeit ist der Feind von Gelenken und Herz
- Angemessene Bewegung – ein aktiver Hund ist ein gesunder Hund
- Hygiene – regelmäßige Reinigung der Ohren, Zähne, Krallen schneiden
- Schutz vor Parasiten – alle 3 Monate entwurmen, Mittel gegen Zecken und Flöhe verwenden
Obwohl der Österreichische Bracke anfällig für bestimmte Erkrankungen sein kann, ist er insgesamt ein starker, robuster und langlebiger Hund. Bei entsprechender Pflege, regelmäßigen tierärztlichen Untersuchungen und einem gesunden Lebensstil erreichen die meisten Individuen ein hohes Alter in ausgezeichneter Verfassung.
Der Österreichische Bracke ist eine Rasse, die keine komplizierte oder zeitaufwändige Pflege erfordert, was sie zur idealen Wahl für Menschen macht, die Hunde mit geringen Pflegeanforderungen bevorzugen. Ihr kurzes, glattes und glänzendes Fell ist sehr praktisch – schmutzabweisend, reinigt sich selbst (bis zu einem gewissen Grad) und ist leicht zu pflegen. Allerdings benötigt der Österreichische Bracke, wie jeder Jagdhund, der im Freien arbeitet, regelmäßige Kontrollen und grundlegende Pflege.
1. Fellpflege – Bürsten
Das Fell des Österreichischen Bracke ist kurz und eng am Körper anliegend, daher erfordert es kein häufiges Bürsten. In der Regel reicht es einmal pro Woche, um:
- Totes Haar zu entfernen und das natürliche Hautfett zu verteilen
- Das Haaren zu minimieren
- Den Zustand der Haut zu überprüfen (ob es Wunden, Zecken oder Irritationen gibt)
Während der Haarwechselzeiten (Frühling und Herbst) kann häufigeres Bürsten erforderlich sein – 2-3 Mal pro Woche –, um effektiv totes Haar zu entfernen und das Zuhause sauber zu halten. Zum Bürsten genügt eine weiche Gummibürste oder eine Bürstenhandschuh, die die Haut massiert und totes Haar aufnimmt.
2. Baden
Der Österreichische Bracke benötigt keine häufigen Bäder. Sein Fell ist ziemlich schmutzabweisend und hat die natürliche Fähigkeit, sich selbst zu reinigen. Ein Bad wird empfohlen:
- Alle 2-3 Monate oder wenn der Hund wirklich schmutzig ist (Schlamm, Sümpfe, stinkende Spuren)
- Nach intensiven Jagden oder Wanderungen im Freien
- Wenn ein unangenehmer Geruch auftritt
Wichtig: Verwenden Sie milde Hundeshampoos (am besten aus natürlichen Inhaltsstoffen), die die Haut nicht austrocknen. Trocknen Sie den Hund nach dem Baden gründlich mit einem Handtuch ab, insbesondere die Ohren!
3. Ohrenpflege (KRITISCH!)
Dies ist der wichtigste Aspekt der Pflege des Österreichischen Bracke. Aufgrund der langen, hängenden Ohren, die die Belüftung einschränken, ist dieser Hund anfällig für Ohrenentzündungen. Regelmäßige Kontrollen und die Reinigung der Ohren sind absolut notwendig:
- Überprüfung der Ohren 2-3 Mal pro Woche – besonders nach Spaziergängen im Wald, auf Wiesen, in Feuchtgebieten
- Reinigung einmal pro Woche mit speziellen Ohrreinigungsmitteln (erhältlich beim Tierarzt oder in Zoohandlungen)
- Entfernung von Pflanzenresten – Grassamen, Dornen, Blätter können tief im Gehörgang stecken bleiben
- Gründliches Trocknen nach dem Baden, Schwimmen, Spaziergängen im Regen (Feuchtigkeit = Umgebung für Bakterien und Pilze)
So reinigen Sie die Ohren:
- Geben Sie ein paar Tropfen Ohrreinigungsmittel in den Gehörgang
- Massieren Sie die Basis des Ohrs 20-30 Sekunden lang (der Hund sollte das mögen)
- Erlauben Sie dem Hund, den Kopf zu schütteln (Schmutz und Ohrenschmalz kommen nach außen)
- Wischen Sie den äußeren Teil des Ohrs mit einem Wattebausch oder einer Gaze ab (NIE tief mit Wattestäbchen eindringen!)
4. Zahnpflege
Die Mundhygiene wird oft vernachlässigt, und Zahnstein sowie Zahnfleischerkrankungen können zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen (einschließlich Herz- und Nierenerkrankungen). Empfehlungen:
- Zähneputzen 2-3 Mal pro Woche mit einer speziellen Zahnbürste und Zahnpasta für Hunde
- Verabreichung von zahnpflegenden Snacks (natürlich oder speziell)
- Regelmäßige Zahnsteinentfernung beim Tierarzt – einmal alle 1-2 Jahre oder nach Bedarf
5. Krallenpflege
Wenn der Österreichische Bracke viel auf hartem Untergrund (Asphalt, Steine, Betonwege) läuft, nutzen sich seine Krallen natürlich ab. Wenn er jedoch hauptsächlich auf weichem Boden, im Wald oder auf Gras spaziert, ist regelmäßiges Krallenschneiden – alle 4-6 Wochen – notwendig.
- Zu lange Krallen können brechen, einwachsen, Schmerzen verursachen und Probleme beim Gehen bereiten
- Verwenden Sie spezielle Krallenschneider für mittelgroße Hunde
- Achten Sie darauf, den Nerv und die Blutgefäße (der rosa Teil des Kralls) nicht zu schneiden
- Wenn Sie keine Erfahrung haben, bitten Sie einen Tierarzt oder Groomer um Hilfe
6. Kontrolle nach Spaziergängen im Freien (WICHTIG!)
Als Jagdhund, der im Wald arbeitet, benötigt der Österreichische Bracke eine gründliche Kontrolle nach jedem Spaziergang, insbesondere nach langen Wanderungen in Wäldern, Gebüschen und Wiesen:
- Überprüfung der Pfoten – Schnittwunden, eingedrungene Dornen, Steine zwischen den Zehen, rissige Ballen
- Überprüfung der Ohren – Grassamen (Gräten) können tief in den Gehörgang eindringen (sehr schmerzhaft!)
- Überprüfung des gesamten Körpers – Zecken (insbesondere Bauch, Achseln, Hals, hinter den Ohren), Wunden, Abschürfungen
- Entfernung von Zecken – so schnell wie möglich mit einem speziellen Haken oder einer Pinzette (nicht quetschen!)
- Reinigung von Wunden – mit Wasser und Seife abspülen, desinfizieren, beobachten (ob es eine Infektion gibt)
7. Schutz vor Parasiten
Aufgrund des häufigen Aufenthalts im Freien (Wälder, Wiesen, Felder) ist der Österreichische Bracke dem Kontakt mit Zecken, Flöhen und Würmern ausgesetzt. Regelmäßige Prophylaxe ist notwendig:
- Produkte gegen Zecken und Flöhe – Tropfen für den Nacken, Halsbänder, Tabletten (wählen Sie die vom Tierarzt empfohlene Form)
- Entwurmung – alle 3 Monate (insbesondere bei Jagdhunden, die Aas fressen oder Kontakt mit Wildtieren haben können)
- Impfung gegen Zecken (Babesiose) – in Hochrisikogebieten
8. Weitere Pflegeaspekte
- Reinigung von Schnauze und Kinn – insbesondere nach intensiver Anstrengung, wenn der Hund übermäßig sabbern kann
- Überprüfung der Augen – Entfernung von Sekreten aus den Augenwinkeln, Beobachtung auf Rötungen
- Überprüfung der Haut – ob es Ausschläge, Irritationen, Haarausfall, Knoten gibt
Zusammenfassung – Pflegezeitplan:
| Aktivität | Häufigkeit |
| Fellbürsten | Einmal pro Woche (2-3 Mal in der Haarwechselzeit) |
| Baden | Alle 2-3 Monate oder nach Bedarf |
| Ohrenreinigung | Einmal pro Woche + Kontrolle 2-3 Mal pro Woche |
| Zähneputzen | 2-3 Mal pro Woche |
| Kratzen der Krallen | Alle 4-6 Wochen |
| Kontrolle nach Spaziergängen | Nach jedem Spaziergang im Freien |
| Schutz vor Parasiten | Zecken/Flöhe: monatlich, Entwurmung: alle 3 Monate |
Der Österreichische Bracke ist ein Hund mit minimalen Pflegeanforderungen, benötigt jedoch regelmäßige Kontrollen und Hygiene – insbesondere der Ohren, Pfoten und Zähne. Mit einer angemessenen Pflegeroutine (15-30 Minuten pro Woche) wird Ihr Bracke gesund, sauber und schön aussehen sein ganzes Leben lang.
Der Österreichische Bracke ist ein Hund mit sehr hohem Energieniveau, der eine große Menge Bewegung benötigt, um gesund, glücklich und psychisch ausgeglichen zu bleiben. Diese Rasse ist definitiv nicht für das Leben in einer Wohnung geeignet und auch nicht für Menschen mit einem sitzenden Lebensstil. Der Österreichische Bracke benötigt einen aktiven Besitzer, Platz zum Laufen und mindestens 2-3 Stunden Aktivität pro Tag. Es ist ein Hund für Menschen, die lange Wanderungen in den Bergen, Wälder, Laufen oder Jagen lieben.
Tägliche Bewegungsbedürfnisse – Minimum:
- 2-3 Stunden körperliche Aktivität pro Tag – Spaziergänge, Laufen, Wandern, Training
- Mindestens 2-3 Spaziergänge pro Tag – jeder von 45-60 Minuten
- Möglichkeit zum freien Laufen in sicherem Gelände (Garten, Wald, Wiese)
- Mentale Stimulation – Nasentraining, Gehorsamkeit, intellektuelle Spiele
Ideale Aktivitäten für den Österreichischen Bracke:
1. Lange Wanderungen in den Bergen und Wäldern
Das ist absolut die beste Form der Aktivität für den Österreichischen Bracke. Diese Rasse wurde gezüchtet, um in schwierigem bergigem Terrain der Alpen zu arbeiten, daher:
- Er liebt lange Trekkingwanderungen (5-10 km oder mehr)
- Er meistert steile Wege, Felsen und Gebüsche hervorragend
- Er hat unerschöpfliche Ausdauer – kann stundenlang wandern
- Er liebt es, neue Gebiete zu erkunden und Gerüche zu verfolgen
2. Laufen und Joggen
Der Österreichische Bracke ist ein toller Laufpartner. Er liebt es, neben dem Fahrrad zu laufen, beim Joggen zu begleiten oder frei im Gelände zu rennen. Ideal:
- Laufen neben dem Fahrrad – 30-60 Minuten im gemäßigten Tempo (achte darauf, den Hund nicht zu überanstrengen!)
- Joggen – der Österreichische Bracke kann viele Kilometer neben dir laufen
- Canicross (Laufen mit dem Hund im Geschirr) – eine hervorragende Disziplin für diese Rasse
Wichtig: Laufe nicht mit dem Hund auf Asphalt an heißen Tagen! Vermeide es, mit jungen Hunden (unter 12-15 Monaten) zu laufen – das schadet der Gelenkentwicklung.
3. Jagd und Jagdtraining
Das ist absolut eine natürliche Form der Aktivität für den Österreichischen Bracke. Wenn du Jäger bist oder die Möglichkeit hast, an Jagdtrainings teilzunehmen:
- Jagd auf Hasen, Füchse, Wildschweine – der Österreichische Bracke ist darin ein Meister
- Verfolgen und Nachsuchen von Wild – Nutzung seines phänomenalen Geruchssinns
- Feldtraining – künstliche Fährten, Lernen des Verfolgens, Gehorsamkeit im Gelände
- Mantrailing (Verfolgen von Menschen) – eine Alternative für nicht jagende Hunde
4. Nasenspiele und Mantrailing
Wenn du nicht jagst, kannst du die Instinkte des Österreichischen Bracke durch Nasenspiele befriedigen, die für ihn äußerst befriedigend sind:
- Nosework – Suche nach versteckten Gerüchen (ätherische Öle, Leckerlis)
- Mantrailing – Verfolgen von Menschen (Sport für Hunde und ihre Halter)
- Verstecken von Leckerlis im Haus oder Garten – einfach, aber sehr ansprechend
- Künstliche Fährten – Ziehen eines mit Geruch getränkten Lappens und dann Verfolgen durch den Hund
5. Agility, Gehorsam, Rally-O
Obwohl der Österreichische Bracke kein typischer Sporthund ist (wie der Border Collie), kann er hervorragend an Hundesportarten teilnehmen, die ihm mentale und körperliche Stimulation bieten:
- Agility – Hindernisparcours, der Geschicklichkeit und Gehorsamkeit fördert
- Obedience – fortgeschrittener Gehorsam, präzise Ausführung von Kommandos
- Rally-O – Kombination aus Gehorsam und Spielen auf dem Parcours
Hinweis: Der Österreichische Bracke hat eine unabhängige Natur, daher können diese Sportarten etwas schwieriger sein als mit typischen Gehorsamsrassen, aber mit dem richtigen Training und Motivation kann er hervorragende Ergebnisse erzielen.
6. Freies Laufen und Spielen im Garten
Der Österreichische Bracke benötigt Platz zum freien Laufen. Ideal:
- Großer Garten (mindestens 500-1000 m²) eingezäunt (mindestens 1,5 m hoch)
- Sicheres Gelände – Wald, Wiese, Feld, wo der Hund ohne Leine laufen kann (wenn der Rückruf gut trainiert ist)
- Hundewiesen – sichere, eingezäunte Flächen, wo Hunde frei laufen können
Wichtig: Der Österreichische Bracke hat einen starken Jagdinstinkt – beim freien Laufen kann er einer Spur folgen und den Rückruf ignorieren. Daher lasse ihn nur in sicherem, eingezäuntem Gelände ohne Leine laufen oder wenn du sicher bist, dass der Rückruf zu 100 % funktioniert.
7. Spielen mit anderen Hunden
Der Österreichische Bracke ist gesellig und liebt das Spielen mit anderen Hunden. Regelmäßige Treffen mit Hundekumpels (insbesondere mit ähnlichem Energieniveau) sind eine hervorragende Form der körperlichen und sozialen Aktivität:
- Gemeinsames Laufen, Fangen, Ringen
- Gemeinsame Wanderungen mit anderen Hundebesitzern
- Besuche auf dem Hundeplatz
Folgen unzureichender Bewegung:
Wenn der Österreichische Bracke nicht genügend körperliche und geistige Aktivität erhält, kann er ernsthafte Verhaltensprobleme entwickeln:
- Zerstörerisches Verhalten – Beißen von Möbeln, Kissen, Schuhen, Graben von Löchern im Garten
- Übermäßiges Bellen und Jaulen – aus Frustration und Langeweile
- Fluchtversuche – Überwinden von Zäunen, Graben, um den Bewegungsdrang zu stillen
- Aggression oder Übererregung – Übermaß an ungenutzter Energie
- Apathie und Depression – in extremen Fällen kann der Hund apathisch und unglücklich werden
- Fettleibigkeit – Bewegungsmangel + normale Ernährung = Übergewicht = Gesundheitsprobleme
Empfehlungen für Besitzer:
Um dem Österreichischen Bracke ein angemessenes Aktivitätsniveau zu gewährleisten:
- Mindestens 2-3 Stunden Aktivität pro Tag – keine Kompromisse!
- Vielfalt – Spaziergänge + Laufen + Nasenspiele + Gehorsamkeitstraining
- Ruhe – nach intensiver Anstrengung dem Hund eine ruhige Zeit zur Regeneration geben
- Wetteranpassung – vermeide sehr intensive Trainingseinheiten an heißen Tagen
- Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt – Überprüfung der Gelenke, Pfoten, allgemeinen Gesundheit
Für wen ist der Österreichische Bracke geeignet?
Der Österreichische Bracke ist ein Hund für:
- Aktive Menschen, die viel Zeit im Freien verbringen
- Jäger, die einen ausdauernden Hund für die Jagd benötigen
- Bewohner ländlicher Gebiete mit großem Garten oder Zugang zu Wäldern
- Trekking-, Lauf- und Bergsport-Enthusiasten
- Personen mit Erfahrung im Umgang mit Jagdhunden
NICHT geeignet für:
- Personen, die in Wohnungen ohne Zugang zu einem Garten leben
- Personen mit einem sitzenden Lebensstil
- Anfänger-Hundebesitzer
- Personen, die keine Zeit für 2-3 Stunden Aktivität pro Tag haben
Zusammenfassend: Der Österreichische Bracke ist ein Hund mit extremen Bewegungsbedürfnissen. Wenn du bereit bist, ihm die notwendige Aktivität zu bieten, wirst du einen unermüdlichen Abenteuergefährten haben, der gemeinsame Wanderungen, Laufen und das Erkunden der Welt lieben wird.
Der österreichische Bracke ist eine intelligente, lernwillige und fleißige Rasse, was das Training effektiv und zufriedenstellend machen kann – vorausgesetzt, der Trainer versteht die Besonderheiten von Jagdhunden. Aufgrund ihrer natürlichen Arbeitsneigung und starken Jagdinstinkte können diese Hunde sehr gut für verschiedene Aufgaben ausgebildet werden, einschließlich Jagd, Fährtenarbeit, Gehorsam und Hundesport. Allerdings hat der österreichische Bracke auch eine unabhängige Natur, die für Jagdhunde typisch ist, was bedeutet, dass er manchmal eigene Entscheidungen treffen kann, anstatt blind Befehle auszuführen.
Schlüsselfaktoren, die das Training beeinflussen:
- Hohe Intelligenz – lernt schnell neue Befehle und kann Probleme lösen
- Starker Jagdinstinkt – kann durch Gerüche und Fährten abgelenkt werden
- Unabhängigkeit – kann selbstständig denken, was beim Jagen von Vorteil, aber beim Gehorsamstraining eine Herausforderung ist
- Empfindlichkeit – reagiert gut auf positive Verstärkung, erträgt scharfe Strafen schlecht
- Arbeitsmotivation – liebt Aufgaben, die Geruch und körperliche Anstrengung erfordern
Grundsätze für das Training des österreichischen Bracke:
1. Positive Verstärkung – der Schlüssel zum Erfolg
Der österreichische Bracke ist ein empfindlicher und einfühlsamer Hund, der am besten auf positive Trainingsmethoden reagiert. Die Besitzer sollten:
- Gewünschtes Verhalten belohnen – mit Leckerlis, Lob, Spiel
- Unerwünschtes Verhalten ignorieren – anstatt zu bestrafen, ist es besser, unerwünschtes Verhalten nicht mit Aufmerksamkeit zu verstärken
- Körperliche Strafen und Schreien vermeiden – das schwächt die Bindung zum Hund und kann zu Angst oder Aggression führen
- Geduldig und konsequent sein – Übungen wiederholen, die Schwierigkeit schrittweise erhöhen
2. Frühe Sozialisierung (ab der 8. Lebenswoche)
Sozialisierung ist das wichtigste Element der Erziehung des österreichischen Bracke. Der Welpe sollte von den frühesten Wochen an verschiedenen Reizen ausgesetzt werden:
- Verschiedene Umgebungen – Stadt, Wald, Wiese, Fluss, Geschäfte, Bahnhof
- Verschiedene Menschen – Kinder, Erwachsene, Senioren, Personen in Uniformen, mit Hüten, Brillen
- Andere Tiere – Hunde (verschiedene Rassen und Größen), Katzen (wenn sie im Haus sein sollen), Pferde, Kühe
- Verschiedene Geräusche – Autos, Straßenbahnen, Donner, Feuerwerk, laute Musik
- Verschiedene Oberflächen – Gras, Asphalt, Metall, Treppen, Brücken
Ziel: Einen selbstbewussten, ausgeglichenen Hund zu erziehen, der keine Angst vor neuen Situationen hat.
3. Grundlegende Gehorsamskommandos
Jeder österreichische Bracke sollte grundlegende Kommandos beherrschen, die Sicherheit und Kontrolle gewährleisten:
- Sitz – grundlegendes Kommando, leicht zu lernen
- Platz – wichtig, um den Hund zu beruhigen
- Bleib – lehrt Geduld und Selbstkontrolle
- Hier / Komm – das wichtigste Kommando für die Sicherheit (besonders bei Hunden mit starkem Jagdinstinkt!)
- Ließ das / Nein – verhindert das Fressen gefährlicher Dinge, das Verfolgen von Tieren
- Bei Fuß – gehen neben dem Besitzer während der Spaziergänge
Tipp: Trainiere diese Kommandos an verschiedenen Orten (Haus, Garten, Park, Wald) und mit unterschiedlichen Ablenkungen, damit der Hund in jeder Situation hört.
4. Rückruf – das wichtigste Kommando!
Aufgrund des starken Jagdinstinkts kann der österreichische Bracke beim Spaziergang dem Geruch folgen und das Rufen des Besitzers ignorieren. Daher ist das Erlernen eines zuverlässigen Rückrufs absolut entscheidend:
- Beginne das Training zu Hause – ohne Ablenkungen
- Steigere schrittweise die Distanz und Ablenkung – Garten, Park, Wald
- Verwende hochpreisige Leckerlis – Huhn, Käse, Leber (etwas, das der Hund NICHT täglich bekommt)
- Belohne immer die Rückkehr – selbst wenn der Hund nach langer Zeit zurückkommt, NIE für die Rückkehr bestrafen!
- Übe regelmäßig – mehrmals täglich in verschiedenen Situationen
- Erwäge eine lange Trainingsleine (10-20 m) zu Beginn, um Kontrolle zu haben, wenn der Hund anfängt zu fährten
Ziel: Der Hund sollte auf Kommando sofort zurückkommen, auch wenn er durch Gerüche abgelenkt ist.
5. Kontrolle des Jagdinstinkts
Dies ist die größte Herausforderung im Training des österreichischen Bracke. Der starke Jagdinstinkt führt dazu, dass der Hund:
- Hasen, Rehe, Vögel, Katzen verfolgt
- Das Rufen beim Verfolgen einer Fährte ignoriert
- Übermäßig aufgeregt in Gegenwart von Wildtieren ist
Wie man den Jagdinstinkt kontrolliert:
- Training unter kontrollierten Bedingungen – an einer langen Leine, mit künstlichen Fährten
- Das Kommando Lass das lernen – wenn der Hund ein Tier verfolgen möchte
- Belohnung für das Ignorieren von Reizen – wenn der Hund einen Hasen sieht, aber nicht jagt, GROSSE Belohnung!
- Regelmäßige Nasentrainingseinheiten – Mantrailing, Nosework, um das Bedürfnis nach Fährtenarbeit kontrolliert zu befriedigen
- Realistische Erwartungen – der österreichische Bracke wird IMMER einen Jagdinstinkt haben, dieser kann nicht vollständig eliminiert werden
6. Nasentraining – eine natürliche Form der Stimulation
Der österreichische Bracke LIEBT es, mit der Nase zu arbeiten. Nasentraining ist für ihn äußerst befriedigend und bietet eine hervorragende geistige Stimulation:
- Nosework – das Suchen nach versteckten Gerüchen (ätherische Öle, Leckerlis)
- Mantrailing – das Verfolgen von Menschen (Sport für Hunde und Halter)
- Künstliche Fährten – das Ziehen eines mit Geruch getränkten Tuchs, das vom Hund verfolgt wird
- Verstecken von Leckerlis – einfach, aber sehr ansprechend
Vorteile: Ein zufriedener, geistig müder Hund, der nicht nach anderen Wegen sucht, um Energie abzubauen (destruktives Verhalten).
7. Jagdtraining
Wenn du Jäger bist oder die Möglichkeit hast, an Feldtrainings teilzunehmen, ist das absolut die beste Trainingsform für den österreichischen Bracke:
- Fährtenarbeit – Nutzung der natürlichen Fähigkeiten
- Gehorsam im Gelände – Befolgen von Kommandos trotz Ablenkungen (Gerüche, Tiere)
- Arbeiten im schwierigen Gelände – Berge, Gestrüpp, Feuchtgebiete
- Zusammenarbeit mit dem Jäger – Aufbau von Bindung und Verständnis
8. Agility, Gehorsam und andere Hundesportarten
Obwohl der österreichische Bracke kein typischer Sporthund ist, kann er hervorragend an Hundesportarten teilnehmen:
- Agility – Hindernisparcours, Wendigkeit, Gehorsam
- Obedience – fortgeschrittener Gehorsam
- Rally-O – eine Kombination aus Gehorsam und Spielen auf dem Parcours
Herausforderung: Der österreichische Bracke hat eine unabhängige Natur, daher kann es schwieriger sein, die höchsten Niveaus in diesen Disziplinen zu erreichen als mit gehorsameren Rassen (Border Collie, Deutscher Schäferhund). Aber mit dem richtigen Training und Motivation kann er hervorragende Ergebnisse erzielen.
9. Konsequenz und Geduld
Der Schlüssel zu effektivem Training des österreichischen Bracke ist Konsequenz und Geduld:
- Regelmäßige Trainingseinheiten – täglich 10-20 Minuten (kurze, intensive Einheiten sind effektiver als lange, ermüdende)
- Konsequente Regeln – wenn es einmal nicht erlaubt ist, auf die Couch zu gehen, dann ist es immer nicht erlaubt (ändere die Regeln nicht)
- Alle Familienmitglieder sollten die gleichen Regeln anwenden – der Hund muss wissen, was erlaubt ist
- Schrittweise Erhöhung der Schwierigkeit – überspringe keine Stufen, beherrsche zuerst die Grundlagen
- Belohnung kleiner Fortschritte – warte nicht auf Perfektion, belohne jeden Schritt in die richtige Richtung
10. Herausforderungen im Training des österreichischen Bracke
Die Besitzer sollten sich bestimmter Herausforderungen bewusst sein:
- Ablenkung durch Gerüche – während Spaziergängen kann der Hund sehr auf Fährten konzentriert sein
- Verzögerte Reaktionen auf Kommandos – wenn der Hund fährtet, kann er das Rufen ignorieren (nicht aus Bosheit, sondern aus übermäßiger Konzentration)
- Unabhängigkeit – dies ist keine Rasse, die jedes Kommando blind ohne Nachdenken ausführen wird
- Hohe Energie – ohne die richtige Menge Bewegung wird das Training sehr schwierig sein (der Hund kann sich nicht konzentrieren)
Empfehlungen für Besitzer:
- Beginne das Training mit dem Welpen (ab der 8. Lebenswoche – Sozialisierung, ab dem 3-4 Monat – grundlegende Kommandos)
- Erwäge eine Welpenschule – professionelles Training, Sozialisierung mit anderen Hunden
- Sei geduldig und konsequent – das Training des österreichischen Bracke erfordert Zeit
- Nutze Nasentraining – das ist eine natürliche Methode zur Stimulation und geistigen Ermüdung
- Wenn du Schwierigkeiten hast, ziehe die Hilfe eines professionellen Trainers in Betracht – besonders eines, der Erfahrung mit Jagdhunden hat
Zusammenfassung:
Der österreichische Bracke ist intelligent, lernwillig und kann gut ausgebildet werden – vorausgesetzt, der Trainer verwendet positive Methoden, ist geduldig und konsequent. Er benötigt einen erfahrenen Besitzer, der die Besonderheiten von Jagdhunden versteht und ihren starken Jagdinstinkt kontrollieren kann. Mit dem richtigen Ansatz wird der österreichische Bracke ein gehorsamer, gut erzogener Hund sein, der sowohl im Haus als auch im Gelände hervorragend zurechtkommt.
Die richtige Ernährung des Österreichischen Bracken ist entscheidend für seine Gesundheit, Fitness und Langlebigkeit. Als hochenergetischer Jagdhund benötigt der Österreichische Bracken hochwertiges Futter, das ihm die richtige Menge an Proteinen, Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen bietet, damit er sein optimales Körpergewicht, starke Muskeln, gesunde Gelenke und ein glänzendes Fell aufrechterhalten kann.
Grundlegende Ernährungsrichtlinien für den Österreichischen Bracken:
1. Hochwertiges Futter – die Grundlage der Gesundheit
Die Besitzer sollten hochwertiges Futter wählen, das auf das Alter, die Aktivität und den Gesundheitszustand des Hundes abgestimmt ist. Es ist wichtig, auf die Zusammensetzung des Futters zu achten:
- Protein (25-30%) – tierischen Ursprungs (Huhn, Rind, Fisch, Lamm) als erste Zutat
- Fette (12-18%) – Energiequelle, unterstützen die Gesundheit von Haut und Fell, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
- Kohlenhydrate (30-50%) – Energiequelle, am besten aus Vollkorn (brauner Reis, Hafer) oder Gemüse (Kartoffeln, Süßkartoffeln)
- Ballaststoffe (3-5%) – unterstützen die Darmfunktion
- Vitamine und Mineralien – Vitamin A, D, E, K, B-Gruppe, Calcium, Phosphor, Zink, Eisen
Vermeiden Sie Futter, das Folgendes enthält:
- Künstliche Farbstoffe, Aromen, Konservierungsstoffe
- Niedrigwertige Füllstoffe (Tiermehle, Fleischabfälle)
- Übermäßige Getreide (Mais, Weizen) – können Allergien auslösen
2. Anzahl der Mahlzeiten und Portionen
In der Regel sollte ein erwachsener Österreichischer Bracken 2 Mal täglich gefüttert werden – morgens und abends. Welpen benötigen häufigere Mahlzeiten:
- Welpen (2-3 Monate) – 4 Mahlzeiten täglich
- Welpen (4-6 Monate) – 3 Mahlzeiten täglich
- Junge Hunde (7-12 Monate) – 2-3 Mahlzeiten täglich
- Erwachsene Hunde (ab 12 Monaten) – 2 Mahlzeiten täglich
- Ältere Hunde (über 8 Jahre) – 2 Mahlzeiten täglich (kleinere Portionen, leichter verdaulich)
Größe der Portionen:
Hängt vom Gewicht des Hundes, dem Aktivitätsniveau und der Art des Futters ab. Ein typischer erwachsener Österreichischer Bracken (Gewicht 15-22 kg) benötigt:
- Trockenfutter – 250-400 g täglich (auf 2 Mahlzeiten verteilt)
- Nassfutter – 600-1000 g täglich (auf 2 Mahlzeiten verteilt)
- BARF-Diät (rohes Fleisch) – etwa 2-3% des Körpergewichts täglich (300-600 g)
Wichtig: Aktive Jagdhunde während der Jagdsaison benötigen möglicherweise sogar 20-30% mehr Kalorien als Hunde mit normaler Aktivität!
3. Anpassung der Ernährung an das Aktivitätsniveau
Der Österreichische Bracken ist ein Hund mit sehr hohem Energieniveau, insbesondere wenn er zum Jagen oder für intensive Trainingseinheiten eingesetzt wird. Die Ernährung muss an seine Aktivität angepasst werden:
- Niedrige Aktivität (Spaziergänge, keine Jagden) – normales Futter für aktive Hunde
- Mittlere Aktivität (lange Spaziergänge, Training) – Futter für aktive Hunde, erhöhte Protein- und Fettgehalte
- Hohe Aktivität (Jagd, intensives Training, Sport) – Futter für Sport- oder Arbeitshunde, hoher Proteinanteil (28-32%) und Fettanteil (16-20%)
4. Futterarten – Trockenfutter, Nassfutter, BARF
Die Besitzer haben mehrere Ernährungssysteme zur Auswahl:
A) Trockenfutter (Kibble)
- Vorteile: praktisch, lange haltbar, reinigt die Zähne, gute Zusammensetzung
- Nachteile: weniger schmackhaft, enthält Konservierungsstoffe, einige Hunde haben Allergien gegen Getreidefutter
- Empfehlungen: wähle Premium-Futter (Royal Canin, Hill's, Eukanuba, Acana, Orijen, Taste of the Wild)
B) Nassfutter (Dosen, Beutel)
- Vorteile: schmackhaft, leicht verdaulich, hoher Wassergehalt, gut für Hunde mit Zahnproblemen
- Nachteile: teurer, kürzere Haltbarkeit nach dem Öffnen, reinigt die Zähne nicht
- Empfehlungen: kann mit Trockenfutter kombiniert werden (50/50)
C) BARF-Diät (Biologisch Angemessene Rohkost)
- Vorteile: natürlich, frisch, ohne Konservierungsstoffe, ähnlich der Ernährung wilder Vorfahren
- Nachteile: erfordert Zeit zur Zubereitung, Risiko von bakteriellen Infektionen (Salmonellen, E. coli), erfordert Wissen über die ausgewogene Zusammensetzung
- Zusammensetzung der BARF-Diät: 70% rohes Fleisch (Rind, Huhn, Lamm), 10% fleischige Knochen (Flügel, Hälse), 10% Innereien (Leber, Herz), 10% Gemüse und Obst
- Empfehlungen: wenn du BARF wählst, konsultiere einen Tierarzt oder Hundediätetiker, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen
D) Hausgemachtes Futter (gekocht)
- Vorteile: du kontrollierst die Zutaten, frisch, ohne Konservierungsstoffe
- Nachteile: zeitaufwendig, Risiko einer unausgewogenen Ernährung
- Beispielmahlzeit: gekochtes Fleisch (Huhn, Rind) + Reis/Grütze + Gemüse (Karotten, Brokkoli) + etwas Öl (Leinöl, Lachsöl)
5. Wasser – ein notwendiger Bestandteil der Ernährung
Der Österreichische Bracken, als aktiver Hund, benötigt rund um die Uhr Zugang zu frischem Wasser, insbesondere:
- Nach intensiver Anstrengung (Spaziergänge, Jagden, Training)
- An heißen Tagen
- Beim Füttern mit Trockenfutter (enthält wenig Wasser)
Wichtig: Der Hund sollte etwa 50-70 ml Wasser pro kg Körpergewicht täglich trinken (z.B. ein 20 kg schwerer Hund = 1-1,4 Liter). Wenn der Hund deutlich mehr trinkt, kann dies ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme sein (Diabetes, Nierenprobleme) – konsultiere einen Tierarzt.
6. Leckerlis und Snacks – in Maßen
Leckerlis sind ein hervorragendes Trainingswerkzeug, aber man sollte übermäßiges Geben vermeiden, um Übergewicht zu verhindern:
- Maximal 10% des täglichen Kalorienbedarfs sollten aus Leckerlis stammen
- Natürliche Snacks: getrocknetes Fleisch, Schweineohren, Kauknochen, Karotten, Äpfel
- Vermeide: Süßigkeiten für Menschen, Schokolade (giftig für Hunde!), salzige Snacks, fettige Speisen
7. Ernährung von Welpen – die Grundlage der Gesundheit
Welpen des Österreichischen Bracken benötigen spezielle Nahrung für mittelgroße Welpen, die mehr Protein, Calcium und Phosphor für die gesunde Entwicklung von Knochen und Muskeln enthält:
- Von 2 bis 12 Monaten – Welpenfutter (Puppy)
- Ab 12 Monaten – schrittweiser Wechsel zu Futter für erwachsene Hunde
Wichtig: Überfüttere den Welpen nicht! Übergewicht bei Welpen kann zu Gelenkproblemen (Hüftdysplasie) führen.
8. Ernährung von älteren Hunden (Senioren)
Hunde über 8 Jahre benötigen Seniorenfutter, das Folgendes enthält:
- Weniger Kalorien (geringere Aktivität)
- Mehr Ballaststoffe (unterstützt die Verdauung)
- Glucosamin und Chondroitin (unterstützen die Gelenke)
- Antioxidantien (unterstützen das Immunsystem)
9. Ernährung von Hunden mit gesundheitlichen Problemen
Wenn der Österreichische Bracken gesundheitliche Probleme hat, sollte die Ernährung angepasst werden:
- Nahrungsmittelallergien – hypoallergenes Futter (Lamm, Lachs, Kartoffeln)
- Gelenkprobleme – Futter mit Glucosamin und Chondroitin, Ergänzungen (Omega-3)
- Verdauungsprobleme – leicht verdauliches Futter, geringer Fettgehalt
- Übergewicht – Light-Futter (weniger Kalorien, mehr Ballaststoffe)
10. Häufigste Fehler in der Ernährung
- Überfütterung – führt zu Übergewicht, Gelenkproblemen, verkürzter Lebensdauer
- Niedrigwertiges Futter – Füllstoffe, künstliche Zusätze, Mangel an Nährstoffen
- Füttern vom Tisch – menschliche Nahrung ist zu fettig, salzig, ungesund für Hunde
- Kein Zugang zu Wasser – Dehydration ist gefährlich
- Zu häufige Futterwechsel – können Durchfall verursachen
11. Überwachung von Gewicht und Fitness
Überprüfe regelmäßig das Gewicht und die Fitness des Hundes:
- Ideales Gewicht – Rippen sind unter einer dünnen Fettschicht fühlbar, Taille von oben sichtbar
- Übergewicht – Rippen nicht fühlbar, keine Taille, Fettschicht auf dem Rücken
- Untergewicht – Rippen und Wirbel sind deutlich sichtbar
Wenn du plötzliche Gewichtsschwankungen bemerkst, konsultiere einen Tierarzt.
Zusammenfassung – wichtige Punkte:
- Wähle hochwertiges Futter, das auf Alter und Aktivität abgestimmt ist
- Füttere 2 Mal täglich zu regelmäßigen Zeiten
- Passe die Kalorienmenge an das Aktivitätsniveau an (Jagdhunde benötigen mehr)
- Stelle rund um die Uhr Zugang zu frischem Wasser sicher
- Vermeide Überfütterung und Futter vom Tisch
- Überwache regelmäßig Gewicht und Fitness
- Konsultiere einen Tierarzt bei Zweifeln
Die richtige Ernährung ist die Grundlage für die Gesundheit des Österreichischen Bracken. Mit der richtigen Diät, die auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist, wird er ein langes, gesundes und aktives Leben genießen.
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Intelligent und leicht zu trainieren
- Robuster Jäger mit ausgezeichnetem Geruchssinn
- Freundlich und loyal gegenüber der Familie
- Hervorragender Wachhund
- Gesunde und langlebige Rasse
- Minimale Pflegeanforderungen.
Nachteile
- Er benötigt sehr viel Bewegung und geistige Stimulation
- kann misstrauisch gegenüber Fremden sein
- ein starker Jagdinstinkt erschwert das Leben mit kleinen Tieren
- ist nicht für das Leben in einer Wohnung geeignet
- erfordert einen erfahrenen Besitzer und kann beim Stöbern den Rückruf ignorieren.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Der Österreichische Bracke, auch bekannt als Brandlbracke (wörtlich 'Hunde mit feuerähnlichem Fell'), hat eine lange, faszinierende Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Es ist eine der ältesten Jagdhunderassen in Mitteleuropa, deren Wurzeln tief in der Geschichte Österreichs und der Alpenländer verankert sind. Diese Rasse wurde über Jahrhunderte für ihre außergewöhnlichen Jagdfähigkeiten, ihre Ausdauer im schwierigen Gebirgsterrain und ihre Loyalität gegenüber den Jägern geschätzt.
Antike Wurzeln – Kelten und Römer
Historiker und Kynologen glauben, dass die Vorfahren des Österreichischen Bracke bereits von den Kelten, einem antiken Volk, das die Gebiete des heutigen Österreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz um 500-100 v. Chr. bewohnte, genutzt wurden. Die Kelten züchteten Hunde mit starkem Jagdinstinkt, die sie zur Jagd auf Wildschweine, Rehe und Bären in dichten Wäldern und bergigen Regionen einsetzten.
Später, während des Römischen Reiches (1.-5. Jahrhundert n. Chr.), wurden Jagdhunde aus den Alpen von römischen Legionären und Aristokraten geschätzt. Die Römer importierten Hunde aus den alpinen Provinzen (einschließlich des heutigen Österreichs) nach Italien, wo sie zur Jagd auf großes Wild verwendet wurden. Diese antiken Hunde wurden zum Fundament für spätere Brackenrassen, einschließlich des Österreichischen Bracke.
Mittelalter – Rassenausbildung
Im Mittelalter (6.-15. Jahrhundert) wurde die Jagd zur Domäne der Aristokratie und des Adels. Der Besitz guter Jagdhunde war ein Zeichen von Prestige und Reichtum. In dieser Zeit begann man an den Höfen der österreichischen Kaiser und Fürsten mit der kontrollierten Zucht von Bracken, die zur Jagd auf Rehe, Wildschweine, Hasen und Füchse in den Alpen eingesetzt wurden.
Der Österreichische Bracke wurde besonders geschätzt für:
- Außergewöhnliche Ausdauer – er kann viele Stunden im schwierigen Gebirgsterrain arbeiten
- Ausgezeichneten Geruchssinn – er kann die Spur selbst nach mehreren Stunden verfolgen
- Lautes Bellen während der Verfolgung (sogenanntes 'mit Stimme jagen') – der Jäger weiß immer, wo der Hund ist
- Selbstständigkeit – er kann während der Jagd Entscheidungen treffen, ohne ständig geleitet zu werden
19. Jahrhundert – Formalisierung der Rasse und Standard
Bis zum 19. Jahrhundert wurde die Zucht des Österreichischen Bracke unsystematisch betrieben – es gab keine Rassestandards, Stammbäume oder kontrollierte Kreuzungen. Verschiedene Linien von Jagdhunden aus Österreich, Tirol und der Steiermark wurden miteinander gekreuzt, was zu einer gewissen Vielfalt im Aussehen und in den Fähigkeiten führte.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ca. 1850-1880) begann man mit der systematischeren Zucht des Österreichischen Bracke. Züchter aus Österreich, insbesondere aus den Bergregionen (Tirol, Steiermark, Kärnten), begannen, Stammbücher zu führen und kontrollierte Kreuzungen durchzuführen, um die gewünschten Eigenschaften zu festigen:
- Charakteristische schwarz-braune Färbung mit 'vier Augen'
- Mittlere Größe (48-56 cm im Widerrist)
- Starke, flexible Körperstruktur
- Ausgezeichneter Geruchssinn und Nachsuchfähigkeiten
- Freundliches, ausgeglichenes Temperament
In dieser Zeit begann die Rasse, offiziell als 'Brandlbracke' bezeichnet zu werden, was vom deutschen Wort 'Brand' (Feuer, Flamme) abgeleitet ist – in Anlehnung an die hellbraunen Abzeichen auf dem schwarzen Fell, die farblich an Flammen erinnern. Der alternative Name 'Vieräugl' (vieräugig) bezieht sich auf die charakteristischen Abzeichen über den Augen.
20. Jahrhundert – Internationale Anerkennung und Entwicklung der Zucht
Im Jahr 1896 wurde der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) gegründet, der mit der formalen Registrierung österreichischer Rassen, einschließlich des Österreichischen Bracke, begann. Zu dieser Zeit wurde der erste offizielle Rassestandard festgelegt, der die gewünschten Merkmale des Aussehens, der Struktur und des Temperaments beschrieb.
Im Jahr 1995 erkannte die FCI (Fédération Cynologique Internationale – Internationale Kynologische Föderation) den Österreichischen Bracke offiziell als Rasse an und vergab ihm die Standardnummer FCI Nr. 63. Die Rasse wurde klassifiziert in:
- Gruppe 6 – Bracken, Schweißhunde und verwandte Rassen
- Sektion 1.2 – Mittelgroße Bracken
- Mit Arbeitsprüfung – Zuchthunde müssen Jagdfähigkeitstests bestehen
Diese internationale Anerkennung öffnete die Türen zur Popularisierung der Rasse außerhalb Österreichs, obwohl der Österreichische Bracke außerhalb der Alpenländer relativ selten blieb.
Die Rasse heute – Tradition und Moderne
Heute ist der Österreichische Bracke immer noch hauptsächlich ein Jagdhund, der von Jägern in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien zur Jagd auf:
- Hasen – traditionelle Jagden mit Bracken
- Füchse – Nachsuche und Ausgraben aus den Bauen
- Wildschweine – Nachsuche verletzter Tiere
- Rehe – Verfolgung der Spur über lange Distanzen
Immer mehr Familien entdecken jedoch den Österreichischen Bracke als wunderbaren Familienbegleiter – loyal, freundlich, aktiv und hervorragend für Menschen, die lange Wanderungen in den Bergen und Wäldern lieben.
Zucht und Population
Der Österreichische Bracke ist eine relativ seltene Rasse. Laut den Daten des ÖKV (Österreichischer Kynologenverband):
- Jährlich werden in Österreich etwa 100-150 Welpen registriert
- Die gesamte Population in Europa wird auf 2000-3000 Individuen geschätzt
- Die meisten Zuchten befinden sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz
- Die Rasse ist außerhalb Mitteleuropas praktisch unbekannt
Historische Fakten:
- Der Österreichische Bracke war der Lieblingshund von Kaiser Franz Joseph I. (Kaiser von Österreich-Ungarn, 1848-1916), der regelmäßig mit diesen Hunden in den Alpen jagte
- Während des Ersten Weltkriegs wurden Österreichische Bracken von der k.u.k. Armee als Suchhunde eingesetzt, um verletzte Soldaten in den Bergen zu finden
- In den 1930er Jahren war der Österreichische Bracke eine der beliebtesten Jagdhunderassen in Tirol
- Die Rasse überlebte den Zweiten Weltkrieg dank des Engagements österreichischer Züchter, die die besten Tiere vor der Beschlagnahme versteckten
Kulturelle Bedeutung
Der Österreichische Bracke ist ein Symbol der österreichischen Jagdtradition und der alpinen Kultur. In Österreich gilt er als Nationalrasse und ist ein Stolz der Züchter. Sein Bild erscheint auf:
- Postkarten und Tourismusplakaten Österreichs
- Briefmarken
- Gemälden, die traditionelle Bergjagden darstellen
Zusammenfassung:
Der Österreichische Bracke ist eine Rasse mit einer äußerst reichen Geschichte, die bis in die keltische Zeit zurückreicht. Über Jahrhunderte wurde er als Jagdhund für die Arbeit im schwierigen Gebirgsterrain gezüchtet, geschätzt für seine Ausdauer, seinen ausgezeichneten Geruchssinn und seine Loyalität. Die internationale Anerkennung durch die FCI im Jahr 1995 unterstrich seine Bedeutung in der Welt der Kynologie. Heute ist der Österreichische Bracke nicht nur ein beliebter Jagdhund, sondern auch zunehmend ein geschätzter Familienbegleiter für aktive Menschen, die die Natur und die Berge lieben.



