Österreichischer Bracke

Österreichischer Bracke

FCI #63FCI-Anerkennung: 1995Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

6FCI 63

Größe

Mittel

Herkunftsland

AT

Höhe

48-56 cm

Gewicht

15-22 kg

Lebenserwartung

12-14 Jahre

Temperament

Hoher JagdtriebEmpfindliche NaseGutes Temperament

Überblick

Österreichischer Bracke, auch bekannt als Brandlbracke oder Vieräugl (was auf Deutsch 'vieräugig' bedeutet), ist ein außergewöhnlicher Jagdhund von mittlerer Größe, der sowohl die Aufmerksamkeit von Jägern als auch von Hundefreunden auf sich ziehen wird. Ursprünglich aus Österreich stammend, hat dieser Hund eine reiche Geschichte, die bis in die keltische Zeit zurückreicht, als er zur Jagd auf großes Wild in den bergigen Gebieten der Alpen eingesetzt wurde. Seine außergewöhnliche Ausdauer, Schnelligkeit und hervorragende Nase machen ihn zu einem unentbehrlichen Helfer für Jäger, aber auch zu einem idealen Begleiter für aktive Familien und Liebhaber von langen Wanderungen in den Bergen.

Was macht den Österreichischen Bracke so besonders? Vor allem seine charakteristischen, hellen tan-braunen Abzeichen über den Augen, die wie ein zusätzliches Augenpaar aussehen – daher der Name 'Vieräugl'. Dieses einzigartige Merkmal seines Aussehens, kombiniert mit dem schwarzen Fell, verleiht ihm ein distinguiertes und elegantes Aussehen. Diese Rasse wird von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannt und in Gruppe 6, Sektion 1.2 – mittelgroße Bracken klassifiziert.

Der Österreichische Bracke zeichnet sich durch einen starken, langen und flexiblen Körperbau aus, der ihm die Arbeit unter den schwierigsten Bedingungen ermöglicht – von steilen Bergpfaden bis hin zu dichten Wäldern und Feuchtgebieten. Sein kurzes, glattes und glänzendes Fell in Schwarz mit hellbraunen tan-Abzeichen verleiht ihm nicht nur Eleganz, sondern ist auch praktisch – schmutzabweisend und pflegeleicht. Mit einer Schulterhöhe von 48 bis 56 cm gehört er zur Kategorie der mittelgroßen Hunde, obwohl seine Statur sehr kräftig und gut bemuskelt ist.

Es ist ein äußerst intelligenter und arbeitsamer Hund, was ihn relativ leicht zu trainieren macht – vorausgesetzt, der Trainer hat Erfahrung im Umgang mit Jagdhunden. Seine Unabhängigkeit und sein starker Jagdinstinkt erfordern einen konsequenten Ansatz sowie ausreichend Bewegung und geistige Anregung. Der Österreichische Bracke ist kein Hund für Menschen mit einem sitzenden Lebensstil – er benötigt einen aktiven Besitzer, der ihm tägliche lange Spaziergänge, Nasenarbeit oder Jagden bietet.

Der Temperament des Österreichischen Bracke ist freundlich, ausgeglichen und loyal. In der Familie ist er zärtlich und anhänglich, versteht sich hervorragend mit Kindern und anderen Hunden. Er kann jedoch etwas misstrauisch gegenüber Fremden sein, was ihn zu einem ausgezeichneten Wachhund macht – immer wachsam, aber nicht aggressiv. Seine starken Jagdinstinkte können das Zusammenleben mit kleinen Haustieren wie Katzen, Kaninchen oder Nagetieren etwas komplizieren, weshalb er sich besser in Gesellschaft anderer Hunde mit ähnlichem Temperament fühlt.

Der Österreichische Bracke findet am besten in aktiven Familien seinen Platz, die viel Zeit im Freien verbringen – insbesondere in bergigen Gegenden, Wäldern und ländlichen Gebieten. Dies ist ein Hund für jemanden, der Wandern, Laufen, Radfahren oder Jagen liebt. Wenn Sie einen Begleiter für gemeinsame Abenteuer im Freien suchen, wird der Österreichische Bracke die ideale Wahl sein. Wir laden Sie ein, diesen faszinierenden Hund in unserem Leitfaden weiter zu entdecken, in dem wir detailliert auf seine Gesundheit, Pflege, Trainingsbedürfnisse, Ernährung sowie historische und verhaltensbezogene Aspekte eingehen.

Der österreichische Bracke ist ein mittelgroßer Hund mit charakteristischer Silhouette, die Stärke, Ausdauer und Eleganz vereint. Laut FCI-Standard beträgt die Schulterhöhe zwischen 48 und 56 cm, wobei Hündinnen etwas kleiner sind als Rüden. Das Gewicht liegt zwischen 15 und 22 kg, abhängig von Geschlecht und Körperbau. Sein Körper ist kräftig, lang und sehr flexibel, was ihm ermöglicht, sich unter den schwierigsten Bedingungen – von Bergpfaden bis zu dichten Gebüschen – frei zu bewegen.

Kopf- und Gesichtsbau:

  • Kopf – proportional zum Körper, mit breiter Schädeldecke und kaum ausgeprägtem Hinterhauptsbein
  • Maul – stark, mit geradem Nasenrücken, gut entwickelten Lippen, die eng an den Kiefern anliegen
  • Nase – schwarz, mit breiten Nasenlöchern (typisch für Jagdhunde)
  • Augen – dunkelbraun, rund, drücken Intelligenz, Wachsamkeit und Lebhaftigkeit des Charakters aus
  • Ohren – lang, hängend, leicht abgerundet an den Enden, hoch angesetzt, mit feinem Fell bedeckt
  • Zähne – vollständiges Set von 42 Zähnen, Scherengebiss (FCI-Standard erlaubt das Fehlen von maximal zwei PM1 oder PM2)

Charakteristische Merkmale des Fells:

Das Fell des österreichischen Brackes ist kurz, glatt, dicht, glänzend und eng am Körper anliegend. Die Fellfarbe ist ausschließlich schwarz mit hellbraunen Abzeichen, die an charakteristischen Stellen auftreten:

  • Zwei deutliche tan-braune Abzeichen über den Augen (sog. 'Vieräugl' – vier Augen), die das Markenzeichen der Rasse sind
  • Tan-Abzeichen an den Seiten des Mauls, um die Nase, an den Lippen
  • Tan-Abzeichen an der Innenseite der Ohren
  • Zwei Tan-Abzeichen auf der Brust (charakteristisch für die Rasse)
  • Tan-Abzeichen an der Innenseite der Gliedmaßen, unter dem Schwanz und um den After

Körper- und Gliedmaßenbau:

  • Hals – stark, mittellang, leicht gewölbt, ohne Doppelkinn
  • Rücken – lang, gerade, stark, gut bemuskelt
  • Lenden – kurz, breit, sehr muskulös
  • Brustkorb – tief, gut entwickelt, bis zu den Ellenbogen reichend, mit ovalem Querschnitt
  • Schwanz – lang, an der Basis dick, sich zur Spitze verjüngend, leicht gebogen, im Ruhezustand nach unten hängend, während der Arbeit auf Rückenhöhe gehalten
  • Vordere und hintere Gliedmaßen – stark, gut bemuskelt, mit kräftigem Skelett, die Pfoten sind kompakt, rund, mit dunklen Krallen

Der österreichische Bracke ist somit nicht nur ein schöner Hund mit distinguiertem Aussehen, sondern auch ein hervorragend gebauter Arbeiter, dessen Anatomie perfekt an die Arbeit im schwierigen Gelände angepasst ist. Seine elegante Silhouette in Kombination mit dem charakteristischen schwarz-tan Farbton macht ihn leicht erkennbar und zieht sowohl auf Ausstellungen als auch im Wald während der Jagd Aufmerksamkeit auf sich.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Toleriert kaltes Wetter
Toleriert heißes Wetter
Leicht zu pflegen
Neigt zum Bellen
Benötigt viel Platz
Wenig sabbernd
Nicht anfällig für Fettleibigkeit
Nicht zum Beißen neigend
Jagdhund
Starke Gesundheit

Vorteile

  • Intelligent und leicht zu trainieren
  • Robuster Jäger mit ausgezeichnetem Geruchssinn
  • Freundlich und loyal gegenüber der Familie
  • Hervorragender Wachhund
  • Gesunde und langlebige Rasse
  • Minimale Pflegeanforderungen.

Nachteile

  • Er benötigt sehr viel Bewegung und geistige Stimulation
  • kann misstrauisch gegenüber Fremden sein
  • ein starker Jagdinstinkt erschwert das Leben mit kleinen Tieren
  • ist nicht für das Leben in einer Wohnung geeignet
  • erfordert einen erfahrenen Besitzer und kann beim Stöbern den Rückruf ignorieren.

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Der Österreichische Bracke, auch bekannt als Brandlbracke (wörtlich 'Hunde mit feuerähnlichem Fell'), hat eine lange, faszinierende Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Es ist eine der ältesten Jagdhunderassen in Mitteleuropa, deren Wurzeln tief in der Geschichte Österreichs und der Alpenländer verankert sind. Diese Rasse wurde über Jahrhunderte für ihre außergewöhnlichen Jagdfähigkeiten, ihre Ausdauer im schwierigen Gebirgsterrain und ihre Loyalität gegenüber den Jägern geschätzt.

Antike Wurzeln – Kelten und Römer

Historiker und Kynologen glauben, dass die Vorfahren des Österreichischen Bracke bereits von den Kelten, einem antiken Volk, das die Gebiete des heutigen Österreichs, Deutschlands, Frankreichs und der Schweiz um 500-100 v. Chr. bewohnte, genutzt wurden. Die Kelten züchteten Hunde mit starkem Jagdinstinkt, die sie zur Jagd auf Wildschweine, Rehe und Bären in dichten Wäldern und bergigen Regionen einsetzten.

Später, während des Römischen Reiches (1.-5. Jahrhundert n. Chr.), wurden Jagdhunde aus den Alpen von römischen Legionären und Aristokraten geschätzt. Die Römer importierten Hunde aus den alpinen Provinzen (einschließlich des heutigen Österreichs) nach Italien, wo sie zur Jagd auf großes Wild verwendet wurden. Diese antiken Hunde wurden zum Fundament für spätere Brackenrassen, einschließlich des Österreichischen Bracke.

Mittelalter – Rassenausbildung

Im Mittelalter (6.-15. Jahrhundert) wurde die Jagd zur Domäne der Aristokratie und des Adels. Der Besitz guter Jagdhunde war ein Zeichen von Prestige und Reichtum. In dieser Zeit begann man an den Höfen der österreichischen Kaiser und Fürsten mit der kontrollierten Zucht von Bracken, die zur Jagd auf Rehe, Wildschweine, Hasen und Füchse in den Alpen eingesetzt wurden.

Der Österreichische Bracke wurde besonders geschätzt für:

  • Außergewöhnliche Ausdauer – er kann viele Stunden im schwierigen Gebirgsterrain arbeiten
  • Ausgezeichneten Geruchssinn – er kann die Spur selbst nach mehreren Stunden verfolgen
  • Lautes Bellen während der Verfolgung (sogenanntes 'mit Stimme jagen') – der Jäger weiß immer, wo der Hund ist
  • Selbstständigkeit – er kann während der Jagd Entscheidungen treffen, ohne ständig geleitet zu werden

19. Jahrhundert – Formalisierung der Rasse und Standard

Bis zum 19. Jahrhundert wurde die Zucht des Österreichischen Bracke unsystematisch betrieben – es gab keine Rassestandards, Stammbäume oder kontrollierte Kreuzungen. Verschiedene Linien von Jagdhunden aus Österreich, Tirol und der Steiermark wurden miteinander gekreuzt, was zu einer gewissen Vielfalt im Aussehen und in den Fähigkeiten führte.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (ca. 1850-1880) begann man mit der systematischeren Zucht des Österreichischen Bracke. Züchter aus Österreich, insbesondere aus den Bergregionen (Tirol, Steiermark, Kärnten), begannen, Stammbücher zu führen und kontrollierte Kreuzungen durchzuführen, um die gewünschten Eigenschaften zu festigen:

  • Charakteristische schwarz-braune Färbung mit 'vier Augen'
  • Mittlere Größe (48-56 cm im Widerrist)
  • Starke, flexible Körperstruktur
  • Ausgezeichneter Geruchssinn und Nachsuchfähigkeiten
  • Freundliches, ausgeglichenes Temperament

In dieser Zeit begann die Rasse, offiziell als 'Brandlbracke' bezeichnet zu werden, was vom deutschen Wort 'Brand' (Feuer, Flamme) abgeleitet ist – in Anlehnung an die hellbraunen Abzeichen auf dem schwarzen Fell, die farblich an Flammen erinnern. Der alternative Name 'Vieräugl' (vieräugig) bezieht sich auf die charakteristischen Abzeichen über den Augen.

20. Jahrhundert – Internationale Anerkennung und Entwicklung der Zucht

Im Jahr 1896 wurde der Österreichische Kynologenverband (ÖKV) gegründet, der mit der formalen Registrierung österreichischer Rassen, einschließlich des Österreichischen Bracke, begann. Zu dieser Zeit wurde der erste offizielle Rassestandard festgelegt, der die gewünschten Merkmale des Aussehens, der Struktur und des Temperaments beschrieb.

Im Jahr 1995 erkannte die FCI (Fédération Cynologique Internationale – Internationale Kynologische Föderation) den Österreichischen Bracke offiziell als Rasse an und vergab ihm die Standardnummer FCI Nr. 63. Die Rasse wurde klassifiziert in:

  • Gruppe 6 – Bracken, Schweißhunde und verwandte Rassen
  • Sektion 1.2 – Mittelgroße Bracken
  • Mit Arbeitsprüfung – Zuchthunde müssen Jagdfähigkeitstests bestehen

Diese internationale Anerkennung öffnete die Türen zur Popularisierung der Rasse außerhalb Österreichs, obwohl der Österreichische Bracke außerhalb der Alpenländer relativ selten blieb.

Die Rasse heute – Tradition und Moderne

Heute ist der Österreichische Bracke immer noch hauptsächlich ein Jagdhund, der von Jägern in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Italien zur Jagd auf:

  • Hasen – traditionelle Jagden mit Bracken
  • Füchse – Nachsuche und Ausgraben aus den Bauen
  • Wildschweine – Nachsuche verletzter Tiere
  • Rehe – Verfolgung der Spur über lange Distanzen

Immer mehr Familien entdecken jedoch den Österreichischen Bracke als wunderbaren Familienbegleiter – loyal, freundlich, aktiv und hervorragend für Menschen, die lange Wanderungen in den Bergen und Wäldern lieben.

Zucht und Population

Der Österreichische Bracke ist eine relativ seltene Rasse. Laut den Daten des ÖKV (Österreichischer Kynologenverband):

  • Jährlich werden in Österreich etwa 100-150 Welpen registriert
  • Die gesamte Population in Europa wird auf 2000-3000 Individuen geschätzt
  • Die meisten Zuchten befinden sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz
  • Die Rasse ist außerhalb Mitteleuropas praktisch unbekannt

Historische Fakten:

  • Der Österreichische Bracke war der Lieblingshund von Kaiser Franz Joseph I. (Kaiser von Österreich-Ungarn, 1848-1916), der regelmäßig mit diesen Hunden in den Alpen jagte
  • Während des Ersten Weltkriegs wurden Österreichische Bracken von der k.u.k. Armee als Suchhunde eingesetzt, um verletzte Soldaten in den Bergen zu finden
  • In den 1930er Jahren war der Österreichische Bracke eine der beliebtesten Jagdhunderassen in Tirol
  • Die Rasse überlebte den Zweiten Weltkrieg dank des Engagements österreichischer Züchter, die die besten Tiere vor der Beschlagnahme versteckten

Kulturelle Bedeutung

Der Österreichische Bracke ist ein Symbol der österreichischen Jagdtradition und der alpinen Kultur. In Österreich gilt er als Nationalrasse und ist ein Stolz der Züchter. Sein Bild erscheint auf:

  • Postkarten und Tourismusplakaten Österreichs
  • Briefmarken
  • Gemälden, die traditionelle Bergjagden darstellen

Zusammenfassung:

Der Österreichische Bracke ist eine Rasse mit einer äußerst reichen Geschichte, die bis in die keltische Zeit zurückreicht. Über Jahrhunderte wurde er als Jagdhund für die Arbeit im schwierigen Gebirgsterrain gezüchtet, geschätzt für seine Ausdauer, seinen ausgezeichneten Geruchssinn und seine Loyalität. Die internationale Anerkennung durch die FCI im Jahr 1995 unterstrich seine Bedeutung in der Welt der Kynologie. Heute ist der Österreichische Bracke nicht nur ein beliebter Jagdhund, sondern auch zunehmend ein geschätzter Familienbegleiter für aktive Menschen, die die Natur und die Berge lieben.