
Tiroler Bracke
FCI-Gruppe
6• FCI 68
Größe
Mittel
Herkunftsland
AT
Höhe
42-50 cm
Gewicht
15-22 kg
Lebenserwartung
11-13 Jahre
Temperament
Überblick
Tiroler Bracke ist ein außergewöhnlicher Jagdhund mit einer reichen Geschichte, der seit Jahrhunderten Hundeliebhaber auf der ganzen Welt fasziniert. Er stammt aus dem malerischen Österreich, genauer gesagt aus der Region Tirol, wo er erfolgreich auf Hasen, Füchse jagte und verletztes Wild im schwierigen, bergigen Gelände verfolgte. Seine faszinierende Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, als Kaiser Maximilian I. persönlich seine herausragenden Jagdfähigkeiten schätzte und in seinen Jagdtagebüchern über diese Hunde berichtete.
Der Tiroler Bracke zeichnet sich aus durch einen harmonischen Körperbau: ein langes, kräftiges, rechteckiges Körperformat und gut entwickelte Muskulatur verleihen ihm die Kraft, Ausdauer und Wendigkeit, die für die Arbeit im schwierigen Berggelände erforderlich sind. Sein dichtes, doppeltes Fell schützt effektiv vor rauen Wetterbedingungen, Kälte und Feuchtigkeit, was ihn zu einem idealen Hund für die Arbeit bei jedem Wetter macht.
Es ist ein Hund mit einem breiten Kopf, charakteristischer leicht gewölbter Stirn und großen, dunklen, intelligenten Augen. Lange, an den Enden abgerundete Ohren und eine schwarze Nase sind typische Merkmale dieser Rasse, die ihr ein erkennbares, edles Aussehen verleihen.
Der Tiroler Bracke ist ein Hund voller Energie, Vitalität und Enthusiasmus, sowohl bei der Jagd als auch im täglichen Familienleben. Sein ausgeglichener, ruhiger Temperament macht ihn gesellig und loyal gegenüber der Familie, obwohl er manchmal etwas misstrauisch gegenüber Fremden ist – was eine natürliche Eigenschaft eines Wach- und Jagdhundes ist.
Trotz seines tief verwurzelten jagdlichen Erbes findet sich der Tiroler Bracke auch hervorragend in der Rolle des Familienhundes zurecht. Er liebt es, Zeit mit Kindern und anderen Tieren zu verbringen, solange er von Welpenalter an richtig sozialisiert wurde. Seine hohe Intelligenz und seine Arbeitsbereitschaft machen ihn fähig, schnell zu lernen, obwohl er Konsequenz, Geduld und Erfahrung im Training erfordert.
Eine angemessene Erziehung, regelmäßige körperliche Aktivität und geistige Stimulation sind absolut entscheidend für seine psychische und physische Gesundheit sowie sein Glück. Dies ist keine Rasse für Menschen, die einen ruhigen Lebensstil bevorzugen – der Tiroler Bracke benötigt einen aktiven Besitzer, der ihm viel Bewegung und Aufgaben bietet.
Wenn du darüber nachdenkst, einen Tiroler Bracke zu besitzen, bereite dich auf volles Engagement, zahlreiche Abenteuer und eine wunderbare Beziehung zu einem äußerst loyalen und fähigen Hund vor. In den weiteren Teilen unseres detaillierten Leitfadens wirst du alles über Gesundheit, Pflege, Training, Ernährung und andere Aspekte dieser faszinierenden österreichischen Jagdrasse entdecken.
Der Tiroler Bracke ist ein mittelgroßer Hund, mit einem gut gebauten, starken, muskulösen Körper, der proportional, harmonisch ist und auf seine Herkunft als Arbeitshund hinweist. Laut FCI-Standard beträgt seine Schulterhöhe zwischen 42 und 50 cm (sowohl Rüden als auch Hündinnen), und das Gewicht liegt zwischen 15 und 22 kg – ein Gewicht, das an die Größe und Körperstruktur angepasst ist.
Silhouette und Körperbau:
Er hat eine lange, gerade, rechteckige Silhouette – die Körperlänge übersteigt die Schulterhöhe, was ihm ein längliches, elegantes Profil verleiht. Die Knochen sind mittelstark, die Muskulatur gut entwickelt, die Muskeldefinition ist deutlich, aber nicht übertrieben. Insgesamt vermittelt er den Eindruck eines widerstandsfähigen, agilen Hundes, der in der Lage ist, lange in schwierigem Gelände zu arbeiten.
Kopf und Gesicht:
Der Kopf ist breit, proportional zum Körper, mit einer leicht gewölbten Stirn. Der Stop (Übergang von der Stirn zur Schnauze) ist deutlich ausgeprägt. Die Schnauze ist stark, gerade, mit großer, schwarzer Nase und weit geöffneten Nasenlöchern – typisch für einen Jagdhund mit ausgezeichnetem Geruchssinn.
Die Augen sind groß, dunkelbraun, rund, voller Intelligenz und Lebhaftigkeit. Der Blick des Tiroler Bracke ist aufmerksam, wachsam und drückt große Entschlossenheit aus – eine Eigenschaft, die für einen Spurhund unerlässlich ist.
Die Ohren sind lang, breit, an den Enden abgerundet, hoch angesetzt und liegen an Kopf an. Sie sind mit glattem Fell bedeckt und verleihen dem Hund ein charakteristisches, edles Aussehen.
Fell – dicht, doppelte Schutzschicht:
Das Fell des Tiroler Bracke ist kurz bis mittellang, dicht, fest im Griff und doppelt, was hervorragenden Schutz vor Regen, Schnee, Kälte und Feuchtigkeit bietet. Das Unterfell ist weich und dicht, besonders in der Winterzeit.
Fellfarben gemäß FCI-Standard:
- Rot oder rot-gelb (die häufigste Farbe) – von hell bis tief, warmem Farbton
- Schwarz mit Brand (schwarz-braun) – schwarzes Sattel mit braunen Abzeichen an den Beinen, Schnauze, Brust
- Dreifärbig – schwarz mit Brand und weißen Abzeichen (seltener anzutreffen)
Weiße Abzeichen können auf der Brust, an den Pfoten, an der Schwanzspitze vorkommen – sie sind akzeptabel, sollten aber nicht dominieren.
Schwanz:
Der Schwanz ist mittel-lang, stark an der Basis, sich zur Spitze verjüngend, hoch in aufrechter Position oder leicht über dem Rücken gebogen getragen, besonders wenn der Hund aufgeregt oder in Bewegung ist. Er ist mit dichtem Fell bedeckt und verleiht seinen Bewegungen Dynamik.
Gliedmaßen und Pfoten:
Die Vorder- und Hinterbeine sind gerade, stark, gut bemuskelt, was Stabilität und Kraft gewährleistet. Die Pfoten sind kompakt, rund, mit dicken Ballen und starken Krallen – ideal für die Fortbewegung in schwierigem, steinigem Gebirgsgelände.
Bewegung:
Dank seiner harmonischen Bauweise ist der Tiroler Bracke in der Lage, sich schnell, flüssig und mit Anmut sowohl im flachen als auch im bergigen Gelände zu bewegen. Seine Bewegung ist energisch, ausdauernd, mit einem langen Schritt – typisch für einen Brackenhund, der in der Lage ist, lange Spuren zu verfolgen.
Allgemeiner Eindruck:
Der Tiroler Bracke präsentiert sich als starker, agiler, widerstandsfähiger und energiegeladener Hund. Sein Aussehen spiegelt die Funktion wider – es ist ein Arbeitshund, der in der Lage sein muss, stundenlang unter schwierigen Bedingungen in den Bergen zu arbeiten. Jedes Element seines Körperbaus dient diesem Zweck.
Der Tiroler Bracke ist ein Hund mit einem ausgeglichenen, stabilen Temperament, der gleichzeitig voller Energie, Vitalität und Arbeitsenthusiasmus ist. Laut dem FCI-Standard wird sein Charakter als beständig, jagdbegeistert, mit ausgezeichnetem Geruchssinn und Stimme beschrieben.
Beziehungen zur Familie:
Sein natürlicher Jagdinstinkt macht ihn sehr aktiv und voller Schwung, aber gleichzeitig kann er ruhig, ausgeglichen und sanft sein, wenn er zu Hause mit der Familie ist. Er ist ein freundlicher, loyaler und dem Besitzer treuer Hund, der gut mit Kindern und anderen Haustieren auskommt, vorausgesetzt, sie wurden von Welpenalter an richtig sozialisiert.
Der Tiroler Bracke ist geduldig im Umgang mit Kindern, toleriert deren Spiele und nimmt gerne an familiären Aktivitäten teil. Aufgrund seiner Größe und Energie sollten jedoch die Interaktionen mit sehr kleinen Kindern überwacht werden.
Unabhängigkeit und selbstständige Arbeit:
Der Tiroler Bracke ist unabhängig und kann selbstständig arbeiten, was ihn zu einem ausgezeichneten Jagdhund macht, der in der Lage ist, verletztes Wild ohne ständige Aufsicht des Jägers zu verfolgen. Diese Eigenschaft ist sowohl ein Vorteil (Selbstständigkeit bei der Arbeit) als auch eine Herausforderung (er kann beim Training stur sein).
Bei der Jagd zeigt er große Entschlossenheit, Ausdauer und Konzentration – er kann stundenlang verfolgen, ohne sich von den Schwierigkeiten des Geländes oder des Wetters entmutigen zu lassen. Sein ausgezeichneter Geruchssinn und seine Stimme (Bellen während der Verfolgung) sind seine wertvollsten Werkzeuge.
Charakter gegenüber Fremden:
Er kann auch ein aufmerksamer und besorgter Wächter sein, der sich über Interaktionen mit seinen Angehörigen freut, aber misstrauisch, zurückhaltend und vorsichtig gegenüber Fremden bleibt. Dies ist eine natürliche Eigenschaft eines Jagd- und Wachhundes – er ist nicht aggressiv, sondern hält Abstand und beobachtet Unbekannte aufmerksam.
Intelligenz und Lernfähigkeit:
Seine hohe Intelligenz ermöglicht es ihm, schnell Kommandos, Aufgaben und gewünschte Verhaltensweisen zu lernen, aber gleichzeitig können sein unabhängiger Charakter und Sturheit eine Herausforderung beim Training darstellen. Er benötigt einen geduldigen, konsequenten und erfahrenen Besitzer, der Durchsetzungsvermögen mit positiver Verstärkung verbinden kann.
Stimme und Bellen:
Der Tiroler Bracke hat die Tendenz, laut zu sein, was ein natürliches Verhalten bei Jagdhunden ist – während der Verfolgung bellt er (gibt Laut), um den Jäger über seine Fortschritte zu informieren. In häuslichen Bedingungen kann dies lästig sein, wenn er nicht im Bellen kontrolliert wird. Er benötigt das Training des Kommandos „Leise“ sowie ausreichend Stimulation, um nicht aus Langeweile oder Frustration zu bellen.
Bedarf an Aktivität und Stimulation:
Es ist ein Hund, der viel Bewegung, körperliche Aktivität und geistige Stimulation benötigt. Ohne die richtige Menge an Bewegung und Beschäftigung kann er unruhig, destruktiv, übermäßig laut oder kann andere Verhaltensprobleme entwickeln.
Beziehungen zu anderen Hunden und Tieren:
Gut sozialisiert akzeptiert der Tiroler Bracke andere Hunde, besonders wenn er mit ihnen aufgewachsen ist. Er kann im Rudel jagen, was die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Hunden erfordert. Sein Jagdinstinkt kann jedoch dazu führen, dass er kleine Tiere (Katzen, Kaninchen, Nagetiere) jagt, wenn er nicht von Welpenalter an daran gewöhnt wurde.
Schlüsselmerkmale des Charakters:
- Ausgeglichenes, stabiles Temperament
- Loyal und der Familie treu
- Unabhängig und selbstständig in der Arbeit
- Intelligent, aber manchmal stur
- Voller Energie und Leidenschaft für die Arbeit
- Misstrauisch gegenüber Fremden (aufmerksamer Wächter)
- Freundlich gegenüber Kindern (bei entsprechender Sozialisation)
- Laut (bellt während der Verfolgung und zu Hause)
Sozialisation und Erziehung:
Eine angemessene Erziehung, frühe und umfassende Sozialisation sowie konsequentes Training sind absolut entscheidend, um dem Hund positives Verhalten in verschiedenen Lebenssituationen zu gewährleisten. Ein Tiroler Bracke, der nicht richtig sozialisiert wurde, kann übermäßig misstrauisch, ängstlich oder reaktiv gegenüber fremden Menschen, Hunden oder neuen Situationen sein.
Der Tiroler Bracke ist eine allgemein gesunde, widerstandsfähige und belastbare Rasse, was auf die Zuchtselektion zurückzuführen ist, die sich auf Arbeitsfähigkeiten und körperliche Verfassung konzentriert. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 12 bis 14 Jahre, was für Hunde mittlerer Größe typisch ist.
Typische Gesundheitsprobleme bei der Rasse:
1. Hüftgelenkdysplasie (HD – Hüftdysplasie):
Wie viele mittelgroße und große Rassen kann der Tiroler Bracke an Hüftgelenkdysplasie leiden – eine Entwicklungsstörung des Hüftgelenks, die zu Schmerzen, Lahmheit und Osteoarthritis führt. Obwohl dies in dieser Rasse nicht besonders verbreitet ist, führen verantwortungsvolle Züchter Röntgenuntersuchungen der Gelenke durch, bevor sie Hunde zur Zucht zulassen.
Prävention:
- Kaufe Welpen von Züchtern, die die Eltern auf Dysplasie untersuchen
- Vermeide übermäßige Belastung der Gelenke bei Welpen (mäßige Bewegung, keine Sprünge aus großer Höhe)
- Halte ein gesundes Gewicht – Übergewicht verschlechtert die Symptome der Dysplasie
- Die Ergänzung mit Glucosamin und Chondroitin kann die Gelenke unterstützen
2. Osteoarthritis (Gelenkdegeneration):
Aufgrund der intensiven körperlichen Aktivität, insbesondere bei der Jagd in schwierigem, steinigem Berggelände, kann der Tiroler Bracke im Alter Gelenkdegeneration entwickeln. Dies äußert sich in Steifheit, Lahmheit, Bewegungsunlust und Schmerzen beim Aufstehen.
Prävention:
- Mäßige, regelmäßige Bewegung ohne extreme Belastungen
- Gewichtskontrolle
- Gelenkunterstützende Ergänzungen (Omega-3, Glucosamin)
- Früherkennung und Behandlung (entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie)
3. Ohrenentzündungen (äußere Ohrentzündung):
Aufgrund der langen, hängenden Ohren kann der Tiroler Bracke anfällig für Ohrenentzündungen sein, insbesondere wenn diese nicht regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Feuchtigkeit, Schmutz und Ohrenschmalz sammeln sich im Gehörgang und schaffen ein ideales Umfeld für Bakterien und Pilze.
Prävention:
- Überprüfe regelmäßig die Ohren (mindestens einmal pro Woche) – achte auf Rötungen, unangenehme Gerüche, übermäßigen Ohrenschmalz
- Reinige die Ohren mit einem speziellen Ohrreiniger für Hunde
- Trockne die Ohren nach Spaziergängen bei nassen Bedingungen
- Bei den ersten Anzeichen einer Infektion (Kratzen, Kopfschütteln, unangenehmer Geruch) – Besuch beim Tierarzt
4. Verletzungen durch körperliche Aktivität:
Wie jeder Jagdhund, der intensiv in schwierigem Gelände arbeitet, kann der Tiroler Bracke Verletzungen ausgesetzt sein:
- Muskel- und Sehnenrisse
- Schnitte an den Pfoten (Schnitte durch scharfe Steine, Glas, Dornen)
- Insekten- und Schlangenbisse
- Knochenbrüche (Stürze, Sprünge aus großer Höhe)
- Überanstrengung, Dehydrierung
Prävention:
- Bereite den Hund schrittweise auf intensive Arbeit vor (Kondition)
- Überprüfe die Pfoten nach Spaziergängen/Jagden
- Stelle während längerer Aktivitäten Wasser zur Verfügung
- Schnelle Reaktion auf Anzeichen von Verletzungen (Lahmheit, Schmerz, Schwellung)
5. Neigung zur Gewichtszunahme (Fettleibigkeit):
Obwohl der Tiroler Bracke während der Jagd und beim Spazierengehen aktiv ist, hat er die Tendenz, zuzunehmen, wenn er nicht genügend Bewegung hat oder überfüttert wird. Fettleibigkeit führt zu Gelenkproblemen, Herzkrankheiten, Diabetes und einer Verkürzung der Lebensdauer.
Prävention:
- Kontrolliere die Futterportionen – passe sie an das Aktivitätsniveau an
- Vermeide Überfütterung und Füttern vom Tisch
- Sorge für regelmäßige, tägliche Bewegung
- Wiege den Hund monatlich – reagiere auf Gewichtszunahme
- Die Rippen sollten unter einer dünnen Fettschicht fühlbar, aber nicht sichtbar sein
6. Weitere potenzielle Probleme:
- Hautallergien (selten, aber möglich)
- Augenprobleme (Entzündungen, Verletzungen)
- Zahnkrankheiten (Zahnstein, Parodontalerkrankungen – erfordern regelmäßige Hygiene)
Präventive Pflege – entscheidend für die Gesundheit:
- Regelmäßige Besuche beim Tierarzt (mindestens einmal im Jahr, bei älteren Hunden – alle 6 Monate)
- Impfungen gemäß dem Impfkalender (Tollwut, Staupe, Parvovirose usw.)
- Entwurmung alle 3-6 Monate
- Schutz vor externen Parasiten (Zecken, Flöhe) – besonders wichtig für Hunde, die im Freien arbeiten
- Zahnkontrolle – regelmäßiges Zähneputzen, Entfernung von Zahnstein
- Blutuntersuchungen bei älteren Hunden (nach dem 8. Lebensjahr) – frühe Erkennung von Problemen
Ernährung und Kondition:
Es ist wichtig, diesem Hund eine angemessene, proteinreiche Ernährung mit notwendigen Nährstoffen zu bieten, um ihn in guter körperlicher Verfassung zu halten. Das Futter sollte an das Aktivitätsniveau angepasst werden – arbeitende Hunde benötigen mehr Kalorien als Haushunde.
Widerstandsfähigkeit gegen Wetterbedingungen:
Obwohl er gegen verschiedene Wetterbedingungen resistent ist, dank seines dichten, doppelten Fells, sollte die Aktivität an extrem kalten oder heißen Tagen angepasst und geeigneter Schutz bereitgestellt werden.
Zusammenfassung:
Der Tiroler Bracke ist eine gesunde, widerstandsfähige Rasse, die bei angemessener Pflege, ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Aktivität ein langes, aktives Leben genießen kann. Entscheidend ist die Prävention von Problemen durch Vorsorge und eine schnelle Reaktion auf die ersten Symptome von Erkrankungen.
Die Pflege des Tiroler Bracken ist relativ einfach und unkompliziert, dank seines kurzen bis mittellangen, dichten Fells, das keine intensive, zeitaufwendige Pflege erfordert. Diese Rasse ist ideal für Menschen, die pflegeleichte Hunde bevorzugen.
1. Fellbürsten – einmal oder zweimal pro Woche:
Es wird empfohlen, ein- oder zweimal pro Woche zu bürsten mit einer Bürste aus Naturhaar oder einem Gummihandschuh, um abgestorbene Haare zu entfernen. Regelmäßiges Bürsten:
- Entfernt abgestorbene Haare und regt die Durchblutung der Haut an
- Lasst das Fell gesund, glänzend und sauber aussehen
- Ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Parasiten (Zecken, Flöhe), Wunden, Knoten oder anderen Hautproblemen
- Ist eine hervorragende Gelegenheit, die Bindung zum Hund zu stärken
2. Fellwechsel – verstärkte Pflege im Frühling und Herbst:
In der intensiven Haarwechselzeit (Frühling und Herbst), wenn der Hund sein Unterfell verliert, kann es notwendig sein, häufiger zu bürsten – täglich oder jeden zweiten Tag. Dies hilft, lose Haare zu entfernen und verhindert, dass sie sich im Haus ansammeln.
3. Ohren – Kontrolle und Reinigung mindestens einmal pro Woche:
Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren ist entscheidend zur Vorbeugung von Infektionen. Die langen, hängenden Ohren des Tiroler Bracken können die Ansammlung von Schmutz, Ohrenschmalz und Feuchtigkeit begünstigen:
- Überprüfen Sie die Ohren mindestens einmal pro Woche – suchen Sie nach Rötungen, unangenehmen Gerüchen, übermäßigem Ohrenschmalz, Ausfluss
- Reinigen Sie die Ohren mit einer speziellen Ohrlösung für Hunde (erhältlich beim Tierarzt oder im Zoofachhandel) – geben Sie die Lösung hinein, massieren Sie die Basis des Ohres, lassen Sie den Hund den Kopf schütteln, wischen Sie überschüssiges mit einem Tuch ab
- Stecken Sie niemals Wattestäbchen tief in den Gehörgang – Sie könnten das Trommelfell verletzen
- Nach Spaziergängen bei nassen Bedingungen (Regen, Schnee, Pfützen) – wischen Sie die Ohren vorsichtig ab
- Bei den ersten Anzeichen einer Infektion (Kratzern, Kopfschütteln, Rötung, unangenehmer Geruch) – sofort zum Tierarzt gehen
4. Zähne – regelmäßiges Zähneputzen für die Mundgesundheit:
Die Mundhygiene ist äußerst wichtig, um Zahnfleischerkrankungen, Zahnstein und Zahnverlust vorzubeugen:
- Putzen Sie die Zähne 2-3 Mal pro Woche (ideal: täglich) mit einer Zahnbürste für Hunde und Zahnpasta für Hunde (verwenden Sie niemals Zahnpasta für Menschen – sie ist giftig für Hunde!)
- Geben Sie spezielle Leckerlis zur Zahnreinigung (Dentastix, Zahnkauartikel)
- Rohe fleischige Knochen (nicht gekocht!) helfen, die Zähne mechanisch zu reinigen
- Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand der Zähne beim Tierarzt
- Bei Bedarf – professionelle Zahnsteinreinigung unter Narkose (alle 1-3 Jahre, je nach Zustand der Zähne)
5. Krallen – alle 3-4 Wochen schneiden:
- Überprüfen Sie regelmäßig die Länge der Krallen – wenn Sie beim Gehen ein Klopfen auf dem Boden hören, ist es Zeit, sie zu schneiden
- Verwenden Sie spezielle Nagelknipser oder -schneider für Hunde
- Schneiden Sie kleine Stücke der Kralle ab und vermeiden Sie es, das Nagelbett (rosa Bereich in der Mitte der Kralle) zu verletzen
- Wenn der Hund dunkle Krallen hat und Sie das Nagelbett nicht sehen können – schneiden Sie vorsichtig in kleinen Portionen
- Nach dem Schneiden kann eine Feile verwendet werden, um scharfe Kanten zu glätten
- Wenn Sie sich unsicher fühlen – bitten Sie den Tierarzt oder Groomer um Hilfe
6. Pfoten – Kontrolle nach Spaziergängen und Jagden:
Nach langen Spaziergängen, Bergwanderungen oder Jagden überprüfen Sie immer die Pfoten:
- Suchen Sie nach Schnittwunden, Wunden, Fremdkörpern (Steine, Dornen, Splitter)
- Überprüfen Sie die Pfotenballen auf Risse, Abschürfungen
- Im Winter nach Spaziergängen die Pfoten mit warmem Wasser waschen, um Streusalz zu entfernen (es ist ätzend für die Haut)
- Schneiden Sie das Fell zwischen den Pfotenballen, um die Ansammlung von Schnee, Schlamm, Steinen zu verhindern
7. Baden – nur bei Bedarf:
Ein Bad wird nur empfohlen, wenn der Hund schmutzig ist, zum Beispiel nach Jagden, dem Hineinfallen in Schlamm oder dem Wälzen in stinkenden Substanzen:
- Verwenden Sie ein mildes Hundeshampoo (am besten für kurzhaarige Rassen)
- Bürsten Sie das Fell vor dem Baden gründlich durch
- Spülen Sie das Shampoo gründlich aus – Rückstände können Hautreizungen verursachen
- Trocknen Sie den Hund mit einem Handtuch und, wenn möglich, mit einem Fön bei niedriger Temperatur
- Stellen Sie sicher, dass der Hund vollständig trocken ist, bevor er an kalten Tagen nach draußen geht
Häufige Bäder sind nicht empfohlen – sie können die Haut austrocknen und die natürliche Schutzschicht des Fells zerstören. Der Tiroler Bracken hat keine Neigung zu unangenehmen Gerüchen, daher sind Bäder 2-4 Mal im Jahr in der Regel ausreichend.
8. Kontrolle der Haut und des Fells:
Überprüfen Sie während des Bürstens regelmäßig die Haut auf:
- Zecken (besonders wichtig nach Spaziergängen im Wald, auf Wiesen)
- Flöhe und deren Kot (schwarze Punkte im Fell)
- Hautveränderungen (Rötungen, Ausschläge, Haarausfall, Knoten)
- Wunden, Kratzer, Bisse
9. Kontrolle der Augen:
- Überprüfen Sie regelmäßig die Augen auf Ausfluss, Rötung, Schwellung
- Wischen Sie die Augenpartie sanft mit einem feuchten Tuch ab, wenn sich Ausfluss ansammelt
- Bei Anzeichen einer Infektion (übermäßiges Tränen, Rötung, zusammengekniffene Augen) – Besuch beim Tierarzt
Zusammenfassung:
Dank seines kurzen, dichten Fells erfordert der Tiroler Bracken keine besonders komplizierte Pflege, aber regelmäßige Aufmerksamkeit und Kontrolle helfen, seine Gesundheit und sein Wohlbefinden zu erhalten. Wichtige Punkte sind: Bürsten 1-2 Mal pro Woche, Kontrolle der Ohren, Zahnhygiene und Überprüfung der Pfoten nach Aktivitäten. Es ist ein praktischer und pflegeleichter Hund – ideal für aktive Menschen, die keine Zeit für aufwendiges Grooming haben.
Der Tiroler Bracke ist ein Hund mit einem sehr hohen Energieniveau, der eine große Menge an Bewegung, körperlicher Aktivität und geistiger Stimulation benötigt, um seine körperliche Gesundheit, psychische Balance und sein Wohlbefinden zu erhalten. Dies ist keine Rasse für Menschen, die einen ruhigen, sitzenden Lebensstil bevorzugen – der Tiroler Bracke braucht einen aktiven Besitzer, der bereit ist, sich täglichen Bewegungsherausforderungen zu stellen.
Minimale Bewegungsanforderungen:
- Mindestens 1,5-2 Stunden intensive körperliche Aktivität pro Tag
- Lange Spaziergänge, Wanderungen, Laufen im Gelände
- Am besten aufgeteilt in 2-3 Einheiten pro Tag (morgens, nachmittags, abends)
- Die Aktivität sollte abwechslungsreich sein – nicht nur Spaziergänge an der Leine, sondern auch freies Laufen, Spielen, Training
Ideale Aktivitäten für den Tiroler Bracke:
1. Lange Spaziergänge und Bergwanderungen:
Er eignet sich hervorragend für lange Spaziergänge durch Wälder, Wiesen, Berge – das ist das natürliche Terrain für einen Jagdhund. Er liebt es, neue Gebiete zu erkunden, zu schnüffeln und Spuren zu verfolgen. Spaziergänge sollten mindestens 30-60 Minuten dauern, zügig.
2. Laufen und Joggen:
Der Tiroler Bracke ist ein ausgezeichneter Laufpartner – er hat die Ausdauer und Kondition, um viele Kilometer zu laufen. Nach dem Abschluss von 12-18 Monaten (wenn das Skelett vollständig entwickelt ist) kann er seinem Besitzer beim Joggen, Laufen, Radfahren (auf sicheren, ruhigen Strecken) begleiten.
3. Bergwanderungen und schwieriges Terrain:
Dank seines Jagdinstinkts benötigt der Tiroler Bracke täglich eine Dosis körperlicher Aktivität, die es ihm ermöglicht, seine natürlichen Fähigkeiten – Spurensuche, Schnüffeln, sich im schwierigen Terrain bewegen – zu nutzen. Bergwanderungen sind eine ideale Aktivität, die Bewegung mit geistiger Stimulation verbindet.
4. Jagden und Jagdtraining:
Für Hunde, die als Jagdhunde arbeiten, sind Jagdaktivitäten die beste Form der Betätigung – sie nutzen alle natürlichen Instinkte, Fähigkeiten und die Energie des Hundes. Regelmäßige Trainingseinheiten in Spurensuche, Gehorsam im Gelände, Nasenarbeit sind hervorragende Stimulation.
5. Apportierspiele:
Das Apportieren von Bällen, Frisbees, Spielzeugen ist eine großartige Möglichkeit, Energie abzubauen. Der Tiroler Bracke liebt es, hinter geworfenen Gegenständen herzulaufen, obwohl sein Spurinstinkt (dem Geruch zu folgen) stärker sein kann als der Apportierinstinkt (das Bringen).
6. Hundesport:
Der Tiroler Bracke eignet sich gut für Hundesportarten, die körperliche Aktivität mit geistiger Stimulation kombinieren:
- Mantrailing – Menschen nach Geruch verfolgen (ideal für einen Brackenhund!)
- Nosework – Gerüche suchen
- Agility – Hindernisparcours (erfordert gutes Gehorsamstraining)
- Obedience – fortgeschrittener Gehorsam
- Jagdtraining – Spurensuche, Nasenarbeit
7. Spiele mit anderen Hunden:
Ein gut sozialisierter Tiroler Bracke liebt Spiele mit anderen Hunden – Rennen, Verfolgungsjagden, Raufen. Regelmäßige Besuche im Hundepark oder Treffen mit Hundekumpels sind eine hervorragende Form der sozialen und körperlichen Aktivität.
8. Schwimmen:
Viele Tiroler Bracken lieben das Schwimmen – es ist eine großartige Bewegungsform, gelenkschonend, aber sehr effektiv für die Kondition. Wenn Sie Zugang zu einem sicheren Gewässer (See, Fluss, Hundepool) haben, ermutigen Sie den Hund zum Schwimmen.
Folgen mangelnder Bewegung:
Ohne regelmäßige Bewegung kann der Tiroler Bracke:
- Unruhig, nervös, destruktiv werden
- Verhaltensprobleme entwickeln – übermäßiges Bellen, Graben, Möbelzerstörung, Ausreißen
- Gewicht zunehmen, was zu gesundheitlichen Problemen führt
- Frustration, Depression, Apathie zeigen
- Schlafprobleme haben – zu viel Energie, kein Müdigkeitsgefühl
Bewegungsanforderungen nach Alter:
Welpen (bis 12 Monate):
- Kürzere, häufigere Spaziergänge (3-4 Mal täglich je 15-20 Minuten)
- Viel Spielen im Garten, Park
- Intensive, lange Läufe vermeiden (wir schützen die sich entwickelnden Gelenke und Knochen)
- Sprünge aus Höhen vermeiden
Junge Hunde (12 Monate – 7 Jahre):
- Volle Aktivität – 1,5-2 Stunden täglich
- Lange Spaziergänge, Wanderungen, Laufen
- Jagdtraining, Hundesport
- Maximale Energie und Ausdauer
Senioren (über 7-8 Jahre):
- Aktivität an die Kondition des Hundes anpassen – er könnte kürzere, ruhigere Spaziergänge benötigen
- Intensive Läufe und Sprünge vermeiden (Gelenkprobleme)
- Regelmäßigkeit beibehalten – Bewegung ist wichtig für die Erhaltung der Kondition und der Gelenkgesundheit
- Auf Anzeichen von Müdigkeit, Schmerz, Steifheit achten
Geistige Stimulation – ebenso wichtig wie Bewegung:
Der Tiroler Bracke ist ein intelligenter Hund, der nicht nur Bewegung, sondern auch geistige Stimulation benötigt:
- Neue Kommandos und Tricks lernen
- Hundepuzzles (interaktive Spielzeuge mit versteckten Leckereien)
- Schnüffelteppiche – der Hund sucht nach versteckten Leckereien
- Gehorsamstraining unter verschiedenen Bedingungen
- Geruchsspiele – Spielzeuge, Leckereien verstecken
- Mantrailing – Menschen verfolgen
Sicherheit während der Aktivitäten:
- Immer den Hund im Gelände kontrollieren – der Jagdinstinkt kann ihn dazu verleiten, Wild zu verfolgen (Hasen, Rehe, Wildschweine)
- In Gebieten mit Wildtieren, Straßenverkehr – eine lange Trainingsleine (10-20 m) verwenden, nicht frei lassen, wenn der Hund keinen perfekten Rückruf hat
- Wasser und eine Schüssel mitnehmen – besonders an heißen Tagen
- Nach langen Spaziergängen/Jagden die Pfoten und den Körper auf Verletzungen, Zecken überprüfen
- Intensive Übungen in der prallen Sonne vermeiden – Risiko einer Überhitzung
Aktivität zu verschiedenen Jahreszeiten:
- Sommer: Spaziergänge früh am Morgen oder am Abend (Hitze vermeiden), Zugang zu Wasser, Möglichkeit zum Schwimmen
- Winter: Der Tiroler Bracke verträgt Kälte gut dank seines doppelten Fells – er kann das ganze Jahr über aktiv sein
- Regen: Regen stört ihn nicht – das dichte Fell schützt vor Feuchtigkeit (aber nach der Rückkehr sollten die Ohren getrocknet werden)
Zusammenfassung:
Der Tiroler Bracke ist ein Hund für sehr aktive Besitzer, die bereit sind, täglich stundenlange Aktivitäten im Freien zu unternehmen. Dies ist keine Rasse für Menschen, die in kleinen Wohnungen ohne Zugang zu Spaziergebieten leben, noch für Menschen mit einem sitzenden Lebensstil. Wenn Sie bereit sind für einen aktiven Lebensstil, Bergwanderungen, Jagden oder Hundesport – wird der Tiroler Bracke ein ausgezeichneter, widerstandsfähiger und loyaler Begleiter sein.
Das Training des Tiroler Bracken kann eine Herausforderung sein, da diese Rasse die Tendenz hat, unabhängig, selbstständig und manchmal stur zu sein. Mit der richtigen Herangehensweise, Geduld und Erfahrung ist es jedoch ein Hund, der schnell neue Kommandos und Fähigkeiten erlernen kann und zu einem gehorsamen und zuverlässigen Begleiter wird.
Lerncharakteristik:
Der Tiroler Bracke ist intelligent und lernfähig, aber sein unabhängiger Jagdcharakter erfordert einen anderen Ansatz als bei hochgehorsamen Rassen (wie Schäferhunden oder Retrievern). Er wurde gezüchtet, um selbstständig im Gelände zu arbeiten, ohne ständige Aufsicht des Jägers – dieses Merkmal bedeutet, dass er eigene Entscheidungen treffen kann, was sich im Training als Sturheit oder Ignorieren von Kommandos äußern kann.
Wichtige Trainingsregeln für den Tiroler Bracken:
1. Beginne das Training früh – ab der 8. Lebenswoche:
Je früher du beginnst, desto bessere Ergebnisse wirst du erzielen. Welpen des Tiroler Bracken sind wie Schwämme – sie saugen Wissen schnell auf, aber auch schlechte Gewohnheiten, wenn sie nicht richtig geleitet werden.
- Sozialisation ist absolut grundlegend – stelle den Welpen von klein auf verschiedenen Reizen aus: Menschen (Kinder, Erwachsene, Senioren), Hunden (klein und groß), Geräuschen (Autos, Staubsauger, Feuerwerkskörper), Umgebungen (Stadt, Park, Wald, Menschenmengen)
- Grundkommandos: Sitz, Platz, Bleib, Hier, Nein, Lass das
- Sauberkeitstraining – konsequentes Ausführen an bestimmten Orten, sofortige Belohnungen für das Verrichten draußen
2. Positive Verstärkung – IMMER:
Es ist entscheidend, dass das Training konsequent, positiv und belohnungsbasiert ist. Der Tiroler Bracke reagiert am besten auf positive Verstärkung, wie Lob, Leckerlis, Spiel, was das Training sowohl für den Hund als auch für den Besitzer zu einem Vergnügen macht.
- Belohne sofort (innerhalb von 1-2 Sekunden) für das richtige Verhalten – der Hund muss verstehen, wofür er die Belohnung erhält
- Verwende hochwertige Leckerlis (Hähnchen, Käse, Fleischstücke) für schwierige Kommandos oder an Orten mit vielen Reizen
- Begeisterte verbale Lobeshymnen – hohe, fröhliche Stimme
- Spiele mit dem Lieblingsspielzeug als Belohnung
- Vermeide körperliche Strafen, Schreien, Rucken an der Leine – sie führen zu Angst, Vertrauensverlust und verschlechtern die Beziehung
3. Konsequenz und Geduld:
- Die Regeln müssen klar sein und von allen Familienmitgliedern befolgt werden
- Erlaube bestimmte Verhaltensweisen nicht einmal so, einmal nicht – der Hund wird verwirrt sein
- Regelmäßige, kurze Trainingseinheiten (10-15 Minuten, 2-3 Mal täglich) – besser als lange, ermüdende Trainings
- Geduld – der Tiroler Bracke kann stur sein und benötigt mehr Wiederholungen als gehorsamere Rassen
4. Kommando Hier (Rückruf) – ABSOLUTE PRIORITÄT:
Dies ist das wichtigste Kommando für den Tiroler Bracken, der einen starken Jagdinstinkt hat und Wild verfolgen kann. Ein perfekter Rückruf kann das Leben des Hundes retten.
- Trainiere den Rückruf täglich, an verschiedenen Orten, mit verschiedenen Reizen
- Belohne immer großzügig für das Kommen – selbst wenn der Hund nach langem Ignorieren zurückkommt
- Bestrafe niemals einen Hund, der auf den Rückruf kommt – selbst wenn er vorher etwas falsch gemacht hat (Kommen = Belohnung)
- Verwende eine lange Trainingsleine (10-20 m), um den Rückruf im Gelände zu üben
- Erhöhe schrittweise die Distanz und ablenkende Reize
5. Grundgehorsamstraining:
Es ist sinnvoll, mit Grundkommandos zu beginnen und dann zu fortgeschritteneren Techniken überzugehen:
- Sitz – leicht zu lernen, grundlegendes Kommando
- Platz – wird verwendet, um den Hund zu beruhigen, zu warten
- Bleib – der Hund bleibt an Ort und Stelle, bis er das Bewegungskommando erhält
- Hier – Rückruf (SCHLÜSSEL!)
- Bei Fuß – neben dem Fuß gehen, ohne an der Leine zu ziehen
- Lass das – Verhindern, dass gefährliche Dinge gefressen werden, verfolgtes Wild
- Leise – Kontrolle des Bellens
6. Jagdtraining (für Arbeitshunde):
Wenn du planst, den Tiroler Bracken zur Jagd zu verwenden, ist spezialisiertes Jagdtraining notwendig:
- Fährtenarbeit – Lernen, Wildgeruch zu verfolgen
- Arbeiten mit der Nase – Entwicklung des natürlichen Geruchssinns
- Stimme geben (Bellen während der Fährtenarbeit) – kontrolliert, auf Kommando
- Gehorsam im Gelände – Rückruf, Anhalten der Fährte auf Kommando
- Zusammenarbeit mit dem Jäger – Kommunikation, Vertrauen
- Am besten unter Anleitung eines erfahrenen Jagdtrainers oder in einem Brackenverein trainieren
7. Kontrolle des Jagdinstinkts:
Der Tiroler Bracke hat einen sehr starken Jagdinstinkt – er wird versuchen, Kaninchen, Hasen, Rehe, Katzen, Eichhörnchen zu jagen. Es ist entscheidend, ihm Kontrolle beizubringen:
- Kommando Lass das – wenn der Hund Wild sieht
- Starker Rückruf – Möglichkeit, den Hund vom Verfolgen abzurufen
- Training mit einer langen Leine (Trainingsleine) in Gebieten mit Wild
- Belohnung für das Ignorieren ablenkender Reize (Hasen, Vögel)
- Nie ohne Leine in verkehrsreichen Gebieten oder in Gebieten mit viel Wild lassen, wenn der Rückruf nicht perfekt ist
8. Kontrolle des Bellens:
Der Tiroler Bracke hat eine natürliche Tendenz zum Bellen während der Fährtenarbeit (Stimme geben), aber im häuslichen Umfeld kann das störend sein. Lehre dem Hund das Kommando Leise:
- Wenn der Hund zu bellen beginnt, lass ihn 2-3 Mal bellen, dann sage: Leise
- Wenn er aufhört zu bellen (auch nur für 2 Sekunden), belohne sofort
- Erhöhe schrittweise die erforderliche Zeit der Stille für die Belohnung
- Schreie niemals einen bellenden Hund an – er wird denken, dass du mit ihm mitmachst
- Sorge für ausreichende Aktivität – ein müder Hund bellt weniger
9. Aktivitäten zur Bereicherung des Trainings:
Das Training sollte auch mit körperlichen Aktivitäten bereichert werden, um seine Bewegungs- und geistigen Bedürfnisse zu erfüllen:
- Mantrailing – Verfolgen von Menschen anhand ihres Geruchs (ideal für Bracken!)
- Nosework – Suche nach Gerüchen
- Agility – Hindernisparcours (erfordert guten Gehorsam)
- Obedience – fortgeschrittener Gehorsam
- Lange Wanderungen mit Aufgaben (Suchen, Apportieren)
10. Bindungsaufbau:
Regelmäßige Trainingseinheiten helfen, eine starke Bindung zwischen Hund und Besitzer aufzubauen und verhindern Verhaltensprobleme, die auftreten können, wenn der Hund nicht genügend mentale und körperliche Stimulation hat.
Typische Herausforderungen im Training:
- Sturheit und Unabhängigkeit – der Tiroler Bracke kann Kommandos ignorieren, wenn er keinen Sinn darin sieht; Lösung: motiviere mit hochwertigen Belohnungen, kurze Einheiten, Vielfalt
- Ablenkbarkeit im Gelände – Gerüche, Wild lenken die Aufmerksamkeit ab; Lösung: Training in kontrollierter Umgebung, schrittweise Erhöhung der Reize
- Übermäßiges Bellen – natürlich für die Rasse; Lösung: Training des Kommandos Leise, ausreichende Aktivität bieten
- Verfolgung von Wild – starker Instinkt; Lösung: Rückruftraining, Kontrolle im Gelände mit Leine
Professioneller Trainer – ziehe Unterstützung in Betracht:
Aufgrund der spezifischen Eigenschaften der Rasse (Unabhängigkeit, Jagdinstinkt) ist es ratsam, eine Beratung mit einem professionellen Trainer in Betracht zu ziehen, der auf Jagd- oder Brackenrassen spezialisiert ist. Ein Trainer kann helfen bei:
- Entwicklung eines individuellen Trainingsplans
- Behebung von Verhaltensproblemen
- Jagdtraining (wenn du planst zu jagen)
- Lehren fortgeschrittener Kommandos
Zusammenfassung:
Der Tiroler Bracke ist ein intelligenter, aber unabhängiger Hund, der einen geduldigen, konsequenten und erfahrenen Besitzer benötigt. Training, das auf positiver Verstärkung basiert, regelmäßige Trainingseinheiten und körperliche Aktivität sind der Schlüssel zur Erziehung eines gehorsamen, ausgeglichenen und glücklichen Hundes. Es ist keine Rasse für Anfänger – sie erfordert Wissen, Erfahrung und Engagement. Doch für jemanden, der bereit ist, die Herausforderung anzunehmen, kann der Tiroler Bracke ein wunderbarer, loyaler und fähiger Begleiter werden.
Die Ernährung des Tiroler Bracken sollte sorgfältig ausgewogen sein, um seinen hohen Energiebedarf aufgrund der intensiven körperlichen Aktivität zu decken. Aufgrund ihres sehr aktiven Lebensstils benötigen sie eine Nahrung, die reich an Proteinen, gesunden Fetten und Nährstoffen ist, die Muskeln, Gelenke, allgemeine Fitness und Ausdauer unterstützen.
Grundsätze der Ernährung des Tiroler Bracken:
1. Hochwertiges Futter mit hohem Proteingehalt:
Das Futter sollte enthalten:
- Tierisches Protein (mindestens 25-30% für erwachsene Hunde, 28-32% für Welpen und arbeitende Hunde) – aus Fleisch, Geflügel, Fisch als erste Zutat
- Gesunde Fette (12-18%) – Energiequelle und essentielle Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 (für gesunde Haut, Fell, Gelenke)
- Kohlenhydrate – aus leicht verdaulichen Quellen wie Reis, Hafer, Süßkartoffeln (liefern langanhaltende Energie)
- Vitamine und Mineralstoffe – umfassendes Set für die Gesundheit von Knochen, Gelenken, Fell, Immunsystem
Zu vermeidende Zutaten:
- Futter mit Mais, Weizen, Soja als Hauptbestandteile (geringer Nährwert, Füllstoffe)
- Niedrigwertige Fleischmehle, Nebenprodukte
- Künstliche Farbstoffe, Konservierungsstoffe (BHA, BHT), Aromen
- Übermaß an Getreide und einfachen Kohlenhydraten
2. Anpassung der Ernährung an das Aktivitätsniveau:
Je nach Aktivitätsniveau benötigt der Tiroler Bracke unterschiedliche Mengen an Nahrung:
Arbeitshunde (Jagd, intensive Trainings):
- Höhere Kalorienzahl (kann sogar bis zu 2x mehr als ein Haushund sein)
- Mehr Protein und Fett für Energie und Regeneration
- Futter für aktive oder Sporthunde
- Häufigeres Füttern (2-3 Mahlzeiten täglich)
Haushunde (Spaziergänge, moderate Aktivität):
- Standardkalorienzahl für mittelgroße Rassen
- Portionskontrolle, um Übergewicht zu vermeiden
- 2 Mahlzeiten täglich
Ältere Hunde (Senioren über 7-8 Jahre):
- Seniorenfutter mit reduzierter Kalorienzahl
- Zusätze zur Unterstützung der Gelenke (Glucosamin, Chondroitin)
- Leicht verdauliche Zutaten
3. Portionsgröße:
Für einen erwachsenen Tiroler Bracken (Gewicht 15-22 kg) liegt der tägliche Bedarf normalerweise bei:
- Wenig aktive Hunde: etwa 250-350 g Trockenfutter täglich
- Moderat aktive Hunde: etwa 350-450 g Trockenfutter täglich
- Sehr aktive/arbeitende Hunde: etwa 450-600 g (oder mehr, je nach Intensität der Arbeit)
Beachten Sie immer die Empfehlungen des Herstellers auf der Verpackung des Futters und passen Sie die Portion an die Kondition des Hundes an – wenn er an Gewicht zunimmt, reduzieren; wenn er abnimmt, erhöhen.
4. Fütterungshäufigkeit:
- Welpen (2-6 Monate): 3-4 Mahlzeiten täglich, Welpenfutter für mittelgroße Rassen
- Junge Hunde (6-12 Monate): 2-3 Mahlzeiten täglich
- Erwachsene Hunde (ab 12 Monaten): 2 Mahlzeiten täglich (morgens und abends, zu festen Zeiten)
- Senioren (ab 7-8 Jahren): 2 Mahlzeiten täglich, Seniorenfutter
5. Gewichtskontrolle – ENTSCHEIDEND:
Zusätzlich ist es wichtig, Überfütterung zu vermeiden, da diese Rasse zur Gewichtszunahme neigt, insbesondere wenn sie nicht ausreichend aktiv ist:
- Wiegen Sie den Hund einmal im Monat – reagieren Sie auf Gewichtszunahme
- Die Rippen sollten unter einer dünnen Fettschicht fühlbar, aber mit bloßem Auge nicht sichtbar sein
- Der Hund sollte eine deutliche Taille von oben gesehen haben
- Wenn der Hund zunimmt – reduzieren Sie die Portion um 10-15%, erhöhen Sie die Aktivität
6. Hydratation – Zugang zu Wasser IMMER:
- Frisches, sauberes Wasser 24/7 verfügbar
- Wasser mindestens 2 Mal täglich wechseln
- Schüssel täglich reinigen
- An heißen Tagen und nach intensiver Aktivität – zusätzliches Wasser bereitstellen
- Durchschnittlicher Bedarf: etwa 50 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht täglich (für einen 20 kg schweren Hund = etwa 1 Liter)
7. Ernährungsarten:
Trockenfutter (Pellets):
- Praktisch, leicht zu lagern
- Hilft bei der Zahnreinigung (mechanische Wirkung)
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (bei Premiumfutter)
Nassfutter (Dosen, Beutel):
- Höherer Feuchtigkeitsgehalt
- Appetitlicher für wählerische Esser
- Teurer im Verhältnis zur Portion
BARF-Diät (rohes Fleisch, Knochen, Gemüse):
- Natürliche, proteinreiche Ernährung
- Erfordert sorgfältige Ausbalancierung der Zutaten
- Konsultation mit einem Tierarzt oder Tierernährungsberater
- Risiko von Bakterien im rohen Fleisch (Salmonellen, E. coli)
Gekochte Diät (hausgemacht):
- Vollständige Kontrolle über die Zutaten
- Erfordert Wissen über Hundeernährung
- Zeitaufwendig
8. Leckerlis – weise verwenden:
- Leckerlis sollten nicht mehr als 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen
- Gesunde Optionen: Trockenfleisch, Gemüsestücke (Karotten, Brokkoli), spezielle Trainingsleckerlis
- Vermeiden: Süßigkeiten, Schokolade, Kekse, Reste vom Tisch
- Kalorien aus Leckerlis von der Hauptfutterration abziehen
9. TÖXISCHE Produkte für Hunde – NIEMALS geben:
- Schokolade – Theobromin ist für Hunde giftig und kann zum Tod führen
- Zwiebeln und Knoblauch – zerstören rote Blutkörperchen, verursachen Anämie
- Trauben und Rosinen – schädigen die Nieren
- Avocado – enthält Persin, das für Hunde giftig ist
- Xylit (Süßstoff) – plötzlicher Abfall des Blutzuckers, Leberversagen
- Alkohol, Kaffee, Tee – giftig für das Nervensystem
- Gekochte Knochen – brechen, können den Verdauungstrakt durchbohren
- Macadamia – verursacht Lähmungen der Gliedmaßen
10. Besondere diätetische Bedürfnisse:
- Lebensmittelallergien: hypoallergenes Futter mit einer Proteinquelle
- Verdauungsprobleme: Futter für Hunde mit empfindlichem Magen
- Übergewicht: Light-Futter, Portionskontrolle, mehr Bewegung
- Gelenkprobleme: Supplementierung mit Glucosamin, Chondroitin, Omega-3
11. Ernährung vor und nach intensiver Aktivität:
- Vor der Jagd/Training: leichte Mahlzeit 2-3 Stunden vorher (Vermeidung von Magendrehung)
- Nach intensiver Aktivität: 30-60 Minuten warten, bevor gefüttert wird (Hund beruhigen lassen)
- Wasser sofort nach der Anstrengung bereitstellen (kleine Portionen, häufig)
12. Futterwechsel – schrittweise über 7-10 Tage:
- Tag 1-2: 75% altes Futter + 25% neues
- Tag 3-4: 50% altes + 50% neues
- Tag 5-6: 25% altes + 75% neues
- Tag 7: 100% neues Futter
13. Supplementierung:
Wenn der Hund hochwertiges, ausgewogenes Futter frisst, ist eine Supplementierung normalerweise nicht notwendig. In einigen Fällen kann der Tierarzt jedoch Folgendes empfehlen:
- Omega-3 (Lachsöl) – gesunde Haut, Fell, Gelenke
- Glucosamin und Chondroitin – Unterstützung der Gelenke (insbesondere bei arbeitenden, älteren Hunden)
- Probiotika – Gesundheit des Darms (nach Antibiotika, bei Verdauungsproblemen)
Geben Sie niemals Supplements ohne Rücksprache mit einem Tierarzt – Überdosierung kann schädlich sein.
Zusammenfassung:
Regelmäßige Mahlzeiten, am besten zu festen Zeiten gegeben, helfen, ein gesundes Gewicht und eine gute Kondition zu erhalten. Die Besitzer sollten auf die Qualität des Futters achten, indem sie solche mit natürlichen Zutaten, hohem Gehalt an tierischem Protein wählen und künstliche Zusätze vermeiden. Ein gut ernährter Tiroler Bracken ist ein Hund voller Energie, Vitalität und Gesundheit, bereit für jedes Abenteuer!
Charakteristische Merkmale
Vorteile
- Hohe Intelligenz und Lernfähigkeit
- Ausgezeichnete Jagd- und Spürfähigkeiten
- Geselliges und loyales Wesen gegenüber der Familie
- Guter Familienhund bei entsprechender Sozialisierung
- Robust und widerstandsfähig gegen schwierige Bedingungen
- Dichtes Fell
- das vor Kälte und Feuchtigkeit schützt.
Nachteile
- Kann misstrauisch und zurückhaltend gegenüber Fremden sein
- benötigt viel Bewegung und körperliche Aktivität
- braucht konsequentes
- erfahrenes Training
- hat einen starken Jagdinstinkt – kann Wild verfolgen
- neigt dazu
- laut zu bellen
- ist nicht für Anfänger-Hundebesitzer geeignet.
Verhaltensbewertungen
Rassengeschichte
Der Tiroler Bracke hat eine reiche und faszinierende Geschichte, die bis in die keltische Zeit zurückreicht, was ihn zu einer der ältesten Brackenrassen in Europa macht. Seine Wurzeln sind tief im alpinen Gebiet Tirols (Österreich) verankert, wo er über Jahrhunderte als unersetzlicher Begleiter der Jäger in schwierigem, bergigem Terrain diente.
Antike Wurzeln – Keltenbracke:
Es wird angenommen, dass der Tiroler Bracke ein Nachkomme des alten keltischen Hundes ist, bekannt als Keltenbracke. Diese alten Jagdhunde waren bereits in der vorrömischen Zeit in Mitteleuropa weit verbreitet und wurden für ihren ausgezeichneten Geruchssinn, ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit, in schwierigem Gelände zu arbeiten, geschätzt.
Mit seinem dichten, doppelten Fell repräsentiert der Tiroler Bracke den reinsten Typ von Jagdhunden, die in den Bergen und Wäldern zur Jagd eingesetzt werden. Dieses Merkmal – das dichte, wasserabweisende Fell – war entscheidend für das Überleben und die Effizienz der Arbeit unter den rauen alpinen Bedingungen.
16. Jahrhundert – Kaiser Maximilian I. und der Beginn des Ruhms:
Bereits um 1500 verwendete Kaiser Maximilian I. (1459-1519), ein bekannter Liebhaber der Jagd und der Kynologie, diese edlen Tiroler Bracken zur Jagd in Tirol. In seinen Jagdtagebüchern erwähnte der Kaiser, dass er seine führenden Hunde (limiers) gerade aus den Tiroler Bracken auswählte, was auf ihre herausragenden Fährtenfähigkeiten und Zuverlässigkeit hinweist.
Kaiser Maximilian I. war einer der ersten Herrscher, die die Rasse schätzten und förderten, was zu ihrer Popularität unter der Aristokratie und den Jägern in der gesamten alpinen Region beitrug.
19. Jahrhundert – Systematische Zucht und Standardisierung:
Im Jahr 1860 begann die reine, systematische Zucht des Tiroler Bracken aus bestimmten Linien in Tirol. Die Züchter strebten an, die Rassemerkmale zu vereinheitlichen, ihre einzigartigen Jagdfähigkeiten zu bewahren und unerwünschte Merkmale zu eliminieren.
Von den vielen Typen und Varianten der Bracken, die in Tirol heimisch sind, haben nur zwei Farbvarianten bis in die heutige Zeit überlebt:
- Rot (oder rot-gelb) – die häufigste Farbe
- Schwarz mit Brand (schwarz-lohfarben)
Andere Varianten sind allmählich verschwunden oder wurden von den Hauptzuchtlinien absorbiert.
1896 – Der erste Rassestandard:
Im Jahr 1896 wurde der erste schriftliche Rassestandard entwickelt, der die gewünschten physischen Merkmale, den Charakter und die Arbeitsfähigkeiten des Tiroler Bracken detailliert beschrieb. Dies war ein entscheidender Moment in der Geschichte der Rasse – eine formale Definition und der Schutz der charakteristischen Merkmale.
1908 – Offizielle Anerkennung der Rasse:
Im Jahr 1908 wurde der Tiroler Bracke offiziell als Rasse anerkannt von kynologischen Organisationen. Seitdem erfreut sich die Rasse großer Anerkennung, insbesondere in Österreich, wo sie weiterhin weit verbreitet als Jagdhund in schwierigem Bergterrain eingesetzt wird.
1994 – Entfernung der kurzbeinigen Variante:
Im Jahr 1994 wurde die kurzbeinige Variante (kurzbeinige Version des Tiroler Bracken, die ein wenig an Bassetts erinnert) aus dem offiziellen Rassestandard entfernt. Seit diesem Zeitpunkt wird nur die standardmäßige, langbeinige Version anerkannt und gezüchtet.
Gegenwart – Jagd- und Begleithund:
Heute ist der Tiroler Bracke vor allem in Österreich, Deutschland, Italien (Südtirol) und anderen alpinen Ländern bekannt, wo er für geschätzt wird:
- Ausgezeichnete Spürfähigkeiten – einer der besten Fährtenhunde im schwierigen Terrain
- Unabhängigkeit und Selbstständigkeit – kann verletztes Wild über viele Stunden ohne ständige Aufsicht verfolgen
- Ausdauer und Robustheit – fähig, unter allen Wetterbedingungen und in jedem Terrain zu arbeiten
- Stimme (Bellen während der Verfolgung) – informiert den Jäger über den Fortschritt
Obwohl diese Rasse besonders in Österreich als Arbeits- und Jagdhund beliebt ist, beginnt sie auch in anderen europäischen Ländern Anerkennung zu finden, wo sie nicht nur für ihre Jagdfähigkeiten, sondern auch für ihr freundliches Temperament und die Fähigkeit, ein loyaler, aktiver Familienhund zu sein, geschätzt wird.
Internationale Anerkennung:
Der Tiroler Bracke wird von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) unter der Nummer 68 in der Gruppe 6 (Bracken), Sektion 1.2 (Mittelgroße Bracken) anerkannt. Der FCI-Standard gilt seit 1996 und bildet die Grundlage für die Zucht weltweit.
Charakteristische historische Merkmale:
- Eine der ältesten Brackenrassen in Europa (keltische Wurzeln)
- Lieblingsrasse von Kaiser Maximilian I. (16. Jahrhundert)
- Spezialisierung: Jagd in den Bergen, Wäldern, Verfolgung von verletztem Wild
- Dichtes, doppeltes Fell – Anpassung an die rauen alpinen Bedingungen
- Unabhängigkeit und Selbstständigkeit – Merkmale, die über Jahrhunderte in schwierigem Terrain selektiert wurden
Zusammenfassung:
Der Tiroler Bracke ist eine Rasse mit tiefen, historischen Wurzeln, die über Jahrhunderte den Jägern unter den schwierigsten Bergbedingungen diente. Seine Geschichte spiegelt die Evolution von den alten keltischen Hunden über die Lieblingsbracken von Kaiser Maximilian I. bis hin zu dem modernen, vielseitigen Jagd- und Familienhund wider. Die Rasse hat ihre einzigartigen Merkmale – ausgezeichneten Geruchssinn, Ausdauer, Unabhängigkeit – bewahrt, die sie zu einem unersetzlichen Begleiter für Jäger und aktive Besitzer auf der ganzen Welt machen. Es ist ein lebendiges Erbe der alpinen Jagdkultur, das Jahrhunderte überdauert hat und weiterhin Hundeliebhaber fasziniert.



