
Pharaonenhund
FCI-Gruppe
5• FCI 248
Größe
Mittel
Herkunftsland
XX
Höhe
53-63.5 cm
Gewicht
20-25 kg
Lebenserwartung
11-13 Jahre
Temperament
Überblick
Der Pharaonenhund, auch bekannt als Kelb tal-Fenek (maltesischer Kaninchenhund), ist eine der faszinierendsten Hunderassen mit exotischer Herkunft. Er stammt aus Malta, wo er seit Jahrhunderten eine unverzichtbare Rolle bei der Kaninchenjagd in dem schwierigen, felsigen Terrain der Insel spielt.
Diese mittelgroßen Hunde zeichnen sich durch außergewöhnliche Eleganz und edelhafte Haltung aus. Ihr langer, schlanker Hals und die schlanke, athletische Statur in Kombination mit starken Gliedmaßen verleihen ihnen eine besondere Anmut und Balance in der Bewegung. Der FCI-Standard betont die harmonische Bauweise dieser Hunde – Rüden erreichen eine Höhe von 56 bis 63,5 cm, während Hündinnen von 53 bis 61 cm im Widerrist messen, bei einem idealen Körpergewicht zwischen 20 und 25 kg.
Das Fell des Pharaonenhundes ist kurz, anliegend und glänzend, in der Farbe fawn oder rot-sandfarben mit charakteristischen weißen Abzeichen auf der Brust, dem Schwanz und den Zehen. Eine außergewöhnliche Eigenschaft dieser Rasse ist die Fähigkeit, sich zu erröten – die Nase und die Ohren des Hundes werden durch Emotionen rosa, was ihn noch einzigartiger macht.
Der Pharaonenhund ist eine Rasse, die für außergewöhnliche Intelligenz und Sensibilität bekannt ist. Ihr scharfer Verstand macht sie zu hervorragenden Begleitern, die schnell eine tiefe Bindung zur Familie aufbauen. Sie sind zärtlich, freundlich und verspielt, was sie zu idealen Familienhunden macht. Sie können etwas misstrauisch gegenüber Fremden sein, jedoch ist ihre Loyalität gegenüber den Familienmitgliedern unerschütterlich.
Ihre Energie und Aktivität bedeuten, dass sie regelmäßige, intensive Bewegung und geistige Anregung benötigen, um in hervorragender körperlicher und psychischer Verfassung zu bleiben. Der Jagdinstinkt dieser Hunde ist sehr stark – sie jagen sowohl mit dem Blick als auch mit dem Geruch und nutzen auch ihr ausgezeichnetes Gehör beim Verfolgen.
Es ist wichtig zu beachten, dass der Pharaonenhund aufgrund seiner mediterranen Herkunft nicht an kalte Wetterbedingungen angepasst ist. Die Besitzer sollten dafür sorgen, dass sie angemessene Lebensbedingungen haben, insbesondere in kühleren Klimazonen – ein warmes Bett und Schutz vor Frost sind unerlässlich.
In den weiteren Teilen unseres Leitfadens werden wir alle Aspekte des Lebens mit dieser außergewöhnlichen Rasse im Detail besprechen, einschließlich Gesundheit, Pflege, Bewegungsanforderungen, Trainingsmethoden, Ernährung und die faszinierende Geschichte des Pharaonenhundes. Diese edle Rasse verdient es, näher kennengelernt zu werden!
Allgemeiner Bau: Der Pharaonenhund ist ein mittelgroßer Hund mit edler Haltung und deutlich ausgeprägten Körperkonturen. Seine Silhouette vereint Anmut und Kraft. Er zeichnet sich durch sehr schnelle, freie und fließende Bewegungen sowie einen wachsamen, scharfen Ausdruck der Augen aus.
Maße: Die Schulterhöhe beträgt bei Rüden zwischen 56 und 63,5 cm und bei Hündinnen zwischen 53 und 61 cm. Der Körper ist geschmeidig, mit einer fast geraden Rückenlinie. Die Länge des Rumpfes vom Brustbein bis zum Sitzbeinhöcker ist etwas größer als die Schulterhöhe. Der Rücken hat eine leichte Neigung nach unten von der Lendenregion bis zum Ansatz des Schwanzes.
Kopf: Der Kopf ist lang, gut geformt und hat die Form eines stumpfen Keils, sowohl im Profil als auch von oben betrachtet. Der Gesichtsteil ist etwas länger als der Schädel. Der Stirnansatz ist kaum ausgeprägt. Der Schädel ist lang, schlank und präzise geformt.
Augen und Ohren: Die Augen haben eine bernsteinfarbene Farbe, die harmonisch mit dem Fell harmoniert, sind oval und mäßig tief eingesetzt, was dem Hund einen intelligenten, wachen Ausdruck verleiht. Die Ohren sind in mittlerer Höhe angesetzt, stehen aufrecht, wenn der Hund aufmerksam ist, sind sehr beweglich, an der Basis breit, dünn und groß.
Hals und Rumpf: Der Hals ist lang, schlank, muskulös und leicht gewölbt. Die Kehllinie ist klar, ohne lose Haut. Der Rumpf ist geschmeidig mit einer fast geraden Rückenlinie.
Fell und Farbe: Das Fell ist kurz, anliegend und glänzend, in der Farbe von fawn bis rot-sandfarben (von hellfawn bis kastanienbraun). Zulässige weiße Abzeichen umfassen: eine weiße Schwanzspitze (sehr wünschenswert), einen weißen Stern auf der Brust (genannt Pfeil), weiße Zehen sowie einen schmalen weißen Streifen auf der Mittellinie des Gesichts.
Gliedmaßen: Die Vorderbeine sind gerade und parallel, mit langen, gut nach hinten geneigten Schulterblättern und starken Handgelenken. Die Hinterbeine sind kräftig und muskulös, mit gut gewinkelten Kniegelenken und parallel von hinten betrachtet. Die Pfoten sind stark, mit gut gewölbten, kompakten Zehen (katzenartige Pfoten), nicht nach außen oder innen gedreht. Die Pfotenballen sind stark.
Schwanz: Mittelhoch angesetzt, dick an der Basis und sich zur Spitze hin verjüngend (in Form einer Peitsche), im Ruhezustand reicht er etwas unter das Sprunggelenk. Er wird hoch getragen und ist in Bewegung gebogen. Ein Schwanz zwischen den Beinen ist unerwünscht.
Charakteristisches Merkmal: Die Nase und die Ohren erröten unter dem Einfluss von Emotionen – das Erröten ist ein einzigartiges Merkmal dieser Rasse.
Grundtemperament: Der Pharaonenhund ist eine Rasse mit einem außergewöhnlich freundlichen, intelligenten und geselligen Wesen. Sie sind wachsam, klug, freundlich, zärtlich und verspielt. Diese Charaktereigenschaften machen sie zu ausgezeichneten Familienhunden, die es lieben, Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen.
Beziehungen zur Familie: Der Pharaonenhund knüpft eine tiefe, emotionale Bindung zu seinem Besitzer und den Familienmitgliedern. Ihre Sensibilität und Zärtlichkeit machen sie sehr gefühlvoll – sie schätzen körperliche Nähe und die Anwesenheit der Haushaltsmitglieder. Sie vertragen Einsamkeit schlecht und sollten nicht für lange Stunden ohne Beschäftigung allein gelassen werden, da dies zu Verhaltensproblemen führen kann.
Beziehungen zu Kindern: Sie sind ausgezeichnete Spielkameraden für Kinder dank ihrer Sanftheit und Geduld. Ihre Neigung zum Spielen sorgt dafür, dass sie gerne an aktiven Aktivitäten mit den jüngeren Familienmitgliedern teilnehmen.
Umgang mit Fremden: Sie können gegenüber Unbekannten etwas misstrauisch sein, was sie zu guten Wachhunden macht. Mit der richtigen Sozialisierung vom Welpenalter an akzeptieren sie Fremde ohne Aggression. Ihre Wachsamkeit und Auffassungsgabe sorgen dafür, dass sie schnell die Anwesenheit unbekannter Personen signalisieren.
Energielevel: Es sind sehr aktive und energische Hunde, die regelmäßige, intensive körperliche Übungen und geistige Stimulation benötigen. Ohne die richtige Menge an Bewegung können sie unruhig werden oder unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln.
Jagdwille: Als ursprüngliche Jagdrasse hat der Pharaonenhund einen starken Jagdinstinkt beibehalten. Er jagt sowohl visuell (Sichtjäger) als auch mit dem Geruchssinn und nutzt auch sein hervorragendes Gehör beim Stöbern. Er kann kleinen Tieren, Vögeln oder sich schnell bewegenden Objekten nachjagen. Aus diesem Grund benötigen sie ein sicheres, eingezäuntes Gelände und eine starke Leine während der Spaziergänge.
Intelligenz und Lernen: Dank ihrer hohen Intelligenz nehmen sie neue Kommandos schnell auf und reagieren gut auf positive Trainingsmethoden. Gleichzeitig können sie eine gewisse Unabhängigkeit im Denken zeigen, was manchmal Geduld und Konsequenz im Training erfordert.
Sozialisierung: Eine angemessene Erziehung und frühe Sozialisierung sind entscheidend, um diesem Hund ein gesundes, ausgewogenes und glückliches Leben in der Familie zu ermöglichen. Ein gut sozialisierter Hund ist freundlich, selbstbewusst und passt sich leicht an verschiedene Situationen an.
Lebensdauer: Der Pharaonenhund ist im Allgemeinen eine gesunde und langlebige Rasse, die sich durch eine durchschnittliche Lebensdauer von 11 bis 14 Jahren auszeichnet. Bei entsprechender Pflege, ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität erreichen viele Individuen ein Alter von 13-14 Jahren in guter Verfassung.
Allgemeine Widerstandsfähigkeit: Diese Rasse hat nicht viele spezifische Gesundheitsprobleme, die für reinrassige Hunde charakteristisch sind. Dies ist zum großen Teil das Ergebnis einer langen Geschichte der natürlichen Selektion und des Fehlens intensiver züchterischer Eingriffe in ihre Struktur.
Häufigste Erkrankungen:
- Hüftgelenkdysplasie – wie bei vielen mittelgroßen und großen Rassen kann Hüftdysplasie auftreten. Regelmäßige züchterische Untersuchungen und die Aufrechterhaltung eines angemessenen Körpergewichts minimieren das Risiko.
- Augenprobleme – es können Augenkrankheiten auftreten, einschließlich progressiver Netzhautatrophie (PRA) oder Katarakt. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen werden empfohlen.
- Patellaluxation – eine Verschiebung der Kniescheibe kann bei einigen Individuen auftreten, insbesondere bei übermäßiger Belastung der Gelenke.
- Schilddrüsenerkrankungen – eine Unterfunktion der Schilddrüse kann auftreten, ist jedoch in dieser Rasse nicht weit verbreitet.
Kälteempfindlichkeit: Aufgrund des kurzen Fells und des mediterranen Ursprungs sind diese Hunde sehr empfindlich gegenüber niedrigen Temperaturen. Im Winter können sie Erfrierungen ausgesetzt sein, insbesondere an den Ohren, Pfoten und der Schwanzspitze. Es ist notwendig, ein warmes Bett bereitzustellen, die Spaziergänge an frostigen Tagen zu begrenzen und schützende Hundekleidung zu verwenden.
Körpergewichtskontrolle: Es ist wichtig, dass die Besitzer das Gewicht ihres Hundes überwachen, da die Neigung zur Gewichtszunahme mit dem Alter oder bei unzureichender körperlicher Aktivität zunehmen kann. Übergewicht erhöht das Risiko von Gelenkproblemen und Herzkrankheiten.
Anästhesieempfindlichkeit: Pharaonenhunde sind, wie andere Windhund- und Ur-Rassen, empfindlich gegenüber allgemeiner Anästhesie auf Basis von Barbituraten. Vor jedem chirurgischen Eingriff sollte der Tierarzt über diese Rasse informiert werden, um sicherere Anästhetika zu verwenden.
Prävention: Regelmäßige Tierarztbesuche (mindestens einmal im Jahr), Impfungen, Entwurmungen und die Kontrolle von externen Parasiten sind entscheidend für die Gesundheit. Auch augenärztliche Untersuchungen und Röntgenaufnahmen der Hüften bei Zuchthunden werden empfohlen.
Minimale Pflegeanforderungen: Der Pharaonenhund hat ein kurzes, anliegendes Fell, was seine Pflegebedürfnisse im Vergleich zu langhaarigen Rassen minimal macht. Er ist eine ausgezeichnete Wahl für Menschen, die Rassen mit geringen Pflegeanforderungen bevorzugen.
Fellbürsten: Es genügt, das Fell einmal oder zweimal pro Woche mit einer weichen Bürste oder einer Gummihandschuh zu bürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen und das Fell glänzend zu halten. Das Fell ist glatt, kurz und neigt nicht zum Verfilzen. Während des Haarwechsels (Frühling und Herbst) sollte die Bürstfrequenz auf 3-4 Mal pro Woche erhöht werden.
Bäder: Der Pharaonenhund benötigt keine häufigen Bäder – ein Bad alle 2-3 Monate oder bei Bedarf, wenn der Hund schmutzig wird, ist ausreichend. Zu häufiges Waschen kann die Haut austrocknen. Es sollten milde, hundespezifische Shampoos verwendet werden, die für empfindliche Haut geeignet sind.
Ohrenpflege: Die Ohren des Pharaonenhundes sind groß, aufrecht und benötigen regelmäßige Reinigung (einmal pro Woche), um die Ansammlung von Schmutz und Feuchtigkeit zu vermeiden, die zu Ohrenentzündungen führen können. Die innere Ohrhälfte sollte vorsichtig mit feuchten, speziellen Hundetüchern oder einem mit Ohrreinigungsmittel befeuchteten Wattebausch abgewischt werden.
Zahnhygiene: Regelmäßiges Zähneputzen (2-3 Mal pro Woche, am besten täglich) verhindert die Bildung von Zahnstein und Zahnfleischerkrankungen. Es können auch Zahnpflege-Leckerlis und Kauspielzeuge verwendet werden, die die Mundhygiene unterstützen.
Krallenpflege: Die Krallen sollten regelmäßig (alle 3-4 Wochen) geschnitten werden, wenn sie sich nicht natürlich beim Spazierengehen abnutzen. Zu lange Krallen können Unbehagen, Gehprobleme und Gelenkschäden verursachen. Es sollten spezielle Hundeschneider verwendet werden, und darauf geachtet werden, dass keine Nerven oder Blutgefäße verletzt werden.
Hautkontrolle: Beim Bürsten sollte der Zustand der Haut auf Irritationen, Ausschläge, Zecken oder andere Parasiten überprüft werden. Das kurze Fell erleichtert die schnelle Erkennung von Unregelmäßigkeiten.
Schutz vor Kälte: In den kühleren Monaten des Jahres ist es ratsam, in schützende Hundebekleidung (Jacken, Pullover) zu investieren, um den Hund während der Spaziergänge vor Unterkühlung zu schützen. Dies ist besonders wichtig für Hunde mit geringem Fettanteil.
Niedrige Neigung zum Haaren: Dank des kurzen Fells und des moderaten Haarwechsels ist der Pharaonenhund für Menschen mit leichten Allergien gegen Hundehaare geeignet (obwohl keine Rasse zu 100 % hypoallergen ist).
Hohe Bewegungsanforderungen: Der Pharaonenhund ist eine Rasse mit sehr hohem Energieniveau, die viel Bewegung und körperliche Aktivität benötigt. Als ursprünglicher Jagdhund hat er ein starkes Bedürfnis nach intensivem körperlichen Einsatz und geistiger Stimulation bewahrt.
Minimale Aktivitätsmenge: Es wird empfohlen, mindestens 60-90 Minuten intensiver Anstrengung pro Tag bereitzustellen, aufgeteilt in zwei oder drei Einheiten. Ruhige Spaziergänge reichen nicht aus – der Hund benötigt die Möglichkeit zu rennen, zu springen und aktiv zu spielen.
Ideale Aktivitätsformen:
- Laufen – Der Pharaonenhund liebt es zu laufen und kann seinem Besitzer beim Joggen oder Radfahren (bei entsprechender Gewöhnung) begleiten.
- Apportieren – Spiele mit einem Ball, Frisbee oder anderen Apportierspielzeugen beschäftigen den Hund sowohl körperlich als auch geistig hervorragend.
- Spiele zur Anregung des Jagdinstinkts – Versteckspiele, Geruchssuche oder simulierte Jagden (Lure Coursing) entsprechen ideal den natürlichen Neigungen dieser Rasse.
- Hundesportarten – Agility, Flyball, Rally Obedience oder Coursing sind ausgezeichnete Aktivitätsformen, die Bewegung mit Gehorsamkeitstraining verbinden.
- Freies Laufen – Wenn möglich, sollte dem Hund ein sicherer, eingezäunter Bereich zur Verfügung gestellt werden, in dem er ohne Leine laufen kann.
Erkundung der Umgebung: Diese Hunde sind sehr energisch und neugierig, daher benötigen sie regelmäßige Spaziergänge und die Möglichkeit, neue Orte zu erkunden, zu schnüffeln und die Umgebung zu entdecken. Abwechslung bei den Spaziergängen sorgt für zusätzliche geistige Stimulation.
Fluchtgefahr: Es ist zu beachten, dass der Pharaonenhund einen starken Jagdinstinkt hat und anfällig für Fluchten ist, wenn er kleinen Tieren, Vögeln oder beweglichen Objekten nachjagt. Daher ist es ratsam, während der Spaziergänge eine starke Leine zu verwenden und ihm einen sicheren, hoch eingezäunten Ort zum freien Laufen zu bieten (Zaun mindestens 180 cm hoch).
Folgen unzureichender Aktivität: Hunde leiden unter langanhaltender Isolation und Mangel an Beschäftigung. Ohne ausreichende Bewegung können sie Verhaltensprobleme entwickeln, wie z.B.: Zerstörung von Gegenständen, übermäßiges Bellen, Nervosität, Apathie oder Depression.
Geistige Stimulation: Neben körperlicher Anstrengung benötigt der Pharaonenhund auch intellektuelle Herausforderungen – Geruchsrätsel, Lernspiele, das Erlernen neuer Kommandos oder interaktive Spielzeuge helfen, den Hund in guter psychischer Verfassung zu halten.
Anpassung an das Wetter: An heißen Tagen sollte intensive Anstrengung zur Mittagszeit vermieden werden – es ist besser, Aktivitäten auf den frühen Morgen oder Abend zu planen. Im Winter sollte die Zeit im Freien verkürzt und dem Hund warme Schutzkleidung bereitgestellt werden.
Intelligenz und Lernfähigkeit: Der Pharaonenhund ist eine sehr intelligente Rasse, die gut auf positive, belohnungsbasierte Trainingsmethoden reagiert, die auf Lob und Motivation beruhen. Ihre geistige Wachsamkeit ermöglicht es ihnen, neue Kommandos schnell zu erlernen und die Erwartungen des Besitzers zu verstehen.
Frühe Sozialisierung: Die Besitzer sollten mit dem Training und der Sozialisierung im frühen Welpenalter (ab der 8.-12. Lebenswoche) beginnen, um dem Hund angemessene Erfahrungen mit verschiedenen Menschen, Tieren, Geräuschen und Situationen zu bieten. Ein gut sozialisierter Hund ist selbstbewusst, freundlich und passt sich leicht an Veränderungen an.
Grundgehorsam: Wichtige Kommandos wie Sitz, Bleib, Komm, Liegen und Platz sollten systematisch von den ersten Tagen an gelehrt werden. Das Rückrufkommando (Komm) ist besonders wichtig aufgrund des starken Jagdinstinkts dieser Rasse.
Trainingsmethoden: Der Erfolg im Training hängt von Konsequenz, Geduld und positiver Verstärkung ab. Diese Hunde sind von Natur aus gehorsam, können aber auch eine gewisse Unabhängigkeit im Denken zeigen, was manchmal Ausdauer erfordert. Die besten Ergebnisse werden erzielt durch:
- Verwendung von Belohnungen in Form von Leckerlis, verbalen Lob und Streicheleinheiten
- Kurze, dynamische Trainingseinheiten (10-15 Minuten), um die Aufmerksamkeit des Hundes zu halten
- Regelmäßige Übungen (täglich) mit schrittweiser Erhöhung des Schwierigkeitsgrads
- Abwechslung im Training durch Spiele und neue Herausforderungen
Vermeidung negativer Methoden: Es ist wichtig, körperliche Strafen, Schreien und negative Methoden zu vermeiden, die zu Verhaltensproblemen, Vertrauensverlust und Angst führen können. Der Pharaonenhund ist emotional sensibel und reagiert schlecht auf grobe Behandlung.
Trainingsherausforderungen: Aufgrund der hohen Energie und des starken Jagdinstinkts kann es Schwierigkeiten geben, die Konzentration aufrechtzuerhalten, wenn der Hund etwas Interessantes bemerkt (z.B. ein kleines Tier). Daher ist es wichtig:
- Das Rückrufkommando konsequent zu verstärken
- Training unter kontrollierten Bedingungen, bevor man zu ablenkenderen Umgebungen übergeht
- Den Grad der Ablenkung während der Übungen schrittweise zu erhöhen
Hundesport: Der Pharaonenhund eignet sich hervorragend für verschiedene Hundesportarten wie Agility, Flyball, Rally Obedience, Coursing oder Nosework. Diese Aktivitäten stimulieren zusätzlich ihren Geist, stärken die Bindung zum Besitzer und befriedigen ihre natürlichen Bewegungsbedürfnisse.
Fortgeschrittenes Training: Nach dem Erlernen der Grundlagen ist es sinnvoll, komplexere Kommandos und Aufgaben einzuführen. Der Pharaonenhund liebt intellektuelle Herausforderungen und lernt gerne neue Tricks.
Wichtige Grundsätze: Eine angemessene Ausbildung und Sozialisierung sind unerlässlich, um dem Hund ein gesundes, ausgewogenes und glückliches Leben zu ermöglichen. Das Training sollte sowohl für den Hund als auch für den Besitzer Freude bereiten und gegenseitiges Vertrauen und Bindung aufbauen.
Grundlagen einer ausgewogenen Ernährung: Die Ernährung des Pharaonenhundes sollte gut ausgewogen und an sein Alter, Aktivitätsniveau und Gesundheitszustand angepasst sein, um die richtige Menge an Energie und allen notwendigen Nährstoffen zu gewährleisten.
Hochwertiges Futter: Die richtige Ernährung sollte auf hochwertigem Futter basieren, das Fleisch als Hauptbestandteil enthält (mindestens 25-30% tierisches Protein) sowie Gemüse, Obst und gegebenenfalls Vollkorngetreide oder getreidefreie Alternativen. Es sollten Futtersorten gewählt werden, die für mittelgroße, aktive Hunde geeignet sind.
Körpergewichtskontrolle: Aufgrund der Neigung zur Gewichtszunahme ist es wichtig, die Portionen und die Qualität des Futters zu überwachen. Regelmäßiges Wiegen des Hundes (einmal im Monat) und die Anpassung der Portionen je nach Aktivitätsniveau helfen, das ideale Körpergewicht zu halten. Fettleibigkeit erhöht das Risiko von Gelenk-, Herz- und Diabetesproblemen.
Vermeidung von zu vielen Leckereien: Es sollte vermieden werden, dem Hund zu viele Leckereien zu geben, insbesondere solche, die reich an Fetten und Zucker sind. Leckereien sollten maximal 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Während des Trainings sind gesunde Snacks wie Karottenstücke, Äpfel oder spezielle kalorienarme Trainingsleckereien empfehlenswert.
Ergänzungen: Es lohnt sich, die Bereitstellung von Nahrungsergänzungsmitteln in Betracht zu ziehen, die die Gesundheit des Hundes unterstützen:
- Omega-3-Fettsäuren (aus Fisch- oder Leinsamenöl) – unterstützen die Gesundheit von Haut, Fell, Herz-Kreislauf-System und Gelenken
- Glucosamin und Chondroitin – besonders für ältere Hunde, unterstützen die Gesundheit von Gelenken und Knorpeln
- Probiotika – unterstützen die Gesundheit des Darms und stärken das Immunsystem
- Vitamine und Mineralien – falls die Hausdiät kein vollständiges Gleichgewicht bietet
Hydration: Eine angemessene Menge frischen Wassers ist entscheidend für das ordnungsgemäße Funktionieren des Körpers. Die Besitzer sollten dem Hund ständigen Zugang zu sauberem, frischem Wasser gewährleisten, insbesondere nach intensiver körperlicher Anstrengung und an heißen Tagen.
Fütterungshäufigkeit: Erwachsene Hunde sollten zweimal täglich (morgens und abends) gefüttert werden, um Überessen und Verdauungsprobleme zu vermeiden. Welpen benötigen 3-4 Mahlzeiten pro Tag. Der Hund sollte nicht direkt vor oder nach intensiver körperlicher Anstrengung gefüttert werden, um das Risiko einer Magendrehung zu verringern.
Individuelle Bedürfnisse: Regelmäßige Konsultationen mit dem Tierarzt helfen, die Ernährung an die individuellen Bedürfnisse und den Gesundheitszustand des Hundes anzupassen. Ältere Hunde, Welpen, tragende oder säugende Hunde sowie solche mit gesundheitlichen Problemen benötigen speziell angepasste Diäten.
Verbotene Produkte: Es sollte vermieden werden, dem Hund giftige Produkte zu geben, wie: Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Rosinen, Xylit, Avocado, Alkohol und Geflügelknochen.
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Hohe Intelligenz und emotionale Sensibilität
- Zärtlichkeit und Freundlichkeit gegenüber der Familie
- Elegantes und edles Aussehen
- Unerschütterliche Loyalität gegenüber den Besitzern
- Hohe Energie und Spielbereitschaft
- Minimale Pflegeanforderungen
- Gute Gesundheit
- Ausgezeichneter Hund für Hundesportarten.
Nachteile
- Misstrauen gegenüber fremden Personen
- Erfordert täglich viel intensive Bewegung
- Starker Jagdinstinkt und Neigung zu Flucht
- Ungeeignet für kaltes Klima
- Verträgt Einsamkeit schlecht
- Empfindlich gegenüber Allgemeinanästhesie
- Kann unabhängig im Denken sein.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Antike Wurzeln: Die Geschichte des Pharaonenhundes reicht bis in sehr alte Zeiten zurück und ist von Geheimnissen und Legenden umwoben. Traditionell wird angenommen, dass diese Rasse aus dem alten Ägypten stammt, wo sie den Pharaonen bereits um 4000 v. Chr. zur Seite stand. Artefakte und Wandmalereien aus dieser Zeit zeigen Hunde mit langen, eleganten Körpern und großen, aufrechten Ohren, die dem modernen Pharaonenhund ähneln.
Ägyptische Theorie: Laut dieser Theorie entwickelte sich die Rasse aus den Tesem-Hunden, die von ägyptischen Adligen zur Jagd auf Gazellen und andere Tiere verwendet wurden. Diese Hunde wurden wegen ihres Sehvermögens, ihrer Schnelligkeit und Intelligenz hoch geschätzt. Der Legende nach brachten phönizische Händler diese Hunde um 1000 v. Chr. nach Malta, wo sich die Rasse über die folgenden Jahrhunderte isoliert weiterentwickelte.
Moderne DNA-Studien: Moderne genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Pharaonenhund keine direkte Verbindung zu den Hunden des alten Ägypten hat. DNA-Analysen deuten darauf hin, dass diese Rasse im 19. oder 20. Jahrhundert auf Malta rekonstruiert wurde, wahrscheinlich durch selektive Zucht von einheimischen Hunden mit Merkmalen, die an alte Jagdhunde erinnern.
Malta und Jagdtradition: Unabhängig von der genauen Herkunft gewann der Pharaonenhund schnell an Beliebtheit bei den Bewohnern Maltas als Jagdhund, der sich auf die Jagd auf Kaninchen in dem schwierigen, felsigen Terrain der Insel spezialisierte. Dort erhielt er den maltesischen Namen Kelb tal-Fenek, was wörtlich „Kaninchenhund“ bedeutet.
Internationale Anerkennung: Im 19. und 20. Jahrhundert begann die Rasse auch außerhalb Maltas Anerkennung zu finden. Ihr einzigartiges, exotisches Aussehen und ihr freundliches Temperament zogen die Aufmerksamkeit von Hundefreunden weltweit auf sich. Im Jahr 1974 wurde der Pharaonenhund offiziell als Nationalhund Maltas anerkannt – einer der wenigen Länder mit einem offiziellen Nationalhund.
Rassestandards: Die Rasse wurde offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) und anderen kynologischen Organisationen anerkannt. Die Schirmherrschaft über die Rasse liegt bei Großbritannien, das für den offiziellen Rassestandard verantwortlich ist.
Gegenwart: Moderne Pharaonenhunde werden als Nationalheiligtum Maltas angesehen und oft auf Hundeshows weltweit ausgestellt. Dank ihrer Intelligenz, Sensibilität und eleganten Erscheinung sind sie auch beliebte Haustiere, ideal für aktive Familien, die die Gesellschaft von Hunden mit einzigartigem Charakter schätzen.
Bewahrung ursprünglicher Merkmale: Trotz moderner Zucht hat der Pharaonenhund viele Merkmale primitiver Hunde bewahrt – Unabhängigkeit im Denken, starken Jagdinstinkt, hervorragende körperliche Verfassung und die Fähigkeit, in schwierigem Gelände zu arbeiten. Das macht ihn weiterhin zu einem Abbild seiner antiken Vorfahren, unabhängig von der tatsächlichen genetischen Herkunft.



