Pharaonenhund

Pharaonenhund

FCI #248FCI-Anerkennung: 1987Standard PLStandard EN

FCI-Gruppe

5FCI 248

Größe

Mittel

Herkunftsland

XX

Höhe

53-63.5 cm

Gewicht

20-25 kg

Lebenserwartung

11-13 Jahre

Temperament

VerspieltIntelligentAnhänglich

Überblick

Der Pharaonenhund, auch bekannt als Kelb tal-Fenek (maltesischer Kaninchenhund), ist eine der faszinierendsten Hunderassen mit exotischer Herkunft. Er stammt aus Malta, wo er seit Jahrhunderten eine unverzichtbare Rolle bei der Kaninchenjagd in dem schwierigen, felsigen Terrain der Insel spielt.

Diese mittelgroßen Hunde zeichnen sich durch außergewöhnliche Eleganz und edelhafte Haltung aus. Ihr langer, schlanker Hals und die schlanke, athletische Statur in Kombination mit starken Gliedmaßen verleihen ihnen eine besondere Anmut und Balance in der Bewegung. Der FCI-Standard betont die harmonische Bauweise dieser Hunde – Rüden erreichen eine Höhe von 56 bis 63,5 cm, während Hündinnen von 53 bis 61 cm im Widerrist messen, bei einem idealen Körpergewicht zwischen 20 und 25 kg.

Das Fell des Pharaonenhundes ist kurz, anliegend und glänzend, in der Farbe fawn oder rot-sandfarben mit charakteristischen weißen Abzeichen auf der Brust, dem Schwanz und den Zehen. Eine außergewöhnliche Eigenschaft dieser Rasse ist die Fähigkeit, sich zu erröten – die Nase und die Ohren des Hundes werden durch Emotionen rosa, was ihn noch einzigartiger macht.

Der Pharaonenhund ist eine Rasse, die für außergewöhnliche Intelligenz und Sensibilität bekannt ist. Ihr scharfer Verstand macht sie zu hervorragenden Begleitern, die schnell eine tiefe Bindung zur Familie aufbauen. Sie sind zärtlich, freundlich und verspielt, was sie zu idealen Familienhunden macht. Sie können etwas misstrauisch gegenüber Fremden sein, jedoch ist ihre Loyalität gegenüber den Familienmitgliedern unerschütterlich.

Ihre Energie und Aktivität bedeuten, dass sie regelmäßige, intensive Bewegung und geistige Anregung benötigen, um in hervorragender körperlicher und psychischer Verfassung zu bleiben. Der Jagdinstinkt dieser Hunde ist sehr stark – sie jagen sowohl mit dem Blick als auch mit dem Geruch und nutzen auch ihr ausgezeichnetes Gehör beim Verfolgen.

Es ist wichtig zu beachten, dass der Pharaonenhund aufgrund seiner mediterranen Herkunft nicht an kalte Wetterbedingungen angepasst ist. Die Besitzer sollten dafür sorgen, dass sie angemessene Lebensbedingungen haben, insbesondere in kühleren Klimazonen – ein warmes Bett und Schutz vor Frost sind unerlässlich.

In den weiteren Teilen unseres Leitfadens werden wir alle Aspekte des Lebens mit dieser außergewöhnlichen Rasse im Detail besprechen, einschließlich Gesundheit, Pflege, Bewegungsanforderungen, Trainingsmethoden, Ernährung und die faszinierende Geschichte des Pharaonenhundes. Diese edle Rasse verdient es, näher kennengelernt zu werden!

Allgemeiner Bau: Der Pharaonenhund ist ein mittelgroßer Hund mit edler Haltung und deutlich ausgeprägten Körperkonturen. Seine Silhouette vereint Anmut und Kraft. Er zeichnet sich durch sehr schnelle, freie und fließende Bewegungen sowie einen wachsamen, scharfen Ausdruck der Augen aus.

Maße: Die Schulterhöhe beträgt bei Rüden zwischen 56 und 63,5 cm und bei Hündinnen zwischen 53 und 61 cm. Der Körper ist geschmeidig, mit einer fast geraden Rückenlinie. Die Länge des Rumpfes vom Brustbein bis zum Sitzbeinhöcker ist etwas größer als die Schulterhöhe. Der Rücken hat eine leichte Neigung nach unten von der Lendenregion bis zum Ansatz des Schwanzes.

Kopf: Der Kopf ist lang, gut geformt und hat die Form eines stumpfen Keils, sowohl im Profil als auch von oben betrachtet. Der Gesichtsteil ist etwas länger als der Schädel. Der Stirnansatz ist kaum ausgeprägt. Der Schädel ist lang, schlank und präzise geformt.

Augen und Ohren: Die Augen haben eine bernsteinfarbene Farbe, die harmonisch mit dem Fell harmoniert, sind oval und mäßig tief eingesetzt, was dem Hund einen intelligenten, wachen Ausdruck verleiht. Die Ohren sind in mittlerer Höhe angesetzt, stehen aufrecht, wenn der Hund aufmerksam ist, sind sehr beweglich, an der Basis breit, dünn und groß.

Hals und Rumpf: Der Hals ist lang, schlank, muskulös und leicht gewölbt. Die Kehllinie ist klar, ohne lose Haut. Der Rumpf ist geschmeidig mit einer fast geraden Rückenlinie.

Fell und Farbe: Das Fell ist kurz, anliegend und glänzend, in der Farbe von fawn bis rot-sandfarben (von hellfawn bis kastanienbraun). Zulässige weiße Abzeichen umfassen: eine weiße Schwanzspitze (sehr wünschenswert), einen weißen Stern auf der Brust (genannt Pfeil), weiße Zehen sowie einen schmalen weißen Streifen auf der Mittellinie des Gesichts.

Gliedmaßen: Die Vorderbeine sind gerade und parallel, mit langen, gut nach hinten geneigten Schulterblättern und starken Handgelenken. Die Hinterbeine sind kräftig und muskulös, mit gut gewinkelten Kniegelenken und parallel von hinten betrachtet. Die Pfoten sind stark, mit gut gewölbten, kompakten Zehen (katzenartige Pfoten), nicht nach außen oder innen gedreht. Die Pfotenballen sind stark.

Schwanz: Mittelhoch angesetzt, dick an der Basis und sich zur Spitze hin verjüngend (in Form einer Peitsche), im Ruhezustand reicht er etwas unter das Sprunggelenk. Er wird hoch getragen und ist in Bewegung gebogen. Ein Schwanz zwischen den Beinen ist unerwünscht.

Charakteristisches Merkmal: Die Nase und die Ohren erröten unter dem Einfluss von Emotionen – das Erröten ist ein einzigartiges Merkmal dieser Rasse.

Charakteristische Merkmale

Gut mit Kindern
Gut mit anderen Hunden
Toleriert kaltes Wetter
Leicht zu pflegen
Hochenergetische Rasse
Wenig sabbernd
Nicht anfällig für Fettleibigkeit
Nicht zum Beißen neigend
Jagdhund
Starke Gesundheit

Vorteile

  • Hohe Intelligenz und emotionale Sensibilität
  • Zärtlichkeit und Freundlichkeit gegenüber der Familie
  • Elegantes und edles Aussehen
  • Unerschütterliche Loyalität gegenüber den Besitzern
  • Hohe Energie und Spielbereitschaft
  • Minimale Pflegeanforderungen
  • Gute Gesundheit
  • Ausgezeichneter Hund für Hundesportarten.

Nachteile

  • Misstrauen gegenüber fremden Personen
  • Erfordert täglich viel intensive Bewegung
  • Starker Jagdinstinkt und Neigung zu Flucht
  • Ungeeignet für kaltes Klima
  • Verträgt Einsamkeit schlecht
  • Empfindlich gegenüber Allgemeinanästhesie
  • Kann unabhängig im Denken sein.

Verhaltensbewertungen

Rassengeschichte

Antike Wurzeln: Die Geschichte des Pharaonenhundes reicht bis in sehr alte Zeiten zurück und ist von Geheimnissen und Legenden umwoben. Traditionell wird angenommen, dass diese Rasse aus dem alten Ägypten stammt, wo sie den Pharaonen bereits um 4000 v. Chr. zur Seite stand. Artefakte und Wandmalereien aus dieser Zeit zeigen Hunde mit langen, eleganten Körpern und großen, aufrechten Ohren, die dem modernen Pharaonenhund ähneln.

Ägyptische Theorie: Laut dieser Theorie entwickelte sich die Rasse aus den Tesem-Hunden, die von ägyptischen Adligen zur Jagd auf Gazellen und andere Tiere verwendet wurden. Diese Hunde wurden wegen ihres Sehvermögens, ihrer Schnelligkeit und Intelligenz hoch geschätzt. Der Legende nach brachten phönizische Händler diese Hunde um 1000 v. Chr. nach Malta, wo sich die Rasse über die folgenden Jahrhunderte isoliert weiterentwickelte.

Moderne DNA-Studien: Moderne genetische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Pharaonenhund keine direkte Verbindung zu den Hunden des alten Ägypten hat. DNA-Analysen deuten darauf hin, dass diese Rasse im 19. oder 20. Jahrhundert auf Malta rekonstruiert wurde, wahrscheinlich durch selektive Zucht von einheimischen Hunden mit Merkmalen, die an alte Jagdhunde erinnern.

Malta und Jagdtradition: Unabhängig von der genauen Herkunft gewann der Pharaonenhund schnell an Beliebtheit bei den Bewohnern Maltas als Jagdhund, der sich auf die Jagd auf Kaninchen in dem schwierigen, felsigen Terrain der Insel spezialisierte. Dort erhielt er den maltesischen Namen Kelb tal-Fenek, was wörtlich „Kaninchenhund“ bedeutet.

Internationale Anerkennung: Im 19. und 20. Jahrhundert begann die Rasse auch außerhalb Maltas Anerkennung zu finden. Ihr einzigartiges, exotisches Aussehen und ihr freundliches Temperament zogen die Aufmerksamkeit von Hundefreunden weltweit auf sich. Im Jahr 1974 wurde der Pharaonenhund offiziell als Nationalhund Maltas anerkannt – einer der wenigen Länder mit einem offiziellen Nationalhund.

Rassestandards: Die Rasse wurde offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) und anderen kynologischen Organisationen anerkannt. Die Schirmherrschaft über die Rasse liegt bei Großbritannien, das für den offiziellen Rassestandard verantwortlich ist.

Gegenwart: Moderne Pharaonenhunde werden als Nationalheiligtum Maltas angesehen und oft auf Hundeshows weltweit ausgestellt. Dank ihrer Intelligenz, Sensibilität und eleganten Erscheinung sind sie auch beliebte Haustiere, ideal für aktive Familien, die die Gesellschaft von Hunden mit einzigartigem Charakter schätzen.

Bewahrung ursprünglicher Merkmale: Trotz moderner Zucht hat der Pharaonenhund viele Merkmale primitiver Hunde bewahrt – Unabhängigkeit im Denken, starken Jagdinstinkt, hervorragende körperliche Verfassung und die Fähigkeit, in schwierigem Gelände zu arbeiten. Das macht ihn weiterhin zu einem Abbild seiner antiken Vorfahren, unabhängig von der tatsächlichen genetischen Herkunft.